E-Book, Deutsch, 239 Seiten
Wu / Klitzner Heiltees für Körper, Geist und Seele
4. aktualisierte Auflage 2024
ISBN: 978-3-86374-748-0
Verlag: Mankau Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Über 300 wirksame Rezepturen aus den traditionellen Heilkulturen Chinas und Europas
E-Book, Deutsch, 239 Seiten
ISBN: 978-3-86374-748-0
Verlag: Mankau Verlag
Format: EPUB
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Li Wu (geb. 1966) ist Professor der Traditionellen Chinesischen Medizin. In Deutschland ist er als Heilpraktiker zugelassen und betreibt mit großem Erfolg eine Naturheilpraxis in München. Seine außergewöhnliche Begabung wurde schon früh erkannt und ließ ihm die Ausbildung am weltberühmten Shaolin-Kloster in der chinesischen Provinz Henan zuteilwerden, die er dann später mit einem Medizinstudium an der Universität Peking fortsetzte. In Deutschland studierte Li Wu Psychologie und Germanistik an der Universität in Passau. Li Wu ist zudem Qi-Gong-Meister, Professor an der Yunnan University of Traditional Chinese Medicine, Professor und Doctor of Acupuncture and Oriental Medicine (DAOM) an der University of East-West-Medicine California, Gründer und Leiter des Naturheilkundlichen Forschungsinstituts München sowie Vorstandsmitglied des chinesischen Huang-Han-Medizinerverbandes.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorwort
*** Einführung in die Kräuterheilkunde
* Die Kräuterheilkunde in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
Die Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin
Chinesische Kräuterheilkunde in der Praxis
* Zur Geschichte der europäischen Kräuterheilkunde
Von der Antike bis zur Epoche der Klostermedizin
Die moderne Entwicklung
Warum Heilkräuter?
* Synergien zwischen Ost und West
* Wie Pflanzen heilen – die wichtigsten pflanzlichen Wirkstoffe
Wirkstoffgruppen
*** Rezepturen
* Zubereitung und Dosierung
* Beschwerden bei Erwachsenen
* Atemsystem
Asthma bronchiale
Bronchitis
Fieber
Grippaler Infekt
Hals- und Rachenentzündung
Husten
Mandelentzündung (Tonsillitis)
* Sinnesorgane
Augenentzündung
Heuschnupfen
Hörsturz, Ohrgeräusche (Tinnitus)
Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Ohrenschmerzen
Schnupfen
Sehstörungen
* Herz-Kreislauf-System
Arteriosklerose
Bluthochdruck
Blutdruck, niedriger / Durchblutungsstörungen
Herzrhythmusstörungen
Hitzschlag
Krampfadern
Nasenbluten
Ödeme (Wasseransammlungen)
Ohnmachtsanfall
Unterkühlung
Venenentzündung
* Verdauungssystem
Blähungen
Durchfall
Hämorrhoiden
Lebensmittelvergiftung
Magenschmerzen
Sodbrennen
Übergewicht
Verstopfung
* Urogenitalsystem
Blasenentzündung
Ejakulation, vorzeitige
Frigidität
Nierenentzündung
Potenzstörungen
Prostatabeschwerden /Prostatavergrößerung
Reizblase
* Gynäkologische Probleme
Ausbleibende Menstruation (Amenorrhö)
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Schmerzhafte Menstruation (Dysmenorrhö)
Schwache Menstruation (Hypo- und Oligomenorrhö)
Starke Menstruation (Hyper- und Polymenorrhö)
Wechseljahresbeschwerden
Übermäßiger Weißfluss (Vaginitis)
* Bewegungsapparat
Arthritis
Arthrose
Gicht
Hexenschuss (lokales Lumbalsyndrom)
Ischiasbeschwerden
Muskelkater
Nackenverspannung
Osteoporose
Rheumatische Beschwerden
Rücken- und Kreuzbeschwerden
Schwindel
Tennisellenbogen/Tennisarm
Verstauchung oder Prellung
* Haut
Akne
Ekzem (Dermatitis)
Furunkel
Fußpilz
Haarausfall
Herpes simplex
Insektenstich
