E-Book, Deutsch, Band 3, 480 Seiten
Reihe: Die Dirty Air-Reihe
Asher Wrecked
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-641-32858-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman - Spicy Formel-1-Romance der SPIEGEL-Bestsellerautorin -
E-Book, Deutsch, Band 3, 480 Seiten
Reihe: Die Dirty Air-Reihe
ISBN: 978-3-641-32858-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Elena Gonzalez braucht dringend Geld. Ein Job als PR-Agentin bei einem Formel-1-Team ist die Lösung. Während der neuen Saison soll Elena das angeknackste Image des ebenso launischen wie attraktiven britischen Rennfahrers Jax Kingston wiederherstellen. Das Problem: Jax ist süchtig. Süchtig nach Tabletten, Alkohol, Adrenalin. Und seit er Elena kennt, hat er eine neue Sucht, gegen die er mit allen Mitteln ankämpft: sie. Wie soll sie ihren Job erledigen, wenn er sie immer wieder boykottiert – und im nächsten Moment heftig mit ihr flirtet? Aufgeben ist für Elena keine Option, doch je näher sie Jax kommt, desto mehr überschreitet sie ihre Grenzen. Und desto stärker werden ihre Gefühle für ihn. Kann sie ihn wieder auf die richtige Spur führen, oder wird sie mit ihm aus der Kurve fliegen?
Lauren Asher hat eine überbordende Fantasie und verbringt ihre Freizeit mit Lesen und Schreiben. Ihr Traum ist es, an all die Orte zu reisen, über die sie schreibt. Sie genießt es, Figuren mit Ecken und Kanten zu erschaffen, die man einfach lieben muss. Wenn sie nicht gerade schreibt, durchforstet Lauren YouTube, schaut alte Episoden von »Parks & Recreation« und sucht nach neuen Restaurants auf Yelp. Sie arbeitet am liebsten direkt nach ihrem Morgenkaffee und würde nie ein Nickerchen verweigern.
Weitere Infos & Material
PROLOG
Elena
DREIZEHN JAHRE ZUVOR
Wenn du in fünf Minuten nicht fertig bist, gibt’s keine Geschichte mehr. Du bist jetzt vielleicht zwölf, aber ins Bett geht es trotzdem immer noch um acht.« Die Stimme meines Vaters dröhnt durch unser Haus.
Also renne ich ins Bad, denn ich habe eine Mission. Ich muss mich so schnell wie möglich fürs Bett fertig machen, weil ich heute viel zu lange für die Hausaufgaben gebraucht habe. Nachdem ich mir die Zähne geputzt habe, flechte ich meine welligen Haare hastig zu einem Zopf und tausche meine Kontaktlinsen gegen eine Brille.
Dreißig Sekunden vor Ablauf der Zeit schaffe ich es ins Bett und lande schwungvoll auf der weichen Matratze. Die Schritte meines Vaters hallen den Flur entlang, dann steckt er den Kopf durch die Tür. Ich grinse breit, kreuze die Beine und verschränke die Hände.
schiebt die Tür weiter auf und sieht mich mit seinen braunen Augen eindringlich an. »Hast du auch die Zahnseide nicht vergessen? Soll ich mal lieber nachsehen?«
Ich schüttle den Kopf und unterdrücke ein Kichern.
»Nicht dass wir noch dein Sparschwein plündern müssen, damit wir genug Geld für den Zahnarzt haben.«
»Morgen, versprochen. Ich will unbedingt noch mit dir lesen, und die Hausaufgaben haben ewig gedauert. Warum kann ich nicht mit meinen Freundinnen zur Schule gehen? Die sind immer nach einer Stunde durch.«
Seit mein Vater vor ein paar Jahren Botschafter für Mexiko wurde, hat sich unser Leben verändert. Ich wurde an einer Privatschule angemeldet, wir sind in eine bessere Gegend gezogen und haben jetzt genug Geld, um auch mal zu verreisen. bleibt zu Hause, während zwischen hier und den USA hin- und herreist und wichtige Dinge für die Regierung erledigt.
