E-Book, Deutsch, Band 2568, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Castor Perry Rhodan 2568: Einsatzkommando Infiltration
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2567-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2568, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2567-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
RAINER CASTOR Egal, ob es neue Triebwerke, Sonnensysteme oder multidimensionale Verwicklungen zu ersinnen gilt, Rainer Castor ist zur Stelle. Der Autor ist der Techniker im PERRY RHODAN-Team. Er ist es, der mit immer neuen technologischen Wundern die Leser verzaubert. Er ist es, der für die Stimmigkeit des PERRY RHODAN-Kosmos bürgt. Rainer Castor wurde 1961 in Andernach am Rhein geboren. Er ist ausgebildeter Baustoffprüfer, ein Studium des Bauingenieurwesens brach er nach einigen Semestern ab. Vorübergehend war er Zeitsoldat, mittlerweile ist er aber anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Schon seit über dreißig Jahren widmet sich Rainer Castor seiner Leidenschaft, der Schriftstellerei. Als Leser schätzt Castor Frank Herbert ('Der Wüstenplanet'), mit Abstrichen Robert A. Heinlein, aus dem PR-Umfeld sind es K. H. Scheer, Peter Terrid und Hans Kneifel. Einen eindeutigen Favoriten hat er jedoch nicht. Mitte der achtziger Jahre schloss Rainer Castor erstmals Bekanntschaft mit Hans Kneifel. Der Routinier Kneifel erkannte die Begabung Castors und machte ihn zu seinem Mitarbeiter. Wer die Vorworte zu den ATLAN-Zeitabenteuern aufmerksam gelesen hat, dem werden die lobenden Worte nicht entgangen sein, die Kneifel der unermüdlichen Datenrecherche und den sorgfältigen Berechnungen Castors gewidmet hat. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Kneifel fand Castor auch zu seiner Lieblingsfigur. Der unsterbliche Atlan und die Kultur der Arkoniden mit ihrer Spannung zwischen Hightech und Feudalismus ließen ihn nicht mehr los. 'Science Fiction hat den großen Vorteil, letztlich alles einbeziehen zu können, vom Krimi über die Liebesgeschichte bis hin zu Aspekten, die beispielsweise in ferner Vergangenheit spielen', fasst Rainer Castor sein Faible für dieses Genre zusammen. Mit dem PERRY RHODAN-Taschenbuch 'Für Arkons Ehre' debütierte er 1996. Drei Jahre später folgte mit dem PERRY RHODAN-Doppelband 1973/1974 sein Einstand bei der Heftserie. Er ist Autor der Arkon-Trilogie (ATLAN-Bücher 14 bis 16), wirkte maßgeblich bei der Datenrecherche und als Autor am TRAVERSAN-Minizyklus mit und bearbeitet mit Hingabe die Jugendabenteuer des Arkoniden (die ATLAN-Bücher 17 und folgende). Darüber hinaus liefert er wöchentlich den PERRY RHODAN-Kommentar (in Heft 2558 erschien sein sechshundertster!) - und greift Exposéautor Uwe Anton bei der laufenden PERRY RHODAN-Serie hilfreich unter die Arme ... Das Besondere an der Serie ist für ihn, dass sie zu einem 'eigenen Phänomen' geworden ist: 'Je länger die PERRY RHODAN-Serie lief und läuft, desto mehr stellt das durchaus eine eigene Faszination dar, unabhängig von den jeweiligen Inhalten.' Rainer Castors schriftstellerische Arbeit beschränkt sich übrigens nicht nur auf PERRY RHODAN. 1997 erschien beim Züricher Haffmanns Verlag sein historischer Roman 'Der Blutvogt'. Der NDR urteilte darüber: 'ein Beweis, dass auch in Deutschland ähnlich packend historische Romane wie :Der Medicus9 geschrieben werden können'. Diese Veröffentlichung - als Heyne-Taschenbuch mittlerweile in der vierten Auflage - bescherte Castor auch erste 'literarische Anerkennung': Im August 1998 war er Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung im Nordkolleg Rendsburg beim 'Sommerseminar für hochbegabten schriftstellerischen Nachwuchs'.
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Prolog
Stardust-System, provisorischer »Weltraumbahnhof« SOLAR SYSTEM nahe der Teletrans-Weiche, 6. September 1346 NGZ
»Die Analysen sind eindeutig.«
Homer G. Adams' Gesicht wich zur zweidimensionalen Flächenprojektion zurück, ehe sich das Darstellungsholo stabilisierte und wieder Räumlichkeit gewann.
Kontrollanzeigen signalisierten den schwachen Hyperfunkeingang; das Signal war hochgradig verschlüsselt, akustische Dämpfungsfelder sicherten die Vertraulichkeit.
Reginald Bull seufzte in Gedanken. Nach wie vor war völlig unklar, über welche Distanz sich die Teletrans-Weiche erstreckte. Niemand wusste, wo sich die »Fernen Stätten« befanden, die zur Mächtigkeitsballung der Superintelligenz ES gehörten.
