Beck | Meine traumhafte Bibliothekarin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Beck Meine traumhafte Bibliothekarin


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95609-381-4
Verlag: el!es-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-95609-381-4
Verlag: el!es-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bücher sind absolut nicht Micks erste Wahl, wenn es um Freizeitbeschäftigungen geht. Als Polizistin hat sie mit der konkreten Wirklichkeit zu tun, nicht mit irgendwelchen romantischen Träumen. Beispielsweise mit einer Einbruchserie, die nicht aufzuklären ist. Und da stolpert Bibliothekarin Melina in Micks Dienststelle und behauptet, sie hätte genau diese Einbrüche im Traum gesehen, bevor sie passierten. Das erweckt sofort Micks Misstrauen. Hat Melina mit diesen Einbrüchen zu tun?
Ganz im Gegensatz zu Mick lebt Melina lieber in Büchern als in der realen Welt. Sie flüchtet sich in erfundene Geschichten und verbringt ihr Leben als Bibliothekarin gern zwischen Bücherregalen. Doch auch sie kann sich vor der Realität nicht ganz verschließen, als diese Einbrüche sie mit Mick zusammenbringen. Soll sie sich tatsächlich mit dieser Polizistin einlassen? Und was ist das mit ihren Träumen? Schließlich steckt dahinter ein Geheimnis, das sie Mick niemals anvertrauen kann . . .

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4


»Auf wen wartet die denn?« Polizeioberkommissarin Michaela Mrozek, von ihren Kollegen und vielen anderen Mick genannt, wies mit dem Kinn auf die zusammengesunkene Gestalt auf der Bank an der Wand des Polizeireviers, an der sie nun schon zum dritten Mal vorbeigelaufen war.

»Keine Ahnung.« Polizeihauptwachtmeister Paul Wilke zuckte die Schultern. »Sitzt schon eine Weile da.«

»Will sie Anzeige erstatten?« Mick runzelte die Stirn.

»Kann sein«, meinte Paul. »War so viel los. Hab sie nicht gefragt.«

»Kennst du sie?« Mit einem Schritt trat Mick auf den Tresen der Polizeistation zu. »Ist sie öfter hier?«

Das war manchmal der Grund, warum die Diensthabenden im Revier Leute ignorierten. Wenn sie jeden Tag herkamen und die absurdesten Dinge anzeigten. Einfach, weil sie nichts anderes zu tun hatten. Dann hoffte man, sie würden es sich anders überlegen und vielleicht doch wieder gehen.

»Nö.« Paul schüttelte den Kopf. »Noch nie gesehen.«

Mick hob die Augenbrauen.

»Ich sag doch, es war so viel zu tun.« Paul reagierte gereizt auf den unausgesprochenen Vorwurf. »Sie kann ja herkommen, wenn sie was will.«

»Schon gut.« Mick wusste, dass er recht hatte. Noch vor ein paar Minuten war hier der Teufel los gewesen. Ebenso wie draußen auf der Straße. Weshalb vier Streifen ständig im Außeneinsatz unterwegs waren und das Revier deshalb unterbesetzt war.

Sie nickte Paul besänftigend zu und ging hinüber zu der Bank, die viel zu groß für die kleine Gestalt erschien, die darauf saß. »Kann ich Ihnen irgendwie helfen?«

Ein furchtsames Gesicht zuckte hoch. Die ungeschminkten Lippen schienen fast zu zittern.

Das hat mir gerade noch gefehlt, dachte Mick. Hätte ich sie bloß in Ruhe gelassen.

Die Augen, die sie ansahen, wirkten dunkler, als es die helle Haarfarbe vermuten ließ. Aber vielleicht war das auch nur eine Folge der Angst, die darin lag.

»Ist irgendetwas passiert?«, fragte Mick.

Schnell huschte ihr Blick über die Kleidung der Sitzenden. Sie trug eine Art Blusenhängerchen, das ihre Figur nur ahnen ließ, in einer undefinierbaren Farbe, einer Mischung zwischen Grau und Braun. Sehr unauffällig. An einer Kette um ihren Hals baumelte eine alte Brosche. Ihre langen Haare waren an der Seite zu einem Zopf geflochten.

Nichts an ihrer Kleidung schien zerrissen oder sonst wie beschädigt. Keine Blut- oder Kratzspuren. Aber es musste ja auch nicht das sein, was Mick zuerst vermutet hatte.