»Weil du mir eines Tages danken wirst, dass ich dich gezwungen habe, auf eine amerikanische Schule zu gehen. All die Stunden, die ich damit verbringe, schlechte Menschen hinter Gitter zu bringen und Mexiko zu einem besseren Land zu machen, zahlen sich endlich aus.«
»Aber ich muss da den ganzen Tag Englisch sprechen«, jammere ich.
Er tippt mir auf die krausgezogene Nase. »Und was du jetzt für eine tolle Aussprache hast! Ich bin froh, dass die Gebühren es offenbar wert sind. Und ich freue mich auf den Tag, an dem du bei deiner Abschlussfeier an einer amerikanischen Uni auf die Bühne gerufen wirst.«
Dann setzt er sich neben mich, und mein Bett gibt unter seinem Gewicht nach. Er schlägt das nächste Kapitel von auf, aus dem er mir immer vorliest. Mit seiner Position geht eine Menge Verantwortung einher, was leider oft dazu führt, dass er unser Abendritual verpasst.
»Bereit?« Mein Vater zeigt mir die erste Seite des Kapitels.
»Jaaa!«
»Du weißt ja, wie es läuft.« Liebevoll streicht er mir eine lose Strähne aus dem Gesicht, die sich aus meinem Zopf gestohlen hat.
Ich kämpfe gegen den Drang an, die Augen zu verdrehen. »Jaha. Du fängst an, ich lese zu Ende. Yay. Na, los jetzt!«, sage ich und mache kleine Kreise mit dem Zeigefinger, um ihm zu bedeuten.
Mit seiner rauen Stimme fängt er genau da an, wo wir vor zwei Wochen aufgehört haben. Ich kuschle mich in meine Rüschenkissen, lausche auf jedes Wort, bin ganz gefesselt davon, wie Katniss das Füllhorn überlebt.
Nach der Hälfte des Kapitels reicht er mir das Buch. Während ich lese, korrigiert mein Vater mich immer wieder, mein Akzent wird stärker, je aufgeregter ich werde. Das Kapitel fliegt nur so dahin, und ich lechze nach mehr, als es mit einem Cliffhanger endet.
»Ein Kapitel noch? « Ich klimpere mit meinen dunklen Wimpern. Sie sind so lang, dass sie meine Brillengläser streifen. Was ziemlich nervig ist, weshalb ich diese Unannehmlichkeit meistens mit Kontaktlinsen umgehe.
Er schüttelt den Kopf. »Ich wünschte, ich könnte, . Aber ich soll noch mit dem Abwasch helfen, bevor wir ins Bett gehen.«
Ich klammere mich an ihn, ziehe alle Asse aus dem Ärmel. »Aber du warst weg, du schuldest mir mindestens zehn Kapitel.«
Er kichert und drückt mich an sich. »Morgen lesen wir drei Kapitel, das ist mein letztes Angebot.«
Ganz betrübt löse ich mich von ihm und verschränke die Arme vor der Brust. »Na schön. Wenn es nicht anders geht.« Ich wedle mit der Hand und lasse mich dramatisch seufzend in meine Kissen fallen.
»Ich wusste, dass dir die neue Schule guttun würde. Sieh dich nur an, du bist ja bereits eine richtige kleine Lady. Und du liest schon viel flüssiger. Ich bin so stolz auf dich.« Mein Vater gibt mir einen sanften Kuss auf die Stirn und schließt die Tür hinter sich.
Ich knipse meine Lampe aus. Dann mache ich die Augen zu, doch in Gedanken bin ich noch bei dem Buch und dem Ende des Kapitels. Vor lauter Neugier, wie es wohl weitergeht, kann ich nicht einschlafen, also nehme ich die kleine Taschenlampe aus der Nachttischschublade, die ich dort für ebensolche Abende aufbewahre.
Ich greife nach dem Buch und schlüpfe in meinen Schrank. Würden meine Eltern mich an einem normalen Schultag so spät noch beim Lesen erwischen, dürfte ich mir aber etwas anhören. Um uns das allen zu ersparen, verstecke ich mich am gewohnten Platz hinter meinen Klamotten und ein paar Pappkartons. Das Licht meiner Taschenlampe vertreibt die Schatten, und ich schlage das nächste Kapitel auf.
Mein Finger führt mich von Wort zu Wort, während ich weiter Lesen übe. Katniss flieht vor den anderen, um nicht getötet zu werden. Sie ist so mutig und cool.
