E-Book, Deutsch, Band 2335, 144 Seiten
Reihe: Julia
Collins Scheinverlobung mit dem Milliardär
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-1013-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2335, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1013-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Was willst du von mir?', fragte sie spöttisch. 'Frag mich das noch einmal, wenn du bereit bist, dir die Antwort anzuhören!' Isidora ist außer sich! Ihr Boss Ramon Sauveterre hält während einer Pressekonferenz um ihre Hand an. Sie ahnt, warum er dieses gefährliche Spiel spielt: Er will die Aufmerksamkeit von seiner labilen Schwester lenken, um sie vor verleumderischen Schlagzeilen zu schützen! Aber dass Isidora nun seinen Brillantring tragen soll, obwohl von Liebe keine Rede sein kann? Oh nein. Ramon ist skrupellos und arrogant! Leider ist er aber auch der einzige Mann auf der Welt, der sie mit einem Blick aus seinen grünen Augen schwach werden lässt ...
Dani Collins verliebte sich in der High School nicht nur in ihren späteren Ehemann Doug, sondern auch in ihren ersten Liebesroman! Sie erinnert sich heute immer noch an den atemberaubend schönen Kuss der Helden. Damals wurde ihr klar, dass sie selbst diese Art von Büchern schreiben möchte. Mit 21 verfasste sie ihren ersten Roman und übte trotz verschiedener Bürojobs seither unerbittlich. Sie probierte sich an verschiedenen Genres, kehrte aber immer wieder zu ihrer Leidenschaft, den Liebesromanen, zurück. Oft dient ihr als Inspiration ihre eigene Überzeugung, dass man sein Happy End findet, wenn man bereit ist, sich voll und ganz reinzuhängen. Sie selbst hatte damit Glück, mit ihrem Mann lebt sie heute am idyllischen Christina Lake in Kanada. Ab und an gelingt es Doug, seine Frau von einer Schreibpause zu überzeugen. Das gemütliche Dachbodenbüro wird meist verlassen, um ihre zwei erwachsenen Kinder zu besuchen.
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1. KAPITEL
Isidora Garcia sah nicht hoch, als ihr Boss das Büro betrat, auch wenn sie ein wenig überrascht war, dass er hier in Paris war. Er war vor Kurzem Vater geworden, doch wenn es bei einer seiner Schwestern Schwierigkeiten gab, besonders bei Trella, griff er, ohne zu zögern, ein.
„Ich habe es eben gesehen“, versicherte sie ihm. „Ich schreibe gerade eine E-Mail …“
Sie stockte, als ihr Körper plötzlich prickelte und ihre Hände feucht wurden.
Jetzt wusste Isidora, dass es gar nicht ihr Boss Henri Sauveterre war, der auf sie zutrat, sondern sein Zwillingsbruder, Ramon.
Ein Anflug intensiver Verletzlichkeit durchzuckte sie. Verräterisch. Quälend.
Sie verdrängte den Gefühlsausbruch und verbarg ihn hinter einem vorgetäuscht kühlen Blick, den sie dem Mann zuwarf, der genauso aussah wie der, der sie dazu überredet hatte, diese Stelle anzunehmen. Auf ihre eigene Art waren sie beide rücksichtslos, aber Henri war wenigstens nicht grausam.
„Ich wusste nicht, dass du in Paris bist.“ Ihre Stimme klang fest genug, sodass nicht auffiel, dass ihre Kehle wie zugeschnürt war.
Genau wie Henri trug Ramon einen modischen Kurzhaarschnitt, stylte ihn jedoch etwas verwegener. Seine eindrucksvoll ansehnlichen Gesichtszüge wirkten markant. Und seine typischen Sauveterre-Augen schimmerten grün, wenn er amüsiert war, im entgegengesetzten Fall grau.
An diesem Morgen hatte seine Iris einen Farbton zwischen Schiefer und Asche, bei dem sich ihr Magen zusammenzog. Sein sinnlicher Mund war nur ein schmaler Strich. Die muskulöse Figur in dem maßgeschneiderten Anzug wirkte verspannt, als er sich mit den Händen auf ihrem Schreibtisch abstützte und sich vorbeugte, um sie zur Rede zu stellen.
„Warum machst du nicht deinen Job?“
Bei seinem barschen Ton schoss Adrenalin durch ihre Adern.