Nesselsucht
Neurodermitis
Sonnenbrand
Verbrennungen
Wunden
Cellulite
* Nervensystem
Depressive Verstimmungen
Erschöpfung
Kopfschmerzen
Migräne
Nervosität
Schlafstörungen
Zahnschmerzen
Angstzustände
* Beschwerden bei Kindern
Allgemeine Anmerkung zu Kinderkrankheiten und ihrer Behandlung
Erkältung/Grippaler Infekt
Bauchschmerzen
Bronchitis
Heuschnupfen
Kopfdruck/Kopfschmerz
Konzentrationsschwäche
Prüfungsangst
Albträume
Wachstumsbeschwerden
Miliaria
Stottern
Übelkeit und Brechreiz
Blasenentzündung
Hals- und Mandelentzündung
Kreislaufschwäche
Appetitlosigkeit
Bettnässen (Enuresis)
Nesselsucht
Tics
Kleinwuchs (Entwicklungsverzögerung)
* Heiltees für Jugendliche
Hormonelles Ungleichgewicht
Schweiß
Wut und Aggression
Schlafstörungen
Prüfungsangst, Überlastung und Burnout
Heißhungerattacken (Binge eating disorder), Übergewicht
* Heiltees im Alter
Appetitlosigkeit
Entzündungsprozesse
Gedächtnis und Vergesslichkeit
Nachsicht und Gelassenheit
Dünner werdendes Haar
(Verlangsamter) Stoffwechsel
*** Pflanzensteckbriefe
Chinesische Kräuter
Europäische Kräuter
Kräutertabellen
*** Anhang
Danksagung
Bezugsquellen und Adressen
Volksheilkundliches Kräuterwissen
Literaturverzeichnis
Weitere Veröffentlichungen von Li Wu
Impressum
Register
Zur Geschichte der europäischen Kräuterheilkunde
Schon unsere Ahnen hatten ihre eigenen Kräuterfrauen, Schamanen und Medizinmänner, die sich mit Pflanzen befassten und ihre heilende Wirkung einzusetzen wussten. Kraft und Nutzen dieser von der Natur geschenkten Heilmittel haben sie sich durch Anwendung und Erfahrung erschlossen.
Vermutlich setzten schon die frühzeitlichen Jäger und Sammler Pflanzen zur Heilung ein. Bei dem 5.300 Jahre alten Ötzi, der Gletschermumie vom Hauslabjoch aus der ausgehenden Jungsteinzeit bzw. Kupferzeit, fand man Birkenporlinge – eine Pilzart, die gegen Magen-Darm-Beschwerden hilft und vermutlich als Heilmittel genutzt wurde.
Eines der ältesten medizinischen Schriftstücke stammt aus dem Alten Ägypten. Es ist der sogenannte Papyrus Ebers. Die etwa 1600 v. Chr. verfassten Papyrusrollen beinhalten Beschreibungen von Krankheiten sowie 700 tierische und pflanzliche Wirkstoffe, mit denen die Beschwerden, zum Beispiel Verletzungen oder Zahnschmerzen, bekämpft werden sollten. Außerdem wurden offenbar schon Knoblauch und Zwiebeln genutzt, um den Ausbruch von Infektionskrankheiten beim Bau der Pyramiden zu vermeiden.
Von der Antike bis zur Epoche der Klostermedizin
Für den westlich-europäischen Kulturkreis ist vor allem Hippokrates (460 v. Chr. bis 370 v. Chr.) hervorzuheben. Er sah im Ungleichgewicht von Körpersäften die Ursache vieler Leiden. Seine »Viersäftelehre« (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) wurde später von Galenus von Pergamon (129 bis ca. 200 n. Chr.), dem griechischen Leibarzt des römischen Kaisers Marc Aurel, weiterentwickelt. Auch dessen Lehre beruhte auf der hippokratischen Annahme, dass Feuer, Erde, Luft und Wasser die Grundelemente allen Seins darstellen. Den vier Säften ordnete er die vier Qualitäten warm, trocken, feucht und kalt zu. Schleim galt zum Beispiel als feucht und kalt. Ob man nun gesund oder krank war, hing vom Gleichgewicht der Elemente ab. Nach diesem Prinzip schrieb er auch jeder Heilpflanze bestimmte Qualitäten zu. Eine Krankheit, die durch Kälte verursacht wurde, sollte also mit einer Pflanze bekämpft werden, die Wärme im Körper erzeugt.
