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E-Book, Deutsch, 662 Seiten

Buchmann Welten-Nebel

Die komplette Tetralogie
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7392-0648-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die komplette Tetralogie

E-Book, Deutsch, 662 Seiten

ISBN: 978-3-7392-0648-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Einst lebten die Völker der Welt in Frieden und Eintracht miteinander, trieben Handel zum allseitigen Vorteil. Doch Gier und Missgunst stürzten sie in einen Krieg. Daraufhin beschlossen die Götter, die Völker voneinander zu trennen. Sie errichteten Barrieren aus undurchdringlichem Nebel und ließen die Völker einander vergessen. Die Handlung der Welten-Nebel-Tetralogie setzt über 3600 Jahre danach ein und beschreibt, wie die Völker wieder zueinanderfinden. Immer wieder müssen Angehörige der unterschiedlichen Völker den Göttern beweisen, dass die Menschen bereit sind, einander zu begegnen. Der Sammelband enthält die Romane "Töchter der Sechs", "Im Schutz des Nebels", "Weltenspiegel" und "Tochter aller Völker".

Anja Buchmann *1985. Mit großer Leidenschaft schreibt sie Fantasyromane und Kurzgeschichten. Der Wunsch nach schreiberischer Fortentwicklung lässt sie sich immer wieder an neuen Genres versuchen, auch wenn Fantasy den klaren Schwerpunkt der Arbeit darstellt. Einen Überblick über das gesamte Schaffen bieten anjabuchmann.de sowie facebook/AutorinAnjaBuchmann.
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Autoren/Hrsg.


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Lehrzeit


Sommer 3606, Eiren


Peria hätte nie geglaubt, dass kleine Kinder so anstrengend sein konnten - allerdings fehlte es ihr auch an Erfahrung. Madia hielt sie jede Sekunde des Tages in Atem. Sie erforschte die Welt mit allen Sinnen, berührte alles und hinterfragte, was immer ihr neu war. Nie stand der Mund der Viereinhalbjährigen still. Alles, was auf Perias Farm vor sich ging, hatte sie der kleinen Madia schon erklären müssen, doch der Wissensdurst war ungebrochen. Manchmal beneidete Peria Jeven, wenn dieser nach seinen kurzen Aufenthalten auf der Farm wieder mit seiner Herde weiterziehen konnte. Dennoch wollte sie das Mädchen auf keinen Fall missen, wie einsam wäre ihr Leben ohne sie. Obgleich Madia nicht ihre leibliche Tochter war, liebte sie sie wie ein eigenes Kind. Seit Jeven ihr seine damals einjährige Tochter nach dem Tod ihrer leiblichen Mutter anvertraut hatte, war die Liebe von Tag zu Tag gewachsen.

Herbst 3606, Jal


„Roji, hör auf, deine Schwester zu ärgern!“

Der Dreieinhalbjährige, der nach jenem Soldaten benannt war, der sein Leben damals für das Leben von Aden gab, scherte sich jedoch nicht um die Worte seiner Mutter Carlynn. Er fuhr damit fort, seiner fünfzehn Monde älteren Schwester die Stöckchen und Steine zu mopsen, mit denen diese gerade versuchte, eine kleine Hütte zu bauen.
„Mama, er soll weggehen, er macht mir noch alles kaputt.“

„Roji, komm mit in die Küche. Wir backen einen Kuchen. Und wenn du brav bist, darfst du die Schüssel auslecken.“

