Aigner | The Heartless Descendant | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 202 Seiten

Aigner The Heartless Descendant


4. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8190-2910-3
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 202 Seiten

ISBN: 978-3-8190-2910-3
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Was geschieht, wenn Liebe über die weltliche Sicht und jede bisher gemachte Erfahrung hinausgeht? Kannst du diese unsichtbare Bindung begreifen, die man nicht sehen aber bis ins tiefste Innere spüren kann? Bist du bereit für tiefe Sehnsucht und einen Einblick ins Übernatürliche? Wahre Liebe ist das reinste Geschenk des Lebens, das von nichts auf der Welt aufgewogen werden kann. Halte an deiner Liebe fest, denn sie ist das Licht in der Dunkelheit.

Schon in der Jugend habe ich gerne Kurzgeschichten geschrieben und viele Bücher gelesen, die meine eigene Fantasie beflügelten. 2020 begann ich schließlich, größere Geschichten zu verfassen und hegte stets den Traum, eines Tages mal ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Die Liebe zu Geschichten belebt stets meine Kreativät und ist für mich perfekt, um vom Alltag abzuschalten und mich in fantastische Welten zu flüchten, in welchen ich voll und ganz aufgehe.
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Kapitel 1


Der Regen prasselte in schweren Tropfen gegen die Fensterscheiben des kleinen Cafés, das an einer verlassenen Straßenecke lag. Das Licht der Straßenlaternen flackerte und spiegelte sich in den Pfützen, während der Abend sich in eine undurchdringliche Dunkelheit hüllte. Fergus saß allein an einem Tisch in der Ecke, die Hände um eine Tasse schwarzen Kaffee geschlossen, die längst kalt geworden war.

Sein dunkles, langes Haar war sorgfältig gestylt. Die kurzen Seiten gaben den Blick auf ein markantes Gesicht frei, mit scharf geschnittenen Wangenknochen, einer geraden Nase und einem Kinn, das von einer leichten Schattenlinie geziert wurde. Doch es waren seine Augen, die auffielen. Sie glühten wie flüssiger Bernstein. Ein Farbton, der in der Dunkelheit zu leuchten schien. Ein Blick aus diesen Augen genügte, um die meisten Menschen nervös zu machen, auch wenn sie nie genau wussten, warum. Fergus war es gewohnt, dass sie sich abwandten, dass sie ihn nur als einen Fremden sahen, der zu perfekt, zu anders wirkte, um wirklich hierher zu gehören.

Er beobachtete die Menschen, die draußen durch den Regen eilten, ihre Köpfe gesenkt, ihre Schritte hastig. Sie schienen so voller Leben und doch vollkommen blind für alles um sie herum. Fergus verstand sie nicht. Diese ständige Hast, die Suche nach etwas, das die Menschen nie fanden. Er hatte Jahrhunderte damit verbracht, sie zu studieren, doch er war ihnen nie nähergekommen. Ihre Welt war nicht die seine. Er fühlte sich wie ein Schatten in einer Realität, die ihn niemals ganz aufnehmen würde.

Doch heute war etwas anders.

Er spürte es, bevor er es sah. Eine Präsenz, die sich wie ein leises Flüstern durch die Luft zog. Ein schwaches Zittern, das sich in seinem Inneren ausbreitete, wo seit Jahrhunderten nichts war. Es wirkte, als hielte die Dunkelheit selbst den Atem an.

Die Tür des Cafés öffnete sich mit einem leisen Klingeln und sie trat ein.

Eine junge Frau, kaum älter als Mitte zwanzig, mit heller Haut und müden Augen. Sie war blond. Ihr Haar hing in nassen Strähnen an ihrem Gesicht herab, doch es verlor nichts von seinem goldenen Glanz. Ihre Haut war bleich, fast durchsichtig, und betonte die zarte Struktur ihrer Wangenknochen und das helle Blau ihrer Augen, das einen starken Kontrast zu ihrem kränklichen Teint bildete. Ihre Lippen waren voll, aber nahezu ohne Farbe, wie ein dunkles Rot, das mit der Zeit verblasst war. Trotz ihrer offensichtlichen Schwäche, den trägen Bewegungen und dem leichten Zittern ihrer Hände, war sie wunderschön. Eine Schönheit, die Fergus für einen Moment innehalten ließ.

