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E-Book, Deutsch, 300 Seiten

Witte Zwischenzeiten

Es bleibt Liebe
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7583-6048-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Es bleibt Liebe

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

ISBN: 978-3-7583-6048-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ist es möglich, durch eine fremde Stimme am Telefon, seiner großen Liebe zu begnen? Dies geschah in Hamburg dem Fotografen aus Chile und der Restauratorin Verena-Esperanza. Spüren doch beide, was lange Trennungen bedeuten, bedingt durch seine gefahrvollen Expeditionsreisen als Tierfilmer durch Südamerika. Wenn die Anaconda tanzt im Amazonas, riecht es in Hamburg nach Frühling. In diesen Zwischenzeiten knistert es heftig zwischen dem Spanier Roberto und Verena. Gerät ihre Liebe zu Antonio ins Wanken?

Maren Witte wächst während der Nachkriegszeit in Hamburg auf, wo sie seit 20 Jahren wieder lebt. 1963 Heirat und die Geburt ihrer Tochter. Während ihrer Berufstätigkeiten beginnt sie 1982 mit dem Studium der Malerei. Es folgen Ausstellungen. Neben der Malerei bringt sie erste Gedichte/Texte zu Papier. Bereits jetzt beginnen Reisen durch Europa, sowie in weit entfernte Länder. 1993 Ausstieg aus dem Berufsleben. Ihr besonderes Interesse gilt der Kultur und Sprache von Spanien und Südamerika. Es folgen längere Aufenthalte in einigen Ländern. In Bolivien arbeitet sie mit Straßenkindern bei der Hilfsorganisation "Comunidad Encuentro". Neben dem Reisen und Malen wird das Schreiben zu ihrem Lebenselexier. Ihre Geschichten von Liebe und anderen Gefahren des Lebens, spielen sich immer an den ihr bekannten Orten auf der Welt ab.

