E-Book, Deutsch, Band 1, 373 Seiten
Reihe: Undercover
Bräutigam Undercover: Heat
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-86495-361-3
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 1, 373 Seiten
Reihe: Undercover
ISBN: 978-3-86495-361-3
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Mein Name ist Logan Connor. Der Job als Detective ist meine Berufung, aber der nächste Auftrag sollte der härteste meines Lebens werden.
Mein Name ist Madison West. Ich bin komplizierte Fälle gewohnt, aber die folgende Mission brachte mich in meine düstere Vergangenheit zurück, mit der ich eigentlich abgeschlossen hatte.
Logan Connor, Detective beim L.A. Police Department, soll dem Drogenhändler Ethan Armstrong auf die Spur kommen, der für einen Großteil des Drogenhandels an der Westküste verantwortlich sein soll. Den selben Auftrag erhält auch die FBI-Agentin Madison West.
Undercover als Aiden Carter und Hailey Jackson in Armstrongs Drogenkartell eingeschleust, treffen sie während des Einsatzes aufeinander, ohne zu wissen, dass sie beide Undercover-Agenten sind und in der selben Sache ermitteln. Misstrauen, brennende Leidenschaft und ungezügelte Emotionen prallen aufeinander, doch die Gefahr, in der sie sich befinden, holt die beiden ein …
Romantic Thrill.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Logan »Ist das in Ordnung für Sie, Connor?« Ich beugte meinen Kopf, der zu vibrieren schien, und schloss für einen Moment meine Augen. Meine Hand ließ ich über mein Haar gleiten und merkte, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Nach einer Achtzehn-Stunden-Schicht in das Büro des Chiefs zitiert zu werden, konnte nichts Gutes bedeuten. Ich war erledigt und brauchte dringend ein wenig Schlaf. »Connor! Eine Antwort wäre lobenswert«, sagte der Chief und starrte mich an. Seine Augen hatten sich zu kleinen Schlitzen verengt und er beugte sich quer über den Schreibtisch. Er biss die Zähne fest zusammen, seine Kiefermuskeln traten deutlich hervor und ich bemerkte seine Anspannung. Ich hob den Kopf und sah ihn scharf an. Es war ihm eindeutig sehr wichtig, dass ich diesen Undercovereinsatz übernahm. Er wartete immer noch auf eine Reaktion meinerseits. »Ernsthaft?«, war das erste Wort, das mir durch den Kopf schoss und welches ich aus mir herausplatzen ließ. »Ist das ein Ja?«, hakte er nach. Ich atmete tief ein und aus und fuhr mir dabei mit der Hand über meine Stirn. Meine Narbe über der linken Augenbraue schmerzte leicht, und ich kam mir vor wie Harry Potter, sobald Lord Voldemort in der Nähe war. Bei mir lag es an meinem Chef, der nervös an seiner Augenbraue zupfte. Es wäre schön gewesen, eine Nacht darüber schlafen zu können, aber in diesem Job war das nahezu unmöglich, denn die Zeit arbeitete grundsätzlich immer gegen uns. »Chief, was soll ich darauf antworten? Natürlich werde ich mich dazu bereit erklären«, antwortete ich. Was blieb mir auch anderes übrig? Ich war für das L.A. Police Department tätig und mein Chef hatte mich gerade gefragt, ob ich nicht Lust auf einen Undercovereinsatz habe. Lust war wohl das falsche Wort für solch einen Auftrag. Ich war achtundzwanzig Jahre alt, und es war schon eine Weile her, dass ich undercover gearbeitet hatte. Die anderen in meinem Team waren verheiratet, hatten Kinder. Um es genau zu sagen, ich hatte im Gegensatz zu ihnen nichts zu verlieren, falls mal etwas schieflaufen sollte. Ich war seit längerer Zeit Single und hatte ab und zu mal eine Affäre. Nichts Nennenswertes. Es gab für mich nicht die Frau, die Eine, die Richtige. Bei meinem Job war es sowieso