Burgh | Das Erbe von Respryn Hall | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 713 Seiten

Burgh Das Erbe von Respryn Hall

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-474-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 713 Seiten

ISBN: 978-3-96655-474-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Traum, beinahe zu schön, um wahr zu sein: Der gefühlvolle Liebesroman »Das Erbe von Respryn Hall« von Anita Burgh jetzt als eBook bei dotbooks. London, 1952: Die junge Krankenschwester Jane Reed begegnet auf einer Party dem charmanten Studenten Alistair Redland - und beide fühlen sich sofort wie magisch voneinander angezogen. Es beginnt eine zarte Liebesgeschichte, die so wundervoll und perfekt ist, dass Jane ihr Glück kaum fassen kann. Als Alistair ihr gesteht, dass er der zukünftige Earl of Upnor ist und sie auf den Landsitz seiner Familie einlädt, freut sich Jane zunächst auf ihren gemeinsamen Besuch in Respryn Hall. Schon glaubt sich Jane in einem Märchen - doch der frostige Empfang, den sie dort durch die besitzergreifende Mutter Alistairs erhält, lässt Jane verzweifeln: Kann sie in diesem Haus jemals glücklich werden? Doch ein Blick in Alistairs Augen und Jane weiß, dass sie gemeinsam für ihre Träume kämpfen werden, koste es, was es wolle ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der bewegende Roman »Das Erbe von Respryn Hall« von Anita Burgh. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anita Burgh wurde 1937 in Gillingham, UK geboren und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in Cornwall. Ihre 24 Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und feierten international Erfolge. Mittlerweile lebt Anita Burgh mit ihrem Mann und zwei Hunden in einem kleinen Dorf in den Cotswolds, Gloucestershire. Bei dotbooks veröffentlichte Anita Burgh ihrer Romane »Das Erbe von Respryn Hall«, »St. Edith's: Hospital der Herzen«, »Glückssucherinnen«, »Der Weg zum Herzen einer Frau«, »Wo deine Küsse mich finden«, »Das Lied von Glück und Sommer«, »Wo unsere Herzen wohnen« Außerdem veröffentlichte Anita Burgh bei dotbooks ihre Familiensaga »Die Töchter Cornwalls« mit den drei Einzelbänden: »Morgenröte«, »Sturmwind« und »Dämmerstunde«
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Prolog


Jane Reed saß allein im Heck des Flugzeugs. Jane war immer allein, wenn die Turbinen mit schreiender Intensität aufheulten und die Maschine zu zittern begann. Sie mußte mit ihrer Angst allein sein; das Vertrauen, die Späße anderer vergrößerten ihre Angst nur. Allein fühlte sie sich besser.

Das große Flugzeug begann zu rollen. Das war der Zeitpunkt, an dem sie immer vorhatte aufzustehen und darauf zu bestehen, auszusteigen. Sie tat es jedoch nie. Die Kraft, die die Maschine über die Startbahn katapultierte, drückte sie in ihren Sitz zurück. Sie schloß die Augen, um die erschreckende Geschwindigkeit, die sie spürte, nicht auch noch zu sehen. Die Knöchel ihrer Finger traten weiß hervor, so fest verkrampfte sie ihre Hände ineinander.

Wir sind genau wie selbstmörderische Lemminge, sitzen hier, dachte sie, als das Flugzeug auf den Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt, zuraste.

Jane hatte alles probiert – Hypnose, Valium, Gin, sogar Pot –, aber es gab keine Droge, keine Therapie, die dieser sonst so selbstsicheren Frau die Angst vorm Fliegen nehmen konnte.

Der große, mit Chintz bezogene Sessel, in dem sie saß, betonte ihre zierliche Figur. Sie war für die Reise leger gekleidet und trug einen gutgeschnittenen Sportanzug aus feinster Seide, der jedoch nicht für den Sport bestimmt war. Das Grau des Stoffs paßte genau zu dem Grau ihrer großen Augen, die jetzt von geschlossenen Lidern bedeckt waren. Die handgefertigten Schuhe, der um ihre Schultern drapierte Schal von Hermès, die Kaskade goldener Ketten um ihren Hals kündeten von ihrem Reichtum, ehe man überhaupt die großen Diamantringe bemerkte, die an ihren manikürten Händen funkelten.

