E-Book, Deutsch, 240 Seiten
Bechtle So ticken Männer
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-96122-289-6
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das fremde Wesen an Ihrer Seite besser verstehen.
E-Book, Deutsch, 240 Seiten
ISBN: 978-3-96122-289-6
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mike Bechtle schreibt als Autor vornehmlich über Themen zwischenmenschlicher Kommunikation. Der studierte Theologe und langjährige Pastor ist außerdem aufgrund seiner breiten Erfahrung im Gemeindedienst und Leitungsämtern ein gefragter Redner. Mike Bechtle lebt in Kalifornien.
Autoren/Hrsg.
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EINLEITUNG – IN DEN WIND GESPROCHEN
Sie sitzen mit Ihrem Mann im Auto. Es ist bald Zeit zum Abendessen, und Sie haben einen langen, anstrengenden Tag hinter sich. Sie überlegen, dass es nett wäre, irgendwo essen zu gehen. Dann müssten Sie nicht noch die Energie aufbringen, zu Hause zu kochen (selbst wenn er dabei helfen sollte).
Deshalb sagen Sie: „Hast du Lust, essen zu gehen?“
Er antwortet: „Nein, eigentlich nicht.“
Männer und Frauen verarbeiten Informationen unterschiedlich. Deshalb verletzt Sie seine Antwort vielleicht. Ist ihm denn egal, wie anstrengend mein Tag war? Warum ist er so unsensibel? Warum muss er immer bestimmen, was wir machen?
Es kann sein, dass Ihre Interpretation richtig ist. Vielleicht ist er wirklich unsensibel. Aber höchstwahrscheinlich hat er nicht gemerkt, was hinter Ihren Worten steckte. Er hat nur die Frage gehört, ob er jetzt essen gehen wolle, und hat Ihnen darauf eine ehrliche Antwort gegeben. Vielleicht ist er genauso müde wie Sie und freut sich darauf, zu Hause seine Ruhe zu haben, statt sich in ein volles, lautes Restaurant zu setzen. Oder vielleicht macht er sich Sorgen wegen Ihrer Finanzen und findet, dass es vernünftiger wäre, ein bisschen zu sparen.
Sie haben das Gefühl, dass er verstehen sollte, was Ihnen guttun würde. Er hat das Gefühl, dass er Ihre Frage beantwortet hat und deshalb keine weitere Erklärung nötig ist. Es sind dieselben Worte, aber sie werden völlig unterschiedlich verstanden. Der Rest des Abends kann unangenehm werden, weil unausgesprochene Erwartungen und Gefühle die Atmosphäre vergiften.
Es ist ein Kommunikationsproblem: Zwei Menschen verwenden dieselben Worte, verstehen sie aber völlig verschieden. Wenn wir davon ausgehen, dass der andere diese Worte genauso meint und versteht wie wir, sind Enttäuschungen vorprogrammiert.
Dabei spielen das Alter und die Beziehungskonstellation keine Rolle:
Mädchen verabreden sich mit Jungen, ohne zu wissen, wie Jungen ticken. Sie wissen nur das, was sie beobachten. Sie meinen, sie würden Jungen verstehen, und wundern sich, warum das so schwer ist.
Sie bekommen einen neuen Chef, aber das, was er tut, steht in Ihren Augen im Widerspruch zu dem, was er sagt. Seinen Vorgesetzten kann man jedoch nicht zur Rede stellen. Sie können also nur versuchen, ihn zu verstehen.
Frischvermählte stellen bald nach der Hochzeit fest, dass ihr Ehepartner nicht dem Bild entspricht, das sie sich von ihm gemacht hatten, und fragen sich, was nach der Hochzeitsfeier mit ihm passiert ist.
Mütter fragen sich, warum ihre Söhne völlig anders sind als ihre Töchter und wie sie ihr Verhalten verstehen sollen – besonders, wenn die Söhne Teenager werden.
