Ashley | Spion des Herzens | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

Ashley Spion des Herzens


1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86349-973-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 5, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

ISBN: 978-3-86349-973-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Herzklopfen verspürt die entzückende Verity, als sie auf einem Ball in London unerwartet Brinley Carter wiedersieht. Den Mann, der sie als junges Mädchen so brüsk zurückwies - und den sie trotz allem immer noch heimlich liebt. Doch plötzlich scheint der elegante Brinley von ihrem Liebreiz hingerissen und lädt sie ein auf seinen Landsitz. Dort hält er - der künftige Viscount Dartwood - überraschend um ihre Hand an. Nur zu gern würde Verity seinen Antrag annehmen - wenn sie nur nicht ausgerechnet jetzt einen entsetzlichen Verdacht hätte: Ist ihr geliebter Brinley womöglich ein Verräter, der ein doppeltes Spiel mit ihr treibt?



Die Engländerin schreibt historical romances und entspannt sich gerne in ihrem Garten. Diesen hat sie bereits öfter zugunsten des Fondes der Kirche in ihrem Dorf der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
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1. KAPITEL

Zweifellos war es der Wunsch der meisten jungen Ladys in heiratsfähigem Alter, zumindest eine gesellschaftliche Saison in London zu erleben. Jede hoffte, am Ende dieser immens kostspieligen Zeit ihre ehrgeizigen Verwandten zufriedenzustellen, indem sie einen passenden und vorteilhaften Ehepartner gefunden hatte.

Verity, die durch das Kutschenfenster ohne großes Interesse die vorüberfliegende Landschaft von Kent betrachtete, fragte sich, warum sie selbst in die Hauptstadt fuhr. Sie hatte nicht das Verlangen, sich unter die oberen Zehntausend zu mischen, geschweige denn ein Mitglied des ton zu heiraten. Die Vorstellung, eine pflichtbewusste Ehefrau zu werden, die sich den Launen eines hochwohlgeborenen Gentleman unterordnete, hatte nichts Verlockendes für sie. Warum, um alles in der Welt, hatte sie sich zu einer Saison in London überreden lassen?

Bei einem Blick auf die rundliche Frau mittleren Alters, die ihr gegenüber zufrieden ein Schläfchen hielt, musste sie unwillkürlich lächeln. Niemand, der die verwitwete Lady Clara Billington nicht genau kannte, wäre auf die Idee verfallen, dass sich hinter ihrem etwas trägen Wesen ein messerscharfer Verstand verbarg, mit dem sie die Menschen auf eine Art manipulierte, die mancher Stratege bewundert hätte.

Als die gut gefederte Kutsche plötzlich schwankte, wachte ihre Tante auf. „Gütiger Himmel!“, rief sie und rückte ihren modischen Hut zurecht. „Diese Straße wird immer schlechter. Erinnere mich daran, dass ich mit meinem Bruder Charles darüber ein ernstes Wort rede, Verity. Hier muss etwas getan werden.“ Nachdem Lady Billington auch die Falten ihres maronenfarbenen Reisekleides geordnet hatte und den Kopf hob, entdeckte sie, dass ihre Nichte sie seltsam forschend anblickte. „Was ist los, Liebes?“, erkundigte sie sich. „Du siehst mich an, als wäre ich eine Fremde.“

„Allmählich frage ich mich, wie gut ich dich wirklich kenne, Tante Clara“, erwiderte Verity. „Seit ich das Internat verlassen habe, planst du, mich für eine Saison nach London zu bringen. Wie hast du es nur geschafft, dass ich letztendlich eingewilligt habe?“

Lady Billington lächelte sie unschuldig an, dann wandte sie resolut den Kopf ab und schaute aus dem Fenster.