schwierig, eine Frau kennenzulernen, die mit dem, was ich beruflich tat, klarkam. Die meisten Frauen in diesem Beruf waren mir vom Verhalten her einfach zu männlich. Meine letzte ernsthafte Beziehung hatte ich mit Anfang zwanzig gehabt. Doch mein Job war mir irgendwann wieder einmal in die Quere gekommen, weil ich Tag und Nacht im Einsatz sein musste. Außerdem hatte sie heiraten wollen. Ich nicht, denn ich wusste, wie angreifbar man dann für seine Feinde war. Wenn man allein war, brauchte man keine Befürchtungen zu haben, dass die Familie, die man liebte, bedroht wurde. Ich kannte die Verbrecher, die Banden in Los Angeles. Sie waren nicht zimperlich, was Drohungen betraf, und auch nicht bei deren Ausführung, wie zum Beispiel Familien Gewalt anzutun, das hatte ich oft genug zu spüren bekommen. »Kommen Sie morgen in mein Büro, dann besprechen wir den Fall, um den es geht, und die Einzelheiten Ihres Auftrags. Teilen Sie Ihren Freunden und Verwandten mit, dass Sie in den nächsten Wochen keine Zeit für sie haben werden. Wenn alles nach Plan läuft, winkt Ihnen nach erfolgreicher Durchführung des Auftrags eine Beförderung. Sie sind der beste Mann für diesen Job, da bin ich mir sicher, und ich habe keine Bedenken, dass etwas schiefgehen könnte.« »Alles klar, Chief«, erwiderte ich und fuhr mir mit der Hand durch mein dichtes Haar. Zum Friseur sollte ich auch mal wieder, schoss es mir durch den Kopf. »Noch eine Frage, bevor Sie gehen: Sie haben keine Verbindung zu sozialen Medien, oder? Heutzutage kann Ihr Gesicht überall auftauchen. Ich möchte nicht, dass Sie enttarnt werden.« »Nein, nichts dergleichen.« Das erste Mal, dass ich froh war, kein Facebook zu benutzen. »Danke, Logan«, sagte der Chief und machte Anstalten, so schnell wie möglich aus dem Büro zu kommen. »Haben Sie noch ein Date?«, zog ich den Chief scherzhaft auf als er seine Jacke von der Garderobe nahm und mich aus dem Büro begleitete. »Ein Date? Nein, Sie wissen doch, dass ich seit zwanzig Jahren verheiratet bin«, antwortete er und zwinkerte mir zu. »Ich treffe mich gleich mit meiner Tochter zum Essen.« »Sie haben eine Tochter? Wieso weiß keiner im Revier davon?« Noch nie hatte der Chief irgendetwas von einer Tochter erzählt. Meine Neugier war geweckt. »Madison ist nicht meine richtige Tochter, aber es fühlt sich so an, als wäre sie es«, erklärte der Chief. »Dann wünsche ich Ihnen viel Spaß bei Ihrem Essen.« »Danke Logan, bis morgen.« »Bis morgen, Chief!« Auf der Heimfahrt fielen mir vor Müdigkeit beinahe die Augen zu, und ich hatte Angst, in einen Sekundenschlaf zu fallen. Ich sah kurz in den Rückspiegel. Meine dunkelbraunen Augen hatten sich fast mit meinen Tränensäcken verbunden. Furchtbar, dachte ich und legte einen Gang zu, um schneller nach Hause zu gelangen. Ich überlegte, um was für einen Fall es sich wohl handelte und um wen es ging. Für meinen letzten Undercovereinsatz hatte ich nach Las Vegas reisen müssen. Es handelte sich um einen Casinobetrug, und nun fragte ich mich, ob ich in Los Angeles bleiben oder woanders hin verfrachtet werden würde. Es war oft so, dass sich die Polizei eines Bezirks die Polizisten aus anderen Regionen auslieh, da die Bösen die meisten Cops aus ihrer eigenen Stadt kannten. Als Undercoverpolizist spielte man mit seinem Leben, und es war keine Seltenheit, dass ein verdeckter Ermittler verschwand, weil er aufgeflogen war. Die meisten hatten jedoch Glück, entweder wurde der Täter gefasst oder sie kamen in das Zeugenschutzprogramm. Ich hatte bei meinem letzten Undercovereinsatz nur einen kleinen Fisch im großen Becken