E-Book, Deutsch, Band 1, 426 Seiten
Reihe: Lightning
Busch Lightning
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7693-7299-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
The Faceoff
E-Book, Deutsch, Band 1, 426 Seiten
Reihe: Lightning
ISBN: 978-3-7693-7299-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Seit zwei Jahren spielt Elliot bei Atlanta Ice Lightning. Inzwischen bringt ihn nichts mehr so schnell aus dem Konzept. Das ändert sich in dem Moment, indem Archer auf einmal in der Umkleide des Eishockeyteams auftaucht. So einem Mann zu begegnen, stand nicht auf Elliots Karriereplan. Als Spieler der NHL sind Männer absolut tabu - so funktioniert die Eishockeywelt. Allerdings wird es mit jedem Tag schwieriger für ihn, sich von Archer fernzuhalten, vor allem, da der PR-Manager definitiv mit ihm flirtet. Und Elliot kommt langsam aber sicher nicht mehr gegen seine Gefühle an...
Lea Busch trat 2022 mit ihrem Debutroman Sunflower -The Story Of A Hedgehog in die Öffentlichkeit. Letztes Jahr kam mit Blue Memories die erste kürzere Geschichte dazu. Mit Lightning - The Faceoff beginnt die zweite Trilogie der Autorin. Weitere Bücher sind aktuell in Arbeit. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin, ist Lea Busch Studentin und hat nach ihrem Bachelor in Kommunikations- und Multimediamanagement dieses Jahr ihren Master in PR- und Unternehmenskommunikation begonnen. Du möchtest mehr über die Autorin erfahren? Schau hier vorbei: Instagram: autorin.leabusch TikTok: autorin.leabusch
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1. Kapitel
Am allerersten Tag der neuen Saison bin ich zu spät. Das darf nicht wahr sein! Natürlich musste ich genau heute Morgen einen Platten haben. Es ist zehn vor acht und ich werde gut zwanzig Minuten brauchen, bis ich am Trainings-center bin. Einen Bus zu nehmen ist keine Option; da bin ich mindestens dreimal so lange unterwegs. Fluchend schmeiße ich die Luftpumpe zur Seite, verschließe das Ventil und hoffe, dass mein Reifen kein Loch hat, sondern dass es daran liegt, dass ich das Rad den Sommer über nicht angerührt habe. Schnell mache ich das Schloss um den Lenker fest und schwinge mich auf den Sattel. Der Verkehr ist wie jeden Tag hier in Atlanta absolut chaotisch, aber inzwischen bin ich mehr oder weniger daran gewöhnt. Heute ist der erste Spieltag der Saison. Mein Team ist zwar erst übermorgen dran, aber das bedeutet nicht, dass ich freihabe. Oh nein. Seit Wochen schon trainieren wir, ich bin öfter im Trainingscenter, als bei mir zu Hause, geschweige denn irgendwo anders. Vor drei Tagen, als ich das letzte Mal dort war, weil wir oh Wunder, tatsächlich ein paar Tage freihatten, habe ich erfahren, dass ein Teamkollege abgeworben wurde. Er ist immer mit dem Auto zur Halle gefahren und hat mich auf dem Weg dahin eingesammelt. Das ist auch der Grund, weswegen ich so lange nicht mehr mit dem Rad unterwegs war. Nachdem ich es sporadisch angebunden habe, hetze ich durch die große Tür und durch die Flure. Wenn man sich hier nicht auskennt, ist es fast unmöglich sein Ziel direkt beim ersten Versuch zu finden. Ich weiß nicht, wer dieses Gebäude konstruiert hat (und ehrlicherweise ist es mir auch ziemlich egal), aber es hätte definitiv übersichtlicher gestaltet werden können. „Ah, auch mal da“, stellt mein Teamkollege Lane fest, als ich mich auf die Bank der Umkleide fallen lasse und meine Wasserflasche heraushole. „Leighton. Du bist zu spät.