Zimmermann | Das Reich des Todesdrachen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 704 Seiten

Reihe: Atlas des Äthers

Zimmermann Das Reich des Todesdrachen

High-Fantasy-Epos. Der erste Band der Atlas des Äthers Reihe. Mit Graphic-Novel-Teil.
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-641-32477-3
Verlag: YUNA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

High-Fantasy-Epos. Der erste Band der Atlas des Äthers Reihe. Mit Graphic-Novel-Teil.

E-Book, Deutsch, Band 1, 704 Seiten

Reihe: Atlas des Äthers

ISBN: 978-3-641-32477-3
Verlag: YUNA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Reich des Todesdrachen – Relaunch mit Graphic Novel

Die Drachen brachten die Magie und teilten sie mit den Menschen. Doch nicht alle waren der Meinung, dass die Menschen sich dieser Macht würdig zeigten. Tausende Jahre später ist die Welt All’Ein durch die zurückliegenden Kriege um die Vorherrschaft wie zerbrochen. Eine tiefe Kluft spaltet nicht nur den Kontinent, sondern auch die Beziehungen zwischen den Drachen und Menschen.
Auf dem jungen Zauberer Jasov lastet eine schreckliche Schuld und seine einzige Chance, Buße zu tun, ist, sich dem Reich zu verschwören und einem Altdrachen zu dienen. Er hofft, dort zu lernen, wie er mit den unbändigen Zauberkräften, die ihm innewohnen, umgehen kann. Doch Jasovs bloßes Talent ist der letzte Beweis, den der Drachenherrscher Dragul noch gebraucht hat: Erst gestörte Magie an den Grenzen, dann verschwundene Spione und nun ein Zauberer, der zu viel Macht besitzt.
Die Balance der Magie hat sich verändert.
Die Reiche sind den Waffenstillstand leid. Das Wettrüsten hat längst begonnen. Dragul muss handeln. Und das führt auch Jasov mitten hinein in den Konflikt zwischen Menschen und Drachen, Intrigen, Verrat und Liebe. Welche Seite wird sein Herrscher wählen? Und wird Jasov sich ihm anschließen oder den Lehren seiner neuen Mentorin vertrauen, die ihren ganz eigenen Vorstellungen von Balance folgt?



Ein junger Zauberer mit dem Wunsch, Buße zu leisten.

Ein Altdrache, der sich für oder gegen das Leben entscheiden muss.

Eine Drachenfrau, die nicht länger vor ihrem Schicksal davonlaufen kann.

Content & Tropes: High Fantasy, Drachen, Magie mit Bewusstsein, Heldenreise, komplexes Worldbuilding, Schlachten und Kriege, Found Family, From 0 to Hero, Enemies to Lovers, Broken World.

Der Relaunch von Band 1 des High Fantasy Epos Atlas des Äthers (zuerst im Dichtfest Verlag erschienen) als überarbeitete Neuauflage mit neuem Cover, geänderter Ausstattung und großem Graphic Novel Teil .
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Aufgabe


Jasov hatte das Summen der Straßenlaternen schon lange nicht mehr so bewusst wahrgenommen. Für gewöhnlich erzeugten die verzauberten Kristalle einen Gleichklang, wie der sanfte Klang einer schnurrenden Katze, der sich in das Hintergrundrauschen der Welt einordnet. Überall sang Magie ihr kleines Lied. Doch diese eine Lampe rechts von Jasov sang nicht, sie krächzte schief und schräg, war dabei völlig aus dem Takt geraten. Er starrte bestimmt schon einige Minuten hinauf zu dem jämmerlich zwitschernden Kristall und wartete gebannt auf das unweigerliche Flackern. Er konnte es beinahe sehen, es musste jeden Augenblick passieren, doch bisher tat ihm die Laterne nicht den Gefallen. Den leuchtenden Kern in dem Glaskasten umgab eine Vibration, die die Luft in Schwingung brachte. Magie hatte begonnen sich zu lösen und wandte ihre Aufmerksamkeit der Umgebung zu. Irgendwann wurde es auch der besten Verzauberung zu langweilig, immer den gleichen Regeln zu folgen. Schon bald würde die Funkenmagie des Kristalls in den Kreislauf der Welt übergehen und nach neuen Abenteuern suchen – eine Sehnsucht, die Jasov nachempfinden konnte. Immer nur zu einem Zweck zu leuchten, das erinnerte ihn schmerzlich an seinen eigenen Job.

Dann endlich: ein Flackern. In ein paar Tagen würde die Magie auf und davon sein und jemand aus Jasovs Kollegium würde die Laterne erneut verzaubern. Er bemerkte das Ziehen eines Schmunzelns auf seinen Lippen. Zwar war er ein ausgebildeter Zauberer und gehörte somit zum Kreis der Magiekundigen, doch würden andere ihn wohl kaum einen Kollegen nennen. Deshalb stand er auch hier, in der Kälte der Nacht vor dem Eingang der Kristallmine, und wartete darauf, dass der Vorarbeiter ihn abholte – und saß nicht etwa in einem gemütlichen Sessel und studierte Zauberformeln. Mehr als das Summen verstimmter Lampen zu bemerken, vollbrachte Jasov nicht, aber das hatte ihm immerhin diese Anstellung eingebracht. Und er brauchte das Geld, wenn er endlich aus dem kleinen Zimmer der Handelskammer in eine eigene Wohnung ziehen wollte.