Dies ließ sich der Kleine nicht zwei Mal sagen. Schnell lief er zu seiner Mutter. Diese nahm ihn an die Hand, nachdem sie sich den jüngsten Spross der Familie, den vierzehn Monde alten Jaren, auf die Hüfte gesetzt hatte.
Gemeinsam wandten sie sich dem Haus im Handwerkerviertel zu, das Carlynns und Adens Familie als Heim diente und das sie von Carlynns Vater zu Hochzeit erhalten hatten. Darija ließen sie spielend im Garten zurück.
Wenn Carlynn sich beeilte und die Kinder ihr keinen Strich durch die Rechnung machten, würde sie den Kuchen fertig haben, bevor Aden von der Inspektion der Lagerhäuser am Hafen zurückkehrte. Dann, so hoffte sie, würde ihr Mann einige Stunden auf die Kinder achtgeben. Sie wollte unbedingt in die Werkstatt im Erdgeschoss des Hauses gehen und das am Vortag begonnene Schmuckstück fertigstellen. Mit drei Kindern war es nicht immer einfach, genügend Zeit für ihren Beruf als Kunstschmiedin zu finden. Dennoch konnte sie sich nicht vorstellen, ihren Beruf aufzugeben, um nur Hausfrau und Mutter zu sein, wie es verheiratete Frauen allzu häufig taten. Der ehemalige Seemann Aden war inzwischen ein erfolgreicher Händler, sodass sie auf ihren Verdienst nicht angewiesen waren, aber sie liebte ihre Arbeit einfach viel zu sehr. Die Werkstatt war bereits seit drei Generationen in Familienbesitz. Sie hoffte, dass später eines ihrer Kinder die Familientradition fortführen würde. Voller Liebe und Mutterstolz betrachtete sie zunächst die beiden Jungen und warf dann einen Blick auf Darija, deren roter Haarschopf ganz versunken über ihr Bauprojekt gebeugt war. Carlynn wandte sich dem Haus zu und trat gemeinsam mit den beiden Jungen durch die Hintertür ein.

Jahr 3606 Mond 12 Tag 21, Aaran


Die Oberpriesterin Yerina schaute sich im Tempel um. Die anderen Priesterinnen hatten die Vorbereitungen für die Zeremonie zur Wintersonnenwende abgeschlossen. Alles war zu ihrer Zufriedenheit, der in weißem Marmor gehaltene Tempelraum war gereinigt und neue Kerzen warteten darauf, bei Sonnenuntergang entzündet zu werden. Mit Einbruch der Dunkelheit würden sich alle Priesterinnen und auch die Anwärterinnen um den Heiligen Würfel versammeln. Unter den Augen zahlreicher Gläubiger würden die Priesterinnen den auf einer Ecke stehenden schwarzen Steinwürfel berühren und ein Dankgebet sprechen. Den Rest der Nacht würden sie meditierend verbringen.

Dies war das sechste Mal, dass im Tempel von Aaran diese Feierlichkeiten zu Ehren der Götter stattfanden, um der Dankbarkeit zum Jahrestag der Errettung Cytrias Ausdruck zu verleihen. Vor sechs Jahren war es Yerina und ihren Gefährten im Uralt-Wald gelungen, die Götter zu überzeugen, dass die Menschen nicht alle verderbt und böse waren. Das und die Bereitschaft der Sechs, ihre Kräfte und sogar ihr Leben hinzugeben, hatte die Götter dazu bewogen, von der Auslöschung der Menschen abzusehen.

Es war noch eine gute Stunde bis zum Sonnenuntergang, für Yerina wurde es Zeit, sich zu reinigen und in ein neues schwarzes Gewand zu kleiden. Plötzlich klopfte es. Anders als gewöhnlich waren die Tempeltore bereits am Mittag geschlossen worden, um die Vorbereitungen für die abendliche Zeremonie zu ermöglichen. Normalerweise war der Tempel von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang für die Gläubigen zugänglich.

Yerina öffnete das Portal einen Spalt und blickte in das wettergegerbte Gesicht einer alten Frau, die sichtbar außer Atem war. Noch bevor Yerina der Frau erklären konnte, dass der Tempel momentan geschlossen war, begann die Frau mit stockender, zittriger Stimme: „Oberpriesterin, bitte entschuldigt vielmals die Störung. Aber dies duldet keinen Aufschub.“

Am Gesicht und Tonfall der alten Frau erkannte Yerina die Dringlichkeit. Sie öffnete den Flügel des Tores etwas weiter und ein Schwall kalter, klarer Luft strömte in den Tempel. Erst jetzt entdeckte sie das kleine Kind, dass sich ängstlich an die Hand der Alten klammerte und das Gesicht in deren Kleidung vergrub. Das Kind war in einen offensichtlich zu großen Mantel gehüllt. Dennoch zitterte es. Yerina konnte nicht erkennen, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelte.

