Cussler | Geheimcode Makaze | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 18, 512 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

Cussler Geheimcode Makaze

Ein Dirk-Pitt-Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-15216-1
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Ein Dirk-Pitt-Roman

E-Book, Deutsch, Band 18, 512 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

ISBN: 978-3-641-15216-1
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Der Tod lauert unter Wasser …

Zwei U-Boote des Todes waren die letzte Trumpfkarte der Japaner im Zweiten Weltkrieg, doch keines erreichte sein Ziel. Aber sie und ihre tödliche Fracht waren nicht verloren, sondern nur verschollen – bis heute! Ein zwielichtiger Industriemagnat spürt sie auf und bedroht mit seinen skrupellosen Plänen die gesamte Erde. Es gibt nur drei Menschen, die ihn aufhalten können. Eine junge Meeresbiologin, ein Marineingenieur – und der Vater der beiden: Dirk Pitt, der legendäre Chef der NUMA!

Mit allen Zutaten für eine schlaflose Lesenacht: exotische Schauplätze, teuflische Verschwörungen und hautnahe Action-Szenen!

Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.

Cussler Geheimcode Makaze jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


12. Dezember 1944

Marinestützpunkt Kure, Japan

Kapitänleutnant Takeo Ogawa warf einen Blick auf seine Armbanduhr und schüttelte unwirsch den Kopf.

»Schon halb eins«, murmelte er besorgt. »Drei Stunden Verspätung, und wir warten noch immer.«

Ein junger, übernächtigt wirkender Fähnrich mit glasigen, vom Schlafmangel gezeichneten Augen nickte auf die Beschwerde seines Vorgesetzten hin kurz, sagte aber nichts. Die beiden Männer, die auf dem Kommandoturm der Unterseebootes I-403 der kaiserlichen japanischen Marine standen, blickten über das Hafengelände hinweg und hielten Ausschau nach der angekündigten Abordnung. Jenseits des weitläufigen Marinestützpunkts funkelte eine Unzahl von Lichtern über der malerischen japanischen Stadt Kure. Ein leichter Nieselregen fiel und sorgte zu dieser späten Stunde für eine geradezu unheimliche Ruhe, durch die von weitem Hammerschläge, das Surren der Kräne und das Zischen der Schweißbrenner drangen. Rund um die Uhr wurden in anderen Teilen der Werft auf Feindfahrt beschädigte Schiffe repariert und neue gebaut, ein vergebliches Aufbäumen gegen die zusehends trostlosere Situation der japanischen Truppen.

Kurz darauf hallte von weitem das Heulen eines Dieselmotors übers Wasser und wurde allmählich lauter, als sich das Fahrzeug den U-Bootkais näherte. Ein schiefergrauer Isuzu-Lastwagen kam hinter der Ziegelmauer eines Lagerhauses hervor und hielt auf den Kai zu. Vorsichtig tastete sich der Fahrer, der im schmalen Lichtstrahl der abgedunkelten Scheinwerfer kaum die Ränder des Piers erkennen konnte, zum Liegeplatz des U-Boots vor. Mit quietschenden Bremsen kam der Laster neben einer breiten Gangway zum Stehen.

Einen Moment lang kehrte Stille ein, dann sprangen sechs schwer bewaffnete Soldaten von der Ladefläche, umringten das Fahrzeug und sicherten nach außen ab. Als Ogawa vom Kommandoturm zum Kai hinabstieg, meinte er zu spüren, wie einer der Wachposten die Waffe auf ihn richtete. Es waren keine gewöhnlichen Soldaten der kaiserlichen Armee, stellte er fest, sondern Elitetruppen der gefürchteten Kempei Tai, der Militärpolizei.

Zwei Männer in Uniform stiegen aus dem Führerhaus des Lastwagens und kamen auf Ogawa zu. Als er erkannte, dass er es mit einem Vorgesetzten zu tun hatte, nahm Ogawa Haltung an und salutierte zackig.

»Ich habe auf Sie gewartet, Kapitän«, sagte Ogawa mit leicht säuerlichem Unterton.

