E-Book, Deutsch, 368 Seiten
Reihe: Sunflower
Busch Sunflower
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-9949-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
The Story Of A Hedgehog
E-Book, Deutsch, 368 Seiten
Reihe: Sunflower
ISBN: 978-3-7562-9949-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Alles ist gut - zumindest bis Ezra in Williams Leben auftaucht. Eingeschriebener Student, ein fester Job, eine coole Freundesgruppe. Und von der Liebe hält William nicht viel. Nach einigen Drinks behauptet Ezra allerdings, William sei nicht hetero. Überzeugt davon, dass Ezra Unrecht hat, geht William eine Wette mit ihm ein, ohne damit zu rechnen, dass Ezra diese Wette ebenfalls gewinnen will.
Lea Busch ist 2001 geboren und sobald sie schreiben gelernt hat, wurden die Geschichten in ihrem Kopf niedergeschrieben. Nach und nach wurden sie immer länger, bis sie 2014 auf Wattpad ihre erste Story veröffentlichte. Mit dem Roman "Sunflower - The Story Of A Hedgehog." wagt sie nun den nächsten Schritt.
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1. Kapitel
Ein verregneter Tag im September. Eigentlich war heute nicht mehr und nicht weniger. Die Zeit zwischen den letzten warmen Tagen und denen, an der der Herbst in London richtig zu spüren ist, vergeht mal wieder viel zu schnell. Gerade konnte man abends noch gemütlich draußen sitzen und jetzt habe ich bereits die ersten Hoodies wieder herausgeholt. Ich trage einen unter der Weste des Spielzeugladens, in dem ich arbeite und warte darauf, Feierabend machen zu können. Ich seufze und nehme mir die nächste Brotdose mit einer Gruppe Superhelden darauf, um sie einzuräumen. Irgendwie muss das Geld ja in die Haushaltskasse kommen. Ich habe das Gefühl, die Zeit zieht sich wie Kaugummi. Oder wie der Käse einer guten Pizza. Die Sekunden und Minuten vergehen schleppend und der Tag will einfach nicht zu Ende gehen. Es ist Donnerstag und das Ende dieser Woche lässt viel zu lange auf sich warten. Graue Wolken verhängen den Himmel und es ist trüb draußen. Meine Laune ist nicht anders. Sie ändert sich auch den restlichen Tag über nicht. Ich mache Feierabend und verpasse direkt die Tube nach Hause. Seufzend setze ich mich auf einen der ungemütlichen Metallstühle der Haltestelle. Die Luft hier unten ist schlecht. So wie immer. Wieso denke ich also noch darüber nach? Man könnte meinen, ich sei es gewohnt. Es dauert nicht lange und der nächste Zug kommt. Einen Sitzplatz bekomme ich heute nicht und es dauert erneut zu lange, bis ich endlich die Tür aufschließe und nach Hause komme. Ich wohne in einem kleinen Apartment bestehend aus einem Schlafzimmer, einer Wohnküche, einem Flur, der kaum einen Meter misst und einem Badezimmer ohne Fenster. Ich bin von Doncaster nach London gezogen, weil ich hier studieren will, es ist mehr, als ich erhofft hatte. Letztes Jahr wurde ich eigentlich angenommen, jedoch gab es einen technischen Fehler, weswegen ich nicht ins System der Uni aufgenommen wurde und somit habe ich etwa einen Monat nach Beginn des Studiums erfahren, dass weder meine Matrikelnummer noch meine sonstigen Uniunterlagen gültig waren. Seitdem warte ich darauf, dass ich für den nächsten Term angenommen werde. Seufzend lasse ich mich auf mein Bett fallen. Ich muss dringend mal wieder aufräumen. Ich hatte überlegt nach Doncaster zurückzugehen, solange ich nicht studiere, aber ein bezahlbares Apartment in London zu finden ist nicht gerade einfach, also habe ich mir einen neuen Job gesucht und bin immer noch hier. Es klingelt an der Tür. Ich rapple mich auf und gehe durch den kleinen Flur. Rechts geht mein Wohnzimmer mit eingebauter Küchenzeile ab und links liegt das Badezimmer. „Hey. Hast du noch Waschpulver?