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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 608 Seiten

Reihe: House of Night

Cast Versucht

House of Night
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-10-401058-8
Verlag: S.Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

House of Night

E-Book, Deutsch, Band 6, 608 Seiten

Reihe: House of Night

ISBN: 978-3-10-401058-8
Verlag: S.Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nachdem Zoey und ihre Freunde Kalona und Neferet aus Tulsa vertrieben haben, hätten sie eigentlich eine Pause verdient. Aber obwohl Zoey und ihr sexy Krieger Stark sich erst einmal von ihrer Begegnung mit dem Tod erholen müssten und auch die Jungvampyre die Nachwirkungen von Neferets Terrorherrschaft zu verarbeiten hätten, ist ihnen allen keine Ruhe vergönnt. Stevie Rae glaubt mit ihren außergewöhnlichen Kräften gut allein all das regeln zu können, was sie vor ihren Freunden verheimlicht. Doch eine mysteriöse und beängstigende Macht breitet sich in den Tunneln unter Tulsa aus. Aber Stevie Rae will nicht sagen, was dort vor sich geht und was sie dort gemacht hat. Allmählich beginnt Zoey sich zu fragen, ob sie ihr überhaupt noch vertrauen kann. Werden sie die richtigen Entscheidungen treffen oder werden dunkle Mächte das House of Night zerstören? »Versucht« ist der sechste Band der »House of Night«-Serie

P.C. Cast ist die Autorin der zwölfbändigen House of Night-Serie. Sie wuchs in Illinois und Oklahoma auf und arbeitete viele Jahre als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über zwanzig Millionen Exemplaren und erschienen in mehr als vierzig Ländern. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und ihren geliebten Katzen, Hunden und Pferden in Oregon.
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Stevie Rae


»Okay, ihr zwei, jetzt hört mir mal zu. Ich sag das nur einmal: « Stevie Rae stellte sich, die Hände in den Hüften, zwischen Erik und Heath und blitzte sie wütend an. Ohne sie aus den Augen zu lassen, rief sie: »Dallas!«

Der Kleine war sofort da. »Was gibt’s?«

»Hol Johnny B. Sag ihm, er soll mit Heath die Vorderfront des Klosters an der Lewis Street abgehen und nachschauen, ob die Rabenspötter auch alle weg sind. Du und Erik nehmt euch die Südseite vor. Ich schau mich bei den Bäumen an der Einundzwanzigsten um.«

»Ganz allein?«, fragte Erik.

»Ja, ganz allein«, fauchte sie zurück. »Pass mal auf, wenn ich wollte, könnte ich jetzt mit’m Fuß aufstampfen und die Erde zum Beben bringen. Oder dich packen und wegschleudern, dass du auf deinen dämlichen Macho-Hintern fällst. Ich glaub, ich krieg’s ganz gut alleine hin, die Bäume abzusuchen.«

Dallas fing an zu lachen. »Klare Sache: Roter Vampyr mit Erdaffinität schlägt blauen Drama-Vampyr.«

Heath prustete los. Natürlich schwoll Erik sofort wieder der Kamm.

»Nein!«, sagte Stevie Rae, bevor die zwei Blödmänner wieder anfangen konnten, sich verbale Tiefschläge zu verabreichen. »Entweder du sagst was Nettes oder du hältst die Klappe.«

»Brauchst du mich, Stevie Rae?« Neben ihr tauchte Johnny B auf. »Hab gerade Darius getroffen, als der den Typ mit dem Pfeil nach drinnen brachte. Er hat mich zu dir geschickt.«

»Ja«, sagte sie erleichtert. »Kannst du mit Heath die Vorderseite des Klosters bei der Lewis Street absuchen, ob sich noch irgendwo Rabenspötter verstecken?«

»Schon dabei!« Johnny B boxte Heath spielerisch an die Schulter. »Komm, Quarterback, schau’n wir mal, was du so draufhast.«

»Achtet vor allem auf die Bäume und dieses verflixte Schattenzeug«, sagte Stevie Rae und schüttelte den Kopf, als Heath sich duckte und Johnny B seinerseits tänzelnd ein paar Knüffe verpasste.

»Alles klar«, sagte Dallas und machte sich mit Erik, der kein Wort mehr gesagt hatte, in die andere Richtung auf.