Sie hasste sich dafür, dass sie immer noch so sensibel auf jedes seiner Worte reagierte. Auf ihn, mit seiner Überlegenheit, dem Anflug von Opportunismus und einem völligen Mangel an Gewissen. Sie wollte ihn hassen. Sie hasste ihn auch. Trotzdem blieb sie anfällig. Im Grunde war es noch schlimmer geworden, jetzt, da sie wusste, wie brutal er sein konnte. Als sie noch jung und naiv gewesen war, hatte sie wenigstens keine Angst vor ihm gehabt.
Sie riss sich zusammen und versuchte, ihre Furcht zu verbergen, indem sie einen beiläufigen Blick auf den Computerbildschirm warf. Doch das, was sie geschrieben hatte, verschwamm vor ihren Augen. Sie deutete auf die Tastatur und bemühte sich, lässig zu klingen. „Ich bin gerade dabei. Wenn du mich nicht unterbrochen hättest, dann hätte ich mit meiner Arbeit weitermachen können.“
Sie schaffte es, gelassen zu klingen, auch wenn ihre Hand zitterte.
Denn obwohl sie Angst und Hass verspürte, fand sie ihn immer noch unwiderstehlich.
„Was könntest du in diesem Stadium denn überhaupt noch machen?“, maulte er. „Die Katze ist aus dem Sack. Weshalb hast du das nicht verhindert?“
„Dass deine Schwester schwanger ist?“ Ihr Puls schlug heftig, als sie seinem Blick begegnete, doch sie schaffte es, ihren Mund zu einem sarkastischen Lächeln zu verziehen. „Das fällt nicht in meinen Zuständigkeitsbereich. Ich habe drei Mal mit ihr gesprochen und ihr vorgeschlagen, die Neuigkeit kontrolliert durchsickern zu lassen. Sie hat es vorgezogen, kein Wort zu sagen.“
„Dann hättest du noch ein viertes Mal mit ihr sprechen sollen. Und ein fünftes Mal. Dein Vater hatte die nötigen Kontakte, um so etwas unter Verschluss zu halten. Warum du nicht?“
Ihr blieb das Herz stehen. Oh nein, er würde doch wohl nicht ihre Eltern ins Spiel bringen? Das wäre ein sehr gefährliches Terrain.
„Selbst mein Vater kann nicht jede Person mit Internetzugang kontrollieren. Das Foto wurde von einer Frau gepostet, die ihre Mutter im Krankenhaus besucht hat. Du bist mit Trella selbst dorthin gefahren – in diesem Wagen, der jedem auffällt. Natürlich waren die Leute neugierig, wer aussteigen würde.“
Sie unterstrich ihre Worte mit einem Blick, der besagte: „Übernimm zur Abwechslung auch mal ein bisschen Verantwortung.“
„Die schmierigen Reporter haben nur deshalb so lange gebraucht, auf ihren Babybauch hinzuweisen, weil es ihnen zu viel Spaß gemacht hat, sie anzuprangern, ein paar Pfund zugelegt zu haben.“ Als ihr einfiel, dass seine Schwägerin vor ein paar Tagen Zwillinge zur Welt gebracht hatte, fragte sie: „Wie geht es Cinnia und den Babys?“
„Gut.“ Er stieß sich vom Schreibtisch ab und wirkte nun sehr zurückhaltend. Er und seine Geschwister reagierten auf Fragen über ihre Familie immer sehr distanziert.
Die Sauveterre-Zwillinge Henri und Ramon waren seit jeher ein beliebtes Thema in der Klatschpresse. Als Nachkommen eines französischen Tycoons und einer spanischen Aristokratin faszinierten sie die Menschen durch ihr gleiches Aussehen und ihren luxuriösen Lebensstil. Als dann auch noch zweite Zwillingspaar, Angelique und Trella, zur Welt gekommen war, schien die Begeisterung grenzenlos.
Ein Schicksalsschlag neun Jahre später veränderte das Leben der gesamten Familie bis heute: Trella wurde gekidnappt. Zwar kam sie wieder frei, doch anstatt der Familie die Möglichkeit zu geben, das Geschehene zu verarbeiten, hatten die Medien sich auf jeden noch so kleinen Schritt, den sie machten, konzentriert. Der Vater hatte dem Druck nicht standhalten können und war früh verstorben, bis heute litten alle unter den traumatischen Verhältnissen.
Angelique – von der Familie Gili genannt – schien trotzdem ein wenig Glück gefunden zu haben. Sie hatte sich gerade heimlich mit dem orientalischen Prinzen Kasim verlobt; das hatte die Familie gemeinsam in Spanien gefeiert.
