E-Book, Deutsch, Band 2280, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Booth Falsches Date mit Mr. Right?
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1551-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2280, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-1551-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nach ihrer geplatzten Verlobung ist Society-Girl Alexandra ins Visier der Klatschpresse geraten. Um zu beweisen, dass sie ihr Leben wieder im Griff hat, braucht sie dringend ein Date für die Hochzeit des Jahres. Ryder Carson, der beste Freund und Geschäftspartner ihres Bruders, ist der perfekte Kandidat! Dass Alex seit Jahren scharf auf ihn ist, muss sie ihm ja nicht verraten. Auf der Hochzeitsparty knistert es heißer denn je zwischen ihr und Ryder. Doch ihr Bruder hat unmissverständlich klargemacht, dass Ryder für Alex tabu ist ...
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2. KAPITEL
Donnerstags ging es in Alex’ Blumenstudio Flora ums Entwerfen. Der ganze Ort brummte vor frenetischer Energie, denn ihre Mitarbeiter bereiteten sich auf den Freitag vor und schließlich auf den Ansturm ihrer größten Einnahmequelle – Hochzeiten.
Heute war allerdings ein besonderer Donnerstag. Alle Arrangements und Sträuße für Chloes Hochzeit hatte Alex persönlich schon einen Tag früher fertiggestellt, weil sie am kommenden Tag mit Ryder nach Connecticut reisen würde. Trotzdem lag noch der himmlische Duft von frisch geschnittenen Freesien, Rosen und Magnolien in der Luft.
Alex war erschöpft, aber zufrieden mit allem, was sie für die Hochzeit getan hatte. Die Blumen blieben über Nacht in den Kühlschränken stehen, und einer ihrer Lieferboten würde morgen alles nach Connecticut auf das Anwesen von Taylors Familie bringen.
Jetzt musste sie sich nur noch auf ihr Date mit Ryder heute Abend vorbereiten. Der Kuss, den sie ihm gestern gegeben hatte, verfolgte sie. Und von Erinnerungen an den Kuss war es nicht weit bis zu den Erinnerungen an ihre eine, sengend heiße gemeinsame Nacht. Warum war Ryder nur so stur, wenn es um ihren Bruder ging? Sie bewunderte seine Loyalität, aber das war gleichzeitig das größte Hindernis in ihrem Weg.
Ihre beste Angestellte Jade kam aus dem Verkaufsbereich nach hinten ins Studio.
„Alex, wir sind komplett ausverkauft, also schließe ich jetzt zu und gehe nach Hause. Oder brauchst du noch was?“
„Kannst du ein Weilchen vorne bleiben, während ich mich umziehe? Jemand holt mich hier ab. Er sollte bald da sein.“
„Oh, ein heißes Date?“
Der Typ ist heiß. Das Date wird entschieden keusch ausfallen, bis auf den einen Kuss, den die Paparazzi mitbekommen müssen.
„Nicht wirklich.“
Die unverkennbare Klingel an der Ladentür ertönte. Grinsend warf Jade einen Blick in den Verkaufsraum, dann wandte sie sich wieder an sie: „Nicht schlecht. Und groß. Ich mag große Männer“, murmelte sie und hob die Augenbrauen.
„Oh, verdammt. Er ist schon da?“
„Ich denke, ja. Die meisten Leute bringen keine Blumen mit, sondern nehmen sie mit nach draußen.“
Blumen? Obwohl sie Panik hatte, weil sie so schlimm aussah, machte Alex’ Herz doch einen Satz, als sie daran dachte, dass sie gleich Ryder sehen würde und dass er ihr ein Geschenk mitbrachte, noch dazu ein romantisches. Vielleicht würde das alles nicht so schwierig werden wie befürchtet.
„Ich rede mit ihm, und du kannst nach Hause. Ich schließe ab.“
„Okay. Du erzählst mir dann, wie dein Date gelaufen ist.“
„Glaub mir, da wird es nicht viel zu erzählen geben.“ Alex rauschte an Jade vorbei in den Laden. Tatsächlich, da stand Ryder.