Nun wieder an seine bevorstehende Aufgabe erinnert, schielte er hinter sich zu der im Dunkeln liegenden Holztür im Felsen. Eingekuschelt in schwarzes, rohes Gestein, wirkte sie unscheinbar und ging inmitten der Fachwerkhäuser links und rechts beinahe unter. Lediglich die metallenen Beschläge funkelten schwach im Licht, was bei Jasov den Eindruck erweckte, dass die Tür zurückstarrte.

Die Stadt Asche war heute seltsam still. Nichts außer Jasovs laufender Nase und dem verstimmten Kristall regte sich. Sollte die Staffel aus Sprengmeistern nicht längst alle Vorbereitungen getroffen haben? Oder stand Jasov etwa vor dem falschen Mineneingang? Sein Herz machte einen merklichen Hüpfer. Er war sich sicher gewesen, dass er hier richtig war, aber vielleicht irrte er sich, denn der Eingang sah aus wie jeder andere. Er befand sich mitten in einem Wohnviertel und die Straßen sahen sich täuschend ähnlich.

Da die Stadt Asche um einen riesigen Berg herum erbaut worden war – es wirkte, als wäre sie hinauf- und hindurchgewachsen –, lag die größte Kristallförderanlage des Kraterlandes im Herzen der Metropole. Sie durchzog den Berg mit ihren Adern wie Ameisen ihr Heim, dementsprechend existierten Hunderte Eingänge und es wäre nicht Jasovs erste Verwechslung gewesen. Zumindest das Siegel an der Tür, die metallene Abbildung eines Kristalls, zeigte ihm, dass der Eingang zu seiner Gilde gehörte, aber das reichte Jasovs auf einmal nicht mehr.

Um sich zu orientieren, sah er erneut auf. Die fernen Türme von Zwielicht wiesen einem stets die Himmelsrichtung. Doch um einen Blick auf die Silhouette vom Schloss werfen zu können, hätte es eines doppelten Vollmonds und einer wolkenklaren Nacht bedurft, so spät war es bereits. Alles, was er sah, war die Spitze einer gigantischen Anlage, die von schwarzen Wolken verschluckt wurde. Sie thronte erhaben über dem Berg und der Stadt, wirkte ferner denn je. Aber Zwielicht war für die meisten ohnehin ein unerreichbarer Ort.

»Der Hort eines Drachen«, flüsterte Jasov ehrfürchtig. Ein leichtes Ziehen in seiner Brust rührte von sofortigem Fernweh her. Das Schloss. Wenn er nur ein klein wenig mehr Können besäße, dann stünde er jetzt nicht hier, sondern vielleicht … Sofort verspannte sich Jasovs Kiefermuskulatur und er schnaubte unzufrieden. Nein, seine verdammte Träumerei über die Kreise der alten Magier hatte ihm lange genug Herzschmerzen bereitet. Das hier, diese morsche Holztür im Stein, das war seine Zukunft.

Jasov stutzte. Aber war es nun die richtige? Er erinnerte sich, weshalb es seinen Blick überhaupt zum Schloss gezogen hatte, und er sah eilig wieder auf. Der Stand des Berges und die Umrisse der größeren Stadtmauern verrieten ihm, dass er sich am rechten Ort befand. Von hier aus konnte er den Vorbau des nahe liegenden Luftschiffhafens erkennen und der Schatten einer der ovalen Flugmaschinen zeichnete sich vor den Lichtern der Stadt ab.

Jasov atmete tief durch. Der Geruch bevorstehenden Regens erfüllte ihn und löste ein wenig seiner Sorgen auf. Er seufzte. Das war so typisch. Er machte sich unnötig verrückt. Wie oft hatte er heute die Taschen seines Mantels abgeklopft, nur um immer wieder das Klimpern des Schlüssels zu hören? Und selbst wenn er sich aussperrte, der Nachtwächter der Gilde besaß Ersatz. Unweigerlich fanden seine Finger in die rechte Manteltasche und fuhren über den gezackten Kamm des Schlüssels. Großartig. Und würde er sich das Ding um den Hals hängen, er würde dennoch die ganze Zeit danach greifen müssen.

