Barylli | Die Bar am Ende der Welt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 280 Seiten

Barylli Die Bar am Ende der Welt

Roman | Eine große Liebes- und Selbstfindungsgeschichte über die Reise auf eine geheimnisvolle Insel
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96148-965-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman | Eine große Liebes- und Selbstfindungsgeschichte über die Reise auf eine geheimnisvolle Insel

E-Book, Deutsch, 280 Seiten

ISBN: 978-3-96148-965-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Glück wartet dort, wo du es am wenigsten erwartest: Der gefühlvolle Roman »Die Bar am Ende der Welt« von Gabriel Barylli als eBook bei dotbooks. Der Duft von wildem Thymian - der sanfte Klang der Wellen ... In einer zauberhaften Inselbucht am Mittelmeer liegt eine Bar, umgeben von grünen Pinienwäldern und dem tiefen Blau der See. Wer diesen magischen Ort findet, der atmet Freiheit, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. So geht es auch dem fremden Mann, der eines Abends Manuels Bar betritt, sein junges Gesicht von Schmerz und Hoffnungslosigkeit gezeichnet. Doch schon wenige Worte von Manuel reichen aus und die Gesichtszüge des Fremden werden weicher. Und so erzählt Manuel weiter: von dem tiefen Band, das sie alle auf der Insel miteinander verbindet, von seinem Weg zu sich selbst - und zu Verenice, der Liebe seines Lebens. Und während der Abend langsam in die mondbeschienene Nacht übergeht, beginnt der junge Mann zu ahnen, welche Kräfte in seinem eigenen Herzen verborgen liegen ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der berührende Roman »Die Bar am Ende der Welt« von Bestseller-Autor Gabriel Barylli - auch bekannt unter dem Titel »Alles, was du suchst«. Leser von John Strelecky werden begeistert sein, wie Gabriel Barylli den Zauber der Selbstfindung mit dem Glück von zweiten Chancen und einer bewegenden Liebesgeschichte verwebt. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Gabriel Barylli wurde 1957 als Sohn eines Wiener Philharmonikers und einer Sängerin geboren. Nach seiner Ausbildung am Wiener Reinhardt-Seminar folgten Engagements am Burgtheater und in Berlin sowie Salzburg. Neben seinen zahlreichen Rollen für Film und Fernsehen schrieb Gabriel Barylli Theaterstücke sowie Romane, die regelmäßig die Bestsellerlisten eroberten. Seinen gefeierten Debütroman »Als wir liebten«, auch bekannt unter dem Titel »Butterbrot«, verfilmte er erfolgreich selbst. Er ist der meistgespielte deutschsprachige Theaterautor der Gegenwart. Der Autor im Internet: www.gabrielbarylli.com/ Bei dotbooks veröffentlicht Gabriel Barylli seine Romane: »Die Bar am Ende der Welt« »Als wir liebten« »Die Ewigkeit in jedem Kuss«
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Der Gast


Ich kenne diesen Blick.

Man hat ihn, wenn man etwas verloren hat. – Wenn man etwas verloren hat, von dem man schon glaubte, keine Macht der Welt könnte es einem jemals wegnehmen, dann hat man diesen Blick. Langsam heben sich die Augen in die Höhe, wenn eine Bewegung den Raum verändert. Langsam wandern sie von einem Menschen zum nächsten. Es ist eine Stille, die aus diesem Blick erwächst, und die Frage: Warum? ...

Warum ...

Warum hat sich das Leben von einem Tag auf den nächsten verwandelt? Warum ist das Liebste plötzlich zum Fernsten geworden?

Warum?

Jedes Menschenalter hat diese Erfahrungen. Jedes Kind erfährt, daß seine Sandburg am Strand nach wenigen Stunden wieder unsichtbar wird.

An irgendeinem Tag begreift man, daß alles, was wir errichtet haben, vergehen muß. An irgendeinem Tag wird diese Erkenntnis zum ersten Mal zu einem Gefühl. All das, was man bis zu diesem Tag gelesen und gehört hat, daß unsere Sandburgen den Gezeiten unterworfen sind, all das wird zu einer fühlbaren Qualität. Plötzlich heißt es aufwachen und realistisch sein.

Realistisch – was für ein Wort. Ein Wort, dem wir so lange entkommen wollen, bis es uns überholt und lächelnd sagt: »Schau mich an ...«

Dann stehen wir da – atemlos vor Anstrengung – und müssen erkennen, daß wir nicht der Herr der Gezeiten sind. Wir sind nicht die Wellen des Meeres, wir sind nicht Ebbe und Flut, wir sind ... Ja – was sind wir? Diese Frage ist es, die uns zwingt, die Welt mit einem anderen Blick zu betrachten.

