E-Book, Deutsch, 284 Seiten
Adam Das waren Adam und die Micky´s
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7481-0433-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Erinnerungen an die hessische Kultband
E-Book, Deutsch, 284 Seiten
ISBN: 978-3-7481-0433-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Dieter Adam, Baujahr 1941, war bis zur seiner Kehlkopf-OP im Jahre 2014 ein bekannter hessischer Musiker, der mit seiner Gruppe "Adam und die Micky's" zahlreiche Schallplatten und CDs bespielt und besungen und mit seinem Lied "Die Runkelroiweroppmaschin" eine Art heimliche hessische Nationalhymne (im volkstümlichen Bereich) geschaffen hat. Mit der Schriftstellerei begann er 1974, als er für das Frankfurter Volkstheater von Mama Hesselbach Liesel Christ das hessische Volksstück mit Musik "Das Herz von Frankfurt" schrieb. Danach über 100 Heftromane, Karnevalsbücher, Kurzgeschichten und etliche Ein- und Mehrakter für die Laienbühne, die aber auch von Profibühnen wie Peter Steiners Theaterstadl gespielt wurden und heute noch im Heimatkanal von Sky laufen. Nachdem er mangels Stimme nicht mehr auf die Bühne kann, arbeitet Dieter Adam alte Manuskripte auf und veröffentlicht sie als "books on demand" in eigener Regie.
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DIE VORGESCHICHTE
Anfang der 60er Jahre spielte ich beim Tanzorchester " Klavier und beglückte den Ostkreis Offenbach mit Tanzmusik. Wie ich zu denen gekommen bin, habe ich an anderer Stelle geschrieben und gehört nicht in die Biografie von .
Ich betone das mit dem deshalb ausdrücklich, weil die verschiedenen Kapellen oder neudeutsch Bands, die es zu dieser Zeit gab, ihre gewissen Gebiete hatten, wo sie überwiegend tätig waren. Abgesprochen war das nicht, aber es hatte sich halt so ergeben.
Das Einzugsgebiet für die war eben hauptsächlich der Osten des Kreises Offenbach, zu dem Orte wie Seligenstadt, Klein Welzheim, Froschhausen, Mainflingen, Zellhausen bis hin nach Klein Auheim gehörten. Für die daran angrenzenden Gebiete waren dann die , die , die oder die zuständig. Wobei nicht ganz auszuschließen war, dass eine Band auch mal im Gebiet einer anderen auftrat, wo sie es dann allerdings nicht ganz leicht hatte, die Anhänger der eigentlich hier zuständigen Kapelle von ihrer Musik zu überzeugen. Es kam dann auch mal zu Schlägereien zwischen den Fans der verschiedenen Bands. Obwohl: Schlägereien gab es hin und wieder auch zwischen Anhängern derselben Band. ! Besonders, wenn das letzte Bier den ohnehin nur spärlich vorhandenen Verstand endgültig umnebelt hatte!
Während die vom Programm her damals fast das gleiche Repertoire wie die bot, hörte man von der und den dass die vom Sound her wesentlich moderner wären als wir. Die würden mit Gitarren, Bassgitarre und vor allen Dingen mit Gesangsverstärkern und Echoanlage arbeiten und damit die Jugend begeistern. Also beschloss man bei der in dieser Hinsicht auch etwas zu unternehmen.
Ich hatte neben der in Hanau immer noch eine andere kleine Band gehabt, die sich nannte. Wir spielten nicht oft, aber wenn, dann so eine Art Rock´n´Roll bei Veranstaltungen der katholischen Jugend umliegender Ortschaften wie Großauheim und Steinheim, bei verschiedenen Ruderclubs und was weiß ich, wo noch. Neuerdings gehörte jetzt auch mein Freund Otto Disser, der Schlagzeuger der dazu sowie ein junger Gitarrist namens Gerd Essich, der sogar schon einen eigenen Ver-stärker für sein Instrument hatte, eigentlich noch viel zu jung für öffentliche Tanzveranstaltungen war und immer von seinem Vater gebracht und wieder abgeholt werden musste.
