Burgh | Die Liebe eines Fremden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 498 Seiten

Burgh Die Liebe eines Fremden

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96655-261-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 498 Seiten

ISBN: 978-3-96655-261-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Nur wenn wir loslassen, können wir fliegen: der gefühlvolle Liebesroman »Die Liebe eines Fremden« von Anita Burgh jetzt als eBook bei dotbooks. Nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns bricht für Ann eine Welt zusammen: Nie wieder, glaubt sie, wird sie Liebe und Geborgenheit in den Armen eines Mannes verspüren können. Bei einem Besuch in der Tate Gallery in London begegnet sie zufällig dem charmanten Alex - und sofort verspüren beide eine tiefe Faszination füreinander, als würden sie sich schon ein Leben lang kennen. Zögerlich erst, dann immer leidenschaftlicher umwirbt Alex sie und bietet Ann ein luxuriöses Leben in seiner griechischen Heimat: ein Leben, das sie sich nie zu erträumen wagte. Doch Ann spürt, dass ihre neue Liebe nur von Dauer sein kann, wenn zwischen ihnen bedingungsloses Vertrauen herrscht - und dass Alex ein Geheimnis hütet, das ihr Glück für immer zerstören könnte ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: der berührende Liebesroman »Die Liebe eines Fremden« von Anita Burgh. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anita Burgh wurde 1937 in Gillingham, UK geboren und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in Cornwall. Ihre 24 Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und feierten international Erfolge. Mittlerweile lebt Anita Burgh mit ihrem Mann und zwei Hunden in einem kleinen Dorf in den Cotswolds, Gloucestershire. Bei dotbooks veröffentlichte Anita Burgh ihrer Romane »Das Erbe von Respryn Hall«, »St. Edith's: Hospital der Herzen«, »Glückssucherinnen«, »Der Weg zum Herzen einer Frau«, »Wo deine Küsse mich finden«, »Das Lied von Glück und Sommer«, »Wo unsere Herzen wohnen« Außerdem veröffentlichte Anita Burgh bei dotbooks ihre Familiensaga »Die Töchter Cornwalls« mit den drei Einzelbänden: »Morgenröte«, »Sturmwind« und »Dämmerstunde«
Burgh Die Liebe eines Fremden jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Für alle Zeit in ihr erstarrt – wie in einem geistigen Gefrierfach – waren die Geräusche, Anblicke und Gerüche, die sie Sekunden, ehe das Telefon läutete, umgaben. Nebensächlich, unschuldig, kaum bemerkt, waren sie ein Teil ihres Lebens, bis das Telefon läutete, diese Geräusche übertönte und sie für immer ihrer Nebensächlichkeit beraubte.

Der Rasenmäher ihrer Nachbarn hustete und spuckte über den Rasen. Blauer Rauch quoll aus seinem Auspuff in stinkenden Benzinschwaden in ihre Küche. Dieser Rasenmäher war ein gelindes Ärgernis, das sie um ihrer guten Nachbarschaft willen ertragen mußte – bis zu jenem Tag, als er ein Vorbote der Angst wurde.

Dem kurzen Aufflackern blauer Flammen des Herdes folgte das vertraute leise Plop, mit dem die Butangasflasche anzeigte, daß sie leer war. Es klang wie ein Seufzer um ihre verlorene Geborgenheit.

Das geschäftige Zwitschern der Schwalben, die in Schwärmen um das Dachgesims segelten, war immer ein Omen des Glücks für das Haus gewesen. Innerhalb eines Moments spiegelte das Schwirren ihrer zarten Flügel die düsteren, schwarzen Kreise der Panik in ihrem Geist wider.

Die rot-weißen Vorhänge flatterten leicht in einer sanften Brise, die wiederum das Bambusgestänge der leuchtenden Geranie zum Klappern brachte. Das rhythmische Klicken tickte wie eine Uhr die Augenblicke ihres Glücks hinweg.

Eine Hummel suchte aufgeregt summend einen Fluchtweg in den Garten. Durch die gitterartigen Strahlen des Sonnenlichts wirkten die polierten Fliesen noch röter. Der süße Duft der Rosen und der würzige Geruch der Kräuter vermischten sich mit dem üppigen Wohlgeruch frischgemähten Grases. Überall war Sommer.