Dem Verteidigungsminister der Liga Freier Terraner missfiel diese Art der Geheimniskrämerei, er konnte sich allerdings nicht erfolgreich dagegen auflehnen. Mehr als Fluchen blieb einem angesichts des »Alten von Wanderer« nicht; bestenfalls die verwendete Lautstärke half – diente jedoch nur der Abreaktion.
Begleitet von einem weiteren Seufzer dachte der Mann an die bedrohliche Situation im Solsystem: 536 Chaos-Geschwader der Terminalen Kolonne TRAITOR belagerten nach wie vor den das System schützenden Kristall- oder TERRANOVA-Schirm. Das entsprach der ungeheuren Zahl von 259.424 Traitanks, von denen jeder einzelne problemlos gegen mehrere galaktische Einheiten standhielt. Hinzu kam, dass es bei Angriffen auf den Schirm immer wieder zu pararealen Phänomenen unterschiedlichster Natur kam.
Am 17. August 1346 NGZ traten Mikro-Strukturerschütterungen auf, die durch etwas hervorgerufen wurden, was in der Sonne materialisierte und für einen starken hyperenergetischen Fluss zu einer Stelle nahe der Saturnbahn sorgte. Die Wissenschaftler interpretierten dies zunächst als einen Durchbruch der Kolonne.
Mit der nur wenige Meter großen Hyperperforation waren leichte Strangeness-Effekte verbunden, Messgeräte bestätigten die Existenz eines Hypertunnels. Nach Ansicht von Dr. Baldwin Carapol entsprach der »Energiefluss« einem Hyperzapfstrahl.
Relativ schnell weitete sich die Hyperperforation auf 180 Kilometer Größe aus. Ehe die für Einsätze unter solchen Bedingungen konstruierten SKARABÄEN sie erkunden konnten, driftete mit geringer Geschwindigkeit eine nur fünf Meter durchmessende Silberkugel aus dem Tunnel.
An Bord befand sich der Bote von ES, Lotho Keraete.
Er bezeichnete den Korridor ins Unbekannte als eine von ES geöffnete Teletrans-Weiche, die den Menschen für 88 Tage den Zugang zum Stardust-System und damit zu den »Fernen Stätten« ermöglichen werde.
ES habe seine Heimatgefilde verlassen, weil die Entstehung einer Negasphäre in der zur Lokalen Gruppe gehörenden Galaxis Hangay auch diese zerstören werde. Daher wolle die Superintelligenz die Menschheit oder zumindest einen Teil davon in Sicherheit bringen.
Bully war skeptisch und traute weder ES noch Lotho Keraete. Daher beschloss er, das Stardust-System zunächst selbst zu erkunden. Das war in den letzten Tagen geschehen.
Homer verzog das Gesicht. »Die Demoskopen in der Solaren Residenz sagen bis zu drei Milliarden Interessierte voraus. Was wiederum bedeutet, dass die Zahl der ernsthaften Auswanderer am Ende hundert Millionen deutlich überschreiten wird.«
In der Zentrale der SK-PRAE-011 hielt sich neben Bull nur der Strangeness-Scout Captain John auf, der allerdings in seinem Sessel döste. Fran Imith, Marc London und Baldwin Carapol schliefen.
»Damit mussten wir rechnen.« Bully nickte. »Die Flotte hat mittlerweile die bemerkenswerte Menge von fünfhundert mit ›Lowtech‹ betriebener SKARABÄEN ins Stardust-System geschickt.«
Der Exodus war nicht mehr aufzuhalten. Nicht seit Lotho Keraetes Pressekonferenz am Abend des 18. August 1346 NGZ, die auf der Erde wie eine Bombe einschlug.
Sehr zu Adams' Verdruss hatte Lotho Keraete vor dem STARDUST-Memorial im Gobi-Park das Stardust-System der Öffentlichkeit vorgestellt, zur Auswanderung in die »Fernen Stätten« aufgerufen und das Bild einer prachtvollen neuen Metropole entworfen, die Stardust City heißen könne.
Damit nicht genug: Am 23. August schockierte Keraete den im Solsystem gebliebenen Adams, indem er in einer weiteren Pressekonferenz öffentlich eine Aufzeichnung von Perry Rhodan vorspielte, der forderte, niemand dürfe verurteilt werden, der dem Angebot der Superintelligenz zum Exodus folge.
Hinzu kamen die privaten Aktivitäten von Timber F. Whistler – der Spross einer Nebenlinie der wohl bekanntesten Hersteller von Robotern investierte seine ganze Kraft in eine private Auswanderungs-Initiative.
Noch am Abend des 19. August gab er über den kleinen Sender Gobi-Trivid bekannt, dass sein erster Siedlertransport spätestens am 7. September starten werde. Bereits am 27. August 1346 NGZ ging die hundertmillionste Anfrage hinsichtlich einer Passage ins Stardust-System ein.
Am 1. September flogen 30 SKARABÄEN in die Teletrans-Weiche und erreichten den vierten Stardust-Planeten, Aveda, wo Whistler die Fahne der LFT in den Boden rammte und den Planeten damit für die Liga in Besitz nahm.