Doch die Verlobungsfeier hatte ein abruptes Ende gefunden, als Cinnia wegen vorzeitiger Wehen ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Trella war in Ramons unverkennbaren Bugatti Veyron gesprungen, um mit ihm dem Krankenwagen hinterherzurasen. Mit dem Pur Sang, der Millionen wert war und von dem es nur eine begrenzte Stückzahl gegeben hatte, war er nicht zufrieden gewesen und hatte sich einen nach seinen eigenen Vorstellungen umgestalten lassen.
Aus Sorge um Cinnia war Trella hastig aus dem Wagen gestiegen, ohne sich Gedanken darum zu machen, dass sie erkannt werden würde.
Jeder zufällige Schnappschuss eines Sauveterre verbreitete sich rasend schnell. Und wenn es dann noch einer war, bei dem die Leute sich über eine heimliche Schwangerschaft und die Identität des Vaters den Kopf zerbrechen konnten …? Solch eine Sensation konnte man nicht aufhalten.
Isidora wusste all das, weil sie mit den Mädchen aufgewachsen war. Ihr Vater hatte für Monsieur Sauveterre gearbeitet. Sie hatte mit den Mädchen Teepartys veranstaltet, bevor Trella entführt worden war, und war auch jetzt noch mit ihnen befreundet. Sie hatte die beiden sehr gern und wollte nur das Beste für die ganze Familie.
Genau deshalb hatte Henri sie engagiert. Er vertraute ihr in Bezug auf seine Schwestern und auf die heiklen PR-Mitteilungen, die die Familie betrafen. Kürzlich hatte sie eine Erklärung herausgeben müssen, dass er und Cinnia noch im Krankenhaus in Anwesenheit ihrer neugeborenen Töchter geheiratet hatten.
Doch für Ramon hatte diese Freundschaft keine Bedeutung. Für ihn war sie eine Außenseiterin, der nichts anderes als Kritik und ein Klaps zustanden. Gebongt.
Es tat nicht weh. Sie war schon lange darüber hinweg, sich danach zu sehnen, dass er ihr positive Beachtung schenkte.
„Ich hatte gehofft, du wärst Henri.“ Aus tausend Gründen. „Ich wollte vorschlagen, dass wir das Familienporträt mit Cinnia und den Babys eher machen als geplant, weil ich von Anfragen überschwemmt werde. Wenn die Fotos veröffentlicht werden, konzentrieren sie sich vielleicht nicht mehr auf Trella.“
„Aber sicher. Die unschuldigen Kinder meines Bruders sollten sich aufopfern, bevor sie noch eine Woche alt sind.“
Sie versuchte nur zu helfen. Isidora schluckte den dicken Kloß herunter, der hinter ihrem Brustbein saß, stand auf und brachte einen Ordner zu einem Schrank in der Ecke, um Abstand zu ihm zu gewinnen. „Hast du einen anderen Vorschlag?“
„Ja.“
Oh je, wie sehr sie diese anmaßende Haltung hasste. Hätte ihr Vater sie nicht beschwatzt, Henri ihr nicht eine anstößig hohe Summe Geld geboten, würde sie Trella und Angelique nicht anbeten und jetzt auch Cinnia, und hätte sie nicht genauso wie Henri den Wunsch, ihre Freunde zu beschützen, dann würde sie diesen Job jetzt hinwerfen. Selbst dieses kleine bisschen an Interaktion mit Ramon war zu viel.
„Ich bin ganz Ohr“, sagte sie, ohne sich umzudrehen. Sie schob den Ordner in den Schrank und spürte ein Brennen an ihrem Rücken. Er starrte doch sicher nicht auf ihren Po? Bewusst versuchte sie, sich nicht zu verspannen, denn sie musste ihm widerstehen. Mit diesem Mann war sie wirklich fertig!
„Organisiere eine Pressekonferenz“, sagte er. „Ich werde verkünden, dass ich mich vom Rennsport zurückziehe.“
Isidora hatte den aufregendsten Hintern, den er je gesehen hatte – und er kannte sich aus.
Als sie sich umdrehte, ein Arm noch oben auf dem Aktenschrank, sodass ihre Bluse sich spannte, warf er auch ihren Brüsten einen anerkennenden Blick zu, ehe er in ihr erstauntes Gesicht sah.
Kastanienbraune Brauen umrahmten braune Augen. Ihre Wimpern mit den goldenen Spitzen waren dicht und lang. Ihr schimmerndes Haar, früher von einem hellen Kupfer, als sie noch...




