Cussler | Im Zeichen der Wikinger | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 16, 0 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

Cussler Im Zeichen der Wikinger

Ein Dirk-Pitt-Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-15222-2
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Ein Dirk-Pitt-Roman

E-Book, Deutsch, Band 16, 0 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

ISBN: 978-3-641-15222-2
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



2500 Passagiere genießen die Jungfernfahrt auf der "Emerald Dolphin" im Pazifik, bis das Kreuzfahrtschiff in einem Flammeninferno untergeht. Während Dirk Pitt und seine NUMA Überlebende retten, ist die Ursachenforschung bereits in vollem Gang. Der Verdacht fällt auf das neu entwickelte Antriebssystem. Doch schon bedrohen weitere Katastrophen die Welt. Der Untergang der "Emerald Dolphin" erweist sich als Vorbote einer unfassbaren Verschwörung ...

Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.
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2. Februar 1894
Karibisches Meer

Niemand an Bord der Kearsarge konnte die Katastrophe vorhersehen, die das alte Kriegsschiff mit seinem noch aus Holz gebauten Rumpf ereilen sollte. Es war in der Karibik eingesetzt, wo es Flagge zeigen und die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Vereinigten Staaten sichern sollte, und befand sich gerade auf der Fahrt von Haiti nach Nicaragua, als der Ausguck etwa eine Meile steuerbord voraus einen absonderlichen Schatten entdeckte. Bei klarem Himmel und ruhiger See mit allenfalls einem halben Meter hohen Wellen herrschte rundum freie Sicht bis zum Horizont. Der schwarze Buckelleib, der wie der Höcker eines unbekannten Meeresungeheuers aus dem Wasser ragte, war mit bloßem Auge zu erkennen.

»Was halten Sie davon?«, fragte Captain Leigh Hunt seinen ersten Offizier, Lieutenant James Ellis, während er durch seinen Messingfeldstecher starrte.

Ellis spähte durch das Teleskop, das er auf die Reling gestützt hatte. »Ich habe es erst für einen Wal gehalten, aber ich habe noch nie einen gesehen, der so stetig seine Bahn durchs Wasser zieht, ohne die Fluke zu zeigen oder abzutauchen. Außerdem ragt kurz vor der Mitte ein sonderbarer Höcker auf.«

»Es muss irgendeine seltene Seeschlange sein«, sagte Hunt.

»Meiner Meinung nach ist das kein Tier«, murmelte Ellis versonnen.

»Aber das kann doch kein Werk von Menschenhand sein.«

Hunt war ein schlanker Mann mit ergrauendem Haar, wettergegerbtem Gesicht und tief liegenden Augen, dem man ansah, dass er viele lange Stunden in Wind und praller Sonne zugebracht hatte. Wie üblich hatte er eine Pfeife im Mund stecken, die er nur selten anzündete. Er war ein erfahrener Marineoffizier, der seit gut einem Vierteljahrhundert zur See fuhr und seine Tüchtigkeit ein ums andere Mal unter Beweis gestellt hatte. Am Bürgerkrieg hatte er nicht teilgenommen, weil er seinerzeit noch zu jung war und erst 1869 die Marineakademie abgeschlossen hatte, aber seither hatte er auf insgesamt achtzehn Kriegsschiffen gedient und war zu immer höherem Rang aufgestiegen, bis man ihn kurz vor der Pensionierung mit dem Kommando über die Kearsarge betraut hatte, dem ruhmreichsten Schiff der US-Navy.

Das altehrwürdige Schiff war dreißig Jahre zuvor, mitten im amerikanischen Bürgerkrieg, durch eine große Seeschlacht berühmt geworden, als es vor der französischen Hafenstadt Cherbourg die Alabama versenkt hatte, den berüchtigsten Kaperfahrer der Konföderation. Obwohl beide Schiffe einander ebenbürtig waren, hatte die Kearsarge die Alabama seinerzeit in einem knapp einstündigen Gefecht regelrecht zusammengeschossen. Bei der Rückkehr in den Heimathafen waren ihr Kapitän und die Besatzung in den Nordstaaten wie Helden gefeiert worden, denen die Union ihr ganzes Heil verdankte.

In den Jahren danach war sie rund um die Welt gefahren. Sie war sechzig Meter lang, zehn Meter breit, hatte rund viereinhalb Meter Tiefgang und konnte, von zwei Dampfmaschinen und einer Schraube getrieben, mit elf Knoten durch das Wasser pflügen. Ihre Kanonen waren zehn Jahre nach dem Bürgerkrieg ausgetauscht worden und bestanden jetzt aus einer Batterie von zwei schweren Geschützen mit elf Zoll starkem, glattem Lauf, vier ebenfalls glatten Neunzöllern und zwei Zwanzigpfündern mit gezogenem Lauf. Ihre Besatzung war hundertsechzig Mann stark. Trotz ihres Alters konnte das Schiff noch gewaltig austeilen.