Diesen Blick habe ich gemeint, diesen Blick hatte der junge Mann, der vor einer halben Stunde meine Bar betreten hatte.

Er war abwartend über die Schwelle getreten, hatte sich langsam umgesehen und sich dann an einen Tisch nahe beim Fenster gesetzt, von dem aus man das Meer sehen kann. Sein Blick war weich und mit einer zarten Melancholie versehen über die Gegenstände geglitten, hatte auf jedem kurz verweilt und war weitergezogen. Er hatte einen Moment lang auf Verenice angehalten, die nur kurz aus der Küche gekommen war, und war dann zu mir gelangt. Er hatte mir kurz zugenickt und sich dann auf seinen Platz gesetzt. O ja – ich kenne diesen Blick. Ich kenne seine Wehmut, seine Bitte um Verständnis, seine Frage – warum? Ich hatte den jungen Mann angeschaut und wußte, daß er eine lange, schöne Geschichte erlebt hatte, wie alle, die den Weg in meine Bar finden. Sie war schön, weil sie seine Geschichte war. Sie war schön, weil sie ihm durch alle Schmerzen und Verwundungen hindurch zeigen konnte, daß er erst am Beginn seines wahren Lebens stand. Sie war schön, obwohl er in diesem Moment, in dem er meine Bar betreten hatte, ganz sicher der Meinung war, am Ende seines Weges angekommen zu sein.

Ich kenne den Blick, der sagt: Es ist vorbei – das war's! Ich habe gekämpft, um die Wellen des Lebens zu bezwingen, ich habe mich gewehrt gegen Ebbe und Flut, ich habe gefochten bis zum letzten Hieb. Meine Burg zerfällt, ich gebe auf.

In diesem Moment ist es gut, am Ende der Welt angekommen zu sein, ein paar Holzstufen hochzusteigen, über eine Terrasse zu gehen und meine Bar zu betreten.

Verzeihen Sie – ich habe Ihnen ja noch gar nicht erzählt, wo meine Bar liegt und wie sie aussieht –, aber der Ausdruck in den Augen dieses jungen Mannes hat mich so sehr an mich selbst erinnert, als ich vor vielen Jahren an diesen Platz gekommen bin: an diese Bucht, an deren Strand mit seinem einfachen weißen Holzbau, in dem meine Bar liegt.

Stellen Sie sich eine Insel vor. Mitten im Meer. Ein nicht allzu großer Flughafen, eine uralte Hauptstadt, über die die großen Ereignisse der Geschichte hinweggezogen sind wie die Ausläufer eines Sturmtiefes. Die hohen, aus sandfarbenem Stein gebauten Mauern haben viele Eroberungen überstanden. Piraten haben diese Insel oft überfallen. Es gibt keine hohen Berge auf diesem Stück Erde – keine Wasserfälle und keine 1000 Jahre alten Riesenbaumwälder. Es gibt nichts, was einem großen Feldherrn und Schicksalsbestimmer in die Augen stechen könnte. Nichts, was ihn treiben könnte, hier das Lager seiner Macht zu errichten. Kein Gold, kein Silber und kein Öl haben jemals eine Macht verleitet, hier auf dieser, meiner Insel ihre Zelte aufzuschlagen.

Das ist ihr Geheimnis. Ihr Geheimnis ist – daß sie keines hat. Meine Insel ist das, was man unscheinbar nennt – und infolgedessen ein Ort für wahres, tiefes Glück. Das ist wie bei einem Ball, bei dem man beobachten kann, wie sich die Schönen und Strahlenden lachend und lärmend im Kreise drehen, während ein stiller, scheuer junger Mann zu einem Mädchen blickt, das mit einem unsichtbaren Lächeln verloren an der Wand lehnt und wartet. Es gibt für nichts im Leben eine Sicherheit – aber die Wahrscheinlichkeit, daß die beiden ein längeres und tieferes Glück erleben können als all die anderen, die gibt es. So ist es auch mit meiner Insel. Wenn man möchte, ist man mit einem guten Wagen in drei bis vier Stunden einmal rund um ihre Küste gefahren. Man hat ihre sanften Hügel kennengelernt und die Terrassen, die über viele Generationen in die Landschaft gemalt worden sind und auf denen heute wie immer Schafe weiden. In einem bestimmten Tal blühen im Winter die Mandelbäume, und überall riecht es nach Thymian. Das ist alles. Und das Meer. Das habe ich fast vergessen zu erwähnen, weil es mir schon so selbstverständlich ist, nach all den Jahren. Wenn man möchte, sieht man von jedem Punkt meiner Insel das Meer. Sie ist einfach so klein. So klein, daß man sie übersieht, wenn man nicht den Blick für die verborgenen Schätze des Lebens hat.

