Cahill | Love me, maybe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Cahill Love me, maybe


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8025-9794-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

ISBN: 978-3-8025-9794-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Als Joss herausfindet, dass ihr Freund sie betrügt, macht sie Schluss mit ihm. Aber kann sie nach dieser Pleite jemals wieder mit einem Mann zusammen sein? Ihr bester Freund Matt, der auch gerade eine katastrophale Beziehung hinter sich hat, weiß eine Lösung: Sorbet-Sex! Die beiden schlafen miteinander, um danach wieder bereit für eine neue Beziehung zu sein. Das Ganze funktioniert prima - bis Joss merkt, dass sie an nichts anderes mehr denken kann als an Matt. Plötzlich ist Sorbet alles, was sie will. Und ehe sie es sich versieht, hat sie Regel Nummer eins gebrochen: Verliebe dich nicht in Matt!

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2


Sieben Jahre zuvor …
das erste Studienjahr


Matt Lehrers Mitbewohner war vor allem ein Diplomat. Das wurde mir mitten in seinem offensichtlich nicht ganz so spontanen Besuch in unserem Zimmer klar, das zufällig direkt über seinem lag. Er war gekommen, um uns zu einer Party einzuladen, ein paar Stunden bevor er vorhatte, ein Fass Light-Bier durch das Fenster hereinzuschmuggeln. Eigentlich wollte er nur dafür sorgen, dass meine Zimmergenossin Rachel und ich ihn nicht verpfiffen. Das hätten wir ohnehin nicht getan, aber das wusste er nicht, und ich würde die Einladung bestimmt nicht ablehnen. Ich war endlich selbstständig – na ja, so selbstständig, wie man in einem Zweibettzimmer im Wohnheim der Universität von Wisconsin-Madison sein konnte – und entschlossen, meine gerade eben gewonnene Freiheit auszukosten. Oder in diesem Fall eben das Light-Bier.

Rachel war mir ziemlich ähnlich – ein gutes Mädchen aus gutem Haus mit einem Freund, der gerade eine Fernbeziehung geworden war. Sie war sich mit der Party nicht so sicher, war aber bereit mitzukommen. Ich kannte niemanden dort, was zwar zu erwarten war, mich aber sehr unsicher machte. Ich fühlte mich noch kleiner als meine gewöhnlichen 1,57 Meter, und meine lockigen – seien wir ehrlich, damals ziemlich krausen – rotblonden Haare hatten die Wirkung einer Werbeanzeige zum Anderssein. Der einzige freie Platz, auf dem Rachel und ich sitzen konnten, war am unteren Ende eines der beiden Betten, eingekeilt zwischen einem großen Typen aus Wisconsin und der Ziegelwand. In dieser Position war es schwer, den Plastikbecher mit Bier an den Mund zu führen, aber das war schon in Ordnung. Ich hatte ziemlich schnell festgestellt, dass ich (a) den Geschmack von Bier nicht mochte und dass er (b) immer übler wurde, je wärmer das Bier in meiner Hand wurde.

Unser Gastgeber spielte Türsteher und schleuste Leute in kleinen Gruppen in den Raum wie ein Möchtegern-Fluchthelfer. Nur ein paar Zentimeter von Rachels nackten Knien entfernt hockte ein dunkelhaariger Typ auf dem Schreibtisch. Er warf einen Blick auf meinen Becher und sah mich komisch an. Schnell trank ich einen Schluck.

»Wie heißt du noch mal?«, fragte er mich.

»Jocelyn Kiel«, antwortete ich und schob schnell hinterher: »Joss.« Die einzigen Menschen, die meinen vollständigen Namen benutzten, waren Lehrer, Ärzte und meine Eltern, wenn ich in Schwierigkeiten steckte.

»Matt Lehrer.« Er streckte mir seine Hand entgegen, die ich unbeholfen mit meiner Linken schüttelte. Ich war nicht daran gewöhnt, jemandem die Hand zu geben, hätte mich aber noch blöder gefühlt, wenn ich sie nicht beachtet hätte. Seine Hände waren warm und sein Griff fester, als ich erwartet hatte.

»Bist du auch hier aus diesem Wohnheim?«, fragte ich.

