Burgh | St. Edith's: Hospital der Herzen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 523 Seiten

Burgh St. Edith's: Hospital der Herzen

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-466-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 523 Seiten

ISBN: 978-3-96655-466-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Jedes gebrochene Herz kann einmal heilen: Der berührende Liebesroman »St. Edith's - Hospital der Herzen« von Anita Burgh jetzt als eBook bei dotbooks. Nach dem frühen Tod ihres geliebten Mannes will Chrissy Galloway in ein neues Leben starten und zieht nach Cornwall. In einem verschlafenen Küstenort fängt sie als Krankenschwester in St. Edith's an, einem alten Krankenhaus, in dem zwar das ein oder andere Rohr nicht ganz dicht sein mag, dass aber in seiner Pracht vergangener Tage umso mehr Charme versprüht. Auf ihrer Station hat sich Chrissy mit ihrem unverwüstlichen Humor schnell eingelebt und bald schon tanzen die Schmetterlinge Foxtrott, wenn sie dem sympathischen Dr. Newson im Flur begegnet - der ihre Gefühle sogar zu erwidern scheint! Doch gerade als Chrissy dem zarten Sonnenschein in ihrem Leben wieder vertrauen will, ziehen über St. Edith's dunkle Wolken auf - und Chrissy muss für ihr neu gewonnenes Glück kämpfen ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der bewegende Liebesroman »St. Edith's - Hospital der Herzen« von Anita Burgh. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anita Burgh wurde 1937 in Gillingham, UK geboren und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in Cornwall. Ihre 24 Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und feierten international Erfolge. Mittlerweile lebt Anita Burgh mit ihrem Mann und zwei Hunden in einem kleinen Dorf in den Cotswolds, Gloucestershire. Bei dotbooks veröffentlichte Anita Burgh ihrer Romane »Das Erbe von Respryn Hall«, »St. Edith's: Hospital der Herzen«, »Glückssucherinnen«, »Der Weg zum Herzen einer Frau«, »Wo deine Küsse mich finden«, »Das Lied von Glück und Sommer«, »Wo unsere Herzen wohnen« Außerdem veröffentlichte Anita Burgh bei dotbooks ihre Familiensaga »Die Töchter Cornwalls« mit den drei Einzelbänden: »Morgenröte«, »Sturmwind« und »Dämmerstunde«
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Kapitel 1


1


An Donnerstagen regnete es immer, zumindest an den wichtigen Donnerstagen in Chrissy Galloways Leben. Sie wurde an einem stürmischen Junitag geboren und hatte einen weiten Weg vor sich. Als sie an einem Donnerstag ihr Elternhaus verlassen hatte, war sie bis auf die Haut durchnäßt worden. Unglücklicherweise hatte sie diesen Wochentag auch für ihre Hochzeit gewählt – die Kleidung aller Gäste war durch einen sintflutartigen Regenguß ruiniert worden. Den Tag zur Beerdigung ihres Mannes hatte sie nicht wählen können, aber die gedrückte Atmosphäre war durch einen ständigen Nieselregen noch verstärkt worden. Und jetzt schaute sie aus einem Fenster im Bahnhof von Fellcar; es regnete in Strömen, und ihr fiel ein, daß es der Tag war.

Sie mußte lächeln. Der Mann vor ihr, der sich in dem Moment umdrehte, sah sie lächeln und zuckte zusammen, als wäre er gestochen worden. Er wich vor ihr zurück, als hätte sie eine ansteckende Krankheit. So viel zu der legendären Freundlichkeit der Menschen vom Norden. Sie fragte sich, was sich sonst noch während der sechzehn Jahre ihrer Abwesenheit in der Stadt geändert haben könnte.

Als ein Taxi vorfuhr und die darauf zueilenden Fahrgäste mit Wasserfontänen bespritzte, bewegte sich die Schlange ein Stück vorwärts. Chrissy schob ihre schwere Reisetasche mit den Füßen weiter.

Nicht, daß sie erwartet hätte, die Dinge hier vorzufinden, wie sie früher einmal gewesen waren. Ihr Fortgehen und ihre Heirat hatten nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Eltern verändert. Seitdem hatten die beiden neue Interessen entwickelt und andere Gewohnheiten angenommen, an denen sie nicht mehr teilhatte. Sogar ihr Zimmer hatten ihre Eltern in ein Arbeitszimmer umgewandelt. Das hatte ihr nicht gefallen – was lächerlich war –, aber gesagt hatte sie es nie.