Wäre sie nicht so berühmt, es wäre unmöglich gewesen, ihr Alter zu schätzen. Ihre Haut war makellos und besaß noch immer den rosigen Schimmer einer viel jüngeren Frau. Die wenigen feinen Linien um ihre Augen schienen nur deren Größe und Schönheit zu unterstreichen, als wären sie von einer geschickten Kosmetikerin aufgetragen worden. Ihre Lippen waren voll. Die hohen Wangenknochen und das feste Kinn waren nie mit dem Skalpell eines Schönheitschirurgen in Berührung gekommen. Ihr kleiner, leichter Körper vermittelte den Eindruck von Zerbrechlichkeit, der die Zähigkeit verschleierte, zu der Jane fähig war. Die Menschen wollten ihr immer helfen und sie beschützen, und Jane hatte gelernt, diese Tatsache zu ihrem Vorteil zu nutzen. Aber sie war berühmt, und wo immer ihr Name gedruckt wurde, stand in Klammern – damit es die ganze Welt sah – ihr Alter daneben. Nicht, daß es Jane etwas ausmachte, denn bei ihrem Aussehen war es irrelevant, in den Vierzigern zu sein.

»Du kannst die Augen öffnen, den Sicherheitsgurt aufmachen und dir eine Zigarette anzünden. Wir sind in der Luft!« Jane entging der geduldige Humor in Frans Stimme nicht. Vorsichtig öffnete sie die Augen und grinste die Frau an, die vor ihr stand. »Ich bin albern, nicht wahr?«

»Verdammt albern, wenn man in Betracht zieht, wie oft du fliegst.«

»Ist es ungefährlicher, als die Straße zu überqueren?«

»Aber ja. Fliegen ist die sicherste Art zu reisen.«

»Aber ich habe immer das Gefühl, in meinen Sarg zu steigen, wenn ich an Bord gehe.«

»Ich weiß.«

»Du weißt es?«

»Das sollte ich wohl.« Fran lachte. »Nach jedem Start führen wir die gleiche alberne Unterhaltung.«

»Wirklich?«

»Ja, liebe Jane. Wort für Wort!« Fran plumpste in den gegenüberliegenden Sessel. »Möchtest du einen Drink?«

Jane nickte, und Fran drückte den Klingelknopf, um die Stewardeß zu rufen. Mit einem festgefrorenen Lächeln stellte sie bereits eingegossene Drinks vor sie hin.

Jane beobachtete das Mädchen, das sich durch den Mittelgang nach vorn schlängelte. Die Uniform im Schottenmuster sah lächerlich aus. Sie paßte einfach nicht zum Dekor. Jane wußte, daß das ihr Fehler war. Die mit Chintz bezogenen Sessel, die Seidentapeten mit den dazu passenden Vorhängen hatten bewirken sollen, daß der Innenraum der Maschine wie ein Salon aussah, damit Jane die Illusion hatte, sich nicht in der Luft zu befinden. Die Idee hatte ihren Zweck verfehlt. Mit Chintz ausgestattete Flugzeuge sahen nicht gut aus. Der zwitterhafte junge Designer, der bei ihrem Vorschlag wütend mit seinen Gucci-Schuhen aufgestampft hatte, hatte von Anfang an recht gehabt. Sie mußte das Interieur ändern lassen.

»Kaschmir! Grüner Kaschmir, das ist die Lösung.«

»Wofür?« Fran blickte von den Unterlagen auf, die sie durchsah. »Für dieses Flugzeug. Sieh es dir doch an! Es sieht wie ein fliegendes Bordell aus. Es ist scheußlich. Ich möchte, daß das Dekor sofort nach meiner Rückkehr geändert wird. Auch die Uniform der Stewardeß. Irgendwas Schottisches, aber kein verdammtes Schottenmuster, und laß diesen ganzen Chintz verschwinden.«

»Mit dem Chintz bin ich einverstanden – nur schade um das Schottenmuster.«

»Aber es wirkt außerhalb von Schottland immer so fehl am Platz.«

»Hell oder dunkel?«

»Hell.«

»Ich setze mich mit Campbells von Beauly in Verbindung.« Fran notierte es in ihrem riesigen Notizblock, den sie immer bei sich hatte.

»Weißt du, Fran, ich sehe keinen Grund, warum wir den Kaschmir nicht selbst herstellen könnten. Wir produzieren Tweed, Wolle, Seide – warum nicht auch Kaschmir? Wir müssen nur herausfinden, ob dafür spezielle Webstühle erforderlich sind.« Sie betrachtete den jetzt anstößigen Chintz. »Glaubst du, man kann damit Möbel beziehen?«

»Ich bezweifle es. Er würde meinem riesigen Hintern nicht lange standhalten.« Fran schnaubte verächtlich.