„Kommt herein und erzählt mir, was geschehen ist. Das arme Kind friert ja.“
Die Alte schob das Kind durch das Tempeltor und trat selbst ein. Sie war noch immer sichtlich aufgeregt. Yerina legte ihr beruhigend die Hand auf die Schulter und bat sie, ihr Anliegen vorzutragen. Sie erfuhr, dass das Kind – es handelte sich um ein Mädchen – der Grund für das zeitlich ungünstige Erscheinen der alten Frau war. Da es in der Nacht zuvor einen heftigen Sturm gegeben hatte, hatte die Frau die Strände um Aaran nach verwertbarem Treibgut abgesucht, welches gewöhnlich bei solchem Wetter angespült wurde. Dabei war sie auf einen großen Berg an Holztrümmern gestoßen. Nach ihrer Beschreibung handelte es sich dabei wahrscheinlich um ein zerschelltes Schiff. Unweit des Trümmerhaufens hatte sie dann ein Bündel entdeckt, das sie genauer in Augenschein nehmen wollte. Dabei hatte sie zu ihrem Entsetzen feststellen müssen, dass es sich dabei um ein kleines, vollkommen durchnässtes Mädchen handelte.

Das Kind war verstört gewesen, hatte unverständliche Worte gemurmelt und nicht auf das, was die Frau zu ihm sagte, reagiert. Zunächst nahm sie das Kind mit in ihre Hütte und gab ihm trockene Kleidung und etwas Essen. Widerspruchslos ließ das Mädchen alles über sich ergehen. Da die alte Frau aber keine Möglichkeit fand, mit dem Kind zu kommunizieren, hielt sie es für das Beste, die Kleine in den Tempel zu bringen. „Ich hoffe, ich belästige Euch nicht zu sehr mit dieser Angelegenheit. Wenn Ihr es wünscht, bringe ich das Kind in ein Waisenhaus.“ Mit diesen Worten schloss die Frau ihren Bericht.

Yerina hatte sich alles geduldig angehört. Die Umstände waren mehr als seltsam. War das Kind etwa mit dem kaputten Schiff angeschwemmt worden? Tausende Fragen schossen ihr durch den Kopf, aber die Klärung würde warten müssen, sie war ohnehin schon spät dran. Sie bedankte sich bei der Frau und gab ihr einige Münzen als Entschädigung für ihre Mühen. Sie versprach der Alten, sich um das Kind zu kümmern und bat sie, am nächsten Mittag wiederzukommen, damit sie weitere Einzelheiten erfragen konnte. Dann nahm sie das Kind bei der Hand und verließ den Tempel durch die rückwärtige Tür, die in den Tempelbezirk führte. Vorerst würde sie das Kind bei einer der Angestellten des Tempels lassen, da sowohl sie selbst als auch alle Priesterinnen und Anwärterinnen in weniger als einer Stunde mit dem Ritual der Wintersonnenwende beginnen mussten.

Gemeinsam mit anderen Gläubigen verfolgte Tharet aufmerksam die Rituale zur Wintersonnenwende. Wie jedes Jahr hatte er es sich auch diesmal nicht nehmen lassen, daran teilzunehmen. Als sich die Priesterinnen für den Rest der Nacht in Meditation versenkten, nutzte er die Zeit, die Ereignisse der letzten Jahre Revue passieren zu lassen und den Göttern für die zahlreichen glücklichen Fügungen zu danken, beginnend mit jenen Begebenheiten, die ihn damals mit den anderen fünf zusammengeführt und zu der Reise zur Rettung der Welt veranlasst hatten.

Vor etwas mehr als sechs Jahren hatte er in diesem Tempel Yerina kennengelernt. Damals war sie noch eine Anwärterin gewesen und hatte alles riskiert, um ihn vor gefährlichen Verfolgern zu retten. Danach waren sie zusammen aus Aaran geflüchtet, hatten Gefahren gemeistert und außergewöhnliche Macht bei sich entdeckt. Auf ihrem Weg waren sie auf Carlynn und Aden sowie Peria und Jeven getroffen, die wie sie über besondere Kräfte verfügten. Auf der Insel der Schwesternschaft der Seherin hatten sie dann auch den Grund für diese göttlichen Gaben erfahren: Sie waren auserwählt, Cytria vor dem Untergang zu erretten.

Ihre Mission war entbehrungsreich und beschwerlich gewesen, aber schlussendlich war es ihnen gelungen, die Gnade der Götter zu erringen.
Seitdem hatten sie, in der sich nach dem Sturz des Königs veränderten Welt, ihren Weg gesucht. Während die anderen vier sich ins Private zurückgezogen hatten, waren Yerina und er aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligt gewesen. Yerina brachte es bis zur...



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