“, fragt mich mein Nachbar Lennox lächelnd. Ich weiß nicht wieso, aber er ist immer gut gelaunt. Ich nicke und gebe es ihm. Unten im Haus ist eine Waschküche, ich bin froh drum, denn weder Waschmaschine noch Trockner hätten hier in die Wohnung gepasst. Eine Wäsche kostet 1,5£. Trockner auch, also ist es recht in Ordnung, wenn man allein lebt und nicht jeden Tag einen vollen Wäschekorb hat. Lex geht mit seinem vollen Wäschekorb runter und ich schließe die Tür wieder. Ich gehe an den Kühlschrank und muss feststellen, dass ich so gut, wie nichts mehr da habe. Verdammt. Kann es eigentlich noch beschissener werden? Ich nehme mir meinen Rucksack, schmeiße mein Portemonnaie hinein und gehe zum nächsten Supermarkt, verbringe ich die nächste Stunde damit einzukaufen, den ganzen Kram wieder nach Hause zu schleppen und mich zu fragen, wieso diese Woche einfach nicht umgehen will. Ich räume unmotiviert die Lebensmittel weg. Es klingelt erneut an der Tür. Es ist wieder Lex. Fragend sehe ich ihn an. Er gibt mir die Waschpulverpackung zurück und hält mir dann einen Brief hin. Ich verdrehe die Augen. Lex und mein Briefkasten sind nebeneinander und irgendwie bekommt der Postbote es nicht auf die Reihe, Moore und Lewis zu unterscheiden. Was weiß ich, wieso nicht. Regelmäßig erhält er meine Post und ich seine. Dadurch haben wir uns auch kennengelernt und uns mittlerweile angefreundet. Ich nehme den Brief und nicke dankend. Meine Augen werden groß, als ich das Logo der Uni sehe. Lex blickt mich verwundert an. Ich drehe den Brief um und zeige es ihm. „Mach schon auf!“, fordert er von mir. Ich hole den Brief heraus und stocke einen Moment. „Ich bin wieder eingeschrieben!“, sage ich glücklich und mit einem Mal ist der Tag doch nicht mehr so scheiße. Lex grinst. „Das ist toll! Dann bin ich nicht mehr der Frischling in der Runde“, lacht er. Ich verdrehe die Augen, grinse aber auch. Lex hat letztes Jahr angefangen zu studieren. Er studiert auch an der Londoner Universität, genau wie ich bald endlich wieder. Es bleibt aber dennoch nicht aus, dass ich die Wohnung sauber machen muss. Es ist mal wieder notwendig. Nicht, dass ich dreckig lebe, ich bin einfach nur faul und räume nicht gerne auf. Ich schiebe eine Pizza in den Ofen und mache mich dann daran das Geschirr von heute Morgen zu spülen. Dann wische ich durch die Wohnung, wechsle die Bettwäsche und mache das Badezimmer sauber. Zwischendurch esse ich meine Pizza, setze mich aber extra nicht auf das Sofa. Ich würde nicht wieder aufstehen, sondern den Fernseher anmachen und die Arbeit auf morgen schieben. Das ist schon oft genug passiert. Als ich hier eingezogen bin, hatte ich keine Selbstdisziplin, was den Haushalt angeht, es kam also durchaus schon vor, dass sich das Geschirr gestapelt hat, bis es wirklich nicht mehr ging. Mittlerweile habe ich das ganz gut im Griff, toll finde ich es aber trotzdem nicht. Zumal ich eigentlich sogar Platz für eine kleine Spülmaschine hätte; nur das Geld fehlt einfach. Ich kann mit meinem Job die Wohnung und die Einkäufe bezahlen und ich habe einiges auf die hohe Kante