Kapitän Miyoshi Horinouchi ging nicht darauf ein. Als Stabsoffizier der Sechsten Flotte war er mit ernsteren Angelegenheiten beschäftigt. Die japanische U-Bootflotte im Pazifik wurde allmählich dezimiert, ohne dass die kaiserliche Marine der von den amerikanischen Streitkräften eingesetzten Technologie zur Bekämpfung von Unterseebooten etwas entgegenzusetzen hatte. Die verzweifelten Gefechte, die sich die Flotte mit einem übermächtigen Feind lieferte, führten immer wieder zu zahlreichen Verlusten an Booten samt ihrer Besatzung, und das machte Horinouchi schwer zu schaffen. Seine kurz geschorenen Haare waren vorzeitig weiß geworden, und tiefe Sorgenfalten zogen sich wie trockene Flussbette durch sein Gesicht.

»Kapitänleutnant, das ist Dr. Hisaichi Tanaka von der Medizinischen Forschungsabteilung der Armee. Er wird Sie bei diesem Einsatz begleiten.«

»Sir, ich nehme für gewöhnlich keine Passagiere auf eine Patrouillenfahrt mit«, erwiderte Ogawa, ohne den kleinen Mann mit der Brille, der neben Horinouchi stand, eines Blickes zu würdigen.

»Ihr Einsatzbefehl wurde widerrufen«, versetzte Horinouchi und händigte Ogawa einen braunen Hefter aus. »Sie haben neue Befehle. Sie sollen Dr. Tanaka und seine Fracht an Bord nehmen und sich auf Anweisung der Flottenführung unverzüglich zu einem Einsatzgebiet unmittelbar vor der Haustür des Feindes begeben.«

»Das ist höchst ungewöhnlich, Kapitän«, wandte Ogawa mit einem kurzen Blick auf einen der Wachposten ein, der eine Maschinenpistole, eine deutsche Bergmann MP34, auf ihn gerichtet hatte.

Horinouchi neigte den Kopf kurz zur Seite und ging ein paar Schritte nach rechts. Ogawa folgte ihm. Als sie außer Hörweite von Tanaka waren, fuhr Horinouchi leise fort.

»Ogawa, unsere Hochseeflotte wurde im Leyte-Golf vernichtet. Wir wollten die Amerikaner mit einer alles entscheidenden Schlacht aufhalten, aber stattdessen wurden unsere Streitkräfte geschlagen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir alle Kräfte zur Verteidigung unseres Heimatlandes aufbieten müssen.«

»Wir werden den Amerikanern einen schweren Blutzoll abverlangen«, versetzte Ogawa grimmig.

»Wohl wahr, aber sie sind ohne jeden Zweifel zu einem Eroberungsfeldzug bereit, ohne Rücksicht auf Verluste. Unser Volk wird ein entsetzliches Gemetzel über sich ergehen lassen müssen.« Horinouchi dachte kurz an den Opfergang seiner Familie und schwieg einen Moment.

»Die Armee hat sich an uns gewandt und um unsere Unterstützung bei einem kühnen Unternehmen gebeten«, fuhr er fort. »Dr. Tanaka gehört zur Abteilung 731. Sie werden ihn und seine Fracht über den Pazifik bringen und einen Angriff auf das amerikanische Festland unternehmen. Sie haben unter allen Umständen darauf zu achten, dass Sie unterwegs nicht entdeckt werden und Ihr Boot unversehrt bleibt. Wenn Ihr Einsatz erfolgreich verläuft, Ogawa, werden sich die Amerikaner auf einen Waffenstillstand einlassen, und unser Heimatland wird verschont werden.«

Ogawa verstand überhaupt nichts mehr. Die meisten anderen U-Bootkommandanten waren fast ausschließlich in Abwehrgefechte verwickelt, um die Überreste der Hochseeflotte zu schützen, doch er sollte ganz allein den Pazifik überqueren und einen Angriff unternehmen, der den Krieg beenden würde. Normalerweise hätte er über so einen Befehl gelacht, wenn er ihm nicht von einem sichtlich verzweifelten Stabsoffizier mitten in der Nacht überbracht worden wäre.

»Ihr Vertrauen ehrt mich sehr, Kapitän Horinouchi. Ich versichere Ihnen, dass meine Offiziere und Besatzungsmitglieder dem Kaiser alle Ehre erweisen werden. Darf ich fragen, worum es sich bei Dr. Tanakas Fracht handelt?«, erkundigte sich Ogawa.