Kalte Luft brannte in Jasovs Kehle, als er erneut seine Lunge füllte und für einen Moment den Atem anhielt. Für den heutigen Auftrag brauchte er innere Ruhe. Nichts störte die Kommunikation mit Magie so sehr wie Stress und ausgerechnet heute hing alles an ihm. Die Erschließung einer neuen Kristallader war für die Staffel eine große Sache. Sollte sie erfolgreich sein, sollten sich die Kristalle als tauglich erweisen, würden Jasov und seine Gruppe dort bis ans Ende ihres Lebens gut entlohnt arbeiten können. Sollte er sich jedoch irren und sie gruben umsonst … Dieser Gedanke jagte einen eiskalten Schauer aus Versagensängsten über seinen Rücken. Obendrein fraß sich das Krächzen des verstimmten Kristalls langsam, aber sicher in seine Nerven. Alles um ihn herum summte, knackte und flüsterte. Die Magie unterhielt sich angeregt und Jasov konnte nicht weghören. Dazu kam ein lautes Schaben, wie Holz auf Kopfsteinpflaster.

Jasov fuhr herum und sah gerade noch, wie die Tür geöffnet wurde.

»Hey, Kleiner, wir sind fertig.« Arturs helle Stimme schnitt durch den Lärm der Magie.

»Kleiner«, murmelte Jasov und lächelte dem älteren Mann freundlich zu. Artur war einen halben Kopf kürzer als er und daran änderten auch die gestrafften Schultern nichts. Trotzdem schritt er auf Jasov zu, als gehörte ihm die Mine persönlich.

»Ich habe ein gutes Gefühl«, verkündete er und wies in Richtung Tür. »Die Ader führt tief hinunter. Ich glaube nicht, dass schon viel Magie hineingesickert ist. Die Kristalle machen einen reinen Eindruck.« Auch für Artur stand eine Menge auf dem Spiel. Es wäre seine erste eigene Operation als Staffelleiter, eine große Chance für ihn, aber auch seine ganze Truppe.

Das zufriedene Grinsen konnte Jasov nicht teilen. Aber das war nicht ungewöhnlich, Artur und er waren in vielerlei Hinsicht gegensätzlich. So weiß Jasovs Haut war, so schwarz war die von Artur. So kurz, lockig und blond Jasovs Haar, so lang, glatt und dunkel das des Vorstehers. Jasov sprach einen harschen Akzent, wie im äußeren Ring der Stadt üblich, Artur hatte seine Ausbildung im mittleren Ring absolviert und klang fast schon wie ein Edelmann. Und während sie beide den kleinen, mit Holz verkleideten Vorraum der Mine betraten und auf den Fahrstuhl zusteuerten, rieb sich Artur die Hände, wohingegen Jasov zum hundertsten Mal nervös nach seinem Schlüssel tastete.

»Wie tief?«, wollte Jasov wissen, als sich der alte Aufzug in Gang setzte. Metallene Seile schabten gegen Steinwände und das Holz der Vorrichtung ächzte.

»Mehr als tausend Schritte von der Hauptmine aus.« Artur sah Jasov von der Seite an und seine Grübchen zitterten, so breit grinste er.

Jasov stieß etwas Luft aus. »Das wird eine lange Fahrt.«

»Immerhin fahren wir nicht rauf, das würde noch länger dauern.« Artur schüttelte lachend den Kopf. »Entschuldige, dass ich dich warten ließ. Ich wollte nur sichergehen, dass alles bereit ist.« Seine Augen schienen zu funkeln. »Jasov, diese Ader! Du kannst darin aufrecht stehen«, schwärmte er.

»Groß ist nicht unbedingt gut«, gab Jasov zu bedenken, konnte aber die Freude des Vorstehers damit nicht dämpfen.

»Ach, ich habe ein gutes Gefühl.«

»Magie findet immer leichter in die großen Kammern. Und nicht weit vom Durchbruch haben wir die letzten Jahreszeiten gearbeitet, geschlafen … Wir haben viel Magie in die Mine gebracht.« Die Sorgen, für die ihm seit Tagen kein Kontra einfallen wollte, sprudelten aus Jasov heraus.

Artur schnaubte. »Na und? Die Kristalle dort sind uralt. Selbst wenn schon Magie hineingekrochen ist, bis sie sich in einem Kristall festsetzt, braucht es seine Zeit. Wir bauen einfach zuerst die reinen ab und lassen sie prüfen.«

»Dafür müssen wir trotzdem Maschinen aufbauen. Das kann Wochen dauern.«

»Und wenn es nur für einen Kristall ist, es würde sich lohnen.«

Sofort kroch Jasov die Scham heiß in die Ohren, er hatte nicht so abwertend klingen wollen. »Tut mir leid«, murmelte er hastig. »Ich...


Zimmermann, I. B.
I. B. Zimmermann, geboren 1989, gehörte schon immer zu den Träumenden. Deshalb begann er früh seine eigenen Geschichten zu kreieren – erst in Bildern, dann mit Comics, später mit geschriebenen Kurzgeschichten und letztlich in ganzen Büchern. Damit begeistert er eine große Community auf Twitch und YouTube.Zusätzlich betreibt er als Kritzelpixel einen kreativen Kunstkanal und arbeitet als freiberuflicher Künstler. Bei YUNA erschienen die Spiegel-Bestseller "Zeichnen lernen in 5 Wochen" und "Zeichnen lernen Tag für Tag".



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