Dann war vor drei Jahren ihr Vater gestorben, was alles veränderte. Denn er war in dem Moment gestorben, als Chrissy eine Art Lebensbilanz zog und sie gern seinen Rat eingeholt und ihm Fragen gestellt hätte, denn sie hoffte, er würde ihr mit seinem scharfen analytischen Verstand helfen, ihre Probleme zu lösen. Und dann war es zu spät gewesen.

Wieder fuhr ein Taxi vor, und Bewegung kam in die Schlange. Wie viele ihrer Schulfreundinnen lebten noch in der Stadt? Wohl nur noch wenige. Während der letzten beiden Schuljahre hatten sie Stunden damit verbracht, darüber zu diskutieren, wie sie dem langweiligen Leben in diesem Provinznest entkommen könnten. Voller Freude und ohne einen Funken Bedauern war Chrissy damals nach London gegangen und hatte sich in ihre Ausbildung zur Krankenschwester gestürzt. Im Laufe der Jahre hatte sie begriffen, daß es diese Vertrautheit war, vor der sie damals geflohen war. Doch jetzt, nach so vielen Turbulenzen in ihrem Leben, war es genau das, was sie brauchte und wiederzufinden hoffte.

Während des Vorstellungsgesprächs vergangenen Monat im Krankenhaus hatte sie sich in ihrer Heimatstadt wie eine Fremde gefühlt. Und dasselbe Gefühl beherrschte sie heute wieder. Doch daran trug allein sie die Schuld. Vor allem in den letzten drei Jahren hätte sie ihre nun alleinstehende Mutter öfter besuchen müssen. Doch es gab ein Problem: Sie war mit Iris nie gut ausgekommen. Seit Chrissys Kindheit hatte ihre Mutter ständig an ihr herumgenörgelt oder sich übertriebene Sorgen um sie gemacht, ein Verhalten, das sie beibehielt, als Chrissy verheiratet war. Zweifellos meinte sie es gut, aber da Iris sich ständig in Chrissys Leben einmischte, wahrte Chrissy Distanz. Bei der Beerdigung von Chrissys Mann, Ewan, war Iris hysterisch geworden und hatte sich weitaus schlimmer als bei der Beerdigung ihres Mannes aufgeführt. Chrissy wollte ihre Mutter nicht oft sehen, zumindest nicht, bis sie wieder ein gewisses Maß an Ausgeglichenheit in ihr Leben gebracht hatte. Du meine Güte, dachte sie, ich bin gerade erst angekommen und frage mich, ob es nicht ein Fehler war, hierher zurückzukommen. Doch für Zweifel ist es jetzt zu spät, schalt sie sich, aber die Sorge blieb trotzdem.

Lynn war ihre einzige Schulfreundin, von der sie mit Gewißheit wußte, daß sie noch hier lebte. Nach ihrem Fortgehen hatten sie sich noch geschrieben, doch ihre Korrespondenz war bald auf den gegenseitigen Austausch von Weihnachtskarten geschrumpft. Obwohl sich Chrissy auf ein Wiedersehen mit Lynn freute, fürchtete sie gleichzeitig eine Entfremdung. Oder, im schlimmsten Fall, daß sie einander nicht mehr leiden könnten.

Wieder rückte die Schlange ein Stück vor. Wenn sie darüber nachdachte, was hatte sie mit Lynn gemeinsam? Lynn hatte ihren ersten und einzigen Freund geheiratet – Terry Petch. Chrissy wollte gar nicht die Affären zählen, die sie im Laufe der Jahre gehabt hatte – der Zahl nach hätte man sie für promiskuitiv halten können, doch dafür hielt sie sich nicht. Terry war von Beruf Bauarbeiter, und vor Jahren hatte Lynn ihrer Freundin ein Foto geschickt, auf dem die beiden stolz vor dem bescheidenen Bungalow standen, den er mit eigenen Händen errichtet hatte. Damals hatte Chrissy im Wohlstand gelebt, in einem Dorf in Cornwall, in einem Haus, das so hübsch war, daß es auf Postkarten abgebildet wurde. Lynn hatte zwei Kinder und Chrissy keine. Und Lynn war verheiratet, während Chrissy verwitwet war und darum kämpfte, in die Normalität zurückzukehren. Sie wurde optimistisch, als ihr einfiel, daß sie beide denselben Beruf hatten. Doch dann kam ihr die Erkenntnis, daß man nicht notwendigerweise mit jemandem gut auskam, nur weil man derselben Tätigkeit nachging.

Schließlich war Chrissy an der Reihe. Sie stand vor der automatischen Tür, durch die jedesmal bei der Öffnung eine Regenbö peitschte. Tief vergrub sie die Hände in ihren Taschen; sie hatte ganz vergessen, wie kalt es hier sein konnte.