Horinouchi ließ den Blick ein paar Sekunden lang gedankenverloren über die Bucht schweifen. »Makaze«, murmelte er schließlich vor sich hin. »Ein garstiger Wind.«

Unter den aufmerksamen Blicken von Dr. Tanaka wurde ein halbes Dutzend rechteckiger Kisten von den Kempei-Tai-Wachen vorsichtig im vorderen Torpedoraum der I-403 verstaut und festgezurrt. Anschließend ließ Ogawa die vier Dieselmotoren des U-Boots anwerfen und die Vertäuleinen lösen. Um halb drei Uhr morgens schob sich das Boot langsam ins Hafenbecken, vorbei an etlichen anderen U-Booten der Flotte, die im Stützpunkt lagen. Ogawa stellte verwundert fest, dass Horinouchi schweigend in dem dunklen Lastwagen am Pier saß und nicht wegfuhr, bis die I-403 außer Sicht war.

Mit langsamer Fahrt lief das U-Boot an den Kais und Lagerhäusern vorbei und näherte sich bald darauf einem riesigen Schattenriss, der sich vor ihnen aus der Dunkelheit schälte. Wie ein Ungetüm ragte das gewaltige Schlachtschiff Yamato, das in einem Reparaturdock lag, über dem Unterseeboot auf. Mit seinen neun schweren 46-cm-Geschützen und der bis zu 80 Zentimeter starken Panzerung war die 283 Meter lange Yamato das meistgefürchtete Schiff der kaiserlichen Kriegsflotte. Ogawa bewunderte im Vorbeifahren die Linienführung und die Bewaffnung des größten Schlachtschiffes der Welt, aber mit einem Mal hatte er auch Mitleid mit ihm. Wie ihr Schwesterschiff, die unlängst bei den Philippinen gesunkene Musashi, war auch – so befürchtete er – die Yamato zum Untergang verurteilt, noch ehe der Krieg vorüber war.

Allmählich verblassten die Lichter von Kure, als das U-Boot, vorbei an mehreren großen Inseln, in das Seto-Binnenmeer gelangte. Ogawa ließ schnellere Fahrt machen, sobald die Bergkuppen der Inseln zurückwichen und das erste Morgengrau den Himmel im Osten färbte. Als er mit dem Navigator der I-403 im Kommandoturm den Kurs absteckte, kam sein Erster Offizier nach oben.

»Heißer Tee, Kapitän«, sagte Leutnant Yoshi Motoshita und hielt dem Kommandanten eine kleine Tasse hin. Motoshita, ein schlanker, stets freundlicher Mann, brachte sogar um fünf Uhr morgens ein Grinsen zustande.

»Ja, danke«, erwiderte Ogawa kurz angebunden, bevor er einen Schluck trank. Der heiße Tee war ein willkommenes Mittel gegen die frostige Dezemberluft, und Ogawa trank die Tasse rasch aus.

»Die See ist heute Morgen ungewöhnlich ruhig«, stellte Motoshita fest.

»Gutes Wetter für den Fischfang«, sagte Ogawa nachdenklich. Er war als Sohn eines Fischers in einem kleinen Dorf auf Kiuschu aufgewachsen, der japanischen Südinsel. Ogawa, der das harte Leben auf dem Wasser gewohnt war, hatte sich trotz seiner bescheidenen Herkunft mit einer ausgezeichneten Aufnahmeprüfung für die Etajima qualifiziert, die japanische Marineakademie. Nach der Ernennung zum Offizier hatte es ihn noch vor dem Krieg zu der immer stärker werdenden U-Bootwaffe gezogen. Er hatte auf zwei Booten gedient, bevor man ihm Ende 1943 das Kommando über die I-403 übertragen hatte. Unter seiner Führung hatte die I-403 ein halbes Dutzend Handelsschiffe sowie vor den Philippinen einen australischen Zerstörer versenkt. Ogawa galt als einer der besten U-Bootkommandanten, die der rasch schrumpfenden Unterwasserflotte geblieben waren.

»Yoshi, wir gehen auf Zickzack-Kurs, wenn wir die Meerenge erreichen, und tauchen dann, bevor...


Cussler, Clive
Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.

Cussler, Dirk
Dirk Cussler arbeitete nach seinem Studium in Berkeley viele Jahre lang in der Finanzwelt, bevor er sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Darüber hinaus nahm er an mehreren der über achtzig Expeditionen der NUMA teil.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.