Burgh | Glückssucherinnen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 480 Seiten

Burgh Glückssucherinnen

Roman
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96655-258-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 480 Seiten

ISBN: 978-3-96655-258-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Suche nach wahrem Glück fängt in uns selbst an: Der bewegende Roman »Glückssucherinnen« von Anita Burgh jetzt als eBook bei dotbooks. Zwei Frauen, die bisher dachten, mitten im Leben zu stehen - und sich doch in einer Sackgasse wiederfinden: Ginnie, die als Hausfrau immer nur für ihren Mann und ihre Familie da sein wollte, und ihre Freundin Selina, die ihren geliebten Buchladen aufgeben musste. An diesem Tiefpunkt lernen die beiden Frauen den charismatischen Xavier kennen. In einfühlsamen Gesprächen finden Ginnie und Selina ihr verlorenes Selbstvertrauen wieder. Besonders Ginnie ist wie verzaubert von Xavier, der wie nie jemand zuvor auf ihre Probleme und Sorgen eingeht ... Doch da trifft Selina auf den geheimnisvollen Matt, der sie eindringlich vor Xavier warnt. Doch welchem der beiden Männer können die Freundinnen jetzt vertrauen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der gefühlvolle Roman »Glückssucherinnen« von Anita Burgh. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anita Burgh wurde 1937 in Gillingham, UK geboren und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in Cornwall. Ihre 24 Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und feierten international Erfolge. Mittlerweile lebt Anita Burgh mit ihrem Mann und zwei Hunden in einem kleinen Dorf in den Cotswolds, Gloucestershire. Bei dotbooks veröffentlichte Anita Burgh ihrer Romane »Das Erbe von Respryn Hall«, »St. Edith's: Hospital der Herzen«, »Glückssucherinnen«, »Der Weg zum Herzen einer Frau«, »Wo deine Küsse mich finden«, »Das Lied von Glück und Sommer«, »Wo unsere Herzen wohnen« Außerdem veröffentlichte Anita Burgh bei dotbooks ihre Familiensaga »Die Töchter Cornwalls« mit den drei Einzelbänden: »Morgenröte«, »Sturmwind« und »Dämmerstunde«
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2


Selina und Ginnie gingen zu der früheren Kutscherkneipe, die jetzt in die Fußgängerzone integriert war. Beide waren sich ihres unterschiedlichen Aussehens bewußt und hatten oft Witze darüber gemacht, vor allem, wenn die Leute sie neugierig anstarrten und sich fragten, was diese beiden Frauen verband.

Ginnie hatte den hellen Teint der meisten Blonden, auch wenn die Farbe ihres Haars im schicken Bubikopfschnitt jetzt durch eine Tönung aufgehellt war. Sie war groß, schlank und hatte feingeschnittene Gesichtszüge und eine schöne Haut, die nur von einem feinen Netz Fältchen durchzogen war. Ihr Mund war schmal, und in ihren großen grauen Augen lag immer ein mißtrauischer Ausdruck. An ihrer teuren, modischen Kleidung war nie eine Knitterfalte, ein herunterhängender Saum oder ein loser Faden zu sehen. Garderobe, Make-up, Figur, Frisur und Stil waren das Resultat der rigiden Selbstbeherrschung, die ihr Leben bestimmte.

Selina war gut fünfzehn Zentimeter kleiner, sie trug robuste Halbstiefel und einen knöchellangen Rock. Ihre Kleidung war ein Durcheinander verschiedener Stoffe, Farben und Stile. Morgens zog sie an, was ihr gerade in die Hände fiel, und machte sich tagsüber keine Gedanken mehr darüber. Sie war nicht übergewichtig, aber ihre kleine Statur und ihre Schlabbergewänder ließen sie rundlicher aussehen, als sie war. Ihr Gesicht wurde von einem Wust widerspenstiger, brünetter Locken mit einem Stich ins Rötliche umrahmt, und es drückte Intelligenz aus. Es war eher ausdrucksvoll als schön, und dichte schwarze Wimpern umrahmten ihre haselnußbraunen Augen. Obwohl die beiden Frauen ein Altersunterschied von zehn Jahren trennte, sahen sie gleichaltrig aus: Teure Cremes und geschickt aufgetragenes Make-up ließen Ginnie jünger aussehen, während eine zerbrochene Ehe und ständige Geldsorgen Selinas Gesicht gezeichnet hatten.

In der Eingangshalle des Buckingham blockierte eine Gruppe schick gekleideter, schrill durcheinander sprechender, älterer Damen den Weg zur Bar.