Das erste umfangreiche europäische Heilpflanzenbuch verfasste der griechische Arzt Pedanios Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr. ) mit der fünfbändigen »De Materia medica« im Jahr 60 n. Chr. In seinem Werk beschrieb er ausführlich Art und Wirkung von über 600 Kräutern. Damit blieb es ein Standardwerk bis ins 17. Jahrhundert hinein. Kurz nach Dioskurides schrieb der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23 bis 79 n. Chr.) seine »Naturalis Historia«, in der zahlreiche Kapitel über die Bedeutung der Pflanzen und über pflanzliche Heilmittel zu finden sind. Bis heute wegweisend war auch die erste systematische Pflanzenbeschreibung, die deren Herkunft, ihre botanische Klassifizierung, Eigenschaften, Zubereitung und Anwendung umfasst.
In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Pflanzenkunde insbesondere in den Klöstern weiter. Mönche und Nonnen sammelten das Wissen der Ägypter, Griechen, Kelten und Germanen und fügten Volksweisheiten und eigene Erkenntnisse über die Heilwirkung von Kräutern und Heilpflanzen hinzu. Die Klostermedizin, die zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert angesiedelt wird, stellt eine eigene Epoche in der Medizingeschichte dar. In dieser Phase vom Früh- bis zum Hochmittelalter wurden die Menschen in Europa ausschließlich von Mönchen und Nonnen medizinisch versorgt. Außerhalb der Klöster war es schwierig bis unmöglich, sich die notwendigen medizinischen Kenntnisse anzueignen, um als Arzt arbeiten und heilen zu können. Anders in den Klöstern. Eine große Rolle spielten dabei die Klostergärten, die im sogenannten St. Gallener Klosterplan von Karl dem Großen um 820 n. Chr. angeordnet worden waren. Hier wurde genau festgelegt, welche Heilpflanzen in den Gärten herangezogen werden sollten. Unter anderem gehörten dazu Salbei, Wermut, Fenchel, Schlafmohn, Liebstöckl, Kerbel, Flohkraut, Betonie, Rettich und Minze.
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Ein wichtiges Dokument aus dem 8. Jahrhundert mag Karl den Großen bei seiner Gartenanordnung beeinflusst haben. Das »Lorscher Arzneibuch« eines Mönchs im Kloster Lorsch enthält hauptsächlich Rezeptsammlungen aus Kräutern und anderen Pflanzen. Etwa 200 Jahre später verfasst der Mönch Odo Magdunensis das Werk »Macer floridus«, das mit seinen 80 Heilpflanzen zum Standardwerk für ganz Europa wurde.
Eine herausragende Rolle nahm die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098–1179) ein. Ihre damalige Popularität ist nicht vergleichbar mit der heutigen Präsenz. Aber durch ihre Schriften verbreitete sich die Kräuterkunde in weiten Teilen der Bevölkerung – und hat Anhänger bis heute. Mit ihrem in lateinischer Sprache verfassten »Buch über das innere Wesen der verschiedenen Kreaturen und Pflanzen« brachte sie nicht nur die lateinisch-griechische Heiltradition mit der volkstümlichen Heiltradition zusammen, sie schuf damit auch ein wichtiges Rezeptionswerk für die Pflanzenheilkunde. Die sogenannte Hildegard-Medizin basiert auf fünf Säulen: seelisches Gleichgewicht, feste Lebensregeln, gesunde Ernährung, Naturheilmittel und Ausleitungsverfahren. Zu den Naturheilmitteln gehören zwar auch Edelsteine und Mineralien, aber vor allem Pflanzen. Als besonders heilkräftig empfahl sie Brennnessel, Mariendistel, Schafgarbe, Galgant, Ringelblume, Ingwer.