Und dieser Freitag im Juni war der Beginn eines kostbaren Wochenendes, an dem – wenn auch nur für kurze Zeit – Ben ausschließlich ihr gehören würde. Ann stand am Tisch und hackte sorgfältig und methodisch glänzende grüne und rote Paprika. Sie strich eine Strähne ihres früher blonden Haares zurück, das jetzt zu einem hellen Braun nachgedunkelt war. Ihr ganzes Leben hatte sie es lang getragen, doch vor sechs Monaten hatte sie es sich – sehr zum Mißfallen ihres Mannes – aus einer Laune heraus kurz schneiden lassen. Da die Länge jetzt dieses unansehnliche Zwischenstadium erreicht hatte, hielt sie es mit einer Haarspange zurück. Sie warf einen Blick in ihr gegen das Mehlglas gelehnte Kochbuch. Mit einem leisen Seufzer der Verzweiflung drehte sie sich um und suchte nach ihrer Lesebrille, an die sie sich noch nicht gewöhnt hatte. Sie setzte sie auf ihre Nasenspitze, und ihre klaren blauen Augen, in denen ein Ausdruck der Unschuld lag, konzentrierten sich auf die Schrift. Es waren die Augen eines Menschen, den das Leben freundlich behandelt hatte.

Ann war nicht groß. Früher war sie zierlich gewesen, aber mit den Jahren und weil sie ein wenig nachlässig war, hatte sie etwas zuviel Gewicht angesetzt. Zwar waren Rundungen nicht unattraktiv, doch ihre Figur entsprach nicht dem modischen Trend. Ann wußte das und wünschte sich, sie besäße genügend Selbstbeherrschung, um diesen Mangel zu beheben. Über dieses Thema machte sie sich eine Menge Gedanken, tat aber kaum etwas dafür. Ihr Gesicht jedoch täuschte über ihr Alter hinweg. Ihre makellose Haut besaß die rosige Frische einer viel jüngeren Frau, und sie hatte nur ein paar Lachfältchen. Sie strahlte Sanftheit aus, die von einem vollen und großzügigen Mund unterstrichen wurde.

Der Rasenmäher heulte kurz auf und verstummte dann. Ann blickte hoch, darauf wartend, daß der Lärm wieder einsetzte. An jedem anderen Tag der Woche hätte der Rasenmäher des Nachbarn sie vielleicht geärgert, nicht aber am Freitag. Nichts konnte Anns Freitag verderben.

Nicht immer war dieser Tag etwas Besonderes gewesen. Jahrelang – in der Zeit, in der ihr Mann sich mühsam in der Krankenhaushierarchie hochgearbeitet hatte – war ein freies Wochenende, das er mit seiner Familie verbrachte, ein seltenes Vergnügen. Doch jetzt, da Ben Facharzt war, gehörten die Wochenenden ihm, und er durfte nur in äußersten Notfällen gestört werden. An vielen Wochenenden war er allerdings unterwegs. Mit seiner Erfahrung auf seinem Gebiet war er weltweit auf Ärztekongressen als Redner sehr gefragt. Oft wünschte sich Ann, er würde sie mitnehmen. »... du würdest dich zu Tode langweilen. Mir ist der Gedanke lieber, dich hier zu wissen, wenn ich heimkomme ...«, sagte er immer mit seinem so entwaffnenden Lächeln. Da sie eine gehorsame Tochter gewesen war, war sie auch eine gehorsame Ehefrau und fügte sich seinem Wunsch klaglos.

Doch heute begann keines von jenen Wochenenden; dieses Wochenende würde er zu Hause sein. Ann hatte einen teuren Rotwein – einen Château Latour, den ihr der Weinhändler empfohlen hatte – gekauft. Sie hätte dazu gern ein besonderes Gericht gekocht, aber Ben wollte immer nur Steak und Salat, und so gab sie sich damit zufrieden, exotische Salate zuzubereiten. Während der Woche, wenn Ben operierte, tranken sie selten Alkohol, doch an Wochenenden waren ihnen Wein zum Dinner und hinterher ein guter Brandy zur Gewohnheit geworden. Ann liebte Wein und bedauerte insgeheim, daß sie ihn nicht öfter trinken konnten, nicht nur, weil sie ihn genoß, sondern, was viel wichtiger war, weil er Ben entspannte, ihn umgänglicher machte und weniger kritisch stimmte. Jetzt, da nur noch sie beide im Haus lebten, war ihr die Nähe zu ihm an diesen Wochenenden wichtig.

Das Telefon läutete und unterbrach ihre Gedanken. Sie wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab, als sie zu dem Apparat an der Wand ging.

»Midfield 2433«, meldete sie sich automatisch. Es war das Krankenhaus. Sie lehnte sich gegen die Wand und fragte sich, was ihr Mann wollte. Es war höchst selten, daß er sie tagsüber anrief. Sie lauschte dem vertrauten, antiquierten Surren in der Telefonzentrale des Krankenhauses, während sie zum Fenster hinausschaute. Was für ein herrlicher Sommer für die Rosen. Ihre Blüten schienen in diesem Jahr größer, ihre Farben leuchtender zu sein. Merkwürdig, daß manche Menschen Rosen hassen, sie für vulgär halten. Selbstbewußt ist eine bessere Beschreibung für diese Blumen, dachte sie – ihr Selbstvertrauen in die eigene Schönheit.