»O nein!« stöhnte Ginnie leise beim Anblick ihrer Schwiegermutter, Joan Mulholland. »Hat sie mich gesehen?« flüsterte sie Selina zu.

»Leider ja«, antwortete Selina lächelnd und winkte.

»Kommt sie her?« fragte Ginnie und schaute in die entgegengesetzte Richtung.

»Leider ja«, wiederholte Selina. »Da ist sie schon.«

»Selina, wie schön, Sie zu sehen. Virginia«, fügte sie mit einem kurzen Nicken hinzu.

»Joan«, sagten beide gleichzeitig und blickten wie zwei ertappte Schulmädchen zu Boden.

Joan Mulhollands Stellung in der Gesellschaft verliehen ihr eine Arroganz und Selbstsicherheit, um die sie von vielen beneidet wurde. Zu jenen, die in ihren Augen der niederen Gesellschaftsschicht angehörten – wozu sie zweifellos Ginnie zählte –, sprach sie mit betonter Langsamkeit, denn ihrer Meinung nach war allein sie aufgrund ihrer höheren gesellschaftlichen Stellung mit überragender Intelligenz gesegnet. »Eßt ihr hier wieder mal zu Mittag?«

»Ja, unser gewohntes Mittwochs-Ritual«, antwortete Selina anstelle von Ginnie, die offensichtlich nicht antworten wollte oder konnte.

»Wie reizend. So wie wir – die Blumenmädchen der Kathedrale!« Ihr kokettes Lachen paßte nicht zu ihrem Alter.

Selina wußte nicht, was sie entgegnen sollte. »Tja ...«, murmelte sie, wurde aber gleich unterbrochen.

»Da ihr wohl im Restaurant zu Mittag essen werdet«, sagte Joan, »könntet ihr euch doch zu uns setzen.«

»Wie freundlich von Ihnen – aber leider haben wir einen Tisch im Lokal reserviert«, entschuldigte sich Selina geschickt.

»Dann beim nächsten Mal, liebe Selina. Und jetzt muß ich zu meinen Damen zurück.« Mit einem herablassenden Lächeln schwebte sie davon.

Nachdem Selina und Ginnie endlich an der Bar gelandet waren – Joan gehörte einer Generation an, die niemals eine Hotelbar betreten würde –, fragte Selina: »Ist sie immer so unhöflich zu dir?«

»Du hast fabelhaft reagiert mit dieser Ausrede, daß wir im Lokal essen würden. Bekommen wir denn dort jetzt noch einen Tisch?«

»Klar. Ich gehe schnell mal rein und arrangiere das.«

»Ich hole inzwischen die Drinks. Einen Gin Tonic für dich?«

»Ein Mineralwasser. Ich trinke keinen Alkohol mehr.« Selina schnitt eine Grimasse und verschwand in Richtung Lokal. Als sie zurückkam, ergatterte sie zwei Sitzplätze in der überfüllten Bar mit den abgewetzten Ledersofas, dem zerschlissenen, türkischen Teppich, den Jagddrucken an den Wänden und der vom Nikotin geschwärzten Decke. Der mürrische Barmann reagierte nicht, als Ginnie mehrmals versuchte, die Drinks zu bestellen, und ignorierte sie einfach. Selina fragte sich, warum Ginnie sich diese Unverschämtheit gefallen ließ, so wie sie kurz zuvor nicht auf die Unhöflichkeit ihrer Schwiegermutter reagiert hatte. Das zeigte eine Schwäche in Ginnie, die eine Tyrannin wie Joan natürlich sofort ausnutzte.

Bestimmt war es nicht leicht für Ginnie gewesen, in diese rigide, hochanständige Familie des Mittelstandes einzuheiraten. Und Joan hatte ihr sicher noch nicht verziehen, daß sie ihren vergötterten Carter geheiratet hatte – keine Frau wäre gut genug für ihn gewesen. Selina erinnerte sich, wie ihre Mutter einmal zynisch gesagt hatte, es sei eine Schande, daß Joan Mulholland nicht ihrem Mann, Patrick, die Zeit und Hingabe widme, die sie für ihren Sohn aufbringe. Dann hätte er sich nicht zu dem aufdringlichen Grapscher entwickelt, der alle Frauen in der Stadt belästigte. Selina überlegte, ob sie Ginnie davon erzählen sollte, um sie aufzuheitern, entschied sich aber dagegen. Menschen reagieren manchmal seltsam, wenn es um die eigene Familie geht, und jede Bemerkung kann als abwertende Kritik ausgelegt werden.

»Versprich mir, nicht zu lachen – aber hast du auch manchmal das Gefühl, daß du wie deine Mutter redest?« fragte Ginnie später beim Mittagessen.