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Was hast du in meinen Träumen zu suchen
Hamburg 2003 Keine Ahnung, warum ich dir immer noch schreibe. Sende seit langer Zeit keinen dieser Briefe mehr ab. Wohin sollte ich sie auch schicken? Was hast du in meinen Träumen noch zu suchen? Ich gab mir Mühe, wieder einzuschlafen, während deine Hand sachte meine Gedanken streichelte. Morgen geht die Sonne wieder auf. Das will ich ihr auch geraten haben. Sommer 1996 Das Telefon klingelt aufdringlich. Sie legt den Hobel aus der Hand, hebt den eingestaubten Hörer in der Werkstatt ab. Eine sehr angenehme männliche Stimme erreicht ihr Ohr: „Hallo Tante Alex, du bist ja zu Hause, was gibt es zu essen? Egal, ich komm rum?“ „Hier ist die Tischlerwerkstatt von Freddy und Alex. Und Alex ist ein Mann und nicht deine Tante.“ „Oh, da habe ich ja unverschämtes Glück, so einer schönen Frau akustisch zu begegnen. Hat diese Schöne auch einen Namen?“ „Natürlich, aber du solltest jetzt lieber deine Tante anrufen, sonst ist sie möglicherweise gleich weg und nix mit futtern. Überfällst du fremde weibliche Stimmen am Telefon immer gleich mit -Schöne Frau-? Du weißt doch gar nicht wer ich bin und schon gar nicht, wie ich aussehe.“ Verena hat plötzlich Spaß an dieser lockeren Plauderei mit einem wildfremden Mann. Sie schätzt ihn nicht älter als Ende zwanzig. „Doch, das weiß ich längst, du bist wunderbar und sehr schön, ich hör doch deine Stimme und was du sagst. Du bist schlagfertig, flexibel und hast Humor.“ „So, so, ich lass das fürs erste mal so stehen; doch das mit fremden Telefonstimmen kann täuschen. Wie würdest du dich denn einem wildfremden Menschen, vorzugsweise einer Frau, so beschreiben? Zum Beispiel: biologischer Freilauf mit viel Fantasie?“ „Naja, so ähnlich. Ich kann alles. Also fast alles. Bin faul und bequem. Reicht dir das fürs erste?“ „Na klar, Supervita, genau was mir gefehlt hat.“ „Ach ja? Ich mag Octopus, und du?“ „Esse ich fast täglich.“ „Gute Aussichten, meine Frau sollte mit mir übereinstimmen.“ „Aha, und dir den Rest von den Augen ablesen!“ „Genau, oder so ähnlich.“ „Weißt du was, du bist ein Egoist und großer Junge und ich muss jetzt weiter arbeiten. Bin nämlich im Gegenteil zu dir nicht faul und bekomme bei keiner Tante etwas zu essen.“ „Warte, warte, können wir uns sehen? In einer Stunde am Alten Elbtunnel. Ich habe da jetzt noch zu tun. Du erkennst mich mit zwei Fotoapparaten um den Hals auf so einer alten BMW Maschine. Por favor(l) schöne Frau.“ „Tse.“ Verena legt amüsiert den Hörer auf. Nimmt den Hobel wieder zur Hand und zieht ihn schwungvoll über das Werkstück. Wenn Melli (Melanie) und Alex von der Baustelle kommen, will sie die Teile hier fertig haben. Oder ist noch Luft für eine kleine Auszeit. Blick auf die große Wanduhr, kurz vor zwei. Sie könnte gegen vier wieder hier sein und vor fünf Uhr kommen die beiden nicht. Sie klopft sich die Holzspäne vom Blaumann und sucht Freddy in seiner Ecke. Er schweißt Metallgestänge zusammen. Verena tippt ihm von hinten auf die Schulter. Er schiebt sein Schutzvesier hoch, dreht sich um: „Was gibt’s Verena. Bin hier gleich durch, dann können wir drüben Pasta und zwei kleine Schwarze nehmen.“ „Ne, heute nicht Freddy, bin mal zwei Stunden weg.“ Er nickt, schiebt sein Visier wieder runter, macht konzentriert weiter. Verena schlängelt sich an den großen Werkbänken vorbei, wirft hinten kurz einen Blick in ihr Atelier und verschwindet durch die Saloon-Schwingtür. Bevor sie die Treppe zu ihren Räumlichkeiten hochläuft, zieht sie die Arbeitsschuhe aus, pellt sich aus dem mit Leim verklebten Overall und lässt alles an der Treppe unten liegen. Oben wirft sie ihre restlichen Kleidungsstücke aufs Bett und hüpft unter die Dusche. Der Rock ist zu kurz, die Bluse ist weit, sie knotet die Enden vorne zusammen. Sandalen? Nein weiße Turnschuhe! Sie fahrt sich mit den Händen durch ihre kurzen, lockigen Haare, die wie immer etwas wild in alle Himmelsrichtungen wollen. Schiebt die Sonnenbrille hoch, O.K., so geht es. Im Hof springt sie auf ihr Fahrrad, radelt die Juliusstraße runter, lässt die Rote Flora links liegen und biegt rechts ab. Ich guck mir den Typen nur mal aus der Ferne an. Bei ihrem Lieblingsbäcker hält sie an, bestellt sich einen Croissant und einen Capuchino, setzt sichdraußen an einen der Bistrotische. Sie schaut sich fröhlich die vorbeieilenden Leute an und denkt gerade -was für einen spontanen, blöden Einfall ich mal wieder habe, sich irgendsoein männliches Wesen von Weitem anzusehen.