Belle | Ben - Alles auf Anfang | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 287 Seiten

Reihe: Ben

Belle Ben - Alles auf Anfang

Gay Romance
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7309-6058-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Gay Romance

E-Book, Deutsch, Band 4, 287 Seiten

Reihe: Ben

ISBN: 978-3-7309-6058-5
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Benjamin Böttinger, verwöhnter Sohn aus reichem Hause, jung, gutaussehend, schwul, steht unversehens auf der Straße, als sein Vater endgültig genug hat von seinen Eskapaden. 'Du hast bisher von dem gelebt, was deine Brüder und ich mit unserer Hände Arbeit erwirtschaftet haben, hast selber rein gar nichts dazu beigetragen und bist im höchsten Maße lebensuntüchtig! Geh` in die Welt und lerne das wahre Leben kennen! Hauptsache, du nimmst endlich einen Lebenswandel an, der dem Namen unserer Familie Ehre macht!' Aber Ben wäre nicht Ben, wenn er so einfach täte, was man ihm sagt. Zunächst davon überzeugt, auch auf sich allein gestellt alles mit links auf die Kette zu bekommen, lernt er schon bald die weniger schönen Seiten des Daseins kennen. Aber er trifft auch auf Manuel, den sexy Hausmeister, der ihn sofort fasziniert, welcher aber so gar nichts von dem verwöhnten Bürschchen zu halten scheint. Ben muss vieles hinterfragen, sich selbst, seine bisherige Lebenseinstellung und nicht zuletzt auch seine Gefühle. Denn Manuel spukt schon sehr bald häufiger in seinem Kopf und seinem Herzen herum als gut für ihn sein kann. Oder gibt es womöglich eine Zukunft für die beiden so unterschiedlichen jungen Männer?