Doch es war nicht ihr Aussehen, das ihn wirklich fesselte. Es war ihre Seele. Fergus fühlte die merkwürdige Energie, die sie ausstrahlte. Schwach, flackernd wie eine Kerze im Wind, und doch unverkennbar besonders. Ihre Seele schien halb im Jenseits zu sein, halb noch an diese Welt gebunden.

Die junge Frau trug einen dicken grauen Mantel, der jedoch nicht ihre Statur verbarg, die schmal und zerbrechlich wirkte. Ihr Körper war zierlich, fast zu leicht für die Welt. Und dennoch ging sie mit einem merkwürdigen Anflug von Würde, als weigerte sie sich, sich ihrer Krankheit zu beugen.

Fergus wusste sofort, was es war. Auf ihr lag der Schatten eines sterbenden Herzens. Sie litt an einer schweren Krankheit, vermutlich einer seltenen Form von Herzinsuffizienz. Ihr Körper war beinahe am Ende, aber ihre Seele... Ihre Seele brannte wie ein Stern. Etwas zu trüb und trotzdem unendlich faszinierend.

Seine Augen folgten ihr, wie sie sich vorsichtig umsah, als ob sie etwas suchte, das sie nicht benennen konnte. Dann fiel ihr Blick direkt auf ihn.

Sie hielt inne und für einen Moment schien sie die Luft anzuhalten. Ihre blauen Augen musterten ihn, verweilten auf seinen Bernsteinaugen, als versuchte sie, den Mann vor sich zu entschlüsseln. Fergus konnte die Faszination spüren, die von ihr ausging, aber auch die Unsicherheit. Sie wusste nicht, wer oder was er war, doch seine Präsenz ließ sie nicht los.

»Du bist... anders«, sagte sie schließlich. Ihre zarte Stimme so leise, als hätte sie gar nicht bemerkt, laut zu sprechen.

Er hob eine Augenbraue. »Anders?« Seine Stimme war tief und hatte einen leichten Unterton, der wie ein verborgenes Grollen klang.

Sie senkte den Blick, als ob sie plötzlich verlegen wäre. »Entschuldige. Ich meine... Du siehst nicht aus, als würdest du hierher gehören. Du wirkst...« Sie hielt inne und suchte nach Worten. »Unwirklich.«

Ein schwaches Lächeln spielte um Fergus’ Lippen. Unwirklich. Es war nicht das erste Mal, dass er so beschrieben wurde. Doch diesmal klang es anders. Es war keine bloße Beobachtung, sondern eine Art Bewunderung, die sich in ihren Worten verbarg.

»Vielleicht gehöre ich das auch nicht«, antwortete er gelassen, seine Stimme ein geheimnisvolles Flüstern.

Sie setzte sich langsam auf einen Stuhl in seiner Nähe, die Finger um das dunkle Holz der Lehne geklammert. Trotz ihrer Schwäche, zwang sie sich, ihn anzusehen. »Was machst du hier? In einer Stadt wie dieser?«

»Ich warte«, erklärte Fergus und lehnte sich zurück, seine Augen suchten erneut die ihren.

»Worauf?«

Er hielt inne. »Vielleicht auf dich.«

Die junge Frau schien von seiner Antwort überrascht. Für einen Moment suchte sie nach Worten, aber ihr Blick blieb an ihm haften, als versuchte sie den Schleier, der ihn umgab, zu durchdringen. Sie zog ihren nassen Mantel enger um die Schultern und ließ sich schließlich ganz auf den Stuhl sinken, der sich schräg gegenüber von Fergus befand.

»Auf mich?« Ihre Stimme war mehr ein Hauch als ein Ton, doch die Neugier in ihren tiefblauen Augen war nicht zu übersehen.

Fergus beobachtete sie schweigend. Er spürte, wie seine Anwesenheit wie ein Magnet auf sie wirkte. Es war nichts Neues, dass man so auf ihn reagierte. Und doch fühlte es sich diesmal anders an. Normalerweise war es Furcht, die die Menschen fesselte. Ein instinktives Unbehagen, das sie packte. Doch diese Menschenfrau hatte ganz offensichtlich keine Angst.