Wenn Sie eine neue Fertigkeit erwerben wollen, belegen Sie entsprechende Kurse, lesen Bücher oder besuchen Seminare. Aber wenn Sie Männer besser verstehen wollen, müssen Sie Zeit und Energie investieren, um Ihre Kommunikation mit ihnen zu verbessern.
Fangen Sie jetzt damit an!
Jeder ist verschieden
Ich bin ein Morgenmensch. Ich wache normalerweise vor Sonnenaufgang auf und bin innerhalb von fünf Minuten hellwach. Wenn ich dann noch eine Tasse Kaffee trinke, bin ich topfit. Mein Verstand ist einsatzbereit. Aber spätestens um 21 Uhr kostet es mich Mühe, mehrsilbige Wörter zu bilden und aufrecht zu gehen. Sobald ich im Bett liege, schlafe ich innerhalb weniger Sekunden ein.
Meine Frau Diane ist eher ein Nachtmensch. Ihr Beruf zwingt sie oft, früh aufzustehen, und sie hat gelernt, auch am Morgen zu funktionieren. Aber eigentlich ist sie später am Tag fitter und leistungsfähiger. Sie braucht oft viel länger, um einschlafen zu können, weil ihr Verstand noch viel zu aktiv ist.
Als wir ungefähr zwei Wochen verheiratet waren, erkannten wir, dass wir hier ein Problem hatten. Wir waren zu Bett gegangen und ich schlief schon fast, als ich die drei Worte hörte, vor denen jedem Mann graut: „Wir müssen reden.“
Für sie war diese Uhrzeit völlig normal. Sie hatte den ganzen Tag über die Sache nachgedacht und wollte jetzt mit mir darüber sprechen. Ich war frisch verheiratet und geriet in Panik, denn sie sollte auf keinen Fall meinen, ich würde nicht gern mit ihr sprechen. Deshalb sagte ich mir immer wieder: „Schlaf nicht ein! … Schlaf ja nicht ein! …“, während sie das Problem beschrieb. Sie ging davon aus, dass ihr frischvermählter, liebevoller Ehemann gern mit ihr über diese Sache sprechen würde. Das wollte ich wirklich, und ich wollte auch gern auf sie eingehen. Sie redete weiter, und ich schlief ein.
Ihre Worte waren in den Wind gesprochen.
Nach dieser Nacht hatte ich einiges wiedergutzumachen. Aber wir waren um eine Erkenntnis reicher: Wir sind verschieden. Das liegt zum einen daran, dass ich ein Morgenmensch bin und sie ein Nachtmensch ist, aber das ist noch nicht alles. Wir sind auch sonst verschieden, einfach weil sie eine Frau ist und ich ein Mann bin.
Wenn wir uns diese Unterschiede nicht bewusst machen, können sie zu großen Kommunikationsproblemen führen.
Unterschiede sind eine Tatsache
„Ich kapiere das nicht“, seufzte eine Bekannte. „Ich verstehe die Männer einfach nicht.“
„Was ist denn los?“, fragte ich.
„Als wir noch nicht verheiratet waren“, erzählte sie, „war ich für ihn das Wichtigste auf der Welt. Er hat sich um mich bemüht. Er hat mir Blumen geschenkt. Er rief mich an, einfach um mit mir zu sprechen. Er steckte mir Zettel an die Windschutzscheibe. Er hat mich immer wieder überrascht, und er hat mein Herz erobert. Deshalb habe ich ihn geheiratet.“
„Und was ist dann passiert?“
„Ich habe herausgefunden, woher er die Blumen hatte“, sagte sie. „Er ist auf den Friedhof gegangen und hat sie von den Gräbern gestohlen!“
„Und das hat dich gestört?“
„Natürlich!“, ereiferte sie sich. „Er tat, als wäre das eine weise, praktische Idee, weil die Blumen ihren Zweck erfüllt hätten und nur verwelken und weggeworfen werden würden. Ich erklärte ihm, dass das widerlich sei, aber das hat er einfach nicht kapiert. Er ist so ein guter Mann und das passt überhaupt nicht zu ihm. Was hat er sich nur dabei gedacht?“
Das ist die große Frage: Was denkt ein Mann?