Auf einmal räusperte die unscheinbare Gestalt sich und begann zu sprechen. »Entschuldigen Sie«, sagte sie. »Ich werde gehen.« Sie stand auf.

Das war eine merkwürdige Reaktion, fand Mick. Warum hatte sie dann die ganze Zeit hier herumgesessen, wenn sie nun unverrichteter Dinge wieder gehen wollte?

»Es tut mir leid, dass Sie warten mussten«, erklärte Mick darum. »Unsere Streifenbesatzungen sind heute im Dauereinsatz und kommen gar nicht mehr von ihren Außeneinsätzen zurück. Deshalb ist die Dienststelle hier nur knapp besetzt. Manchmal ist plötzlich einfach die Hölle los.«

Die Frau nickte. »Ich verstehe. Ich komme ein andermal wieder, wenn weniger los ist.« Sie lächelte wie um Verzeihung bittend mit einem schief verzogenen Mundwinkel. »Es ist auch gar nicht so wichtig.«

»Dafür, dass es nicht wichtig ist, haben Sie ziemlich lange hier gewartet«, stellte Mick mit professioneller Einsicht fest.

Wieder nickte die Frau. »Ich musste mir erst darüber klar werden, ob . . . ob es . . . ob ich überhaupt –« Sie brach ab.

Wieder ärgerte Mick sich darüber, dass sie die Frau angesprochen hatte. Das konnte langwierig werden. Und eigentlich hatte sie gar keine Zeit. Immer dieses verdammte Pflichtbewusstsein . . .

Aber nun hatte sie sich schon einmal in die Bredouille gebracht. »Wie wäre es, wenn wir damit anfingen, dass Sie mir zuerst einmal Ihren Namen sagen?«, schlug sie vor. »Ich heiße Michaela Mrozek.« Sie streckte der Frau die Hand hin.

»Melina Keilbach«, antwortete die sofort, betrachtete Micks Hand jedoch fast misstrauisch, berührte sie dann nur kurz und zog sich sofort wieder in ihr Schneckenhaus zurück.

Unwillkürlich musste Mick grinsen. »Sehen Sie, da haben wir doch schon etwas gemeinsam«, stellte sie fest. »Michaela und Melina. Unsere Vornamen beginnen mit demselben Buchstaben.«

Anscheinend brauchte Frau Keilbach eine Weile, um den Witz zu verstehen. Dann verzogen auch ihre Mundwinkel sich. Doch es wirkte fast gezwungen. »Tatsächlich«, sagte sie leise. »Ist mir gar nicht aufgefallen.«

Mick zuckte die Schultern. »Berufskrankheit«, gab sie zu. »Deshalb bin ich Polizistin und Sie sind . . .?« Sie ließ die Frage im Raum stehen und sah Melina Keilbach mit hochgezogenen Augenbrauen auffordernd an.

»Bibliothekarin«, antwortete Melina.

Auch das noch! Mick stöhnte innerlich auf. Aber was hatte sie denn erwartet? Der Beruf passte genau zu diesem Hängerchen, zu der Brosche, der Strickjacke und dem dunkelbraunen Faltenrock, der aus der Großmutterabteilung eines Kaufhauses stammen musste.

Dabei war die Frau noch gar nicht so alt. Wahrscheinlich sogar jünger als Mick. Doch auch ihre Brille schien aus dem vergangenen Jahrhundert übriggeblieben zu sein. Eine typische Bibliothekarin eben, die zu vergeistigt war, um sich um ihr Äußeres zu kümmern. Typische alte Jungfer.

War sie das? fragte Mick sich und legte unwillkürlich leicht den Kopf schief, als sie die Frau, die etwas kleiner war als sie selbst, jetzt betrachtete. Ehrlich gesagt konnte sie sich wirklich nicht vorstellen, dass diese Frau je schon einmal Sex gehabt hatte.

Was für Gedanken. Wie kam sie denn auf so was? Hatte sie es schon so nötig?

Deshalb riss sie sich zusammen und konzentrierte sich wieder auf ihre Arbeit. »Wenn Sie wollen, können Sie mit mir mitkommen in mein Büro«, bot sie an. »Da ist es nicht so öffentlich wie hier.«

Das schien der Frau eine Entscheidung abzuverlangen, die sie nicht treffen konnte. Sie bewegte sich keinen Zentimeter.