Jane runzelte mißbilligend die Stirn. »Setz dich nicht so herab, Fran.«

»Es stimmt, ich habe einen großen Hintern.«

»Es ist nicht nötig, dauernd davon zu reden«, entgegnete Jane scharf. Sie haßte die Art, wie sich Fran selbst erniedrigte. Frans Figur war gewiß einzigartig – ihr breites Gesicht schien kinnlos mit dem kräftigen Hals auf ihrem untersetzten Rumpf zu verschmelzen, der in zwei stämmigen Beinen endete. Nach all diesen Jahren wurde sich Jane Frans Figur nur bewußt, wenn Fran darüber sprach. Doch bei jeder Begegnung mit Fremden machte Fran innerhalb von Sekunden eine Bemerkung über ihre Figur. Sie behauptete, sie spräche davon, um den anderen zuvorzukommen, aber Jane spürte, daß es aus Verlegenheit über ihre Unförmigkeit geschah. Während der Vorstellung, welcher Kummer und welche Unsicherheit Fran beherrschten, wurden in Jane gleichzeitig Erinnerungen an die Qualen und Selbstzweifel geweckt, unter denen sie früher gelitten hatte und von denen sie gern glaubte, sie begraben zu haben.

»Mein Verhalten irritiert dich, nicht wahr?«

»Etwas.« Jane lächelte entschuldigend und bereute es schon, ihre Freundin angeschnauzt zu haben.

»Ihr Haut-und-Knochen-Modepuppen habt es gut.«

»Haut und Knochen! Ich? Du machst Witze. Mein Busen ist viel zu groß.«

»Du darfst also sagen, daß dein Busen zu groß ist, aber mir erlaubst du keine Bemerkung über den denkwürdigen Umfang meines Hinterns?«

»Gewonnen!« Jane bot Fran aus ihrem goldenen Etui, das mit Saphiren in Form der Initialen, die einmal ihre gewesen waren, verziert war, eine Zigarette an.

»Auf Max Shielbergs Party, vor ein paar Tagen, hast du hübsch ausgesehen«, sagte Jane lächelnd.

»Pah! Der Vergleich mit einem Beduinenzelt wäre wohl angebrachter.«

»Ich habe nicht immer so wie jetzt ausgesehen. Ich habe Jahre daran gearbeitet. Und Geld ist auch hilfreich dabei.«

»Alles Geld dieser Welt würde mein Aussehen nicht verändern.«

»Ich liebe dich so, wie du bist.«

»Ich weiß nicht, ob das ein Kompliment sein soll«, entgegnete Fran lächelnd.

»Mein Gott, bin ich müde«, seufzte Jane und streckte die Arme über ihren Kopf.

»Man sieht es dir nicht an – wie üblich.« Fran betrachtete ihre Freundin. »Warum bist du gestern abend nicht noch auf einen Sprung zu mir gekommen?«

»Ich hatte es vor, aber es war schon spät. Ich wollte dich nicht wecken.«

»Offizielle Empfänge dauern gewöhnlich nicht so lange.« In Frans Stimme lag ein neckender Unterton.

»Hat er auch nicht. Um zehn Uhr war er zu Ende, dann bin ich ...«

»Irgendwohin gegangen. War es interessant?«

»War er interessant, meinst du wohl.« Jane lachte ihre Freundin an. »Nein ... nicht, was du denkst. Aber er ist ein sehr interessanter Mann. Ein brasilianischer Diplomat, der über den Trust und die Möglichkeit einer Unternehmensgründung in Brasilien mit mir sprechen wollte. So, jetzt weißt du's.«

»Affären müssen irgendwo anfangen.«

»Fran, du bist unmöglich. Schlimmer als eine Mutter! Ein paar Drinks, und du glaubst, ich hätte eine Affäre.«

»Ich wünschte, du hättest eine, Jane«, sagte Fran plötzlich ernst. »Für eine Frau deines Aussehens gönnst du dir viel zu wenig.«

»Meine liebe Freundin, allein die Vorstellung, in meinem Alter eine Affäre anzufangen, ist erschreckend. Einen Fremden kennenzulernen, dieses quälende Warten auf das Läuten des Telefons – ruft er an, ruft er nicht an? – Nein, wirklich, das kann ich mir nicht antun.«

»Dann fang keine Affäre mit einem Fremden an, sondern mit einem alten Freund.«

Jane warf ihr einen scharfen Blick zu. »Und was willst du damit sagen?«

»Ich meine nur ...«

»Man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Das funktioniert nie, Fran.«

»Weißt du was? Ich glaube, du hast nur Angst davor. Ich hätte nie gedacht, daß du ein Feigling bist.«

»Nun, man lernt jeden Tag etwas Neues dazu, nicht wahr?« sagte Jane leichthin.

Jane sah, daß sich Fran auf ein...



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