Im Jahr 1485 erschien das Werk »Gart der Gesundheit«. Der Frankfurter Arzt Wonnecke von Kaub stellte in 435 Kapiteln insgesamt 382 Pflanzen vor. Der »Gart« wurde noch sechzigmal nachgedruckt und diente bis ins 16. Jahrhundert als Basis für andere Kräuterabhandlungen.
In den Jahrhunderten danach fanden weltliche Heiler und nichtkirchliche Apotheken immer mehr Zuspruch, sodass die Klöster zum Teil an Bedeutung verloren. Erschwerend kam hinzu, dass die Reformation zur Aufhebung und Schließung zahlreicher Klöster führte.
Die Ausbildung der Mediziner fand nun vermehrt an den Universitäten statt. Aber auch hier gerieten die medizinischen Lehren aus den Klöstern nicht in Vergessenheit. Der Arzt, Alchemist und Philosoph Paracelsus (ca. 1493 bis 1541) nutzte die Heil- und Pflanzenlehre der Hildegard von Bingen – auch wenn sein Grundverständnis der Ursachen von Krankheiten ganz anderer Natur war. Er griff auf die Signaturenlehre zurück, die schon bei den Naturvölkern eine entscheidende Rolle spielte und im Mittelalter zur klassischen medizinischen Ausbildung gehörte. Demnach seien die äußere Erscheinung und Gestalt einer Pflanze, ihr Geruch und ihre Farbe Zeichen, »Signaturen«, die auf die heilende Kraft hinweisen würden. So habe die Bohne eine heilende Wirkung auf die Nieren oder die Walnuss eigne sich für die Behandlung von Beschwerden im Gehirn.
In der folgenden Zeit begann sich das Ringen zwischen der alternativen und der wissenschaftlichen Medizin schon abzuzeichnen, auch wenn die Kräuterheilkunde weiterhin fester Bestandteil der Arzneikunde blieb.
Die moderne Entwicklung
Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich im Zuge der Industrialisierung die sogenannte Schulmedizin. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse in Biologie, Chemie und Pharmazie drängten die Pflanzenheilkunde in den Hintergrund. Doch trotz des unbestreitbaren Segens, den die medizinische Entwicklung mit sich brachte, wurde den Menschen bewusst, dass die chemischen Heilmethoden auch Nachteile mit sich brachten. Viele besannen sich wieder auf die traditionelle Wirkkraft der Pflanzen.
Heute kann man fast von einem Boom der alternativen Heilmethoden sprechen. Rund 12.000 Heilpflanzen sind weltweit bekannt. Pflanzenwirkstoffe in niedrig- und hochdosierter Form sind überall erhältlich und die Absatzzahlen sprechen für sich.
Viele Patienten vertrauen auf die pflanzlichen Heilmethoden und sehen in ihnen eine schonende, natürliche Behandlungsmethode. Die Natur scheint auf den Menschen mit seinen verschiedensten Unpässlichkeiten vorbereitet zu sein. Auf der ganzen Welt gibt es Blumen, Sträucher und Bäume, deren Blüten, Blätter, Wurzeln und Stängel Heilung bewirken können.
Der durchschnittliche Verbrauch in Deutschland liegt bei etwa 45.000 Tonnen Heilpflanzen pro Jahr. Mit dieser Menge ist Deutschland im weltweiten Vergleich der absolute Spitzenreiter – auch im Vergleich zu den USA. Das hat wesentlich mit dem bei uns ausgeprägten Bewusstsein für eine gesunde, biologisch-ökologische Lebensweise zu tun.
Warum Heilkräuter?
Ohne die ungeheuren Leistungen der Schulmedizin infrage...
Vor Tausenden von Jahren verfügte ein damals in China herrschender Kaiser, dass alles Wasser aus hygienischen Erwägungen abzukochen sei. Da begab es sich, dass Blätter eines Gewächses vom Wind erfasst wurden und in einem jener Töpfe mit kochendem Wasser landeten. Neugierig, wie er war, konnte der Kaiser nicht umhin, von dieser dunklen Brühe zu kosten – und fühlte sich sogleich erfrischt.
