Brendan | Ein unerhörtes Angebot | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

Brendan Ein unerhörtes Angebot


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6719-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-7337-6719-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Familiensitz muss verkauft werden! Helen ist tief traurig. Doch sie hat Glück im Unglück: Ausgerechnet der vermögende Sir Jason Hunter, mit dem sie einst zarte Bande geknüpft hat, bietet den höchsten Preis für Westlea House. Denkt er wie sie noch an die verstohlenen Küsse, die sie ausgetauscht haben? Kümmert er sich deshalb von nun an so ritterlich um ihr Wohlergehen? Aber Helen will keine Almosen! Stattdessen fasst sie einen gewagten Entschluss: Als zärtliche Gegenleistung bietet sie Jason, nach dem sie sich heimlich sehnt, an, seine Geliebte zu werden ...



Mary Brendan wurde in Norden Londons als drittes Kind von sechs Kindern geboren. Ihr Vater hatte eine Klempnerfirma, und ihre Mutter, die sie zum Lesen und lernen anregte, arbeitete als Schulsekretärin. Mary Brendan heiratete mit 19 Jahren und arbeitete in einer internationalen Ölfirma als Büroangestellte und später dann als Sekretärin in der Personalabteilung. Dort lernte sie auch im Zehn-Finger-System zu schreiben, was sich für ihre spätere Autorenkarriere von unschätzbarem Wert erwies. Als begeisterte Leserin historischer Liebesromane, versuchte sie sich erstmals an einem Regency-Roman, während ihr jüngster Sohn sein Nachmittagsschläfchen hielt. Bald nahm das Schreiben immer mehr Zeit in Anspruch, und Mary Brendan war überglücklich, als ihr erster Liebesroman 1986 in Amerika veröffentlicht wurde. Seit dem hat sie etliche weitere Romane herausgebracht. Heute lebt Mary Brendan mir ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen nördlich von London in Hertfordshire. Nebenher arbeitet die sie in der Bücherei und hilft ihrem Mann in seiner Firma. Sehr gerne entspannt Mary Brendan sich auch bei einer Einkaufstour in Trödelläden.
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1. KAPITEL

„Wie kannst du es wagen, deine Schwestern so abscheulich zu behandeln!“

„Mäßige dich, Helen, dein Ton gefällt mir nicht. Du weißt, dass mich das Gesetz nicht verpflichtet, dir und Charlotte Obdach zu gewähren oder euch einen einzigen Penny zu geben.“

„Das Gesetz vielleicht nicht, aber der Anstand gebietet es! Und nicht nur, uns Obdach zu gewähren, sondern auch die uns gebührenden Annehmlichkeiten. Du kannst nicht vorgeben wollen, das nicht zu wissen.“

George Kingston schien von der feurigen Entrüstung seiner Schwester nicht sonderlich beeindruckt. Tatsächlich lehnte er sich nur in seinem Sessel zurück und fuhr fort, seine Zähne mit einem kleinen silbernen Zahnstocher zu bearbeiten.

Helen Marlowe, geborene Kingston, blieb nichts anderes übrig, als ihren Bruder in hilfloser Wut zu betrachten. Ihre hellbraunen Augen blitzten. Eine Strähne ihres dunklen Haares hatte sich aus der ordentlichen Frisur gelöst, und Helen strich sie ungeduldig aus dem Gesicht, das, normalerweise so blass wie Porzellan, nun vor Empörung gerötet war. „Ich weiß, dass du nicht wirklich wünschst, gemein zu uns zu sein, George, weil ich sicher bin, du erinnerst dich genauso gut wie ich an das Versprechen, das du Papa gegeben hast. Wir bitten dich nicht um dein Geld. Wir wollen nur den monatlichen Unterhalt, der uns zusteht. Papa hat außerdem verlangt, dass Westlea House so lange wie nötig Charlottes und mein Zuhause bleiben soll.“ Sie hielt inne und atmete tief ein. „Unsere Eltern wären entsetzt, wenn sie wüssten, dass du die Absicht hast, den Familiensitz zu verkaufen und deinen Schwestern das Dach über dem Kopf zu nehmen.“

Helen verschränkte bedrückt die Hände, als sie erkannte, dass ihr Versuch, an den Anstand ihres Bruders zu appellieren, ihn eher verärgerte als umstimmte. Mit einem Rascheln ihrer lavendelfarbenen Röcke drehte sie sich um und wandte sich an ihre Schwägerin. „Hast du nichts zu alldem zu bemerken, Iris? Ist dir der Gedanke angenehm, dass dein Gatte uns aus unserem Heim zu werfen versucht?“

