Brendan | Der Silberbaron | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

Brendan Der Silberbaron


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6471-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-7337-6471-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mit seinen Silberminen hat der elegante Richard Du Quesne ein Vermögen gemacht, und da er außerdem noch charmant und gut aussehend ist, verwundert es nicht, dass er von jungen Damen umschwärmt wird. Nur die temperamentvolle Emma Worthington will anscheinend gar nichts von ihm wissen. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie ihn für einen Herzensbrecher hält und nicht die Absicht hat, sich in die lange Schlange seiner Verehrerinnen einzureihen! Doch gerade ihren Trotzkopf findet der Silberbaron entzückend! Da er Emma für eine Dame mit Erfahrung hält, bietet er ihr an, seine Mätresse zu werden und küsst sie leidenschaftlich. Natürlich lehnt Emma empört ab. Eine Einladung auf seinen Landsitz Silverdale nimmt sie jedoch an - nicht ahnend, dass Richard sie dort erobern will...



Mary Brendan wurde in Norden Londons als drittes Kind von sechs Kindern geboren. Ihr Vater hatte eine Klempnerfirma, und ihre Mutter, die sie zum Lesen und lernen anregte, arbeitete als Schulsekretärin. Mary Brendan heiratete mit 19 Jahren und arbeitete in einer internationalen Ölfirma als Büroangestellte und später dann als Sekretärin in der Personalabteilung. Dort lernte sie auch im Zehn-Finger-System zu schreiben, was sich für ihre spätere Autorenkarriere von unschätzbarem Wert erwies. Als begeisterte Leserin historischer Liebesromane, versuchte sie sich erstmals an einem Regency-Roman, während ihr jüngster Sohn sein Nachmittagsschläfchen hielt. Bald nahm das Schreiben immer mehr Zeit in Anspruch, und Mary Brendan war überglücklich, als ihr erster Liebesroman 1986 in Amerika veröffentlicht wurde. Seit dem hat sie etliche weitere Romane herausgebracht. Heute lebt Mary Brendan mir ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen nördlich von London in Hertfordshire. Nebenher arbeitet die sie in der Bücherei und hilft ihrem Mann in seiner Firma. Sehr gerne entspannt Mary Brendan sich auch bei einer Einkaufstour in Trödelläden.
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1. KAPITEL

“Dumme Gans! Selbstverständlich wirst du mit Mr. Dashwood sprechen, und seinen Antrag wirst du mit der gebührenden Artigkeit dankend annehmen!” Margaret Worthingtons dünne Finger gruben sich mit überraschender Kraft in den Ellbogen ihrer Tochter.

“Du verschwendest nur deine Zeit, Mama, und die Zeit unseres … Gastes.” Das letzte Wort wurde durch zusammengebissene Zähne gezischt. “Ich werde ihn nicht heiraten, ich werde mich nicht einmal dazu herbeilassen, mit diesem widerwärtigen Wüstling in einem Raum zu sitzen.” Emma Worthington zerrte an den festgekrallten Fingern ihrer Mutter, die sich jedoch alsbald wieder um ihren Arm schlossen. Sie seufzte matt. “Bitte lass mich los.”

“Gewiss nicht. Wenn du den Salon nicht aus freien Stücken betrittst, werde ich dich dazu zwingen, oder dein Papa … oder vielleicht sogar Mr. Dashwood. Er verlangt eine fügsame und tugendhafte Gattin. Nun, die zweite Bedingung erfüllst du, bei der ersten habe ich die Wahrheit etwas beschönigt. Da muss er vielleicht noch korrigierend eingreifen … und das wird er sicher tun, nachdem er deinem Vater bereits zweitausend Pfund angewiesen hat.”

“Zweitausend Pfund?” In Emmas Stimme lag so viel ungläubiger Zorn, dass die Frage nur als entrüstetes Flüstern herauskam.

“Du hast diesem … diesem Widerling gestattet, mich zu kaufen, mich für zweitausend seiner ekelhaften, blutbesudelten Pfund zu kaufen?”

“Sei doch nicht so melodramatisch, Emma, das ist lächerlich”, zischte Margaret Worthington. “Außerdem werden bei eurer Eheschließung weitere sechzehntausend dieser ekelhaften Pfundnoten folgen, und damit wären die Finanzen deines Papas saniert. Wie kannst du nur so störrisch und selbstsüchtig sein? Du bist einfach unerträglich!”

Die momentane Benommenheit ihrer Tochter geschickt für sich nutzend, gelang es Margaret, mit einer Hand die Tür zum Salon aufzureißen und Emma mit der anderen unsanft in den Raum zu stoßen. Darauf lehnte sie sich anmutig an die Mahagonitäfelung, drückte ihrer Tochter unauffällig die Hand in den Rücken und drängte sie vorwärts.

