Brendan | Ein verwegener Gentleman | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 21, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

Brendan Ein verwegener Gentleman


1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-008-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 21, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

ISBN: 978-3-86295-008-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Keine Frau wird ihn in die Ehefalle locken! Jung, verwegen und überaus attraktiv macht Viscount Stratton seinem Ruf als Casanova alle Ehre. Niemals wird er seine Freiheit aufgeben - und auf keinen Fall für Lady Elizabeth, auch wenn sie ihn mit ihrer Schönheit und ihrem Temperament fasziniert. Schließlich erhofft sie sich nur, nach einem Skandal durch die Heirat mit ihm ihren Ruf wiederherzustellen - oder etwa nicht? Unverblümt sagt er ihr die Meinung - und spürt verwirrt ein loderndes Verlangen, das ihr sinnlicher Mund in ihm weckt. Wie nur kann er den süßen Verlockungen von Elizabeth widerstehen? Oder will er das vielleicht gar nicht mehr?



Mary Brendan wurde in Norden Londons als drittes Kind von sechs Kindern geboren. Ihr Vater hatte eine Klempnerfirma, und ihre Mutter, die sie zum Lesen und lernen anregte, arbeitete als Schulsekretärin. Mary Brendan heiratete mit 19 Jahren und arbeitete in einer internationalen Ölfirma als Büroangestellte und später dann als Sekretärin in der Personalabteilung. Dort lernte sie auch im Zehn-Finger-System zu schreiben, was sich für ihre spätere Autorenkarriere von unschätzbarem Wert erwies. Als begeisterte Leserin historischer Liebesromane, versuchte sie sich erstmals an einem Regency-Roman, während ihr jüngster Sohn sein Nachmittagsschläfchen hielt. Bald nahm das Schreiben immer mehr Zeit in Anspruch, und Mary Brendan war überglücklich, als ihr erster Liebesroman 1986 in Amerika veröffentlicht wurde. Seit dem hat sie etliche weitere Romane herausgebracht. Heute lebt Mary Brendan mir ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen nördlich von London in Hertfordshire. Nebenher arbeitet die sie in der Bücherei und hilft ihrem Mann in seiner Firma. Sehr gerne entspannt Mary Brendan sich auch bei einer Einkaufstour in Trödelläden.
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1. KAPITEL

„Elizabeth!“

Lady Elizabeth Rowe hatte soeben die große Halle der eleganten Stadtresidenz ihrer Großmutter betreten und drehte sich nun zu der älteren Dame um, die die geschwungene Treppe herunterkam und sich mit angewidertem Gesichtsausdruck die Nase zuhielt.

Elizabeth sah verlegen an sich herunter. Der Saum ihres Kleides war verdächtig schmutzig. Sie seufzte und zuckte entschuldigend die Achseln. Ebenso wie ihre Großmutter befürchtete sie, dass es sich um üblen Unrat aus der Gosse in Wapping handelte, wo sie Reverend Clemence beim Unterricht in der Sonntagsschule in der Barrow Road geholfen hatte.

„Um Himmels willen!“, schalt Edwina Sampson ihre Enkelin, sobald sie vor ihr stand. „Man merkt sofort, dass du wieder daheim bist. Man muss einfach nur dem Geruch folgen!“

„Schimpf nicht mit mir, Großmama“, bat Elizabeth sanft. „Es gibt Schlimmeres im Leben. Ich komme gerade von den armen Unglücklichen, die jeden Tag mit diesem Gestank und solchem Dreck unter den Füßen leben müssen.“

„Ihnen fehlt nichts weiter als Anstand und harte Arbeit!“, erklärte Edwina Sampson kurz angebunden. „Machen Sie zu, Pettifer, es zieht!“, bellte sie dann plötzlich den hochgewachsenen, würdevollen Butler an, der in der offenen Tür stand und gleichmütig die Spur von Unrat auf dem zuvor makellosen Marmorboden betrachtete.

„Rasch, Mann! Ich heize doch dieses Haus nicht umsonst. Wissen Sie, was ein Sack Kohle kostet? Eine Wagenladung Holz?“

„Ja, in der Tat, das ist mir bekannt, Madam“, erwiderte Harry Pettifer ungerührt. „Ich habe gerade erst diese Woche die Rechnungen für den Brennstoff beglichen.“

„Sie sind doch nicht etwa unverschämt, Pettifer?“

„Es käme mir nicht in den Sinn, Madam“, informierte der Bedienstete seine Herrin mit ausdruckslosem Gesicht, während er hoheitsvoll die Halle durchquerte. Als er an Elizabeth vorbeiging, zwinkerte er ihr unauffällig zu, und sie musste ein Lächeln unterdrücken.