- Es ist so, wenn sie eine fremde Stimme am Telefon hört, stellt sie sich sofort den Menschen dazu vor. Interessante Studien, sie kann nicht davon lassen. Es waren allerdings zumeist die totalen Nieten dabei, ob Frauenstimmen oder die von Männern. Am häufigsten natürlich Lieferanten, Kunden, Auftraggeber, Versicherungsfuzzis oder Banker. Private Treffen sind nie dabei gewesen. Naja, sie ist nun nicht gerade auf der Jagd. Ihr Leben gefallt ihr momentan sehr gut, nach der Trennung von Oliver vor zwei Jahren. Fahrradbremsen quietschen, Caro steigt von ihrem Drahtesel. Freudige Begrüßung, sie setzt sich zu Verena an den Tisch. „Das ist aber nicht deine Mittagspause, die machst du doch sonst in Arbeitsklamotten. Du siehst so abenteuerlustig aus in dem knackigen outfit. Hast du ein date um diese Zeit?“ „ Ne, will nur eine Figur aus der Ferne belauern, ich glaube nichts Aufregendes.“ „Ach hast du wieder Telefonstimmen psychlogisch ausgewertet. Sei vorsichtig! Ich muss weiter, „Ciao bella.“ „Adiós guapa.“(2) Verena fahrt erst einmal am Alten Elbtunnel vorbei bis zu den ersten Hafenstraßenhäusern. Ein abgestelltes Motorrad hat sie drüben schon gesichtet, aber ohne Mann dazu. Verena geht auf die andere Straßenseite. Plaziert sich so, dass sie das Motorrad und die zwei Lastenfahrstühle vom Elbtunnel im Blick hat. Es dauert nicht lange, da erscheinen zwei junge Männer aus einem der Fahrstühle. Dem einen hängt je ein Fotoapparat über einer Schulter. Das eine Teil mit einem riesigen Teleobjektiv. Die beiden stehen noch im Gespräch zusammen. Die Kameras wechseln den Besitzer. Sie verabschieden sich. Der Kleinere von beiden, jetzt mit den Kameras, entfernt sich in Richtung Baumwall. Verena schiebt ihr Rad näher an die BMW Maschine und ruft nur ein: „Moin!“ „Oh, hallo schöne Frau, jetzt bin ich aber baff, dass du wirklich gekommen bist, hast es nicht so weit?“ Soll man sich die Hand geben? Beide zögern kurz. Dann streckt er ihr seine entgegen: „Ich bin Anton, also eigentlich Antonio.“ Als sie seine Hand ergreift, läuft ihr ein Schauer durch den ganzen Körper: „Verena-Esperanza.“(3) „Spanisch?“ „Halb, mütterlicherseits, und wieso eigentlich Antonio?“ „Chile, Mutter und Vater, der ganze Ahnenkatalog bis zu den Ureinwohnern. Wollen wir ein paar Schritte in die Große Elbstraße laufen, Capuchino beim Italiener?“ Verena schaut auf die Uhr: „O.K., Capuchino ist großartig. Ich muss dort sowieso noch Fische aus dem Nordmeer holen.“ Anton packt seinen Helm in die Box, lässt sein Motorrad stehen: „Du kochst?“ „Unter anderem. Bist du immer so reserviert und hast nur anonym an der Strippe den lockeren Spruch drauf?“ „Du bist damit angefangen, von wegen hanseatisch reserviert. Ganz ehrlich, ich war fast sprachlos, angenehm überrascht, dass meine Einschätzung deiner Stimme am Telefon genau passt, also perfekt ist. SchöneFrau.“ „Gracias(5) hombre.(7) Bin auch nicht schockiert.“ Beim Italiener stehen draußen Tische. Ach wie schön, sie setzen sich und bestellen den Aufgeschäumten. Das Handy von Verena klingelt, sie kramt es aus ihrem Rucksack. Melli ist dran: „Wo steckst du chica?“(8) „Em ja, sitze hier mit einem gewissen Anton, einem Weltfotografen, bei Capuchino in der Großen Elbstraße. Sorry, ich komme demnächst.“ „Bleib gefälligst wo du bist und mach dir eine schöne Stunde. Ich will nachher alles wissen und herrliche Fotos von dir und diesem gewissen Anton sehen. Kannst du uns noch bei den Fischimporteuren von den Grätenviechern mitbringen? Habt ihr schon geknutscht?“ „Mach ich, also das mit den Gräten. Bis neulich.“ „Ciao bella.“ Anton schaut sie fragend an und meint, ob sie in die Tischlerei muss. Verena verneint, sie hätte nicht so feste Arbeitszeiten; doch er möge ihr lieber von seinem Fotojob erzählen und wieso er von Chile in Hamburg gelandet sei. Er lehnt sich mit einem Lächeln zurück. Beinahe verlegen zieht er eine Hand durch seine schwarzen vollen Haare. Seine Arbeit sei nicht so spektakulär, von Chile gäbe es eine lange und eine kurze Version. „Das bleibt dir überlassen, ich höre gerne zu.“ „Dann bestell ich jetzt für uns einen Oktopus-Salat.“ Verena muss...



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