Er trug einen tadellos sitzenden grauen Anzug, der seine kraftvolle Figur betonte. Ein Anblick direkt aus ihren Tagträumen. In der Hand hielt er einen schlichten, aber eleganten Strauß aus weißen Tulpen.
„Wovon wirst du nicht viel erzählen?“
Heute blickten seine schokoladenbraunen Augen besonders warm drein, und an seinem Kiefer zeigte sich ein dunkler Bartschatten. Er warf einen Blick zur Tür ins Studio.
„Sind wir allein?“
Bei dieser Frage musste Alex lächeln. War er nervös? Falls ja, dann gefiel ihr das. Oft fühlte sie sich nämlich aus dem Konzept gebracht, wenn er in der Nähe war.
„Ja, das sind wir.“
Er räusperte sich und verschränkte die Hände, als wollte er eine Verteidigungsrede vorbringen.
„Es war falsch, dass ich mitten in der Nacht abgehauen bin. Aber ich wusste, dass das, was zwischen uns passiert ist, auch nicht richtig war.“
Das kleine bisschen Optimismus, das der Anblick der Blumen ihr beschert hatte, verschwand. Sie hasste es, hören zu müssen, wie er über ihre gemeinsame Nacht sprach, als wäre sie ein Fehler gewesen. „Wegen meines Bruders.“
„Ja, aber es ist mehr als das. Du hast eine Menge durchgemacht. Ich hätte es niemals so weit kommen lassen dürfen.“
„Das vergangene Jahr war wirklich schwierig, ich bin allerdings noch lange nicht am Boden, Ryder.“
Ja, als er gegangen war, hatte er sie verletzt, doch sie war Enttäuschungen gewöhnt, besonders seit den letzten zwölf Monaten. Ihre gemeinsame Nacht wollte sie jedoch lieber als Frühstart interpretieren und nicht als Fehler, der bedeutete, dass zwischen ihnen alles vorbei war. Obwohl ihr Bruder ihnen Steine vor die Füße warf, wollte sie immer noch daran glauben, dass Ryder und sie einen Weg finden würden.
„Das mag sein, aber ich will nicht der Grund dafür sein, dass du endgültig zusammenbrichst.“
Alex nickte und kämpfte ihren Frust nieder. Sie wusste, sie sollte nicht wütend auf ihn sein, denn er war ein netter Kerl, auch wenn das bedeutete, dass sie nicht haben konnte, was sie wollte – ihn.
„Ich sollte mich umziehen, damit wir loskönnen.“
„Ich finde, du siehst fantastisch aus.“
Sie blickte an sich herunter. Sie trug eine enge schwarze Hose und ein dazu passendes Tanktop, ihre übliche Arbeitskleidung im Hochsommer.
„Na ja, Haute Couture ist das nicht gerade.“
Wieder räusperte er sich und steckte die Hände in die Hosentaschen.
„Dein Outfit habe ich nicht gemeint.“
Alex wurde vom Kopf bis zu den Zehen von plötzlicher Hitze durchflutet. Gütiger Himmel, wenn er weiterhin solche Dinge sagte, würde der Abend schrecklich schwierig werden. Sie müsste sich die ganze Zeit beherrschen, um nicht das zu sagen, was ihr wirklich durch den Kopf ging. Hör auf, ein netter Kerl zu sein, und nimm mich gleich hier auf der Theke, zum Beispiel.
„Ich brauche nicht lange.“
Sie eilte nach oben in ihr Büro, schnappte sich ihr Make-up und betrat das Badezimmer. Es war zu heiß draußen, um mehr aufzulegen als frische Mascara und etwas Lippenstift. Rouge brauchte sie jedenfalls nicht. Ein paar Minuten mit Ryder reichten aus, und ihre Wangen waren rosig bis rot.