Ihre junge Nichte hatte nur teilweise recht. Fast von dem Tag an, an dem ihr Bruder gestorben war, hatte Lady Billington davon geträumt, seiner einzigen Tochter wenigstens eine Saison in London zu ermöglichen. Da ihr eigene Kinder versagt geblieben waren, hatte sie lebhaften Anteil am Heranwachsen ihrer Nichten und Neffen genommen, wobei Verity sehr schnell ihr Liebling geworden war. Als Veritys Mutter das Haus in Hampshire verkauft hatte und in ihre Heimat Yorkshire zurückgekehrt war, um ihrem unverheirateten älteren Bruder Lucius Redmond den Haushalt zu führen, hatte Lady Billington den Kontakt mit ihrer Schwägerin und Nichte aufrechterhalten und sie zumindest einmal im Jahr besucht.

Nach dem unerwarteten Tod von Veritys Mutter war Lady Billington ein wenig verletzt gewesen, dass Lucius zu Veritys alleinigem Vormund bestellt worden war.

Da Mr. Redmond Junggeselle war, hatte er sich jedoch Lady Billingtons wohlmeinendem Rat gebeugt und Verity auf ein ausgezeichnetes Internat in Bath geschickt.

Als Verity mit sechzehn die Schule verlassen hatte, war der Wildfang von einst zu einer atemberaubend hübschen jungen Dame erblüht. Sie hatte nicht nur eine exquisite Figur und zarte, klare Züge, sondern auch außergewöhnliche tiefblaue Augen, die durch eine Fülle blauschwarzer Locken noch vorteilhafter zur Geltung kamen. Leider schien sie den Gaben gegenüber, mit denen die Natur sie so reichlich ausgestattet hatte, blind zu sein. Abgesehen von gelegentlichen Besuchen bei ihrer Tante in Kent blieb sie in Yorkshire und half ihrem Onkel Lucius in seinem erfolgreichen Zeitungsverlag.

„Deine harmlose Miene täuscht mich keine Minute, Tante Clara“, brach Verity das Schweigen. „Du bist eine schlaue Person und weißt genau, dass ich nicht hier sitzen würde, wenn du nicht gedroht hättest, mir keine von den pikanten Informationen mehr zukommen zu lassen, die für mich unschätzbar sind.“

„Du bist ungerecht, mein Kind“, beschwerte Lady Billington sich gekränkt. „Ich habe dir lediglich geschrieben, dass in London nichts Erwähnenswertes los sei, weil sich nach der Flucht dieses schrecklichen korsischen Emporkömmlings die Hälfte der männlichen Mitglieder des ton auf dem Kontinent befindet. Ich war der Ansicht, du solltest mich in die Hauptstadt begleiten, weil wir gemeinsam vielleicht genügend Informationen sammeln können, aus denen du einen amüsanten kleinen Bericht verfassen kannst.“

Verity war zwar nicht überzeugt, zog es indes vor, dieses Thema nicht weiterzuverfolgen. Sie war sich bewusst, dass sie ohne die Hilfe der Tante nicht imstande gewesen wäre, ihre Artikel für die Zeitung ihres Onkels zu schreiben.

Er war zuerst strikt dagegen gewesen, weil er sein Journal nicht mit frivolem Klatsch beflecken wollte, wie er sich ausgedrückt hatte. Doch als Verity ihn darauf hingewiesen hatte, dass nicht nur Männer Zeitungen lasen und seine weiblichen Leserinnen es zu schätzen wüssten, wenn gelegentlich ein Artikel erscheinen würde, der ihre Interessen berücksichtigte, hatte der Onkel eingelenkt. Da er allerdings ein altmodischer Mann war und die Meinung vertrat, dass Ladys wie Verity nicht arbeiten sollten, hatte er ihre Tätigkeit von Anfang an auf einen Beitrag pro Monat beschränkt.

Verity hatte sich damit zufriedengegeben. Ihre Artikel über Mode, neue Frisuren und Schönheitsmittel hatten bei den Damen in Yorkshire großen Anklang gefunden. Am populärsten aber waren ihre Berichte über die Ereignisse während der Londoner Saison gewesen, für die Lady Billington sie mit dem nötigen Material versorgt hatte.