Dann preßte sie ihre Reisetasche an sich, rannte durch den Regen und riß die Tür des Ford Fiesta auf, noch ehe der Wagen richtig hielt. Sie freute sich auf die Fahrt durch die Stadt, auf den Anblick der Häuser und Gebäude, wie sie in den Stilepochen vergangener Jahrhunderte entstanden waren. Unten am Hafen fuhren sie an Fischerhäuschen aus dem 16. Jahrhundert vorbei, die zum Schutz gegen die Stürme dicht aneinandergedrängt dastanden, jetzt aber bis zur Unkenntlichkeit renoviert worden waren. Eine planende Hand schien in der Anordnung der Häuser, Gaststätten, Geschäfte und Speicher nicht erkennbar; sie lagen durcheinandergewürfelt da, als hätte ein launisches Kind sie aus seiner Spielzeugschachtel verstreut. Vor ihnen tauchte im Regen die schöne Regency-Stadthalle auf. Dahinter standen solide viktorianische Villen, die jetzt Büros beherbergten, und das noch immer geöffnete Grand Hotel, auch wenn es von seiner früheren Pracht eingebüßt hatte. Oben auf dem North Hill standen die teuren Häuser der gehobenen Mittelklasse; eins davon gehörte ihrer Mutter.

In einem Zeitraum von über dreihundert Jahren hatte sich das kleine Fischerdorf Fellcar in eine Stadt mit fast fünfzigtausend Einwohnern verwandelt. Fischer und ihre Boote gab es schon lange nicht mehr. Viele der ehemaligen Hotels hatte man in Eigentumswohnungen umgewandelt. Das in den fünfziger Jahren boomende Feriendorf, dessen einstige Gaste nun preiswerteren Urlaub in Spanien und Florida machten, war in ein Konferenzzentrum umgebaut worden. Am Rand der Stadt hatte sich vor kurzem einer der Retter der Stadt angesiedelt: eine Computerfabrik.

»Sie wirken so geistesabwesend, Miss.«

Chrissy blickte auf und sah, daß der Taxifahrer sie im Rückspiegel beobachtete.

»Ich mußte an die Arkaden denken, die früher hier standen.«

»Die gibt's schon lange nicht mehr, Miss. Jetzt kommen nicht mehr viele Touristen hierher. Ich weine ihnen keine Träne nach, denn sie haben nur Dreck hinterlassen und sind nie Taxi gefahren. Die Fabriken jetzt, das ist doch was ganz anderes – da kommt Geld ins Portemonnaie.«

»Fabriken, sagten Sie? Ich dachte, es gäbe nur die eine.«

»Zum Glück nicht. Als sich die Firma Sunflower Computers hier ansiedelte, zogen andere nach. Im Industriegebiet draußen gibt's jetzt mindestens zehn. Wo haben Sie denn gelebt?«

»In Cornwall. Ich war nur selten zu Besuch. Und dann redet man nicht über Fabriken, oder?« Sie grinste.

»Ich war mal in St. Ives – ein hübscher Ort.« Der Fahrer hörte auf zu plaudern, als er am Fuß des South Hill in den vielbefahrenen Kreis einbog und dann den steilen Hügel zum St. Edith's hochfuhr.

»Ich finde es dumm, an diese Stelle ein Krankenhaus hinzubauen. Wenn man krank ist, ist man tot, ehe man da oben angekommen ist. Aber das senkt wohl die Kosten, nehme ich an.« Er lachte über seine Bemerkung, aber sie klang abgedroschen, so als würde er sie häufig machen.

Chrissy schaute aus dem Fenster, als sie am Krankenhaus vorbeifuhren. Hier würde sie in einer Woche zu arbeiten anfangen. Hier war sie geboren, hier war ihr der Blinddarm entfernt worden, und hier würde sie wohl sterben, falls sie in Fellcar blieb. Bei dem Gedanken schauderte ihr, und sie schlug schützend den Mantelkragen hoch.

»Dann kommen Sie also aus der Gegend, wie?« fragte der Fahrer.

»Ja.«

»Und sind zu Besuch hier?«

»Nein. Dieses Mal bleibe ich.«

»Sind Sie verheiratet?«

Chrissy mußte lächeln, denn sie hatte ganz vergessen, wie neugierig die Einheimischen hier waren.

»Nein.« Seit Ewans Tod hatte sie gelernt zu verschweigen, daß sie Witwe war. Entweder schwiegen die Menschen betroffen oder sie ergingen sich in übermäßigen Sympathiebekundungen. Beide Reaktionen waren ihr unangenehm. Außerdem schienen manche Männer ihre Witwenschaft geradezu als Einladung zu unverschämten Annäherungsversuchen zu betrachten.

»Haben Sie...



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