»Ich wohne hier.« Er deutete auf den Boden. »Du sitzt auf meinem Bett.«

»Oh!« Ich hatte das Gefühl aufstehen zu müssen, auch wenn er mich hier seit über einer Stunde hatte sitzen sehen. Stattdessen starrte ich die Bettwäsche an, in der Hoffnung, durch sie Rückschlüsse auf ihren Besitzer ziehen zu können. Sie war dezent, braun-blau gestreift und viel zu neutral, um irgendetwas auszusagen. »Das ist cool.«

»Ihr seid die Mädchen von über uns, oder?«, fragte er und deutete dabei auf Rachel und mich.

»Ja. Woher weißt du das?«

Er grinste, wodurch neben seinem Mund Grübchen auftauchten. »Chris hat gesagt, dass ich nett zu euch sein soll.« Sein Blick glitt automatisch zur Tür, wo sein Mitbewohner immer noch Hof hielt. Dann schien er etwas auf der anderen Zimmerseite zu entdecken und stand mit einem verärgerten Gesichtsausdruck auf. »Entschuldigt mich mal kurz.«

Rachel war weggegangen, um sich mit einem Mädchen zu unterhalten, das sie von einer Orientierungsveranstaltung her kannte, und bis Matt zu seinem Platz auf dem Schreibtisch zurückkehrte, hatte mein Bier fast Körpertemperatur angenommen. Er warf einen Blick auf meinen Becher, seufzte und stand wieder auf. Dann flüsterte er mir etwas ins Ohr. »Komm mal kurz mit.«

»Wie bitte?«

»Komm einfach.«

Ich sah ihn misstrauisch an. »Warum?

»Entspann dich, ich habe etwas für dich.«

»Was denn?«

Er blickte umher, um festzustellen, ob jemand in Hörweite war. »Etwas, das ich nicht mit allen hier teilen will, okay?«

»Was soll das sein? Herpes?«

Er riss seine Augen auf und begann zu lachen. »Komm einfach mit.«

Ich sah ihn mir genauer an. Er schien harmlos zu sein – tatsächlich wirkte er wie der Inbegriff eines harmlosen netten Kerls. Außerdem hatte er über meine Herpes-Bemerkung gelacht, also wie schlimm konnte er schon sein? Ich quetschte mich an meinem Nachbarn vorbei und folgte ihm aus dem Raum.

»Wohin gehen wir?«, fragte ich, während wir den Flur entlanggingen.

»Du bist ja ganz schön misstrauisch.«

»Wärst du es an meiner Stelle denn nicht?«

»Entspann dich«, erwiderte er lächelnd und rollte mit den Augen.

Wir verließen das Gebäude durch einen Nebenausgang und durchquerten eine Rauchwolke, die immer in diesem Bereich in der Luft hing. Es war der einzige ausgewiesene Raucherbereich, und er war fast nie leer. Eine kleine Gruppe von Rauchern hing dort ab und lehnte sich gegen ein paar Fahrradständer. Matt führte mich um eine Ecke. Hier, abseits der beleuchteten Wege, war es ziemlich dunkel. Trotz seiner Netter-Junge-Aura wusste ich, dass ich mich nicht hier draußen alleine mit einem Typen herumtreiben sollte. Ich hätte sogar lieber eine Lunge voll Passivrauch genommen, um unter Leuten zu sein. Ich ging langsamer und sah zu den Rauchern zurück.

»Jocelyn, entspann dich doch mal!« Matt lachte. »Ich werde dir schon nichts tun.«

»Es heißt Joss. Und was machen wir hier draußen?«

Er griff in seine Hosentasche und zog eine kleine flache Flasche mit einer klaren Flüssigkeit darin hervor. »Ich habe nicht viel davon, aber du wirkst, als könntest du etwas … Süßeres brauchen.«

Ich zögerte, denn ich hatte das Gefühl, ich wäre in einem dieser Warnfilmchen gelandet, die sie einem immer in der Schule gezeigt hatten. Und war das Annehmen eines Getränks von einem Fremden nicht so etwas wie Nummer 2 auf der Liste der Verhaltensregeln gegen Vergewaltigungen, die in unserem Willkommenspaket enthalten gewesen war?

»Ich schwöre, die ist noch ungeöffnet«, sagte er.

»Du hast das Faltblatt über Vergewaltigungen wohl auch gelesen, was?«, fragte ich lächelnd.