Plötzlich dringt ein Schrei von irgendwo unten an meine Ohren. Das muss meine Mutter gewesen sein. Ich bekomme eine Gänsehaut, so unheimlich klang es. Kurz darauf lässt mich die laute Stimme meines Vaters aufschrecken, das Buch entgleitet meinen zittrigen Fingern und fällt mit einem lauten Plumps zu Boden.
Ich halte den Atem an und versuche zu begreifen, was ich da gerade gehört habe. Glas zersplittert, und beim fernen Bitten meiner Mutter werde ich panisch. Mein Herz klopft schneller, als mein Vater von Englisch zu Spanisch wechselt und um Gnade fleht. Fremde Stimmen antworten laut, und dann geht wieder etwas zu Bruch.
hat mich gewarnt, dass so etwas passieren könnte. Er hat mir eingeschärft, in diesem Fall in meinem Zimmer zu bleiben und zu warten, bis er oder mich holen.
Wieder schreit meine Mutter, und mir stockt der Atem. Wie festgeklebt bleibe ich auf dem Schrankboden hocken, meine Finger umklammern fest die Taschenlampe.
Die laute, bettelnde Stimme meines Vaters dringt durch die geschlossene Tür meines Schlafzimmers. Ich bebe am ganzen Körper.
Dann ertönt ein furchtbar lauter Knall, als hätte unten jemand eine Rakete abgefeuert. Mein Vater ruft nicht mehr, und meine Mutter kreischt gequält auf.
Mit zitternden Fingern schalte ich die Taschenlampe aus. Das Klicken klingt viel zu laut und durchdringt die Stille, doch jetzt bin ich in schützende Dunkelheit gehüllt. Es knallt noch ein paarmal, und daraufhin verklingt auch das Schreien meiner Mutter. Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken.
Meine Augen füllen sich mit Tränen, ich ringe nach Atem, und über das Rauschen des Bluts in meinen Ohren kann ich nicht mehr richtig hören. Tief in meinem Innern weiß ich, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, denn meine Eltern sind verstummt. Ich schüttle den Kopf, als könnte ich so die Sorge daraus vertreiben. Der Gedanke daran, dass ihnen etwas Schlimmes passiert sein könnte, ist zu viel für mich.
Als meine Schlafzimmertür sich knarzend öffnet, ziehe ich scharf die Luft ein.
Durch die geschlossene Schranktür höre ich gedämpfte Schritte. Also mache ich mich so klein wie möglich und drücke mich in die hinterste Ecke hinter den Kisten und herabhängenden Kleidern.
Ich bin nicht wie Katniss Everdeen. Feige, wie ich bin, verstecke ich mich, zu einem Häufchen Elend zusammengerollt. Die Schranktüren öffnen sich, und bei dem Geräusch kriecht mir Säure die Kehle hinauf. Ich wage es nicht einmal, zu schlucken, aus Angst, der Fremde könnte mich hören.
Ein paar Kleiderbügel klappern, und meine Schuhe werden hin und her geschoben. Ich kämpfe gegen den Drang an, nach Luft zu schnappen. Dann stößt etwas gegen den Karton direkt vor mir. So schnell, wie der Unbekannte gekommen ist, schließt er auch wieder die Tür.
»Seine Tochter ist nicht hier. Vielleicht übernachtet sie ja bei Verwandten? Oder sollen wir in den anderen Zimmern nachsehen?«
Ich drücke mir die Hand auf den Mund, damit mir auch ja kein Laut entweicht. Tränen benetzen meine Finger, doch ich bleibe mucksmäuschenstill.
» Wir haben’s erledigt. wird stolz auf uns sein und uns bestimmt befördern. Eduardo geht ihm schon seit Jahren auf die Nerven.«
Mit aller Kraft zwinge ich mich dazu, mich nicht zu übergeben, um mich nicht zu verraten. Katniss würde nicht weinen. Sie wäre aus diesem Schrank marschiert und hätte etwas getan. Irgendetwas.
Aber ich bin ein jämmerlicher Feigling und schaffe es gerade so, leise zu atmen und mich nicht zu übergeben.
Irgendwo unten knallt eine Tür zu.
Mami papi
Minuten verstreichen,...