Bei dem Gewächs handelte es sich um die Pflanze Camellia sinensis, den Teestrauch – und dies, so die Legende, war die Geburtsstunde des Tees. Von dem Kaiser wird später noch zu sprechen sein. Aber auch wenn die Geschichte ins Reich der Mythenbildung gehören mag, sicher ist, dass die Ursprünge des Tees in China zu suchen sind. Zunächst nutzten ihn die Menschen vor allem als Heilmittel. Am Kaiserhof der Tang-Dynastie in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts schätzte man den Tee dann mehr und mehr als Genussmittel. Und schon bald breitete sich der Anbau der Pflanze in den umliegenden Klöstern aus, bis der Tee schließlich auch ins Ausland exportiert wurde – zunächst nach Korea und Japan und erst Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa.
Bereits früh ging mit dem Genuss des Tees auch eine Teekultur einher, angefangen mit den Teezeremonien in China, deren Rituale später in Japan noch weiter verfeinert wurden. Auch in Europa wird Teetrinken noch heute mit Ruhe und Entspannung assoziiert – ein bedeutender Aspekt, der die heilende Wirkung durchaus verstärken kann. Im Gegensatz zu einem Tee, der täglich getrunken werden kann, sind Heiltees jedoch keine eigentlichen Genussgetränke. Ihre zahlreichen Zutaten aus Pflanzen und auch tierischen Bestandteilen und Mineralien haben medizinische Wirkung und sollten immer nur über einen klar begrenzten Zeitraum eingenommen werden.
Doch vom Land der Tee-Entdecker ein kurzer Blick nach Europa.
Auch auf der westlichen Weltkugel haben sich unsere Vorfahren schon immer der Natur bedient, um ihre Kranken zu heilen oder ihr Wohlbefinden zu verbessern – und das vor allem durch pflanzliche Heilmittel. Durch das einfache Ausprobieren entdeckten die Menschen, welche Bestandteile die größte Wirksamkeit entfalten konnten. Im Laufe der Zeit wusste man, dass es die Blätter, Stängel, Wurzeln, das Kraut, die Blüten oder die Samen sind, die bei bestimmten Beschwerden helfen. Nicht genug kann man dabei auf die große Leistung der Klöster im frühen Mittelalter hinweisen. In unseren Breitengraden ist es vor allem den Mönchen und Nonnen zu verdanken, dass eine systematische Auflistung der Heilkräuter stattfand und die Bandbreite und Genauigkeit ihrer Wirkungen spezifiziert und erweitert wurde. Erstmals konnte die Bevölkerung mit Salben, Tinkturen und Heiltees umfassender gegen Krankheiten und Verletzungen behandelt werden. Diese Jahrtausende währende Erfahrung ließ sich auch nicht durch die im 18. Jahrhundert vorpreschende Universitätsmedizin erschüttern. Trotz der Notwendigkeit der sogenannten Schulmedizin und ihrer großen Erfolge hat die Natur ihren wichtigen Stellenwert in der Geschichte des Heilens nach einer kurzen Phase des Verdrängens wieder zurückerobert. Dank dieser Öffnung zu alternativen Heilmitteln gelangten im deutschen Raum auch asiatische Heilweisen immer mehr in den Fokus der Ratsuchenden – und mit ihnen hochwirksame Heilpflanzen, deren Anwendung in China eine jahrtausendealte Tradition hat.
Heute kann jeder entscheiden, wie und wann er die Wirkung der Heilkräuter für sich nutzen möchte. Sie können ergänzend oder alternativ eingesetzt werden, vorbeugend oder im akuten Krankheitszustand.
Mit diesem Buch kann jeder einen heilenden Tee für sich finden. Die Liste der Beschwerden und Symptome zeigen dem Leser, welche Mittel am besten wirken. Bei schweren, lang anhaltenden oder unklaren Symptomen und auch dann, wenn nach einer Woche der Behandlung noch keine Besserung eingetreten ist, sollte immer ein Heilpraktiker oder Arzt zurate gezogen werden.
Beachtet man jedoch alle Hinweise auf Indizierung und Dosierung, steht der schonenden Heilung mit den Früchten der Natur nichts mehr im Wege.
(Vorwort der Autoren)