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Alles auf Anfang ...
                                    Tja, da stehe ich nun also. Allein und auf meinen eigenen zwei Füßen, und das nicht nur in der offensichtlichen Wortbedeutung. Mein alter Herr hat endgültig die Faxen dicke gehabt und mich achtkantig zuhause rausgeworfen. Aber um das zu verstehen und auch alles was danach bis heute folgte im richtigen Licht sehen zu können, muss ich vielleicht ein bisschen ausholen … Zunächst zu meiner ureigenen Person: Ich heiße Benjamin, bin 20 Jahre alt, ziemlich schlank, schwarzhaarig und blauäugig. Ich bin der jüngste von sieben Brüdern und das sprichwörtliche, schwarze Schaf der Familie. Als ich geboren wurde, war mein jüngster großer Bruder bereits zehn Jahre alt und der älteste vierundzwanzig. Ich war also das Nesthäkchen und kam noch dazu völlig ungeplant. Meine Mutter war damals schon vierundvierzig und mein Vater fünfzig Jahre alt, und obwohl die Aussicht auf erneute durchwachte Nächte, Babygeschrei und volle Windeln sie damals nicht wirklich in Begeisterungsstürme versetzt haben kann, wurde ich doch, sobald ich erst mal auf der Welt war, in vollen Zügen von ihnen verwöhnt. Man muss dazu wissen, dass meinem Vater eine überaus florierende Anwaltskanzlei gehört und auch von Seiten meiner Mutter ein nicht unbeträchtliches, ererbtes Vermögen vorhanden ist. Geld war also nie ein Problem in meinem Zuhause, und so kümmerten sich neben einer Haushälterin und einer Köchin, auch noch ein Au pair-Mädchen und eine waschechte, britische Nanny um diejenigen ihrer Kinder, die noch nicht alt genug waren, um sich an der Mehrung des Familienvermögens zu beteiligen. Sieben Söhne waren das nun durch mich, und natürlich erwarteten unsere Eltern, dass ich mich ebenso respektabel wie meine Brüder entwickeln und dem Familiennamen Ehre machen würde. Aber ob das nun an dem völlig überzogenen Verwöhnen mir gegenüber lag, ein charakterlicher Fehler meinerseits war, oder vielleicht eine Mischung aus Beidem – keine Ahnung! – jedenfalls dachte ich nicht im Traum daran, in die Fußstapfen meines Vaters und meiner Brüder zu treten. Meine Leistungen in der Schule waren von jeher eher mittelmäßig, und daran änderte sich auch nichts, als ich mehrmals die Schule wechselte und schließlich sogar Privatunterricht zuhause bekam. Mathematik, Englisch, Chemie, völlig egal – all diese Fächer interessierten mich nicht die Bohne, und ich hatte schlicht und einfach keine Lust, meine kostbare Zeit mit solchen Dingen zu verschwenden. Als kleiner Stöpsel waren Ausflüge mit meinen Freunden wichtiger, Fußballspielen, Schwimmen gehen oder Eis essen, und je älter ich wurde, umso größer mein Geschick, mich Verpflichtungen zu entziehen. Daran änderten auch die Standpauken meines Vaters oder die flehentlichen Bitten meiner Mutter nichts. Ein rundes Dutzend Lehrer wurden im Laufe der Zeit nach und nach eingestellt und warfen samt und sonders schon nach wenigen Monaten entnervt wieder das Handtuch. Die Nanny war bereits kurz nach meiner Einschulung entlassen worden, aber das hatte mich nicht sonderlich aus der Bahn geworfen. Patricia – so ihr Name – war von ebenso warmherzigem Wesen, wie das Klima ihrer englischen Heimat und hatte stets mehr Wert auf Manieren und Ordnung gelegt, als auf eine herzliche Bindung zu ihren Zöglingen. Vermutlich triezt sie auch heute noch irgendwo irgendwelche bedauernswerten Rotzgören mit ihrem Ordnungsfimmel, ihrem Standesdünkel und ihrer ständig missbilligend verzogenen Miene. Manchmal habe ich mich selbst als kleiner Pimpf echt gefragt, ob sie diesen verkniffenen Gesichtsausdruck heimlich vor dem Spiegel übt. Aber wie auch immer, ich wurde älter, und obwohl ich eigentlich nichts mehr wollte, als dem Thema Schule nach den ersten zehn Jahren endgültig den Rücken zu kehren, bestanden meine Eltern darauf, dass ich Abitur machen und studieren sollte. Ich hatte wenig Lust dazu, genau genommen gar keine, aber auf der anderen Seite war mir durchaus klar, woher das Geld kam, welches mir meinen komfortablen und bequemen Lebensstil ermöglichte. Mit der Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und wollte ihn auf keinen Fall missen. Ich genoss es nun mal, mir die schönen Dinge des Lebens nicht nur von Weitem ansehen zu müssen, sondern sie mir auch tatsächlich leisten zu können, egal, ob es sich dabei um schicke Klamotten handelt, technisches Spielzeug oder auch die Besuche in angesagten Clubs, wo ich mit meiner