»Das finde ich wirklich nicht witzig, weil mir das dauernd passiert. Gräßlich, nicht?«

»Entsetzlich! Kürzlich habe ich meinen Schatten gesehen und hätte beinahe geschrien – denn ich glaubte, meine Mutter zu erkennen!« Ginnie erschauderte.

»Dabei lebt deine Mutter noch. Ich warne dich, es wird noch schlimmer, wenn sie erst mal tot ist. Ich glaube, ich denke manchmal sogar wie sie – möge Gott mich davor bewahren!«

»Du hast deine Mutter also auch nicht gemocht?« fragte Ginnie und bereute sofort ihre Frage, denn damit hatte sie ihre eigenen Gefühle verraten.

»Wir haben uns nie ausstehen können. Als Chris und ich uns trennten, hat sie zu ihm gesagt, sie könne verstehen, warum er nicht mit jemandem, der so schwierig wie ich sei, leben könne. Bezaubernd, nicht wahr? Danach haben wir nie wieder miteinander geredet.«

»Das muß dich sehr gekränkt haben.«

»Nicht besonders. Obwohl ein bißchen Loyalität schon ganz nett gewesen wäre.« Selina griff nach ihrem Glas, um das Thema zu beenden. Obwohl sie gute Miene zum bösen Spiel machte, tat es ihr noch immer weh. Und manchmal, wenn wieder eine Beziehung in die Brüche gegangen war, fragte sich Selina, ob es an der Gefühlskälte ihrer Mutter lag, daß sie keine Beziehung aufrechterhalten konnte, daß die Liebe immer endete, weil sie nicht daran glaubte. Jetzt wußte sie, daß man als Kind geliebt werden mußte, um später lieben zu können. Das war eine interessante Theorie, und da Selina eine intelligente Frau war, merkte sie auch, daß man sie als faule Ausrede benutzen konnte. Aber darüber würde sie nie mit Ginnie diskutieren, das wäre ein zu intimes Gespräch.

»Wie geht's Carter?« fragte Selina mehr aus Höflichkeit als aus Interesse. Sie mochte Ginnies Mann nicht, der ihrer Meinung nach zu sehr von sich eingenommen war.

»Gut. Er malt fleißig«, antwortete Ginnie mit einem strahlenden Lächeln und fügte spontan hinzu: »Er macht mir ein phantastisches Weihnachtsgeschenk.«

»Was denn?«

»Einen Flug mit der Concorde nach New York. Wir bleiben eine Woche.«

»Das ist wirklich ein tolles Geschenk!« sagte Selina, mußte sich aber unwillkürlich fragen, wer dafür bezahlen würde.

»Ja, nicht wahr! Und aus heiterem Himmel!« Ginnie sah aus, als wollte sie sich vor Glück selbst umarmen. »Nur wir beide und Tessa.«

»Wie schön.«

»Und wie geht's Geoff?« fragte Ginnie dann pflichtbewußt. Sie mochte Selinas Freund nicht, da er ihrer Meinung nach Selina nicht genug schätzte.

»Gut. Er ist bis Freitag auf Reisen. Ich sage ihm, daß du dich nach ihm erkundigt hast.« Selina erging sich in Floskeln, um die Wahrheit zu umgehen. Ihre Beziehung zu Geoff, die so vielversprechend begonnen hatte, drohte rapide an den Klippen von Gewohnheit und Langeweile zu scheitern. Sie hätte Ginnie davon erzählen können, wie demütigend für sie der Verdacht war, daß Geoff sich wieder mit seiner Exfrau traf, und nicht nur wegen der Kinder. Sie hätte gerne darüber gesprochen, unterdrückte aber diesen Impuls und fragte statt dessen: »Und wie geht's Tessa?«

»Sie kommt nächste Woche zu Carters Geburtstag nach Hause. Jetzt, da sie auf der Universität ist, vermisse ich sie sehr. Das Haus kommt mir ohne sie ganz leer vor.« Ginnie beglückwünschte sich für diese leicht dahingesagten Worte, die von ihr erwartet wurden, denn in Wahrheit gefiel es ihr, daß ihre Tochter nicht mehr zu Hause lebte und sie endlich mit ihrem Mann allein war.

»Und bestimmt viel ruhiger«, sagte Selina grinsend.

»Ich werde mich nie wieder über ihre Musik beklagen, und auch nicht über ihre Füße – sie macht beim Gehen einfach schrecklich viel Lärm.«

Die beiden schwiegen, während der Kellner den Kaffee servierte. »War es schwer für dich, allein zu leben?« fragte...



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