»Vielleicht«, antwortete er gelassen und ließ die Andeutung absichtlich vage. Er nahm einen Schluck von seinem kalten Kaffee, als wäre das Gespräch nichts weiter als eine beiläufige Unterhaltung. Doch seine gelben Augen blieben unablässig an ihr haften.

Sie runzelte die Stirn, ihre Neugier wuchs mit jedem seiner Worte, die mehr Fragen aufwarfen, als sie beantworteten. »Das ist kein richtiger Grund. Niemand kommt in dieses Café, um zu... warten.« Sie machte eine Geste in Richtung des fast leeren Raumes, in dem nur eine ältere Kellnerin gelangweilt über ihr Handy wischte. »Was also machst du hier?«

Ein Lächeln huschte über seine Lippen, schmal, kaum sichtbar, doch es ließ seine Augen für einen Moment aufblitzen. »Ich könnte dich dasselbe fragen«, erwiderte er ruhig.

Sie zögerte, bevor sie sich etwas aufrechter setzte. Trotz ihrer Gebrechlichkeit schien sie nicht gewillt, sich einschüchtern zu lassen. »Ich... brauchte einen Moment Ruhe«, gestand sie schließlich. »Einen Ort, an dem ich einfach atmen kann.« Sie sprach die letzten Worte mit einer Melancholie aus, die Fergus zaudern ließ.

»Und das ist schwer für dich.« Es war keine Frage.

Ihre Augen weiteten sich leicht, perplex von seiner Treffsicherheit. »Ja«, murmelte sie. »Aber wie kommst du darauf?«

»Na ja, man sieht es dir an.« Fergus sprach die Wahrheit, aber nicht die ganze. Er hatte die Schatten unter ihren Augen, den blassen Teint und die Art, wie sie ihre Schultern hielt, sofort bemerkt. Doch was es wirklich verriet, war ihre Seele. Ein schwaches, aber unerschütterliches Licht, das gegen die Dunkelheit ankämpfte, die sich um sie legte.

»Du bist ziemlich gut darin, Menschen zu lesen«, bemerkte sie und ein müdes Lächeln umspielte ihre Lippen.

»Menschen zu lesen«, wiederholte er mit einem Anflug von Ironie in der Stimme. »Das ist... quasi mein Job.«

»Dein Job?« Ihre Stirn legte sich in Falten. »Du bist also hier, um zu arbeiten?«

»Gewissermaßen.« Fergus verschränkte die Arme vor der Brust. Er hatte nicht vor, ihr mehr zu verraten, als sie ohnehin schon vermuten konnte. »Ich arbeite... mit Menschen. Ich beobachte sie. Beurteile sie.«

Ihre Augen glitten über sein Gesicht und Fergus konnte förmlich sehen, wie sie versuchte, die Lücken in seiner Antwort zu füllen. »Das klingt... ungewöhnlich. Was bist du? Ein Psychologe? Ein Ermittler?«

Ein leises Lachen entkam ihm, trocken und ohne echte Freude. Es war eine naive menschliche Schlussfolgerung von ihr. »Etwas in der Art.«

»Du bist merkwürdig, weißt du das?« Sie schüttelte ungläubig den Kopf, doch ihr Lächeln blieb bestehen. »Aber irgendwie gefällt mir das.«

Fergus musterte sie für einen langen Moment, ließ die Worte in der Luft hängen. Merkwürdig. Das hatte noch nie jemand mit einem derartigen Hauch von Zuneigung zu ihm gesagt.

»Die meisten Menschen halten sich normalerweise fern von Dingen, die ihnen merkwürdig erscheinen«, erklärte er. »Du anscheinend nicht.«

Die junge Frau hob leicht die Schultern. »Vielleicht, weil ich selbst ein bisschen merkwürdig bin.»

Er sagte nichts darauf, doch er konnte nicht anders, als ihre Worte in sich aufzunehmen. Sie war besonders, das hatte er sofort erkannt. Und während die Menschen, die er üblicherweise traf, in Furcht oder Ignoranz lebten, war sie bereit, ihn anzusehen, wirklich anzusehen.

»Also?«, fragte sie daraufhin, ihre Stimme etwas fester. »Wenn du mich beobachtest, was siehst du?«

Ein Gedanke huschte durch Fergus’ Geist. Er könnte ihr die...



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