»›Nein bedeutet nein‹«, zitierte er und ließ die Flasche tanzen. »Pfirsichlikör, jetzt auch ohne K.-o.-Tropfen.«

Ich lachte und griff nach der Flasche. Er hatte die Wahrheit gesagt, sie war noch original versiegelt. Mit einem Knacken schraubte ich den Deckel auf und schnupperte daran. Es roch nach Bonbons. Ich dachte mir, dass es auch nicht schlimmer als Bier schmecken konnte, also nahm ich einen kräftigen Schluck. Es schmeckte wirklich nach Bonbons, bis meine Kehle plötzlich brannte.

Ich hustete. »Gut.«

Sein Lachen war nicht gemein, aber ich bekam trotzdem knallrote Wangen.

»Gut.« Er nahm selbst einen Schluck und verzog das Gesicht.

»Was ist?« Ich lachte jetzt auch.

»Ziemlich mädchenhaft.«

Ich lächelte und nahm noch einen Schluck. »Und warum teilst du mit mir?«

»Es hat mich deprimiert, wie du die letzte Stunde dieses Bier gefoltert hast.«

Die Hitze in meinen Wangen breitete sich bis zu meinen Ohren aus. »Ich habe noch nie viel getrunken.«

»Ich auch nicht.«

Ich fragte mich, ob das stimmte, aber es spielte eigentlich keine Rolle. Wir lehnten nebeneinander an der Wand, und die Flasche wechselte zwischen uns beiden hin und her. Matt stand zu seinem Wort und behielt seine Hände bei sich. Vor uns lag eine große Rasenfläche, die optimistisch »Riviera« genannt wurde und gerade voller Glühwürmchen war. An diesem Ende des Campus war nach Einbruch der Dunkelheit praktisch nichts mehr los. Nur ab und an ein Bus und ein Auto, die in Richtung Uniklinik fuhren.

»Kann ich dir was sagen?«, fragte er.

»Schieß los.«

Er nahm noch einen Schluck aus der Flasche und gab sie mir wieder zurück, bevor er weitersprach. »Ich warte eigentlich nur darauf, dass jemand dahinterkommt, dass ich im Grunde überhaupt keine Ahnung habe, was ich hier tue.«

Ich wusste genau, was er meinte. Es war gut zu wissen, dass ich damit nicht allein war.

Er drehte den Kopf, um mich anzusehen, und sein Mundwinkel zuckte nach unten. »Würdest du das bitte nicht weitererzählen?«

Ich lachte. »Warum hast du es mir denn erzählt?«

»Keine Ahnung.« Er kniff die Augen zusammen und ließ sich noch einmal die Flasche von mir geben. »Du siehst aus, als würdest du es nicht gegen mich verwenden.«

»Da sieht man, dass du keine Ahnung hast. Ich könnte der Teufel in Menschengestalt sein.«

»Und, bist du es?«

Ich zuckte die Schultern. »Hab mich noch nicht entschieden.«

»Na dann muss ich dich wohl mit dem Pfirsichlikör bestechen.«

»Woher kommst du?«, fragte ich.

»Mequon.«

Ungefähr vierzig Minuten von meiner Heimatstadt entfernt. Ich kannte die Gegend ein wenig. »Mmm, Junge aus reichem Haus.«

Er grinste. »Wieso, woher kommst du denn?«

»Milwaukee«, antwortete ich.

»Lügnerin.« Er reichte mir die Flasche.

»Elm Grove«, korrigierte ich mich.

»Mädchen aus reichem...


Cahill, Ellie
Ellie Cahill lebt mit ihrem Ehemann und einem Sohn in Milwaukee, wo sie zu viel Zeit im Internet und mit dem Schauen von Katastrophenfilmen verbringt. Sie hat jeden Tag einen anderen Ohrwurm, der sie verfolgt. Zu ihren größten persönlichen Erfolgen zählt der erste Platz bei einem Hula-Hoop-Wettbewerb.

Ellie Cahill lebt mit ihrem Ehemann und einem Sohn in Milwaukee, wo sie zu viel Zeit im Internet und mit dem Schauen von Katastrophenfilmen verbringt. Sie hat jeden Tag einen anderen Ohrwurm, der sie verfolgt. Zu ihren größten persönlichen Erfolgen zählt der erste Platz bei einem Hula-Hoop-Wettbewerb.



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