»Ann?« Sie erkannte die Stimme des besten Freundes ihres Mannes.

»Paul, was für eine Überraschung«, sagte sie und hoffte, daß sie nicht zu enttäuscht klang, weil nicht Ben am Apparat war. Am anderen Ende der Leitung herrschte Schweigen. »Wie geht es Amy?« erkundigte sie sich höflich und wunderte sich bereits, warum Paul und nicht seine Frau sie anrief.

»Ann ...« Das war keine Frage. Es klang, als würde Paul versuchen, einen Satz anzufangen, und wüßte nicht, wie er ihn beenden sollte. »Ann ... O mein Gott! Ich weiß nicht, was ich sagen soll.« Jetzt erst hörte sie die Anspannung in seiner Stimme, und Angst flackerte in ihr auf.

»Paul. Stimmt etwas nicht? Paul?«

»Ann, es geht um Ben. Er hatte ... Ach, Herrgott noch mal!«

»Paul, was ist passiert?« Sie war erstaunt, wie ruhig ihre Stimme trotz der in ihr aufsteigenden Hysterie klang. »Paul!« sagte sie scharf.

»Ann, es tut mir leid. Ich weiß nicht, wie ich ... Vielleicht hätte ich zu dir kommen sollen. Vielleicht hätte ich ... Ann, es geht um Ben. Er hatte einen Herzinfarkt ...«

»Nein, das ist nicht möglich, Paul«, entgegnete Ann energisch. »Er ist kerngesund. Er achtet auf seine Gesundheit, das tut er wirklich. Und er nörgelt dauernd wegen der paar Zigaretten, die ich rauche, an mir rum. Du meine Güte, er wiegt noch immer genausoviel wie am Tag unserer Hochzeit.« Die Worte sprudelten nur so aus ihrem Mund. »Nein, Paul, du hast dich geirrt. Es ist wahrscheinlich eine Magenverstimmung!« Sie zwang sich zu einem spröden Lachen, in der Hoffnung, daß es ihre wachsende Angst vertreiben würde.

»Ann, es tut mir leid. Niemand hat sich geirrt. Er ist tot, Ann. Ich kann dir gar nicht sagen, wie leid es mir tut ...

Sie lehnte an der Wand und betrachtete mit zur Seite geneigtem Kopf die Sprechmuschel des Telefons, einen ungläubigen Ausdruck im Gesicht. Und Paul sagte unbarmherzig all die Worte, die sie nicht hören wollte. Andere Worte schwirrten wirr in ihrem Kopf durcheinander, Worte, die, wenn sie sie aussprach, Paul dazu bringen würden, aufzuhören, diese schrecklichen Sachen von sich zu geben. Sie fühlte, wie sich ihr Mund öffnete und wieder schloß, aber kein Ton kam heraus.

»Ann, Ann ...« Paul redete noch immer mit ihr.

»Danke für deinen Anruf«, brachte sie mit übermenschlicher Anstrengung heraus. Alle Schärfe, jede Irritation und Angst waren aus ihrer Stimme gewichen und hatten ihrer gewohnten Höflichkeit Platz gemacht. Langsam legte sie den Hörer auf. Sie lehnte noch immer an der Wand. Wie angenehm kühl sich die Fliesen an meiner Wange anfühlen, dachte sie und fuhr mit der Fingerspitze die Fugen entlang. Da war etwas, worüber sie nachdenken sollte, etwas Wichtiges ... Aber sie wollte lieber nicht denken.

Der Rasenmäher kam erneut stotternd in Gang. Die Lücke in ihrem Geist war wieder geschlossen. Sie erinnerte sich. Aus weiter Ferne hörte sie ein seltsames Geräusch, das lauter und lauter wurde. Sie preßte die Hände gegen die Ohren, um diesen schrecklichen Ton auszusperren. Die Küchentür wurde aufgestoßen, und Meg, ihre Putzfrau, platzte mit einem Ausdruck des Entsetzens im Gesicht herein.

»Mein Gott, Mrs. Grange! Was ist denn los, um Himmels willen?«

Doch Ann war nicht imstande, etwas zu hören, und wußte nicht, daß die seltsamen tierischen Laute, die sie vernahm, von ihr kamen, als sie schreiend in einen Abgrund der Verzweiflung stürzte.

Die Hummel summte, das Bambusgestänge klapperte gegen das...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.