Clique immer gern gesehener, weil gut zahlender Gast gewesen bin. Ich machte also gute Miene zum – in meinen Augen – bösen Spiel, riss mich halbherzig zusammen und schaffte mein Abitur gerade so mit Ach und Krach. Die Erleichterung darüber war meinen Eltern deutlich anzumerken, und mein alter Herr hatte auch schon aufs genaueste geplant wie es weitergehen sollte: Ein Jurastudium selbstverständlich, danach der Einstieg in die elterliche Kanzlei, und irgendwann die Heirat mit einer Tochter aus gutem (Klienten)Hause … so in etwa stellte er sich das vor. Allerdings frage ich mich, wieso er solchen Wert darauf legt, mich auch noch in die Kanzlei zu holen. Vier meiner Brüder sind dort bereits vertreten, und auch wenn unser Erzeuger mittlerweile fast Siebzig ist, kann er doch sicher sein, dass die Zukunft von „Böttinger und Söhne“ längst gesichert ist. Wozu braucht er also mich auch noch? Ich will nun mal kein staubtrockenes und sterbenslangweiliges Jurastudium absolvieren und dann zwischen ebenso trockenen Akten versauern. … Eigentlich will ich überhaupt kein Studium aufnehmen. … Genauso wenig wie ich irgendeinen anderen langweiligen und anstrengenden Beruf erlernen möchte. … Wieso muss man überhaupt arbeiten? Das ist ungerecht! Das Leben ist doch sehr viel angenehmer ohne den täglichen Stress und die Hektik, die das Arbeitsleben mit sich bringt. Und ein Tag fängt doch auch sehr viel entspannter an, wenn man nicht mitten in der Nacht von schrillem Weckerklingeln aus dem Schlaf gerissen wird, sondern ihn begrüßt, wenn man ausgeschlafen ist, oder? Außerdem – woher soll ich mit 20 überhaupt schon wissen, was ich aus meinem Leben machen will? Das bedarf langer (sehr langer!) und gründlicher (sehr gründlicher!) Überlegung! Solche Entscheidungen darf man auf gar keinen Fall überstürzen! Immerhin geht es ja um nichts Geringeres, als den Rest meines (Arbeits)Lebens! Leider war mein Vater dieser Argumentation nicht im Mindesten zugänglich. Er beharrte - reichlich verbissen, wie ich finde - darauf, mich für einen anderen Studiengang zu entscheiden, wenn es denn schon nicht die Juristerei sein soll, und ich bekam im Laufe der Monate nach meinem Schulabschluss immer größere Schwierigkeiten, ihn hinzuhalten, während ich ansonsten mein Leben möglichst in vollen Zügen genoss. In jeder Hinsicht ... Irgendwann in meinen Teenagerjahren habe ich begriffen, dass ich schwul bin, es für mich auch längst akzeptiert – nix mit Klemmschwester oder Schrankschwuchtel! - einzig meiner Familie hatte ich es bis dato verheimlicht. Nicht aus Angst vor ihrer Reaktion, sondern mehr aus purer Bequemlichkeit, weil es mir bisher immer zu mühsam erschienen war, ein komplettes Outing mit allem drum und dran durch zu ziehen. Eine feste Beziehung steht sowieso nicht auf meiner To-Do-Liste, und einen Kerl mit nach Hause zu bringen, wäre mir im Traum nicht eingefallen. Wozu also schlafende Hunde wecken? Zumal meine alten Herrschaften reichlich konservativ sind. Zwar haben sie sich in das sexuelle Privatleben ihrer Söhne noch nie großartig eingemischt, allerdings eher aus der Überzeugung heraus, dass unser „Böttinger-Gen“ uns schon von wirklichen Dummheiten abhalten wird. Stolz und Vorurteil eben, hm? Wenn mir also gelegentlich - Ich bin schließlich kein zweibeiniges Karnickel, sondern bloß ein ganz normaler junger Mann! - nach Sex zumute war, gab es bis jetzt immer noch genügend Dark-Rooms, Toilettenkabinen oder Hotelzimmer – sofern der andere Typ nicht lieber zu sich nach Hause wollte. Aber blöderweise war es ausgerechnet diese Form der Diskretion, welche mir – bildlich gesprochen – das Genick gebrochen hat. Ich hatte mir an einem Samstag Abend in einer Diskothek einen niedlichen Typen aufgerissen und war mit ihm in einem Hotel gelandet. Er hatte mir erklärt, zuhause nicht „rummachen“ zu können, weil er noch unter dem Dach seiner Eltern lebte und mir war das ja auch prinzipiell recht – siehe oben! Wir waren uns einig, dass es nur Sex sein sollte, ein One-Night-Stand ohne weitere Verpflichtungen, und da wir beide nicht nur mächtig angetörnt waren, sondern auch reichlich Alkohol und obendrein Poppers intus hatten, fiel es uns schwer, auf dem Weg ins Zimmer die Hände voneinander zu lassen. Es war spät nachts, die Lobby so gut wie leer, und kaum waren wir im Fahrstuhl allein, fielen wir knutschend und fummelnd über einander her. Erst als der Kleine in meinem Arm zur Salzsäule...



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