Diesen Gitarristen holten wir nun auch zur damit diese moderner wurde. Unser Posaunist Egon lernte zusätzlich noch den Elektrobass zupfen (, und außerdem kaufte man eine neue Gesangsanlage mit Lautsprechern und Echo-Hallgerät von Dynacord. Von da an fuhr die dann praktisch zweigleisig: Zum einen spielte man nach wie vor die alten Bigband-Arrangements, zum anderen in kleiner Besetzung die modernen Sachen, bei denen beim Rock´n´Roll auch noch das Tenorsaxophon von Roland meisterlich heiser getrötet, eingriff. Die übrigen bedienten derweil unterschiedliche Rassel- und Schüttelgeräte. Der oder den ebenbürtig wurde die dadurch aber nie. Zumindest in dieser Anfangszeit nicht. Später, als ich längst nicht mehr dabei war, sollen sie besser geworden sein. Persönlich gehört habe ich sie dann allerdings nie.
Im Spätsommer 1963 erzählte mir mein Freund Horst Schlett, ein Musiker aus Zellhausen, dass die dringend einen neuen Pianisten suchten und - so hätte man ihm gesagt - an mir interessiert wären. Das hörte sich verdammt gut an, weil die wie ich schon angedeutet habe, damals so ziemlich die gefragteste Band der ganzen Region war. Man hörte von Gagen, die sie bekamen, von denen die anderen Kapellen nur träumen konnten.
Nun bin ich aber kein Mensch, der anderen Menschen, denen er sich verpflichtet fühlt, Hals über Kopf vor den Koffer scheißt und sie Knall auf Fall in Stich lässt. Mein dies betreffendes Problem war mein Engagement bei der Trotzdem muss ich mich irgendwie hinterfotzig benommen und meinen Rausschmiss praktisch provoziert haben, weil mich am 18. November 1963 ein von Lothar Seebacher geschriebener Brief meiner Kapelle erreichte. Ich gebe ihn mit allen Fehlern wieder:
Das war also das Ende meiner Karriere bei der Kapelle und der Start einer neuen bei den die zu dieser Zeit die Jugend in Scharen in die Bürgerhäuser und Turnhallen lockten. Jetzt wurde nicht mehr nach gedruckten Noten gespielt, sondern nach selbst von Schallplatten abgehörten Harmonien und möglichst nah am Original.
Auch die Besetzung war ganz anders als bei 2 Gitarren, 1 Bass, 2 Saxophone, Klavier und Schlagzeug. Alle konnten singen und taten das auch bei den entsprechenden Liedern einzeln oder mehrstimmig oder als Chor zum Gesang eines Solisten. Es machte einfach Spaß, mit den zu musizieren, und es waren auch alle recht patente Jungs, mit denen man gut auskommen konnte.
Was nicht so viel Spaß machte, waren gewisse Fans unserer Band, die man nannte, obwohl nicht alle aus dem Offenbacher Stadtteil Bieber stammten. Mein späterer Schwager Karlheinz gehörte auch dazu - und der kam aus Jügesheim.
Diese provozierten, egal, wo wir spielten, grundsätzlich Streit mit anderen Anwesenden, und dann rummste es gewaltig. Ich denke sogar, dass sie nicht unerheblich daran schuld waren, dass es mit den irgendwann in nicht so ferner Zukunft zu Ende ging. Auch wenn da noch ganz andere Gründe eine entscheidende Rolle spielten.
Ganz schlimm war es mal in Seligenstadt, wo wir zum ersten Mal für den engagiert waren, der sonst gar nicht zum Einzugsgebiet der gehörte. Deren Einzugsgebiet war mehr in Richtung Hausen, Obertshausen, OF-Bieber, Dietzenbach u.s.w. Jetzt aber halt auch mal der Und unsere streitsüchtigen Fans waren natürlich auch da. Und machten ihrem Namen alle Ehre. Ich weiß nicht mehr, wie lange es dauerte, bis der zum Schlachtfeld wurde. Der Riesen-Wirt, der schlichten wollte, mittendrin. Dem zogen sie einen Stuhl über den Kopf, so dass er blutüberströmt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Polizei löste bald darauf die Veranstaltung auf. Wir wurden nie mehr in Seligenstadt engagiert.
Eine gewisse Genugtuung bereitete es mir einmal in Niederroden bei den der SG Niederroden Das war so ziemlich zum Ende der hin, die hier schon öfters gespielt hatten. Natürlich wussten die , was zu erwarten war, wenn wir hier auftraten. Und sie hatten Vorsorge getroffen:
Als unsere ihre übliche Schlägerei begannen, ertönte ein Pfiff, und dann strömten aus allen Ecken alte und junge Fußballer herbei und vermöbelten unsere Fans gemäß dem Motto nach Strich und Faden. Diesmal mussten einige von denen ins...