“ Scheiße. Coach Warren steht im Türrahmen und natürlich bin ich der Einzige, der noch nicht startklar ist. „Tut mir leid“, sage ich schnell und tausche meine Schuhe. Heute Vormittag steht Trockentraining auf dem Plan. Das bedeutet, mehr als die Sporthose, das Shirt und die Sportschuhe, die ich gerade zuschnüre, brauche ich gerade nicht. „Da leistest du dir ja was, kommst am ersten offiziellen Tag der Saison zu spät“, murmelt Duncan, ebenfalls ein Teamkollege, leise und ich verdrehe die Augen. „Mein Reifen war platt“, antworte ich und folge Coach Warren und den anderen in die Halle. Wir laufen uns warm, das kündigt der Coach schon gar nicht mehr an. Es ist ein Automatismus, dass jeder hier anfängt, große Runden um die Eisfläche zu joggen. Zwei junge Männer stehen abseits, sehen sich kurz um und schließen sich der Mannschaft dann an. Ich blicke mich um. Es hat sich seit der letzten Saison einiges getan. Ein paar sind aus der Mannschaft geflogen, einige wurden abgeworben und andere haben ihre Karriere altersbedingt beendet. Aber es sind auch schon einige Neue seit Mitte des Sommers dabei. Ich laufe etwas schneller und erwische einen der beiden mir unbekannten Typen. „Du bist neu hier“, stelle ich fest. Er nickt und ich sehe kurz zu Warren. Der Coach mag es nicht, wenn wir während des Trainings reden. Er meint, wir könnten uns dann nicht richtig konzentrieren. „Ja, es ist unglaublich hier zu sein!“ grinst er und ich mustere ihn kurz. Der Kerl ist höchstens zwanzig. „Das Angebot kam erst vor drei Wochen“, erzählt er weiter. „Ich habe vorher nur am College gespielt.“ „Dann streng dich lieber an, sonst spielst du bald wieder dort“, antworte ich und laufe weiter. Die Transferperiode hat gerade erst begonnen. Es ist Oktober und noch bis Mitte Februar werden die Spieler zwischen den Mannschaften gewechselt, wie früher auf dem Schulhof die Sammelkarten. Einige werden aussortiert, einige ganz neue Spieler kommen hinzu. Nur weil ich seit zwei Jahren hier bin, bedeutet das noch lange nicht, dass ich am Ende der Saison noch hier sein werde – auch wenn ich es gerne würde. Dass der Neue sich freut, kann ich absolut nachvollziehen, aber er sollte sich nicht ausruhen und schon gar nicht denken, dass er garantiert bis zum Stanley Cup hier spielen wird. Um in der NHL zu überleben, darf man sich nicht ausruhen, nie. Leistung und Durchhaltevermögen ist das Einzige, was hier zählt. „Fangt mit dem Krafttraining an“, ertönt plötzlich Coach Warrens Stimme. „An alle Neuen: Es wird immer zu zweit trainiert, kontrolliert einander“, fügt er hinzu. Lane kommt zu mir an die Beinpressen im Kraftraum, der von der Haupthalle abgeht. „Fängst du an?“ Ich zucke mit den Schultern. „Klar.“ Ich setze mich und Lane stellt das Gewicht ein. „Hast du die Neuen schon gesehen?“ „Sie sind jung“, meint er und ich nicke. „Was denkst du? 19, vielleicht 20?“ „Ich würde 19 sagen, beide“, überlegt er laut. „Ian war vor ein paar Wochen noch am College.“ „Der Blonde?“ Lane nickt. Dann heißt der Typ, mit dem ich mich vor ein paar Minuten noch unterhalten habe, wohl Ian. „Er kann noch gar nicht glauben, hier zu sein“, schmunzelt Lane. „So ging es doch uns allen, als wir angefangen haben“, erinnere ich ihn. Lane nickt. „Ich bin gespannt, ob Warren ihn beim Spiel schon aufs Eis lassen wird.“ Ich schüttle den Kopf. „Mich hat er fast drei Wochen warten lassen, bis ich durfte.“ „Ich war nach zwei Spieltagen das erste Mal auf dem Eis“, meint Lane und ich verdrehe die Augen. „Du brauchst das nicht jedes Mal zu sagen. Das weiß hier absolut jeder.