Aubert | Mörderische Riviera | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 215 Seiten

Reihe: Marcel Blanc ermittelt

Aubert Mörderische Riviera

Kriminalroman - Marcel Blanc ermittelt, Band 2 | Die Abgründe hinter der französischen Urlaubsidylle
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-364-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kriminalroman - Marcel Blanc ermittelt, Band 2 | Die Abgründe hinter der französischen Urlaubsidylle

E-Book, Deutsch, Band 2, 215 Seiten

Reihe: Marcel Blanc ermittelt

ISBN: 978-3-98690-364-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Dunkle Geheimnisse an der Côte d'Azur: Der mitreißende Südfrankreich-Krimi »Tödliche Riviera« von Brigitte Aubert jetzt als eBook bei dotbooks. Dunkle Wolken jagen über den Himmel über der provenzalischen Küste, der Mistral lässt die Wellen schäumen - und spült eine Leiche ans Ufer. Polizist Marcel Blanc befürchtet, dass die grausige Handschrift des Täters nur eins bedeuten kann: Es wird nicht bei diesem Mord bleiben. Zusammen mit seinem Vorgesetzen, dem bärbeißigen Capitaine Jeanneaux, stürzt er sich fieberhaft in die Ermittlungen, denn schon bald tauchen weitere Opfer auf, alle nach demselben Ritual getötet. Die Spuren führen zu einem der angesagtesten Nachtlokale an der Riviera, einem schillernden Ort mit dunklen Geheimnissen. Verbirgt sich unter den Gästen ein Wolf im Schafspelz, der nur darauf lauert, wieder und wieder zuschlagen zu können? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der fesselnde Urlaubskrimi »Tödliche Riviera« von Brigitte Aubert ist der zweite Band ihrer spannungsgeladenen Reihe um den ungewöhnlichen Ermittler Marcel Blanc. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Brigitte Aubert gehört zu Frankreichs profiliertesten Spannungsautorinnen. Neben Kriminalromanen und Thrillern schreibt sie Drehbücher und war Fernsehproduzentin der erfolgreichen »Série noire«. Heute lebt sie in Cannes und führt ein altes Kino, das sie von ihren Eltern übernommen hat. Bei dotbooks veröffentlichte Brigitte Aubert ihre Krimireihe um Marcel Blanc mit den Bänden »Tödliche Riviera« und »Mörderische Riviera« (auch als Sammelband erschienen). Außerdem ihre Reihe um Élise Andrioli mit den Bänden »Im Dunkel der Wälder« und »Tod im Schnee« sowie ihre Frankreich-Thriller »Die vier Söhne des Doktor March«, »Marthas Geheimnis«, »Sein anderes Gesicht«, »Schneewittchens Tod«.
Aubert Mörderische Riviera jetzt bestellen!

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Kapitel 1


Der Wind wehte vom Meer her und trieb die schaumgekrönten Wellen gegen die Felsblöcke des Hafendamms.

Die Augen des Polizeibeamten Marcel Blanc waren starr auf den Leuchtturm gerichtet. Er schien unempfindlich gegenüber Sand und Staub, doch umso empfindsamer für den geschundenen Körper, der auf der Betonmole lag.

Der schlotternde Windsurfer, der den Ertrunkenen entdeckt hatte, und die beiden Männer vom Rettungsdienst, die den Toten aus dem Meer gefischt hatten, standen in einer Wasserpfütze und tranken heißen Kaffee.

Einer der Feuerwehrleute hielt Marcel die Thermosflasche hin, doch der schüttelte verneinend den Kopf.

Er hatte, um wach zu werden, den ganzen Morgen über Kaffee getrunken. Er war vom Scheitel bis zur Sohle mit Kaffee abgefüllt.

Die Kinder hatten letzte Nacht wieder mal keine Ruhe gegeben. Zunächst Sylvia mit ihrem »Es ist ein Gespenst unterm Bett«, dann, zwei Stunden später, Momo, der vom bösen Wolf geträumt hatte, und schließlich, gegen fünf Uhr morgens, Frank, der furchtbar Bauchweh hatte: »Ich schwör’s dir, Papa, ich kann nicht zur Schule gehen.«

Nadja und er waren abwechselnd aufgestanden, und um sieben Uhr hatte sich Nadja auf den Weg gemacht: Sie arbeitete in einer städtischen Kinderkrippe – ein Job, den sie Jean-Jean, Marcels innig verhasstem Chef, zu verdanken hatte.

Die Augenlider geschwollen, der Kopf wie eine Wassermelone, hatte Marcel die Bälger zur Schule gefahren, bevor er seinen Posten gleich beim Rathaus bezogen hatte.