Iris trat an den goldgerahmten Spiegel über dem Kamin und betrachtete ihr niedliches Püppchengesicht und das flachsblonde Haar, während sie ihre schnippische Antwort gab. „Es wird sich ein anderes Haus für euch finden. George hat bereits eins im Auge. Ich verstehe nicht, warum du und Charlotte so weiterzumachen wünscht. Du bist doch ansehnlich genug, um einen Ehemann zu finden, der dich versorgen würde.“ Sie sagte es mit einem leichten Stirnrunzeln, als hege sie Zweifel daran, ob ihr Kompliment wirklich zutraf. Offenbar unzufrieden mit dem Blumenarrangement an der Krempe ihres neuen Hutes, begann sie daran herumzuzupfen. „Und Charlotte ist eine wahre Schönheit. Ich bin sicher, das Mädchen könnte sich einen Gatten mit guten Aussichten angeln. Vielleicht würde ein begüterter Kaufmann oder dergleichen sich für sie interessieren.“

„Charlotte hat bereits einen Verehrer. Sie und Philip lieben sich und möchten ihre Verlobung bekannt geben, wie du sehr wohl weißt.“

„Wie reizend. Aber er besitzt kein Geld und hat auch keine Aussichten darauf, wie du sehr wohl weißt“, konterte Iris kühl.

George Kingston sprang aus seinem Sessel auf, als er sah, dass sich die Zornesröte auf den Wangen seiner Schwester vertiefte. Er war sich wohl bewusst, dass Helen zwar einen zerbrechlichen Eindruck machte, indes zu einer wahren Kratzbürste werden konnte, wenn sie glaubte, ihre Schwester oder sich verteidigen zu müssen. Hastig stellte er sich zwischen sie und seine Gattin und steckte scheinbar gelassen die Hände in die Hosentaschen. „Es ist ja nicht so, als würdet ihr auf die Straße gesetzt, Helen“, betonte er schmeichelnd. „Ich habe etwas anderes für euch gefunden, ein Haus im Rowan Walk, und sogar schon einen halbjährigen Pachtvertrag dafür unterschrieben. Sechs Monate sollten selbst euch reichen, um die nötigen Arrangements für eure Zukunft zu treffen.“

Helens Augen weiteten sich ungläubig. „Rowan Walk?“, fragte sie bestürzt. Dann wiederholte sie den Namen der Straße in einem eher drohenden Ton.

„Nun … ja“, stammelte George, da ihm klar war, warum seine Schwester so entsetzt reagierte.

Der Rowan Walk lag in einem Teil der Stadt, in dem vornehme Damen kaum ihr Domizil wählen würden, und natürlich war es George bekannt, dass dort viele Frauen wohnten, die von wohlhabenden Männern des ton in vergleichsweise bescheidenen Umständen ausgehalten wurden. Diese Gentlemen wünschten sich ihre Mätresse in bequemer Nähe, wollten indes nicht so weit gehen, dafür die unerschwinglichen Preise von Mayfair zu zahlen. Die gepflegten Häuser im unmittelbar benachbarten Bezirk waren von angemessener Größe und Qualität und, aufgrund der Tatsache, dass in vielen von ihnen Halbweltdamen lebten, äußerst günstig.

„Wenn du auch nur einen Augenblick glaubst, Charlotte und ich würden in eine solche Gegend ziehen, muss dein Verstand verwirrt sein“, sagte Helen und fügte mit einem Blick auf Iris hinzu: „Aber vielleicht wäre ja jemand anderes, den du kennst, an einem Wohnsitz dort interessiert.“

George presste verärgert die Lippen zusammen und sah seine Gattin vorwurfsvoll an. Iris besaß den Anstand, zu erröten und sich verstärkt mit ihrem Aussehen zu beschäftigen.

Sie war nicht besonders diskret bei ihrer Jagd nach wohlhabenden Liebhabern. Helen fragte sich oft, ob ihre Schwägerin es nicht sogar genoss, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, selbst wenn es aufgrund ihrer Untreue war. George allerdings genoss es ganz und gar nicht, und Helen konnte nicht verstehen, warum er es trotzdem duldete, dass seine Frau ihm regelmäßig Hörner aufsetzte.

