Blatty | Die neunte Konfiguration | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Blatty Die neunte Konfiguration

Thriller
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-86552-825-4
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-86552-825-4
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Manchmal finden die Verdammten keinen Retter, aber der Retter findet die Verdammnis. Tief in den Wäldern der USA verbirgt sich ein altes Herrenhaus, das von der Regierung als militärische Irrenanstalt genutzt wird. Dort sind 27 Insassen untergebracht. Alle Soldaten leiden an einer Geisteskrankheit, die ganz plötzlich ausgebrochen ist. Haben die Männer wirklich den Verstand verloren, oder tun sie nur so? Auf der Suche nach Antworten hat das Pentagon den brillanten Marine-Psychiater Colonel Hudson Kane beauftragt, die gestörten Insassen zu untersuchen. Doch bald stellt Kane fest, dass die größte Herausforderung möglicherweise seine eigenen begrabenen Dämonen der Vergangenheit sind ... Vor dem Mega-Bestseller DER EXORZIST schuf Blatty dieses Meisterwerk! Absurd, psychologisch und voller Philosophie. Ein Trip in das Herz des Wahnsinns. Die Grundlage des gefeierten Films von 1980. Santa Monica Evening Outlook: »Ein metaphysischer Thriller und eine kosmische Liebesgeschichte. Sie haben so etwas noch nie zuvor gelesen.« San Antonio Express: »Ein Werk von außergewöhnlicher Vorstellungskraft.« Associated Press: »Schnallen Sie sich an, bevor Sie dieses Buch öffnen!« DeadEndFollies.com: »Nach Ken Keseys EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST vielleicht DER endgültige Irrenroman.«

William Peter Blatty (1928 - 2017) war ein US-amerikanischer Autor, Drehbuchautor und Regisseur. Weltweit bekannt wurde er 1971 durch den Roman DER EXORZIST, die Geschichte eines zwölfjährigen Mädchens, das von einem Dämon besessen ist. Die Verfilmung mit Linda Blair in der Hauptrolle von 1973 wurde Kult und für das von ihm geschriebene Drehbuch erhielt Blatty einen Oscar. William Peter Blatty war verheiratet und Vater von sieben Kindern.
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2

Mit Nammack hatten die Probleme angefangen. Am 11. Mai 1967 war Nammack, ein Captain der United States Air Force, in einer mit Bomben beladenen B-52 in Richtung Hanoi geflogen, und sein Co-Pilot hatte eine hydraulische Fehlfunktion gemeldet.

Nammack war in aller Ruhe aufgestanden, hatte seinen Fliegerhelm abgenommen und leise und voller Überzeugung gesagt: »Sieht aus wie ein Job für Superman.«

Der Co-Pilot übernahm die Kontrolle. Nammack wurde in ein Krankenhaus eingewiesen, wo er weiter auf seiner fixen Idee beharrte, er habe übermenschliche Kräfte und könne ›ohne Kryptonit‹ nicht vollständig geheilt werden. Die psychiatrischen Tests und Untersuchungen führten jedoch zum frustrierenden Ergebnis, dass man ihn nicht eindeutig als psychotisch einstufen konnte. Bis zu dem Moment, als er im Cockpit aufgestanden war, hatte vielmehr alles darauf hingedeutet, dass seine Psyche und sein Emotionshaushalt sogar bemerkenswert robust waren.

Nammack war der Wegbereiter. Bald folgten ihm Dutzende andere, dann noch viele mehr. Militärische Offiziere legten plötzlich geistige Störungen an den Tag, die für gewöhnlich in Form irgendeiner verblüffenden, bizarren Zwangsvorstellung auftraten. In keinem dieser Fälle gab es eine Vorgeschichte mentaler oder emotionaler Instabilität.

Die Regierungsbehörden waren verwirrt und zunehmend beunruhigt. Waren diese Männer Simulanten? Es war auffällig, dass Nammacks Fall sich sehr kurze Zeit nach der Sache mit Captain Brian Fay ereignet hatte. Dieser, ein Marine, hatte sich geweigert, ein Kampfgebiet zu betretenm und war dafür zu mehreren Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Es war ein umstrittener Krieg, und die meisten dieser Männer waren im Kampfeinsatz oder würden es bald sein. Der Verdacht, dass sie ihre Krankheit nur vortäuschten, kam unvermeidlich auf.

Aber diese Schlussfolgerung warf einige Probleme auf. Manche dieser Soldaten waren überhaupt nicht an Kämpfen beteiligt gewesen, und viele derer, die es gewesen waren, hatten Tapferkeitsauszeichnungen erhalten. Warum waren sie alle Offiziere? Weshalb ging es in den meisten Fällen um Zwangsvorstellungen? In einem internen Arbeitspapier des Weißen Hauses wurde der dunkle Verdacht formuliert, dass hier ein geheimer Offizierskult mit unbekannten, aber möglicherweise gefährlichen Absichten am Werk war. Angesichts der Rätselhaftigkeit der Vorgänge erschienen solche Vorstellungen kaum abwegig.