gefangen, aber es reichte für eine Anklage aus und ich konnte zurück nach Los Angeles. Meine Familie wohnte in San Francisco, und ich war froh, sie nicht ständig um mich zu haben. Meine Mutter machte sich rund um die Uhr Sorgen und bat mich immer, sie zurückzurufen, wenn ich mal nicht auf meinem Handy zu erreichen war. Manchmal kam ich mir noch wie ein kleiner Junge vor. Freunde hatte ich in Los Angeles nicht viele. Diejenigen, die ich zu meinen Freunden zählte, waren Diego Garcia und Matthew Anderson. Mit Diego hatte ich die Ausbildung zum Polizisten angefangen, ihm vertraute ich mein Leben an. Er war mein Partner und mein bester Freund. Wenn ich ein Problem hatte, hatte er immer ein offenes Ohr für mich, egal ob es um Liebesprobleme oder etwas anderes ging. Diego war mittlerweile seit zwei Jahren verheiratet und seine Frau erwartete das erste Kind. Ich freute mich für ihn, natürlich nicht, ohne ein bisschen neidisch zu sein. Seine Gattin Sarah war bezaubernd, die hätte ich auch nicht mehr losgelassen. Ich hatte ein kleines Appartement am Rande von Los Angeles und war froh, endlich meine Beine hochlegen zu können. Zu Hause angekommen, stellte ich mir schnell ein Fertigessen in die Mikrowelle und machte es mir danach auf dem Sofa bequem. Ich schaffte es nicht einmal mehr, das Gericht vollständig aufzuessen, da ich so müde war, und bewegte mich von der Couch zum Bett. Eine Frau neben mir zu haben, wäre jetzt ganz schön, dachte ich und war nach wenigen Minuten schon im Reich der Träume angelangt. Madison Ich legte meine Pistole auf den Schreibtisch, nahm meine Marke ab, behielt sie noch einen Augenblick in der Hand und strich langsam über das goldene Wappen, das sich reliefartig vom Untergrund abhob. Anschließend wanderte mein Blick Richtung Polizeiausweis, der sich in meinem Dienstausweismäppchen direkt in dem Fach neben meiner Marke befand. Special Agent Madison West. Federal Bureau of Investigation. Department of Justice, las ich in Gedanken. Das FBI hatte mir sprichwörtlich das Leben gerettet und ich war ihm etwas schuldig. Eine FBI-Agentin zu sein, war kein Zuckerschlecken, aber es war das Beste, das mir passieren konnte. Ich liebte meinen Job und lebte dafür. Eine Familie hatte ich nicht. Ich war in einem Kinderheim aufgewachsen und nie adoptiert worden. Mit sechzehn Jahren hatte ich den Highschoolabschluss in der Tasche gehabt und war aus Chicago verschwunden, hinaus in die weite Welt, um mein Glück zu finden – was jedoch mein größtes Unglück geworden war. »Madison, wenn Sie das nicht tun möchten, haben wir Verständnis dafür. Das wissen Sie, oder?«, riss mich mein Chef aus meinen Gedanken und musterte mich mit einem besorgten Blick. Er wusste von meiner Vergangenheit und davon, was ich durchgemacht hatte. Doch auf das, was mir jetzt bevorstand, konnte mich kein Mensch vorbereiten. »Nein, ich bin die perfekte Agentin für diesen Auftrag, das wissen Sie genauso gut wie ich. Ich werde Ethan schnappen und ihn endgültig hinter Gitter bringen«, sagte ich fest entschlossen und ließ meine Marke auf den Schreibtisch sinken. Ich hatte sie seit meiner offiziellen Ernennung zum Special Agent nicht mehr aus der Hand gegeben, und es fiel mir sichtlich schwer, sie loszulassen. »Madison, Sie schaffen das. Ich glaube an Sie. Ein Einzimmerappartement ist ab morgen in South Los Angeles für Sie angemietet. Wenn Sie etwas benötigen, rufen Sie an. Meine und Mirandas Telefonleitung sind jederzeit für Sie geöffnet. Falls Sie dringend Hilfe brauchen, schreiben Sie eine SMS mit dem Codewort Beans, dann werden wir sofort...