Harry Pettifer diente den Sampsons bereits seit beinahe drei Jahrzehnten. In den wenigen Jahren, die sie nun bei ihrer Großmutter in diesem ruhigen Teil von Marylebone lebte, hatte Elizabeth schon weit unterhaltsamere Wortwechsel zwischen der zierlichen Sechzigjährigen und ihrem majestätischen Butler erlebt.

Edwina Sampson runzelte die Stirn. „Für den Lohn, den ich ihm zahle, könnte ich zwei Lakaien engagieren. Oder ein ganzes Jahr lang meinen Schlachter bezahlen.“

„Das glaube ich nicht, Großmama. Ich bin sicher, das Gehalt des armen Pettifer würde nicht einmal ausreichen, um auch nur deine Ausgaben für Konfekt zu decken“, neckte Elizabeth ihre Großmutter mit einem sprechenden Blick auf ihre beträchtliche Leibesfülle.

Pettifer gestattete sich ein leichtes, anerkennendes Lächeln, das seiner Herrin nicht entging. „Sei nicht so frech, Miss!“, fuhr sie Elizabeth an, um nach einem Moment einzuräumen: „Vielleicht habe ich eine Schwäche für Marzipan. Aber wieso auch nicht? Eine Frau, die sich die Finger wund gearbeitet hat, hat an ihrem Lebensabend eine kleine Belohnung verdient.“

Elizabeth zog vorsichtig ihre verdreckten Stiefeletten aus und übergab sie dem jungen Lakaien, den der Butler herbeigewunken hatte, und trippelte auf Strümpfen zur Treppe. „Du weißt sehr gut, wie sehr wir Pettifer brauchen … viel mehr als er uns, fürchte ich. Ich habe gehört, dass Mrs. Penney wieder hinter ihm her ist. Sie will ihn unbedingt für ihr Stadthaus in Brighton abwerben.“

„Tatsächlich? Wer hat das gesagt?“ Die Großmutter presste verärgert die Lippen zusammen.

Elizabeth raffte vorsichtig ihre Röcke und lachte. „Ich werde mich nur rasch frisch machen, dann treffen wir uns im Salon und tratschen über Pettifers Popularität. Vielleicht solltest du dich bei ihm lieb Kind machen, sonst ist er dieses Mal wirklich in Versuchung, uns zu verlassen“, stichelte sie über die Schulter hinweg, während sie leichtfüßig die Stufen hinauflief.

Als sie sich kurz darauf in ihrem nach Lavendel duftenden Schlafgemach befand, nahm sie den Saum ihres strapazierfähigen Kleides noch einmal seufzend in Augenschein und sah dann ihre Zofe an. Josie krauste voller Abscheu ihre kleine, wohlgeformte Nase, schüttelte den Kopf und half ihrer Herrin beim Ablegen.

Großmama hat recht, dachte Elizabeth, während sie ihr Gesicht mit Rosenwasser betupfte. Es war der Gestank, der am meisten störte. Selbst wenn sie wieder zu Hause war und frische Kleidung trug, hatte sie die üblen Ausdünstungen der Elendsquartiere immer noch in der Nase. Der Ekel erregende Geruch ungewaschener Menschen, verrottenden Abfalls sowie von Fisch und Teer beherrschte das Viertel in der Nähe der Docks. Besonders in der Hitze des gerade zu Ende gegangenen Sommers war er allgegenwärtig.

Seit über einem Jahr half sie nun jede Woche in der Sonntagsschule. Hugh Clemence und sie eilten jeden Sonntag durch das Labyrinth enger Gassen zur Barrow Road. Sie nahmen stets denselben Weg. Selbst der Geistliche, der von den zerlumpten Gemeindemitgliedern mit einem respektvollen Kopfnicken gegrüßt wurde, hielt sich nie länger als unbedingt nötig in dieser Gegend auf.

Der menschenfreundliche Besitzer eines Gewürzspeichers hatte ihnen gestattet, eine freie Ecke als Klassenraum zu nutzen. So wurden mehr als zwanzig Straßenkinder davon abgehalten, Diebstähle an den Kais zu begehen, und stattdessen in Gottes Wort unterrichtet. Wenn Elizabeth sonntags in dem Lagerhaus eintraf, drängelten und schubsten die Kinder so erbittert um einen Platz auf der Bank, als würden sie um etwas zu essen kämpfen.