Das Festival war eben zu Ende gegangen, und alle waren völlig ausgelaugt. Auf der Esplanade des Alten Hafens bauten die Arbeiter ohne Eile die weißen Plastikzelte ab, in denen die Stände der Gasgesellschaft GDF untergebracht gewesen waren. Von jener Neugier getrieben, die quasi jeden männlichen Zweibeiner unwiderstehlich zu einem Artgenossen hinzieht, der ein Werkzeug in der Hand hält, war Marcel näher getreten.

Die Arbeiter hielten ein Schwätzchen und tranken Kaffee.

Gegen elf – Marcel schielte gerade auf seine Uhr, eine Swatch mit Metallarmband, die Nadja ihm zum Geburtstag geschenkt hatte –, war die Ambulanz der Feuerwehr mit Blaulicht vorbeigefahren. Der Wagen hatte das Tempo verlangsamt, und Boris, ein großer Dunkelhaariger, den Marcel recht gut kannte, hatte ihm durch das geöffnete Fenster zugerufen: »Ein Ertrunkener beim Leuchtturm. Sollen wir dich gleich mitnehmen?« Marcel hatte genickt.

Vor Ort waren sie von einem alten Mann mit Schirmmütze und Schmerbauch unter einem Ringelhemd, das noch aus den Dreißigern stammen musste, lautstark empfangen worden.

»Nur keine Eile, Jungs!«, hatte er ihnen zugerufen. »Robert ist da, er passt auf ihn auf!«

Marcel hatte sich unwillkürlich nach besagtem Robert umgedreht, bis er begriff, dass der Alte sich selbst gemeint hatte. Dann hatte Robert mit seinem Spazierstock in Richtung Bar de la Marine auf der anderen Straßenseite gefuchtelt.

»Josette! Josette, komm her! Ein Ertrunkener! Ein Ertrunkener, sag ich!«

Aus der engen, dunklen Bar war eine ältere Frau getreten – orangefarbene Dauerwelle, roter Lederrock, violette Kriegsbemalung, das allmorgendliche Gläschen Rosé in der Hand – und hatte die Straße überquert.

Der Ertrunkene lag bäuchlings auf dem grauen Beton ausgestreckt.

Er war nackt, seine braune Haut bläulich marmoriert, der Wind zerzauste sein langes, schwarzes, gelocktes Haar, das wie eine Krone um ihn ausgebreitet war. Jung, schlank, muskulös.

Der Surfer erklärte, dass er ihn im Wasser habe treiben sehen. Boris schüttelte den Kopf und machte sich in einem Spiralheft Notizen.

»Wie kommt dieser Hornochse auf die Idee, mitten im Winter zu baden?«, knurrte Robert, obgleich es Ende Mai war. »Anscheinend muss es immer irgendwelche Schwachköpfe geben, die sich für schlauer halten als der Rest der Welt!«

»Ach, und unser guter Robert muss immer was zu meckern haben!«, mischte sich Josette ein. »Er hat doch – außer vom Skatspielen – keinen blassen Schimmer von Sport.«

Boris und sein Kollege drehten die Leiche um. Der Tote hatte einen Bart, einen kurzen schwarzen gekräuselten Bart. Schaum trat aus seinem geöffneten Mund, und er hatte keine Augen mehr. Nur zwei schwärzliche, nässende Augenhöhlen. Möwen, dachte Marcel und wandte den Blick ab, es gab nichts Gefräßigeres als Möwen.

»Er scheint nicht lange im Wasser gewesen zu sein«, ließ Boris verlauten. »Er hat noch alle Finger.«

»O Gott!«, schrie Josette und rang die Hände. »Sie haben ihn ausgenommen wie einen Fisch!«

Ein tiefer Schnitt, aus dem schäumendes Meerwasser und grünliche Algen quollen, verlief vom Brustbein bis zur Leiste des Ertrunkenen. Der zweite Feuerwehrmann, ein kleiner pickliger Rotschopf, beugte sich vor und zog die Ränder der Wunde vorsichtig auseinander.

»Tatsächlich, da ist nichts mehr drin!«

Wie gefräßig Möwen auch sein mochten, einen Menschen aufschlitzen konnten sie nicht.

Marcel verständigte das Revier.

Sie standen auf der sonnigen, windigen Mole und warteten. Josette und Robert hatten wieder die Straße überquert, um sich im Schatten eines weißblauen Sonnenschirms, den der Wind jeden Augenblick aus dem Ständer zu reißen drohte, mit einem Gläschen, oder mehreren, zu stärken.

Die Sanitäter der Feuerwehr waren aufgebrochen: ein Selbstmord am Bahnhof. Der Surfer rief mit seinem wasserdichten Handy seine Frau an, um ihr mitzuteilen, dass er später kommen würde. Die Männer von der Wasserwacht waren auf ihre Posten am Ende der Mole zurückgekehrt: An stürmischen Tagen waren sie den ganzen Tag in Alarmbereitschaft.