gelegt, da ich nun wohl meine Stunden reduzieren werde, wenn ich wieder studiere. Vielleicht ist noch zweimal im Monat drin, dass ich mit meinen Freunden rausgehe; und darauf möchte ich dann doch nicht verzichten. Meine Mum meinte zu mir, dass sie mir auch finanziell helfen kann. Da sie mit meinen sechs Geschwistern aber schon genug am Hals hat, will ich ihr nicht noch aufbrummen, dass ich keine Spülmaschine habe. Wie ich meine Mum kenne, würde sie mir sofort Geld überweisen und das möchte ich nicht – es ist meine Entscheidung, ob ich mein Geld ausgebe, um mit meinen Freunden etwas zu unternehmen, oder ob ich spare und mir dann die Dinge kaufe, die ich zwar nicht brauche, aber gerne haben möchte. Dann bekomme ich eine Nachricht. Es ist Nevan; ein guter Freund von Lex und mittlerweile auch von mir. Nevan: Kommst du heute Abend mit raus? Treffen uns um 8 Uhr. Ich überlege einen Augenblick. Ich muss morgen erst ab zehn Uhr arbeiten. Ich schreibe ihm also, dass ich da sein werde und sage Lex Bescheid, dass ich dabei bin. Schnell springe ich unter die Dusche und mache mich anschließend fertig. Schlichte Jeans, Adidas-Pullover und Vans. Das reicht für heute Abend. Ich treffe mich schließlich nur mit meinen Freunden und auf eine Beziehung bin ich im Augenblick nicht aus. Ich genieße mein Singleleben. Eine Beziehung ist mir einfach zu stressig. Ich bin ganz froh darüber, dass ich mich nicht ständig bei irgendjemandem melden muss, dass ich mein Bett für mich habe und dass ich niemandem erklären muss, wo ich wann bin. Klingt vielleicht erst einmal blöd, ist aber deutlich entspannter. Zumal lebe ich noch nicht lange hier und ich will mich auf die Uni konzentrieren, wenn sie beginnt. Ich habe meine Freunde um mich herum und bin wieder eingeschrieben, was will ich also mehr? Ich stehe vor dem Spiegel und fahre mir durch die Haare, bis sie sitzen und ich das Wachs wegstellen kann. Ich schaue in mein Portemonnaie; es sind noch dreißig Pfund drin, das sollte reichen. Ich hatte nicht vor mich komplett abzuschießen, ein paar Bier ist alles, was ich gleich trinken möchte. Außerdem fahre ich mit der Tube zurück und brauche kein Geld für ein Taxi. Das war in Doncaster früher so. Der Bus kam deutlich seltener als hier; schon gar nicht nachts, also bin ich häufig mit dem Taxi gefahren. Meine Freunde und ich haben es uns dann geteilt. Nicht selten haben wir auch alle bei einem übernachtet, wenn die Eltern gerade nicht da waren. Einmal sind wir gelaufen und dann haben wir beschlossen, das nie wieder zu tun. Es hat fast zwei Stunden gedauert und Doncaster ist nun wirklich nicht arg groß! Aber wir waren alle pleite und was soll man dann machen? Jedenfalls waren wir kurz darauf alle erkältet, denn wir haben die kühle Nachtluft irgendwie nicht als ganz so kalt wahrgenommen. Jetzt fahren Lex und ich mit der Tube zurück, wenn wir abends weggehen, oder nur ich, ab und an schläft Lex auch woanders, meistens bei seiner Freundin. Ich schließe ab und gehe rüber zu ihm. Er wohnt mit mir auf einer Etage. Ich klopfe an und einige Augenblicke später öffnet sich die Tür. Ich drücke sie weiter auf und sehe ihn an seiner Garderobe stehen. „Fertig?“ Er greift nach seinem Handy, seinem Schlüssel und seinem Portemonnaie und nickt. „Wir können.“ Als wir ankommen, stehen Nevan und Andy bereits vor der Kneipe. Wir gehen meistens hier her, den Londoner Pub. Gut, vermutlich...