Emma hob das Kinn, brachte mit einiger Mühe die zusammengebissenen Zähne auseinander und trat entschlossen auf den Herrn zu, der bei ihrem ungraziösen Eintritt auf die elegant beschuhten Füße gekommen war.

Ihr Blick traf auf den seinen, exquisite goldbraune Augen begegneten olivgrünen lauernden Augen. Höflich streckte sie ihre blassen, schmalen Finger aus und knickste. “Es tut mir wirklich sehr leid, dass ich Sie warten ließ, Mr. Dashwood. Bedauerlicherweise scheint es zwischen meinen Eltern und mir zu einem Missverständnis gekommen zu sein, was Ihren Heiratsantrag betrifft. Ich kann mich bei Ihnen nur für die Konfusion entschuldigen und Sie bitten, uns zu verzeihen, dass wir Sie unnötig aufgehalten haben.”

Emma hörte gerade noch, wie ihre Mutter hinter ihr schockiert Luft holte, doch sie hielt ihre Augen auf den Mann vor ihr gerichtet, die schmale Hand auf seinen Fingerkuppen belassend. Er hielt kurz in seiner Verbeugung inne und warf ihr einen taxierenden Seitenblick zu.

Etwas an diesem verhüllten Blick lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Stelle, wo sie sich berührten. Sie unterdrückte einen Schauder, als ihr ein paar drahtige Haare auffielen, die aus seinem kräftigen Handrücken sprossen. Hastig riss sie die Hand zurück und verbarg sie in ihren Rockfalten.

Jarrett Dashwood stieß ein leises, humorloses Lachen aus, als er sich wieder aufrichtete. Stocksteif stand er da und warf einen durchdringenden Blick auf Mrs. Worthingtons leidgeprüfte Miene. “Mir scheint wohl etwas entgangen zu sein, Madam”, begann er, wobei er seiner Stimme einen so überzeugend amüsierten Klang verlieh, dass es fast über das zornige Glühen in seinen Augen hinweggetäuscht hätte. “Als ich mit Ihnen und Ihrem Gatten diese Woche zusammentraf, hätte ich schwören mögen, dass Sie beide mir zu verstehen gaben, Ihre Tochter sei meinem Antrag nicht nur nicht abgeneigt, sondern fühle sich ‘glücklich und geehrt’ – so lauteten doch Ihre Worte, wenn ich mich recht erinnere …? Vielleicht haben Sie ja noch eine Tochter? Eine, die dem Bild der scheuen älteren Jungfer, das Sie für mich entwarfen, etwas mehr gleicht – einer Jungfer von zugänglichem Wesen … ah ja, und mit einer Vorliebe für die frivolen Romanzen aus Jane Austens Feder.” Fast ohne Atem zu holen, fuhr er schleppend fort: “Nun, um mit den weisen Worten dieser guten Frau zu sprechen: ‘Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle, der ein beachtliches Vermögen besitzt, zu seinem Glück nur noch einer Frau bedarf’ … ganz gewiss jedoch, sobald ein Teil dieses beachtlichen Vermögens auf seine mittellosen zukünftigen Schwiegereltern übertragen wurde.” Mit derselben aalglatten Gelassenheit fragte er: “Wo ist Ihr Gatte? Holen Sie ihn, wenn ich bitten darf.”

“Mein Mann fühlt sich nicht wohl, Sir.” Die Worte kamen schwach und heiser heraus. “Ich möchte Sie ersuchen, mich ein paar Minuten mit meiner Tochter allein zu lassen. Anscheinend leidet sie an derselben Krankheit wie ihr Vater: Verwirrtheit … konfuse Gedanken …”

“Bei Ihrem Gatten das übliche Leiden, Mrs. Worthington? Ihre Tochter kommt mir allerdings bemerkenswert nüchtern vor.” Jarret Dashwoods seidenweicher Sarkasmus trieb Margaret die Schamröte ins Gesicht. Während sie sich noch vor Verlegenheit wand, richtete sich sein verächtlicher Blick vielsagend auf ihre hausbackene Erscheinung.

Emma beherrschte sich mühsam, ballte die Hände zu Fäusten. Sie hatte nicht die Absicht, sich einschüchtern zu lassen, auch nicht von einem Mann, dessen Ruf als durch und durch verdorbener Wüstling seinesgleichen suchte. Sollte er sie doch von oben bis unten mustern – bestimmt würde er sich alsbald glücklich schätzen, dass er noch einmal glimpflich davongekommen war.