„Wenn in London nichts los ist, können wir immer noch auf den Prinzregenten zurückgreifen“, meinte Verity nach einigem Überlegen. „Er ist immer für irgendeine Verrücktheit gut. Außerdem bin ich nicht sicher, ob wirklich alle wichtigen Mitglieder des ton das Land verlassen haben.“

Lady Billington überlegte. „Während meines Aufenthalts in Kent habe ich etwas gehört, das dich interessieren könnte. Es heißt, dass Arthur Brinleys Enkelsohn dazu bestimmt ist, der nächste Viscount Dartwood zu werden.“ Als keine Antwort erfolgte, fügte sie hinzu: „Ich weiß, du hast den alten Mann sehr gern gehabt, kann mich aber nicht erinnern, dass du je seinen Enkel erwähnt hättest. Du kennst doch bestimmt Major Carter.“

„Ja, ich kannte ihn“, räumte Verity ein, „habe ihn aber seit mindestens fünf Jahren nicht mehr gesehen.“

Lady Billington studierte das hübsche Gesicht ihrer Nichte. „Gehe ich recht in der Annahme, dass du den Major nicht magst?“

Verity runzelte die Stirn. Hegte sie tatsächlich eine Abneigung gegen Arthur Brinleys Enkelsohn, der ihr einmal sehr wehgetan hatte? Aber das schien unendlich lange her zu sein. Wenn sie während der vergangenen Jahre überhaupt an ihn gedacht hatte – und das war nicht sehr oft gewesen – dann nur, weil sie in der Zeitung einen Bericht über seine Heldentaten im Krieg auf der iberischen Halbinsel gelesen hatte.

Verity seufzte tief. „Nein, Tante Clara, das stimmt nicht, obwohl ich ihn für einen Einfaltspinsel halte.“ Sie zuckte die Achseln, bevor sie hinzusetzte: „Ich sollte wohl besser über ihn reden, da er sich als so tapferer Soldat erwiesen hat. Außerdem hat er mir früher einmal das Leben gerettet.“

„Gütiger Himmel“, rief Lady Billington. „Was, um alles in der Welt, ist damals geschehen?“

„Nichts besonders Aufregendes“, erwiderte Verity mit einer abwehrenden Geste. „Ich wäre beinahe ertrunken, wenn Brin nicht in den See gesprungen wäre und mich gerettet hätte.“

Ihre Tante schauderte. „Das war wohl zu der Zeit, als du dich wie ein Wildfang benommen hast?“

„Ja, in der Tat“,bestätigte Verity, vom missbilligenden Ton ihrer Tante völlig unbeeindruckt. „Aber du hast recht. Dass Brin den Titel erbt, wird die Damen in Yorkshire brennend interessieren. Man erzählt sich übrigens, er habe sein Offizierspatent zurückgegeben. Er ist nicht nach Yorkshire zurückgekehrt, zumindest bis letzte Woche nicht. Ich frage mich, wo er sich versteckt hat.“

„Er könnte sich in London aufhalten, Liebes. Angeblich geht es seinem Onkel sehr schlecht. Der schreckliche Kerl hat wirklich alles Menschenmögliche getan, um seinen Neffen daran zu hindern, in den Besitz des Titels zu gelangen. Das ging so weit, dass er dieses arme Kind geheiratet hat, das jung genug ist, um seine Enkelin zu sein. Aber jetzt sieht es so aus, als ob der Major bald der neue Viscount Dartwood wäre.“

Verity lachte amüsiert. „Der gute Brin wird bald feststellen, dass demnächst alle Mütter von heiratsfähigen Töchtern hinter ihm her sind.“

Lady Billington wollte ihre Nichte gerade wegen dieser spöttischen Bemerkung tadeln, als ein seltsam splitterndes Geräusch zu hören war. Im nächsten Augenblick wurden sie gegen die Seite der Kutsche geworfen, die zu einem abrupten Stillstand kam.

Die andere Tür wurde geöffnet, und der Reitknecht Lady Billingtons streckte den Kopf herein. „Ist alles in Ordnung, Mylady?“

„Ja, Ridge, uns geht es gut“, versicherte sie, während sie versuchte, sich wieder aufzurichten, was angesichts der schräg überhängenden Kutsche nicht ganz einfach war. „Was, um alles in der Welt, ist geschehen?“

„Das rechte Vorderrad ist beschädigt und eine...



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