Die Antwort ist nicht ganz leicht. Aber eines kann man mit Bestimmtheit sagen: Das, was ein Mann denkt, unterscheidet sich von dem, was eine Frau denkt. Wir könnten den ganzen Tag darüber diskutieren, aber wir wissen aus eigener Erfahrung, dass Männer und Frauen verschieden sind.
Seit einigen Jahren wird sehr viel Wert auf Gleichberechtigung im Beruf gelegt. Frauen hatten nie die gleichen Chancen wie Männer. Der Gesetzgeber hat hier vieles verbessert, und das ist gut so.
Aber das bringt auch einige Herausforderungen mit sich. Bei vielen Menschen kam die Botschaft an: „Männer und Frauen sind gleich.“ Es klang gut, die Unterschiede zu minimieren, damit alle gleich behandelt werden würden. Männer und Frauen kleiden sich ihrem Business entsprechend, setzen sich zusammen um den Verhandlungstisch und behandeln einander mit Respekt. Die Türen stehen allen offen und jeder hat die gleichen Chancen.
Doch dann beginnen sie, miteinander zu sprechen. Und die gemeinsame Reaktion lautet:
„Häh?“
Mit den besten Absichten versucht man, Gleichberechtigung umzusetzen. Beziehungen im Beruf, in der Ehe und in Freundschaften sollen von Respekt geprägt sein. Man nimmt den anderen ernst und will ihn so gut wie möglich fördern.
Aber „Gleichberechtigung“ ist etwas anderes als „Gleichheit“. Männer und Frauen sind verschieden. Am deutlichsten zeigt sich das an unserer Kommunikation. Frauen verstehen die Männer nicht und Männer verstehen die Frauen nicht. Die Lösung besteht nicht darin, die Unterschiede zu beseitigen, sondern sie zu verstehen.
Wir können gesetzlich regeln, wie man sich zu verhalten hat. Wollen wir jedoch die angeborenen Unterschiede zwischen Männern und Frauen ändern, dann ist das so, als wollte man darüber abstimmen, in welche Richtung sich die Sonne bewegt. Wir können darüber abstimmen, aber wenn wir uns für die falsche Richtung entscheiden, sind Enttäuschungen vorprogrammiert.
Es gibt viele Bücher über Geschlechterrollen und gesellschaftliche Themen. Dies hier ist kein solches Buch. Es ist einfach eine Art Gebrauchsanleitung für Frauen – von einem Mann geschrieben –, damit sie verstehen, was im Kopf eines Mannes vor sich geht. Je mehr eine Frau erkennt, was darin wirklich abläuft, umso leichter kann sie mit diesem Wissen die Beziehungen zu den Männern in ihrem Leben verbessern.
Ich habe mit Frauen gesprochen, die frustriert waren, weil ihre Versuche, ihre Beziehungen zu verbessern, so endeten, als wollte man bei voller Fahrt einen Autoreifen wechseln. Es funktionierte einfach nicht. Eine Frau sagte: „Ich dachte, es wäre leicht, weil wir so viele Gemeinsamkeiten haben. Aber wenn wir miteinander reden, habe ich das Gefühl, als sprächen wir verschiedene Sprachen. Ich hätte gern eine Gebrauchsanleitung für meinen Mann.“
Wir müssen uns noch etwas anderes bewusst machen: Jeder Mann ist anders, und auch jede Frau ist anders. Es wäre völlig falsch, in Klischees zu denken: „Alle Männer sind so“ und „Alle Frauen sind so“. Ich habe solche Bücher gelesen und mir gedacht: Das mag auf andere zutreffen, aber ich bin nicht so. Wir müssen deshalb von Anfang an einen wichtigen Filter einsetzen: Jeder Mensch ist einzigartig.
Es gibt...