Elizabeth setzte sich auf den samtbezogenen Schemel an ihren Toilettentisch. Als Josie die Nadeln aus ihrem Haar zog, fiel die lange perlmuttfarbene Mähne ihr den Rücken hinab. Während die Zofe mit der Bürste durch ihre Locken fuhr, schloss Elizabeth die Augen und versuchte sich zu entspannen. Bei dem Gedanken an die Kinder jedoch seufzte sie. Reichte es aus, sie am Tag des Herrn für eine Weile die raue Wirklichkeit vergessen zu lassen?

„Und wenn durch unser heutiges Werk auch nur ein Kind den verheerenden Auswirkungen eines Ginlokals oder eines Bordells entkommt, werde ich als froher Mann sterben“, hatte Hugh Clemence ihr einmal seine Philosophie erklärt.

„Wir müssen so viele davor bewahren, wie wir nur können“, hatte sie ihm zur Antwort gegeben, und er hatte ihre Hand ergriffen. Sie hatte es zugelassen … für ein paar Sekunden, dann hatte sie ihm ihre Finger entzogen.

„Ah, das ist schon besser“, lobte Edwina Sampson ihre Enkelin, als Elizabeth in einem rosaroten Crêpekleid den Salon betrat, in dem ein gemütliches Kaminfeuer prasselte. „Jetzt siehst du eher wie meine süße Lizzie aus – und riechst auch so.“ Sie nahm ein Stück Konfekt aus der silbernen Schale neben sich und schob es in ihren Mund. Genüsslich kauend betrachtete sie die junge Frau und fragte: „Hat er sich erklärt?“

Lady Elizabeth Rowe bedachte ihre Großmutter mit einem steifen Blick und sank anmutig in einen Sessel ihr gegenüber. „Nein“, sagte sie in gemessenem Tonfall, „und das wird er auch nicht tun. Hugh ist ein sehr gewissenhafter, freundlicher Gentleman, und ich schätze ihn als guten Freund. Aber er ist sich sehr wohl bewusst, dass ich nicht … so … für ihn empfinde.“

„Gott sei Dank!“, murmelte die Großmutter. „Ich lebe in ständiger Angst, du könntest eines Tages mit einem billigen Verlobungsring nach Hause kommen und verkünden, dass du in irgendein Pfarrhaus mit undichtem Dach in einem gottverlassenen Stadtviertel ziehen wirst.“ Sie drohte ihrer Enkelin spielerisch mit dem Zeigefinger und fügte hinzu: „Das soll nicht heißen, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe. Es ist allerhöchste Zeit, dass du endlich heiratest. Du wirst demnächst neunundzwanzig und kannst nicht ewig bei deiner alten Großmutter leben. Ich könnte bald das Zeitliche segnen und möchte vorher die Gewissheit haben, dass du in gesicherten Verhältnissen lebst.“

„Du bist kerngesund und hast sicher noch ein langes Leben vor dir. Und du weißt ganz genau, dass ich keine Ehe eingehen werde. Also“, wechselte sie das Thema, „interessiert es dich nun, zu erfahren, woher ich weiß, dass Mrs. Penney wieder versucht, dir Pettifer abspenstig zu machen?“

„So leicht lasse ich mich nicht ablenken. Ich meine, was ich sage, Elizabeth.“ Edwina schüttelte den Kopf. „Du bist eine schöne Frau und brauchst einen Gemahl. Du kannst dir nicht von einer Tragödie, die sich vor zehn Jahren ereignet hat, deine ganze Zukunft ruinieren lassen. Die Leute haben die Sache längst vergessen.“

„Ich aber nicht! Und ich will keinen Gatten … schon gar keinen Gentleman aus dem ton. Also sprich bitte nicht mehr davon.“

Edwina seufzte leise, während ihre Finger wie von selbst wieder zu der Silberschale wanderten. „Dann erzähl mir, weshalb dieses Tratschweib Alice Penney hinter Pettifer her ist.“

Elizabeth lächelte gewinnend. „Ich nehme an, weil er so attraktiv ist.“

„Unsinn! Er ist ein alter Kerl – ein Jahr älter als ich!“, kam die Antwort aus einem Mund voller Marzipan.

„Aber ein sehr rüstiger, gut aussehender Mann. Wie ich hörte, hat Mrs. Penney sogar mit ihren Freundinnen gewettet, wer ihn dir abwerben kann. Ich glaube, es geht um ziemlich viel Geld.“

...



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