Sie zog die Turnschuhe aus, die sie den ganzen Tag getragen hatte, und tauschte die Arbeitskleidung gegen ein enges, ärmelloses schwarzes Kleid, auch wenn sie davon ausging, dass Ryder nicht groß darauf reagieren würde. Sie wollte ihn ja nicht direkt verführen, sondern ihm nur in Erinnerung rufen, was er haben könnte, wenn er nur ein paar seiner Regeln in Bezug auf ihren Bruder etwas großzügiger auslegte.
Nachdem sie Riemchensandalen angezogen hatte, traf sie Ryder wieder unten. Sobald er sie sah und in seinen Augen Bewunderung aufblitzte, wusste Alex, dass sie mit ihrem Outfit die richtige Wahl getroffen hatte. Wenigstens konnte sie stolz auf sich sein, während Ryder nur so tat, als hätte er romantisches Interesse an ihr.
„Wohin gehen wir?“, fragte er.
„Ich habe dich gebeten, früher da zu sein, damit wir uns ein paar Kunstwerke im Whitney-Museum anschauen können, bevor es schließt. Dann können wir in dem Restaurant auf dem Dach einige Blocks weiter etwas essen und einen Cocktail trinken und danach über die Gleise auf der High Line spazieren. Dort hat Chloe den Fotografen platziert. Gegen halb neun wird er da sein.“
„Hört sich an, als hättest du alles bestens durchgeplant.“
Wenn er wüsste, wie wenig Mühe es sie gekostet hatte, sich diesen Plan auszudenken. Von so einem Abend hatte sie schon oft geträumt, all die Dinge zu tun, die sie mochte, mit dem Mann, den sie so sehr wollte. Eigentlich traurig, dass es nun unter solchen Umständen passierte, aber es nützte nichts, sich darüber zu beschweren. Sie musste mit dem zufrieden sein, was vor ihr lag – ein paar Stunden mit Ryder Carson. Und danach ein ganzes Wochenende mit ihm, während ihr Bruder auf der anderen Seite des Atlantiks weilte.
Etwa eine Stunde, bevor das Museum schloss, kamen er und Alex beim Whitney an. Sobald sie drinnen waren, nahm sie seine Hand, und während sie durch die Galerie schlenderten und das Ausstellungsangebot an moderner Kunst bewunderten, machte keiner von ihnen Anstalten, wieder loszulassen.
„Was hältst du hiervon?“, fragte Alex und trat zu einem Gemälde von Charles Demuth. Breite Sonnenstrahlen fielen herab auf ein stahlgraues Gebäude unter einem Himmel aus blauen Quadraten.
„Ich finde es großartig. Ist das eins deiner Lieblingsbilder?“
„Ich dachte mir, dass dir der Kontrast zwischen dunkel und hell gefällt. Ich habe den Eindruck, dass du in Schwarz-Weiß-Kategorien denkst. Eine Sache ist entweder hundert Prozent gut oder hundert Prozent schlecht.“
Ryder war nicht sicher, ob er sich vor den Kopf gestoßen fühlen sollte. Wer eine solche Einstellung hatte, war meistens nicht besonders weltoffen, aber er wusste, dass er keine Vorurteile hatte. „Damit hast du kein bisschen recht.“
„Vielleicht könnte man sagen, dass du Gewissheit magst. Garantien.“
Was war daran denn falsch? Ryder fand, dass Sicherheit ein seltenes Gut war. „Wenn du damit meinst, dass ich es mag, wenn ich mich auf Dinge verlassen kann, dann stimmt das schon eher. Das ist einer der Gründe, warum ich Architektur studiert habe. Architektur vereint Präzision mit Kunsthandwerk, und am Ende hat man etwas Solides. Ich kann mir einen meiner Entwürfe ansehen, wenn er fertig gebaut ist, und mir sagen: Das hast du dir einfach ausgedacht, und jetzt ist es ein stabiles Gebäude.“
Fragend blickte Alex ihn an. „Willst du etwa sagen, dass ich dir nicht genug Anerkennung zolle?“
Hand in Hand gingen sie weiter. „Nein. Auf Anerkennung...