Marcel stand neben der Leiche, um die man provisorische Metallbarrieren errichtet hatte, hinter denen sich trotz des kräftigen Mistrals die Schaulustigen drängten.

Staub drang ihm in die Augen, und er hatte das Gefühl, dass sein Haar voller Sand war. Das aufgepeitschte Meer schlug so kräftig gegen den Deich, dass die Gischt ihn bespritzte. Ein Schäferhund hob hinterlistig das Bein und pinkelte an die Metallbarriere und auf Marcels Schuh. Marcel machte einen Satz nach hinten und wäre zur größten Belustigung der Gaffer und auch des Hundes, der ein kurzes Kläffen von sich gab, fast über die Leiche gestolpert.

»Bravo, Blanc, immer in Form!«, ertönte just in diesem Moment die scharfe Stimme von Jean-Jean.

Marcel bedachte seinen Chef mit einem gleichgültigen Blick. Auch der bellte mehr, als dass er biss, und seitdem es die beiden Neuen in der Abteilung gab, setzte er gerne noch eins drauf.

Er hatte die beiden – Lieutenant Laurent Merrieux und Lieutenant Lola Tinarelli – im Schlepptau. Merrieux kam aus Paris, um ein Praktikum im Süden zu machen. Um die Dreißig, mittelgroß, runde Brille, kastanienbraunes sich lichtendes Haar, weiße Zähne, anthrazitfarbener Anzug, Leinenhemd. Ein Bankdirektor oder ein Börsenmakler, hätte man meinen können. Lola war aus Marseille hierher versetzt worden. Auch sie um die Dreißig, ein Meter siebzig, üppiger Busen, hübsches Gesicht, grüne Augen, langes blondes Haar, Baumwollrolli und beigefarbener Viskoserock. Ein Klon von Claudia Schiffer, der sich zur Polizei verirrt hatte. Die vielsagenden Blicke, die Capitaine Jeanneaux, Jean-Jean genannt, auf sie heftete, verrieten, dass er sie lieber heute als morgen vernaschen würde.

»Also?«, meinte er und stellte sich, die Hände in die Hüften gestemmt, vor den aufgeschlitzten Ertrunkenen.

Er trug eine lachsfarbene Strickjacke, die seine schlanke Figur und seinen sommers wie winters braunen Teint zur Geltung brachte.

Marcel gab eine knappe Zusammenfassung der Sachlage. Noch einmal wurde der Surfer verhört, der allmählich ungeduldig wurde.

»O Mann, wenn ich das geahnt hätte, hätte ich die Klappe gehalten! Wissen Sie, dass heute mein freier Tag ist und dass ich mit meiner kleinen Tochter um zwei Uhr ins Kino gehen muss?«

»Sehen Sie sich den neuen Disney an? Mein Sohn war total begeistert«, meinte Marcel leutselig.

»Blanc!«, kläffte Jean-Jean. »Gut, Sie können gehen«, fuhr er, an den Surfer gewandt, fort. »Wir rufen Sie, falls nötig, an.«

»Nötig wofür? Ich habe diesen Typen noch nie im Leben gesehen!«, knurrte der Mann und schleppte Segel und Surfbrett zu seinem Geländewagen.

»Nichts, was auf die Identität des Toten hinweisen könnte?«, fragte Merrieux und beugte sich über die Leiche, um sie genauer in Augenschein zu nehmen.

»Rein gar nichts!«, gab Marcel zurück. »Er war splitternackt, so wie er jetzt daliegt.«

Merrieux gab ein »tss, tss« von sich, das ebenso gut »Na so was!« wie auch »Ich finde Sie ein bisschen arg vertraulich, mein Lieber«, bedeuten konnte. Er beugte sich so tief hinab, dass seine Nasenspitze fast die Wunde berührte, wich aber gleich wieder zurück. Der Tote stank unbestreitbar nach aufgetautem Fisch, den man im Spülbecken vergessen hatte.

»Was halten Sie von dem Schnitt, Capitaine?«, fragte er und atmete tief die sandige Seeluft ein.

»Hm?« Jean-Jean, der sich gerade fragte, ob Lola wohl einen Stringtanga trug, da ihr hautenger Rock keine Spuren von einem Slip zeigte, fuhr zusammen. »Der Schnitt? Wirklich widerlich, was?«

Merrieux sah ihn schräg von der Seite an.

»Die inneren Organe sind verschwunden«, bemerkte er.

»Die Fische«, meinte Jean-Jean. »Sie sind vielleicht durch die Wunde eingedrungen und haben seine Eingeweide gefressen. Die Autopsie wird es uns sagen.«

Der Kombiwagen des Erkennungsdienstes hielt in der Nähe an, und Rinaldi, ein kleiner Dicker, der immer gut gelaunt war, stieg, beladen mit Messgeräten, aus.

»Nicht gerade...



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