»Beeilt euch«, rief Stevie Rae den beiden Teams nach. »Bald wird’s hell. Wir treffen uns in ’ner halben Stunde bei der Mariengrotte. Schreit, wenn ihr was findet, dann kommen wir anderen euch zu Hilfe.«

Sie sah den vier Jungs nach, ob die auch wirklich dorthin verschwanden, wo sie sollten, dann drehte sie sich um und machte sich mit einem Seufzer in ihren eigenen Sektor auf. Mannomann, das kostete Nerven! Sicher, sie liebte Z mehr als alles in der Welt, aber wenn man sich mit ihren Jungs rumstreiten musste, fühlte man sich ’n bisschen wie ’ne Kröte in einem Tornado. Früher hatte sie Erik mal für den tollsten Typen der Welt gehalten. Jetzt, wo sie ein paar Tage mit ihm verbracht hatte, kam er ihr eher vor wie ein lausiger Schmerz im Arsch mit XXL-Ego. Heath war süß, aber nun mal nur ein Mensch. War schon richtig, dass Z sich Sorgen um ihn machte. Menschen gingen einfach leichter drauf als Vampyre oder auch Jungvampyre. Sie spähte noch mal über die Schulter, um vielleicht noch einen Blick auf Johnny B und Heath zu erhaschen, aber die frostige Dunkelheit und die Bäume hatten sich zwischen sie und die anderen geschoben, und sie sah niemanden mehr.

Nicht, dass sie was dagegen hatte, zur Abwechslung mal allein zu sein. Johnny B würde schon auf Heath aufpassen. Sie war heilfroh, ihn und Eifersucht-Erik eine Weile los zu sein. Wenn sie die zwei beobachtete, wurde ihr immer klarer, was sie an Dallas hatte. Er war geradlinig und unkompliziert. Und er war so was wie ihr Freund. Aber das, was sie mit ihm am Laufen hatte, kam ihr nicht bei ihrem anderen Kram in die Quere. Dallas wusste, dass sie sich um ’ne Menge Zeug kümmern musste, und ließ sie machen. Und in der Freizeit war er für sie da. Easy-peasy-japanesy.

, dachte sie, während sie durch das kleine Eichengehölz hinter der Mariengrotte stapfte, das das Kloster von der geschäftigen Einundzwanzigsten Straße abschirmte.

Also, eines war sicher: das Wetter war zum Heulen. Stevie Rae war kaum ein Dutzend Schritte gegangen, schon waren ihre kurzen blonden Locken total durchnässt. Mann, das Wasser tropfte ihr sogar von der Nase! Mit dem Handrücken wischte sie sich den nasskalten Mix aus Regen und Eis vom Gesicht. Und alles war so dunkel und still. Verrückt, dass an der Einundzwanzigsten keine einzige Straßenlampe brannte. Und nicht ein Auto fuhr vorbei – nicht mal eine Polizeistreife. Rutschend und schlitternd stolperte sie die Böschung hinunter, bis sie die Straße unter den Füßen spürte. Nur dank ihrer supercoolen Roter-Vampyr-Nachtsicht behielt sie die Orientierung. Als hätte Kalona, als er verduftete, alles Licht und alle Geräusche mitgenommen.

Irgendwie war sie ganz schön angespannt. Sie schob sich das triefend nasse Haar aus der Stirn und nahm ihren ganzen Mut zusammen. »Hör auf, dich zu benehmen wie ’n Huhn! Hühner sind ’n feiges Pack! Schäm dich!« Aber beim Klang ihrer Stimme erschreckte sie sich nur noch mehr, weil die Worte in dem Eis und in der Dunkelheit so seltsam hallten.

Warum in aller Welt war sie so schreckhaft? »Vielleicht, weil du was vor deiner allerbesten Freundin verbirgst«, brummte sie vor sich hin und presste dann schnell die Lippen aufeinander. Ihre Stimme war einfach viel zu laut für die schwarze, eisverhüllte Nacht.

Aber sie würde Z davon erzählen. Wirklich! Bisher war nur keine Zeit gewesen. Und Z hatte selbst so viel zu tun, da musste sie ihr nicht noch mehr Stress bereiten. Und … und … darüber zu reden war halt nicht so leicht, nicht mal mit Zoey.

Sie kickte mit dem Fuß gegen einen abgebrochenen, eisverkleideten Zweig. Ihr war klar, dass keine Entschuldigung war. Sie würde mit Zoey reden. Sie musste. Aber nicht gleich. Später. Irgendwann.

Besser, sie konzentrierte sich erst mal auf die Gegenwart.

Blinzelnd, die Hand als Schirm über den Augen, um den piekenden Eisregen abzuhalten, spähte sie nach oben in die Zweige. Selbst bei der Dunkelheit und dem Unwetter sah sie noch ganz gut, und ein Stein fiel ihr vom Herzen, als sie keine großen dunklen Leiber über sich lauern sah. Auf dem Asphalt der Einundzwanzigsten Straße, wo es leichter zu gehen war, schritt sie den Rand des Klostergeländes ab, die Augen unablässig nach oben gerichtet.

Sie war schon fast bei dem Zaun, der das Grundstück der Nonnen von dem des Luxus-Wohnhauses daneben trennte, als sie es roch.

Blut.

Irgendwie falsches Blut.