Um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen und gegebenenfalls seine Ursache und mögliche Heilmethoden zu ermitteln, rief die Regierung Projekt Freud ins Leben: ein geheimes Netzwerk militärischer Erholungslager, in denen diese Männer vor der Öffentlichkeit verborgen blieben und in Ruhe studiert werden konnten. Das letzte dieser Camps war Zentrum 18. Diese hochgradig experimentelle Einrichtung war in einem Herrenhaus untergebracht, tief in einem Kiefern- und Fichtenwald nahe der Küste des Bundesstaats Washington. Das Haus gehörte Amy Biltmore, und seine Architektur war eine Nachahmung der mittelalterlichen Burg ihres Mannes, des Grafen von Eltz. Aber bevor sie es im Herbst 1968 an das Militär vermietete, hatte sie es schon lange verlassen. Jetzt war es von einer Minimalbelegschaft aus Marines sowie von 27 Insassen bewohnt, allesamt Offiziere. Einige gehörten zum Marine Corps, andere hatten früher zu B-52-Fliegermannschaften gehört. Außerdem hielt sich dort ein ehemaliger Astronaut namens Captain Billy Thomas Cutshaw auf, der eine Mondflugmission während des letzten Countdowns auf so absonderliche Weise abgebrochen hatte, dass nur diejenigen die Geschichte glaubten, die dabei gewesen waren.

Das Pentagon hatte Cutshaw und den anderen in Zentrum 18 einen brillanten Psychiater vom Marine Corps zugeteilt, der für seine außergewöhnliche geistige Offenheit bekannt war und schon erstaunliche Erfolge mit neuartigen Methoden erzielt hatte: Colonel Hudson Stephen Kane. Jemand dieses Namens erschien dort tatsächlich am 17. März, nur wenige Wochen nach der Rückeroberung von Hué. Major Groper, der Adjutant und zeitweilige Kommandant des Zentrums, trat in diesem Moment gerade den Insassen im Hof gegenüber. Als er sah, wie sich der Dienstwagen näherte, und annehmen musste, dass derjenige, der darin saß, Colonel Kane war, verfluchte er sein Schicksal dafür, dass dieser während des Morgenappells eintraf – der Zeitpunkt, an dem der Zustand der Insassen immer am schlimmsten war. Wie Läuse waren sie zur Mitte des Innenhofs gehuscht – alle außer Fairbanks der Fechter. Dieser war an diesem Morgen seine Optionen durchgegangen und hatte sich dazu entschieden, sich an einem Seil zur Formation hinabzuschwingen, das er an einem der Türme befestigt hatte. Jetzt spielten sie ein von Cutshaw erfundenes Spiel namens In Zungen sprechen: Jeder Mann plapperte in voller Lautstärke kryptischen Nonsens – abgesehen von Reno, dem Insassen, der einen Hund hatte. Reno starrte wie benebelt geradeaus und sang Let Me Entertain You. Sein Hund wirkte verängstigt durch all das fremdartige Geschrei.

»Herrgott!« Groper spuckte in den Staub vor seinen Füßen und donnerte: »Achtung! Schnauze halten, ihr Schwanzlutscher! Haltet verdammt noch mal den Rand und reiht euch ein! In die Reihe!«

Die Insassen beachteten ihn gar nicht.

Der Dienstwagen hielt vor dem Eingang. Der Fahrer, ein Sergeant, öffnete die Tür für den Mann auf dem Rücksitz, ein Marine-Corps-Colonel, der ausstieg, schweigend stehen blieb und Groper und die Insassen betrachtete. Der Colonel war groß, stämmig und verfügte über raue und doch irgendwie sanfte Gesichtszüge. Nur in seinen Augen war Bewegung: Grünliche Flecken wirbelten dort fast unmerklich durch kastanienbraune Seen. Auch Traurigkeit war in diesen Augen.

»Meine Herren, darf ich für einen Moment um Ihre Aufmerksamkeit bitten?« Gropers tiefe, raue Stimme bekam einen salbungsvollen Beiklang.

Die Insassen setzten ihr Spiel fort. Der Colonel beobachtete sie mit undurchdringlicher Miene. Dann sah er zur Seite. Neben ihm stand ein finster dreinblickender Marine im frisch gebügelten Gabardinehemd und der Hose einer Klasse-B-Uniform. Am Kragen trug er ein Sanitäterabzeichen und die Blätter eines Colonels. In der Hand hielt er ein Stethoskop. Er starrte die Insassen an und schüttelte den Kopf. »Arme Schweine«, murmelte er. Dann richtete er den Blick auf den Colonel. »Kane?«

Der Angesprochene bestätigte mit einem Nicken.