Seit dem 22. August 1346 NGZ bestand rein kommunikationstechnisch eine ständige Verbindung zwischen Stardust- und Solsystem: An beiden »Zugängen« der Teletrans-Weiche gab es starke Hyperfunksender und -empfänger – die Sendungen wurden zwar sehr abgeschwächt, aber sie kamen immerhin durch. Diese deutliche Abschwächung der Signalstärke galt als Hauptgrund, weshalb an eine vergleichbare Verbindung per Käfigtransmitter nicht zu denken war.
Stattdessen musste eine einstündige Passage in Kauf genommen werden, die vor allem Hyperkristallen zusetzte. Die als milde umschriebenen Strangeness-Effekte erforderten bei Lebewesen eine Anpassungszeit von rund drei Stunden. Hyperkristalle dagegen deflagrierten und wurden unbrauchbar, einige explodierten sogar.
Etwa 95 Prozent aller Hyperkristalle waren beim Durchgang betroffen. Überschritt die Menge, die beim Transfer »explodierte«, ein gewisses Maß, konnte es sogar zu einer Kettenreaktion kommen.
Die Hyperkristalle für das Stardust-System mussten deshalb in getrennten kleinen Tranchen in gesondert gesicherten Tresoren transportiert werden. Jene fünf Prozent, die den Durchgang statistisch überstanden, wurden benutzt, um die separat transportierten Geräte und Aggregate zu bestücken.
Nahe der Weiche wurde mitten im Raum der provisorische Weltraumbahnhof SOLAR SYSTEM montiert; für den Fall, dass im Zug der erwarteten Massenauswanderung Probleme auftraten. Die Position befand sich auf der Umlaufbahn von Stardust VIII – Zeus – und eilte dem Gasriesen um rund 317 Millionen Kilometern voraus.
Vier »leere« Standardcontainer des Typs 3 von je 250 mal 50 mal 50 Metern Größe wurden in Y-Form aneinandergekoppelt und wiesen als provisorische Innenausstattung ausschließlich Technik ohne jeden Hyperkristall auf – also: konventionelle Speicherzellen, Lebenserhaltungssysteme und dergleichen.
In einem zweiten Schritt folgte die Bestückung mit nachgerüsteten Aggregaten, unter anderem mit der Hyperfunkanlage.
»Für morgen ist der Transfer der ersten Stardust-ARCHE vorgesehen«, sagte Homer. »ARCHE 001 wird ein aus diversen Containern bestehender Würfel von fünfhundert Metern Kantenlänge sein. Weitere ARCHEN sollen zügig folgen.«
»Und am dreizehnten November ist unwiderruflich Schluss.« Bully lächelte kühl. »Komm zum Punkt, alter Freund.«
Nach Ablauf der von Lotho Keraete genannten 88-Tage-Frist würde die Teletrans-Weiche zusammenbrechen und jeglicher Kontakt abreißen.
»Weder du noch ich wollen Hunderte Millionen Menschen einfach so sich selbst überlassen, sondern auch in Zukunft die positiven Grundsätze und Prinzipien der LFT gewahrt wissen«, sagte Adams eindringlich. »Ich denke, dass wir auf das alte VARIO-500-Konzept zurückgreifen sollten.«
Bully runzelte die Stirn.
Der VARIO-500 war einst im Rahmen des 500-Jahres-Plans entwickelt worden, um auf Olymp einen Vertreter zu haben, sobald das Solsystem beim »Fall Laurin« – dem unmittelbaren Angriff auf das Heimatsystem der Menschheit – durch das Antitemporale Gezeitenfeld dauerhaft um einige Minuten in die Zukunft versetzt und somit für Angreifer unerreichbar wurde.
Die bekannteste pseudovariable Kokonmaske zur Tarnung des Roboterkörpers war jene von Anson Argyris gewesen, des Kaisers von Olymp.
»Genauer«, fuhr Adams fort, »auf jene drei biopositronischen ›Roboter‹, die gemeinsam von USO und TLD im Rahmen des Projekts VARIO entwickelt und in Quinto-Center fertiggestellt wurden. Bislang harren sie noch ihres ersten Einsatzes.«
Der Verteidigungsminister der LFT erinnerte sich an ein Memo des USO-Chefs Monkey. Ursprünglich wollte die United Stars Organisation die neuen VARIOS zur Infiltration der Terminalen Kolonne TRAITOR einsetzen – als Mor'Daer oder Ganschkaren getarnt.
Das Risiko, dass deren wahre Natur aufgedeckt werden könnte, wurde jedoch als zu hoch bewertet. Allerdings würden die bei der Entwicklung der Kokonmasken gemachten Erfahrungen zweifellos an anderer Stelle einfließen.
»Die VARIO-1000 mit ihren pseudovariablen Kokonmasken sind an die Bedingungen der erhöhten Hyperimpedanz angepasst und damit so leistungsfähig wie das Vorbild. Unter den gegebenen Umständen nicht nur drei technische Wunderwerke, sondern eigenständige Wesen, in die die mit den diversen ›Sonderbauten‹ der Posbis gemachten Erfahrungen eingeflossen sind.«
»Du legst dich kräftig ins Zeug, mein Lieber.« Bullys Stirnrunzeln vertiefte sich noch, während er...