Sie war nie eine gefeierte Schönheit gewesen, auch nicht in ihrer Jugendblüte vor neun Jahren. Als sie mit achtzehn Jahren in die Gesellschaft eingeführt worden war, hatte sie die oberflächlichen Freundschaften und die tief gehenden Rivalitäten zwischen den um die männliche Aufmerksamkeit buhlenden Debütantinnen entwürdigend und ermüdend gefunden. Im Gegensatz zu den anderen jungen Damen hatte sie sich nie aufgeputzt und zurechtgemacht, hatte sich nie die Haare gelockt, die Wangen rot angemalt oder über den neuesten Pariser Modejournalen gebrütet.

Mit ihren hellbraunen Haaren und Augen, ihrem zarten Teint und den feinen Gesichtszügen war sie einfach nicht der Typ, der die Gesellschaft im Sturm eroberte. Dazu war ihre Erscheinung nicht außergewöhnlich genug. Wie ihre Mutter ihr oftmals entmutigt erklärt hatte, war sie in jeder Hinsicht durchschnittlich. Wenn sie doch nur, so seufzte ihre Mutter, ein zierlicher Blondschopf mit rosa Wangen wäre, jemand wie Rosalie Travis, die ein ganzes Jahr lang ergebene Anbeter im Schlepptau gehabt hatte, oder wie Jane Sweetman, eine große Rothaarige mit Porzellanteint, die die Beaus anzog wie eine Akazienblüte die Bienen. Emma hingegen pries die vollkommene Schönheit ihrer besten Freundin Victoria, ihr rabenschwarzes Haar und ihre grauen Augen.

Victoria war nun die Viscountess Courtenay, verheiratet mit dem Mann ihrer Wahl, einem Mann, den sie liebte und der sie seinerseits anbetete. Und genau das wollte Emma ebenfalls. Mit weniger wollte sie sich nicht zufrieden geben. Und da der einzige Mann, den sie je hatte bestricken wollen, gänzlich verarmt, gänzlich unpassend und zudem einer anderen verfallen war, hatte sie sich in ihr zurückgezogenes Leben in Kensington geschickt, wo sie sich am Rand der vornehmen Gesellschaft bewegte und mit ein paar ruhigen Freunden verkehrte, deren Vorlieben und Lebensumstände den ihren glichen.

Was romantische Liebe und Zuneigung anging, träumte Emma von den Helden aus Romanen: Bei ihnen konnte man sich wenigstens darauf verlassen, dass sie das obligatorische glückliche Ende herbeiführten.

Als sie nun Jarrett Dashwoods hölzerne Verbeugung wahrnahm, erwiderte sie sie mit einem leichten Knicks. Er schritt an ihr vorbei und sprach dann leise und eindringlich auf ihre Mutter ein, die an der Tür stand. Emma drehte sich um, um die beiden zu beobachten. Ihr wurde übel, als aus dem hochroten Gesicht ihrer Mutter alle Farbe wich. Kreidebleich stand Margaret Worthington da, den Tränen nahe, und machte eine schwache Geste der Entschuldigung. Emma schloss bestürzt die Augen.

Sie durfte sich nicht unter Druck setzen lassen; sie hatte etwas Besseres verdient. Mit einem solchen Mann verheiratet zu sein, das wäre ihr Ende. Die bloße Vorstellung war ihr widerlich, war ihr doch bewusst, dass sie weitaus würdigere Gentlemen für sich hätte einnehmen können, hätte sie sich in ihrer Jugend nur die Mühe gemacht, Aufmerksamkeit zu erregen und zu flirten, wie es die anderen Debütantinnen getan hatten. Sie hatte mehreren passenden Bewerbern einen Korb gegeben, da sie keinen von ihnen lieben konnte. Erfüllt von arrogantem Idealismus, hatte sie entschieden, sich mit nichts weniger zufrieden zu geben als mit absoluter Glückseligkeit.

Emmas goldbraune Augen streiften das Profil vor ihr. Jarrett Dashwood war auf seine Weise durchaus attraktiv, wenn sein Teint auch etwas dunkel war. Sein schwarzes Haar glänzte und war modisch frisiert. Er war mittelgroß und etwas stämmig, doch war seine massige Statur auf Muskelkraft zurückzuführen, nicht auf Korpulenz. Seine Nase war etwas zu scharf, sein Mund eine Spur zu voll und sinnlich, doch insgesamt wirkte er wie ein ehrenwerter Gentleman in den Dreißigern. Jemand, der ihn nicht kannte, wäre nie darauf verfallen, dass sein Vermögen auf...



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