Stevie Rae hielt an. In fast raubtierhafter Weise nahm sie die Witterung auf. Die Luft war von dem feuchten, dumpfen Geruch von Eis auf Erde erfüllt, vom frischen zimtähnlichen Duft der winterlichen Bäume und von der menschengemachten Ausdünstung des Asphalts unter ihren Füßen. Sie blendete all diese Gerüche aus und konzentrierte sich allein auf das Blut. Es war kein menschliches Blut, auch keines von einem Jungvampyr – es roch nicht nach Frühling und Sonnenlicht, nach Honig und Schokolade, nach Leben und Liebe und allem, wovon sie je geträumt hatte. Nein, dieses Blut roch zu dunkel. Zu schwer. Zu viel war darin, was nicht menschlich war. Aber es war trotz allem Blut, und es zog sie an, auch wenn sie tief drinnen wusste, wie falsch es war.

Der fremde, anderweltliche Geruch führte sie zu den ersten scharlachroten Spritzern. In der stürmischen Dunkelheit kurz vor Tagesanbruch waren es selbst für ihre hochentwickelten Augen nur feuchte Tropfen auf der Eisfläche von Straße und Böschung. Aber Stevie Rae wusste: Es war Blut. Viel Blut.

Aber nirgendwo war ein Mensch, Tier oder sonstiges Wesen zu sehen, von dem es hätte stammen können.

Da war nur eine Spur aus flüssiger Dunkelheit, die sich immer deutlicher auf der Eisdecke abzeichnete und von der Straße weg ins dichteste Unterholz des Wäldchens hinter dem Kloster führte.

Sofort setzten ihre Raubtierinstinkte ein. Fast lautlos und beinahe ohne zu atmen bewegte sich Stevie Rae die Blutspur entlang.

Sie fand es unter einem der größten Bäume, zusammengekrümmt unter einem dicken, ausladenden, frisch heruntergefallenen Ast, als habe es sich dorthin verkrochen, um zu sterben.

Stevie Rae durchlief ein Schauer des Entsetzens. Es war ein Rabenspötter.

Er war riesig. Größer, als die Dinger aus der Entfernung ausgesehen hatten. Er lag auf der Seite, den Kopf flach auf dem Boden, daher konnte sie das Gesicht nicht gut sehen. Der gewaltige Flügel, der vor ihr lag, sah unnormal aus, offensichtlich gebrochen, und der menschliche Arm darunter war seltsam abgespreizt und blutig. Auch die Beine hatten menschliche Form. Im Tod hatte er sie an den Körper gezogen, wie bei einem Embryo. Sie erinnerte sich, dass sie Schüsse gehört hatte, als Zoey und ihre Leute wie eine Höllenarmee die Einundzwanzigste Straße entlang zum Kloster gesprengt waren. Also hatte Darius ihn vom Himmel geschossen.

»Mannomann«, sagte sie tonlos. »Muss ’n verflixt fieser Sturz gewesen sein.«

Sie formte die Hände zu einem Schalltrichter und wollte schon nach Dallas rufen, damit er und die anderen Jungs ihr halfen, die Leiche woandershin zu schaffen – da zuckte der Rabenspötter leicht und öffnete die Augen.

Sie konnte sich nicht rühren. Sie starrte ihn an und er sie. Die Augen in dem Vogelgesicht weiteten sich überrascht und sahen plötzlich unwahrscheinlich menschlich aus. Sein Blick flitzte nach allen Seiten und hinter sie – er schien sich zu vergewissern, dass sie allein war. Automatisch duckte sich Stevie Rae, hob abwehrend die Hände und sammelte sich, um die Erde zu Hilfe zu rufen.

Da hörte sie seine leise...


Cast, P.C.
P.C. Cast ist die Autorin der zwölfbändigen House of Night-Serie. Sie wuchs in Illinois und Oklahoma auf und arbeitete viele Jahre als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über zwanzig Millionen Exemplaren und erschienen in mehr als vierzig Ländern.
Die Autorin lebt mit ihrer Familie und ihren geliebten Katzen, Hunden und Pferden in Oregon.

Blum, Christine
Christine Blum, aufgewachsen am Kaiserstuhl, studierte Literatur- und Kulturwissenschaften und übersetzt seit über fünfzehn Jahren aus dem Englischen und Russischen.

P.C. CastP.C. Cast ist die Autorin der zwölfbändigen House of Night-Serie. Sie wuchs in Illinois und Oklahoma auf und arbeitete viele Jahre als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über zwanzig Millionen Exemplaren und erschienen in mehr als vierzig Ländern.
Die Autorin lebt mit ihrer Familie und ihren geliebten Katzen, Hunden und Pferden in Oregon.
Christine BlumChristine Blum, aufgewachsen am Kaiserstuhl, studierte Literatur- und Kulturwissenschaften und übersetzt seit über fünfzehn Jahren aus dem Englischen und Russischen.

P.C. Cast ist die Autorin der zwölfbändigen House of Night-Serie. Sie wuchs in Illinois und Oklahoma auf und arbeitete viele Jahre als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über zwanzig Millionen Exemplaren und erschienen in mehr als vierzig Ländern.
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Christine Blum, aufgewachsen am Kaiserstuhl, studierte Literatur- und Kulturwissenschaften und übersetzt seit über fünfzehn Jahren aus dem Englischen und Russischen.



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