Ich lebe an einer Bucht. Weicher, heller Sand zeichnet einen weiten Halbmond zwischen dem blauen Meer und dem Grün der Pinienwälder, die meine Bucht umgeben. An der Grenze zwischen dem Strand und den ersten Bäumen steht ein einfaches, weißes Holzhaus. Man geht drei Stufen hinauf und betritt eine Terrasse. Ihr Boden ist aus langen Holzbrettern gezimmert, die im Lauf der Jahre einen weichen Grauton angenommen haben. Sie haben schmale Zwischenräume, durch die man auf den Sand hinuntersehen kann, und manchmal sieht man schnelle Eidechsen, die sich vor der Sonne in den Schatten retten.

Links und rechts von der Treppe führt ein Holzgeländer hinauf zur Terrasse, und jedes zweite Jahr streiche ich die Bretter mit weißer Farbe nach. Das sollte ich eigentlich jedes Jahr tun, aber ich liebe es, wenn die Dinge ihr Alter zeigen und nicht kokett sind. Maskerade und Schminke können über die Realität hinweghelfen. Ich habe auch wirklich nichts dagegen, wenn ich sehe, wie sehr ein klein wenig Farbe im Gesicht eines Menschen ein anderes Universum in seinen Augen aufleuchten läßt – es sollte aber nicht zur Gewohnheit werden. Es sollte nicht soweit kommen, daß man eines Tages den Bemalungen mehr Glauben schenkt als dem Grund, auf dem sie aufgetragen sind – also habe ich es sehr gerne, zu sehen, wie das Holz durchzuscheinen beginnt und jeden zweiten Herbst sein wahres Gesicht zeigt. Es ist eine Mahnung, um die Wahrheit nicht zu verdrängen.

Auf der Terrasse stehen ein paar einfache Holztische und Holzstühle, die mit Armlehnen versehen sind. Es ist ein großer Unterschied, ob man sich auf Armlehnen stützen kann und sich völlig entspannen oder ob man – wie von einem normalen Stuhl – zur Disziplin der aufrechten Haltung angehalten wird. Die lange Vorderfront meiner Bar ist symmetrisch angelegt. In der Mitte sieht man eine Schwingtüre, wie man sie aus dem amerikanischen Westen kennt. Die beiden Flügel sind mit Jalousien versehen, und die linke Angel singt ganz leise und hell, wenn jemand von der Terrasse in die Bar kommt. Neben der Schwingtüre sind links und rechts zwei große Fenster, die man nach oben schiebend öffnen kann. Ich mag diese Art, ein Fenster zu öffnen, weil sie niemanden stört, der dort sitzt und ein Buch liest. Oder auf das Meer blickt. Oder träumt. Wenn man durch die Schwingtüre getreten ist und noch ihr leises, helles Singen hört, steht man in meiner Bar. Der Boden ist aus demselben Holz wie die Bretter auf der Terrasse, nur ohne Zwischenräume verlegt. Durch die gesamte Länge des Raumes zieht sich der Bartresen, hinter dem an der Wand ein großer Spiegel hängt, der auf beiden Seiten von Flaschen aus aller Welt umrahmt wird. Und ich habe es noch nie erlebt, daß jemand bei mir etwas bestellt hätte, das ich nicht an dieser Wand stehen habe. Es kann sein, daß nur diejenigen den Weg zu mir finden, die von ihrer Natur aus mit meinem Angebot korrespondieren. Das wird es sein. Das Leben führt nur Menschen an den Ort, der auf sie wartet. Weil der Ort weiß, daß derjenige Mensch kommen muß, auf den der Ort wartet. Und er wartet mit allem, was er hat, auf diesen Menschen. Sie werden bei mir nicht jedes Getränk dieser Erde finden, aber Sie werden finden, wonach Sie suchen. Wenn man durch die Schwingtüre getreten ist, sieht man als ersten Menschen – sich selbst.

Das Holz, aus dem der Tresen gezimmert ist, hat eine Farbe, die zwischen Honig und Armagnac schwebt. Ich habe dieses Holz mit großer Sorgfalt ausgewählt, als ich den alten Tresen abmontieren ließ. Dieses Haus war nämlich schon eine Bar, als ich zum ersten Mal in dieser Bucht angekommen war, und die Schwingtüre hat schon damals gelächelt, als ich durch sie hindurchgetreten war und Verenice zum ersten Mal in die Augen gesehen habe ... – aber von meinem eigenen Leben erzähle ich Ihnen später; lassen Sie mich noch ein wenig diesen Raum beschreiben, in dem man sich selbst gegenübertreten kann. Die beiden großen Frontfenster führen hinaus und lassen den Blick über die Terrasse zum Meer und weit bis zum Horizont fliegen. Wenn die Scheiben an einem warmen Abend nach oben geschoben sind, hat man das Gefühl, als säße man mitten in den...



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