„Lieber Himmel, Helen, du bist verwitwet und sechsundzwanzig Jahre alt. Es wird höchste Zeit, dass du dir einen anderen Burschen suchst, der für dich Sorge trägt, und aufhörst, mir eine Last zu sein!“, rief George in dem Versuch, von seiner Verlegenheit abzulenken. Der Gedanke an die jüngste Eroberung seiner Frau und das Wissen, dass sogar seine Schwestern Kenntnis davon besaßen, war mehr als demütigend, und er ballte hilflos die Hände zu Fäusten. Iris mochte es leugnen, aber er wusste, dass sie mit einem Mann tändelte, den er verabscheute und der seit Jahren sein Feind war.

Seine Schwestern gingen kaum zu einer Gesellschaft. Wenn selbst Helen von Iris’ neuestem Flirt gehört hatte, dann gab es niemanden im ton, der nicht Bescheid wusste. Gereizt drehte George sich um und ließ sich in seinen Sessel fallen. „Ihr könnt im Rowan Walk wohnen oder im Armenhaus, mir ist es einerlei.“ Er sah seine Schwester mit finsterer Miene an. „Es geschieht dir nur recht. Warum musstest du auch einen Bettler heiraten, als du noch unter den besten Partien hättest wählen können.“

„Ich habe mir bereits gedacht, dass du die Sprache auf dieses Thema bringen würdest. Es war zweifellos unerhört von mir, einen Mann zu heiraten, den ich liebte, statt mich für einen zu entscheiden, der alt genug war, mein Großvater zu sein.“

„Scoville ist kaum zwei Jahre später gestorben. Was hätte es dich schon gekostet, so kurze Zeit die Frau eines kranken Mannes zu sein – eines sehr reichen kranken Mannes. Hättest du dem alten Narren den Erben geschenkt, den er sich wünschte, wäre deine Zukunft mit neunzehn Jahren gesichert gewesen.“

„Ich erlaube mir, anderer Meinung zu sein. Und ich bedaure nicht, dass ich Harry gewählt habe. Er war ein Gentleman, der es nicht nötig hatte, sich durch Geld zu empfehlen. Von dir, lieber Bruder, verlange ich, dass du meiner Schwester und mir endlich die Summe auszahlst, die für uns gedacht war. Wenn wir dir eine Last sind, so nur, weil du uns vorenthältst, was rechtmäßig uns gehört.“

George wich ihrem Blick aus und nahm Zuflucht zu einem herrischen Ton. „Wenn du Charlotte weiterhin darin ermutigst, Philip Goode Hoffnungen zu machen, wird sie genauso enden wie du. Gefühle sind schön und gut, aber sie bezahlen keine Rechnungen. Der Mann hat ihr nichts zu bieten.“

„Er hat sehr wohl etwas zu bieten, das Allerwichtigste – seine Liebe und Ergebenheit. Außerdem ist er ein angenehmer Mensch, höflich und sehr charmant.“

„Wie schade, dass sich ein solcher Ausbund an Tugend keine Ehefrau leisten kann“, erklärte Iris mit einem boshaften Lächeln und warf den Hut, an dem sie herumgezupft hatte, ungeduldig beiseite. Dann teilte sie ihrem Gatten und ihrer Schwägerin mit, dass sie zu einem Einkaufsbummel verabredet sei und sich auf den Weg machen müsse.

George starrte mürrisch auf die Tür, die Iris hinter sich zuschlug, und seufzte so bedrückt, dass Helens Wut ein wenig verrauchte. Wie unverschämt von ihm, mich allen Ernstes wegen einer unklugen Heirat zu tadeln, wenn sich seine eigene Ehe als ein solches Possenspiel erweist, dachte Helen. Ich war wenigstens glücklich während der kurzen Zeit, die ich und Harry miteinander verbrachten.

Sie betrachtete das Profil ihres Bruders. Er war ein attraktiver Mann, sein Haar hatte den gleichen rotbraunen Ton wie Charlottes. Obwohl er Mitte dreißig war, wies sein Gesicht keine Falten auf, aber sein jugendliches Aussehen wurde von einem bitteren Zug um seinen Mund verdorben.

Wen konnte es auch wundern, dass er unglücklich war? Er hatte eine Frau geheiratet, der es offenbar Freude bereitete, ihn lächerlich zu machen. Trotzdem empfand Helen eher Groll als Mitgefühl für ihn. George schien seiner Frau auf irgendeine Weise hörig zu sein, denn das schamlose Geschöpf hatte keine Mühe, ihn um den kleinen Finger zu wickeln.

...



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