»Kommen Sie«, entschied Mick deshalb für sie und griff leicht an ihren Arm, als wollte sie sie abführen. »Auf dem Weg finden wir bestimmt auch einen Kaffee.«

»Ich trinke keinen Kaffee.« Es war nur ein Murmeln. Wie das leise Flüstern eines Baches, der sich nicht in den Vordergrund drängen wollte, sich in der Landschaft verlor.

»Tee?«, fragte Mick. Denn irgendwie hatte sie das Gefühl, das passte zu dieser Frau.

Was die auch nickend bestätigte. »Aber nur Kräutertee. Ich ziehe meine Kräuter selbst.«

Wie die Faust aufs Auge . . . Mick hätte fast gelacht, wie klischeehaft das alles war. Jetzt fehlte nur noch Veganerin und ein langgezogenes Ooommm . . ., dann war das Bild komplett.

»Damit kann ich leider nicht dienen«, erklärte sie bedauernd. »Aber wenn Sie mir jetzt bitte folgen würden . . .«

Da sie die Frau nicht hinter sich herzerren wollte, ließ sie ihren Arm los und ging auf den Tresen zu, hob die Klappe an und trat hindurch.

Diesmal funktionierte die Aufforderung. Fast zu Micks Verwunderung folgte die Frau ihr tatsächlich. Mick ließ hinter ihr die Klappe wieder sinken, ging an ihr vorbei in den Gang hinein und betrat ein paar Meter weiter ihr Büro.

»Bitte, setzen Sie sich«, forderte sie die Frau auf, als die zögernd an der Tür stehenblieb. Mick hatte das Gefühl, sie könnte gleich wieder umdrehen.

»Ich weiß wirklich nicht . . .« Nur den rechten Fuß vor den linken setzend, ohne den linken nachzuziehen, schaute die Frau sie etwas hilflos an.

»Was wissen Sie nicht?« Mick zog sich ihren Stuhl hinter dem Schreibtisch heran und ließ sich hineinsinken.

Endlich gab Melina Keilbach sich einen Ruck und kam auf Micks Schreibtisch zu. »Ich habe lange mit mir gerungen«, sagte sie, wobei ihre Stimme nun etwas fester wurde. »Aber ich muss es Ihnen doch sagen.«

Wenn sie jetzt Was müssen Sie mir sagen? fragte, würde Mick sich wie ein Echo vorkommen. Deshalb unterließ sie es und sah die Frau nur fragend an.

»Natürlich hätte ich es Ihnen vorher sagen sollen«, fuhr Melina fort, war nun endgültig an dem Besucherstuhl vor Micks Schreibtisch angekommen und ließ sich nicht hineinsinken, sondern schwebte fast hinein. Es machte kein Geräusch. »Vor dem Einbruch.«

»Einbruch?« Das ließ Mick aufhorchen. »Welcher Einbruch?«

»Der, der heute Morgen in der Zeitung stand«, erklärte Melina beinah schuldbewusst. »Der in der Villa Wolters.«

Diese Aussage ließ Micks Augenbrauen nach oben wandern. »Sie wissen etwas darüber?«

Melina schluckte. »Wissen . . . ist vielleicht zu viel gesagt.«

Was denn nun, Mädel . . . Mick seufzte innerlich ziemlich ungeduldig auf. Kannst du dich mal entscheiden?

Langsam hatte sie das Gefühl, sie hatte einen Fehler gemacht. Diese Frau sah zwar nicht so aus, wie diese Leute normalerweise aussahen, aber sie wollte sich anscheinend nur wichtig machen. Ihr Leben als Bibliothekarin war wohl nicht aufregend genug.

»Haben Sie irgendwelche Informationen, die den Einbruch betreffen?«, formulierte sie ihre Frage anders. »Haben Sie etwas gesehen? Wohnen Sie da in der Nähe?«

Fast wie in Zeitlupe schüttelte Melina den Kopf. »Nein, ich wohne nicht im Villenviertel.« Ihr Blick richtete sich auf einmal sehr klar auf Mick. »Sie waren in der Villa. Sie haben den Einbruch aufgenommen.«

»Woher wissen Sie das?« Diese Frau erstaunte Mick immer wieder. Viel schien sie...



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