“ Wir tauschen. Erst da bemerke ich, dass einer der Vereinsvorstände bei Warren steht. Die lassen sich doch sonst nicht beim Training blicken. Schon gar nicht, wenn wir nicht auf dem Eis stehen. Neben Warren geht der Assistenzcoach Drew umher, gibt hier und da ein paar Anweisungen und Tipps. Drew ist seit einem Jahr erst dabei und war vorher selbst Spieler. Er hat vor einigen Jahren ein unfassbares Tor beim Stanley Cup geschossen und als klar war, dass er Atlanta Ice Lightning als Co-Trainer unterstützen wird, war nicht nur der Vorstand hellauf begeistert. Er selbst hat in diesem Team seine Karriere begonnen, auch wenn er nur zwei Saisons hier war. Zu der Zeit habe ich noch zu Hause in England in der alten Eishalle davon geträumt, irgendwann mal mit diesem Sport mein Geld zu verdienen. Angefragt hatten Connor Drew viele Clubs. Es war eigentlich zu erwarten, dass er in New York bleibt; bei dem Team, bei dem er zum Schluss gespielt hat, aber nein, er hat sich anders entschieden. Warren ist schon seit einigen Jahren Cheftrainer, war vorher Co-Trainer und davor Spieler, das ist allerdings bestimmt schon zehn Jahre her, wenn nicht länger. „Wechseln!“, reißt Drews Stimme mich aus meinen Gedanken und Lane und ich gehen zum nächsten Trainingsgerät. Ich mochte Trockentraining nie wahnsinnig gerne, ganz egal, was anstand, aber inzwischen weiß ich, dass es notwendig ist, wenn man auf dem Eis Leistung erbringen will. Nach dem Zirkeltraining haben wir eine Viertelstunde Verschnaufpause. Gleich spielen wir eine Runde Fußball. Man könnte meinen, dass es sinnlos ist, Fußball zu spielen, wo wir doch im Eishockey gut sein müssen, aber es fördert den Teamgeist. Heute Mittag gehen wir aufs Eis. Duncan kommt zu Lane und mir. „Der Neue ist doch noch ein Kind“, meint er und stellt damit genau das fest, was Lane und ich auch schon gesagt haben. „Hast du nicht auch mit 19 angefangen?“, frage ich verwundert, aber er winkt ab. „Für drei Wochen. Dann bin ich rausgeflogen und musste noch zwei Jahre in der dritten und zweiten Liga spielen, bis ich wieder die Chance bekommen habe“, erinnert er mich. Ach ja, da war ja was. Duncan spielt seit letzter Saison als Verteidiger bei Atlanta. Vorher hat er ein Jahr für Chicago gespielt. „Die zwei sind doch nur vier Jahre jünger als wir“, meint Lane dann. „Fünf“, korrigiert Duncan und sieht zu mir. Ich verdrehe die Augen. „Ich bin nur ein Jahr älter als ihr. Ich bin kein Rentner.“ „Aber fast“, meint Duncan trocken, ehe er sich etwas zu trinken schnappt. Ich sehe zu Coach Warren. Drew steht inzwischen auch dort mit Mister Johnson, dem Kerl des Vorstands. Wenn er so lange schon hier ist, scheint es so wichtig zu sein, dass es nicht warten kann, bis das Training beendet ist. Skeptisch sehe ich mir die Szene an, werde dann aber unterbrochen, als Ian durch mein Sichtfeld läuft und ich dadurch merke, dass alle anderen sich etwas zu trinken holen gehen und ich selbst auch Durst habe. Das Training geht weiter, Mister Johnson verschwindet und schon bald stehen wir auf dem Eis. Warm sind unsere Muskeln schon die ganze Zeit, also lässt Coach Warren uns nicht mehr als die Zeit, bis alle auf der Fläche sind, um uns wieder an diesen Untergrund zu gewöhnen. Allerdings ist das auch nicht notwendig. Jeder von uns läuft auf Eis so sicher, wie auf normalem Asphalt. Wir fangen mit Torschüssen an. Ich lasse mich in Lanes Richtung gleiten, schnappe mir auf...