»Ich bin Colonel Fromme, der Sanitäter hier im Zentrum. Bin wirklich froh, dass Sie mit an Bord kommen. Ich kann jede Hilfe gebrauchen, die ich kriegen kann.« Er sah zu den Insassen, die immer noch außer Kontrolle waren. »Mein Gott, die sind ganz schön hinüber.«

»Würden Sie mich bitte zu meinem Quartier bringen?«, bat Kane.

»Folgen Sie einfach der gelben Ziegelsteinstraße.«

Kane starrte ihn an.

»Lieutenant Fromme, zurück ins Glied!«, donnerte Groper in Richtung des Mannes mit dem Stethoskop.

»Fromme, du Irrer!«, rief ein Mann ohne Hose, der aus der Eingangstür des Herrenhauses marschiert kam. »Gib mir meine Hose und mein Stethoskop wieder, verflucht noch mal!« Er stapfte auf Kane und Fromme zu.

Ein Sergeant mit ausdrucksloser Miene und tadelloser Uniform tauchte vor Kane auf und salutierte zackig. »Sergeant Christian meldet sich zum Dienst, Sir!«

»Das wird auch langsam Zeit, Kildare!«, begrüßte Fromme den Sergeant eisig. Er zeigte mit dem Finger auf Kane. »Um Gottes willen, bringen Sie diesen Mann jetzt in den Operationssaal oder haben Sie vor, ihn hier verbluten zu lassen, während Sie und Ihre Kumpels Soldat spielen? Was zum Teufel ist das hier, ein Krankenhaus oder ein Irrenhaus?«

Während Fromme nach einer passenden Entgegnung suchte, führte Sergeant Christian ihn gewaltsam davon. In der Zwischenzeit war der Mann ohne Hose eingetroffen. Im Vorbeigehen riss er Fromme geschickt das Stethoskop aus der Hand und rief Sergeant Christian zu: »Lass ihn die Hose diesmal nicht verknittern!« Dann wandte er sich Kane zu und salutierte.

Ein seltsamer Ausdruck erschien kurz in Kanes Miene, und der Mann stieß hervor: »Vincent!«

Kanes Blick wurde wieder unergründlich. »Was haben Sie gesagt?«

»Sie sehen genauso aus wie Vincent van Gogh. Oder wie eine Lerche in einem Weizenfeld; ich bin nicht ganz sicher. Die sind sich ziemlich ähnlich. Ich bin Colonel Richard Fell. Der Sanitäter.«

Kane musterte ihn. Ein untersetzter Mann Mitte 40 mit listigen, fröhlichen Augen in einem traurigen Gesicht. Er schwankte leicht, und die Hand, mit der er salutiert hatte, war dieselbe, in der er das Stethoskop hielt.

»Colonel Fell, haben Sie etwa getrunken?« Kanes Stimme war leise und sanft, ohne jeden Vorwurf.

»Was? In Uniform?«, entgegnete Fell scharf. »Das ist meine letzte Gabardinehose, die er da hat. Die anderen sind alle in der Wäsche. Und, Colonel, wenn Sie wollen, dass ich noch länger salutiere, rufen Sie dann bitte im Memorial Hospital an und sagen denen, dass der Spenderarm bereit zur Transplantation ist? Er müsste jetzt jeden Moment abfallen …«

Kane salutierte zurück.

»Danke. Sie sind ein wahrer Prinz, Sir, bei Gott.«

Ein anderer Sergeant mit vielen Sommersprossen tauchte vor Kane auf und salutierte ebenfalls. »Sergeant Krebs meldet sich zum Dienst, Sir.«

»Würden Sie mich zu meinem Quartier bringen?«

Fell rülpste und murmelte mit abgewandtem Blick: »Wahrscheinlich.« Dann drehte er sich unerklärlicherweise um und ging.

Für einen Augenblick...


Blatty, William Peter
William Peter Blatty (1928 – 2017) war ein US-amerikanischer Autor, Drehbuchautor und Regisseur.
Weltweit bekannt wurde er 1971 durch den Roman DER EXORZIST, die Geschichte eines zwölfjährigen Mädchens, das von einem Dämon besessen ist. Die Verfilmung mit Linda Blair in der Hauptrolle von 1973 wurde Kult und für das von ihm geschriebene Drehbuch erhielt Blatty einen Oscar.
William Peter Blatty war verheiratet und Vater von sieben Kindern.



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