Ellis setzte das Teleskop ab und wandte sich an Hunt. »Wollen wir uns das mal näher ansehen, Sir?«

Hunt nickte. »Lassen Sie den Rudergänger zehn Grad nach Steuerbord beidrehen. Sorgen Sie dafür, dass Chefmaschinist Gribble volle Fahrt voraus macht, sehen Sie zu, dass sich alle Mann auf Gefechtsstation begeben, und schicken Sie einen weiteren Ausguck hoch. Ich möchte nicht, dass wir dieses Monstrum aus den Augen verlieren.«

»Aye, Sir.« Ellis, ein hoch aufgeschossener Mann mit schütter werdendem Haar und einem mächtigen, aber tadellos gestutzten Bart gab seine Befehle weiter, und bald darauf spritzte weiße Gischt vom Bug auf, als die Kearsarge gegen den Wind drehte und mit schneller Fahrt durch die Wogen schnitt. Dicker, mit feurigen Funken durchsetzter, schwarzer Qualm stieg aus ihrem Schornstein auf. Die Decksplanken bebten, als fieberte das alte Kriegsschiff förmlich vor Vorfreude, als es die Jagd aufnahm.

Kurz darauf näherte sich die Kearsarge dem Fremdling, der seine Geschwindigkeit unverändert beibehielt. Die Bedienungsmannschaft eines Zwanzigpfünders versammelte sich um die Kanone, rammte die Treibladung und das Geschoss in den gezogenen Lauf und trat zurück. Der Artillerieoffizier blickte zu Hunt, der neben dem Rudergänger stand.

»Kanone Nummer zwo geladen und feuerbereit, Sir.«

»Setzen Sie den Schuss fünfzig Meter vor die Nase des Monstrums, Mister Merryman!«, rief Hunt durch sein Megafon.

Merryman winkte zur Bestätigung mit einer Hand, nickte erst dem Kanonier zu, der mit der Abzugsleine in der Hand bereitstand, und dann dem Richtschützen, der die Rohrerhöhungsschraube am Verschlussstück einstellte. »Ihr habt den Käpt’n gehört. Setzt einen Schuss fünfzig Meter vor das Biest.«

Das Rohr wurde ausgerichtet, die Abzugsleine gezogen, woraufhin das schwere Geschütz losbrüllte und zurückschnellte, bis es von dem dicken Anhaltetau, das durch eine Öse an der Rückseite der Lafette gezogen war, gebremst wurde. Es war ein fast zielgenauer Schuss. Direkt vor dem mächtigen Buckel, der scheinbar mühelos durch die Fluten glitt, schoss eine Fontäne hoch, als die Granate aufs Wasser schlug. Doch der Fremdling, sei es ein Tier oder Menschenwerk, behielt unbeirrt seine Geschwindigkeit bei und änderte seinen Kurs nicht im Geringsten.

»Unsere Schießkunst scheint es nicht weiter zu beeindrucken«, sagte Ellis mit einem knappen Grinsen.

Hunt blickte durch sein Fernglas. »Meiner Schätzung nach läuft es mit etwa zehn Knoten, während wir zwölf machen.«

»In zehn Minuten sollten wir längsseits sein.«

»Geben Sie einen weiteren Schuss ab, wenn wir bis auf dreihundert Meter aufgeschlossen haben. Setzen Sie ihn diesmal dreißig Meter vor das Ziel.«

Bis auf die Mannschaft des Maschinenraums standen sämtliche Besatzungsmitglieder an der Reling und starrten auf das Monster vor ihnen, das mit jeder Minute näher kam. Das Wasser rundum war nur leicht gekräuselt, doch es zog eine weiße, wie von einer Schraube aufgewirbelte Schaumspur hinter sich her. Und plötzlich blinkte und glitzerte der aufragende Höcker.

»Wenn ich’s nicht besser wüsste«, sagte Hunt, »würde ich meinen, die Sonne spiegelt sich auf einer Art Fenster oder Bullauge.«

»Meeresungeheuer mit verglasten Fenstern gibt’s bestimmt nicht«, murmelte Ellis.

Die Bedienungsmannschaft lud die Kanone nach und feuerte ein weiteres Geschoss ab, das etwa fünfzehn bis zwanzig Meter vor dem Monster in einer hohen Fontäne im Wasser aufschlug. Nichts tat sich. Es folgte weiter seinem Kurs, als wäre die Kearsarge nur ein lästiger Plagegeist, den es jederzeit wieder loswerden konnte. Mittlerweile war es so nah, dass Captain Hunt und seine Besatzung den sechseckigen Aufbau mit den großen, runden Quarzbullaugen erkennen konnten, der auf dem Monster saß.

»Es ist ein Werk von Menschenhand«, stieß Hunt fassungslos aus.

»Das kann doch nicht sein«, erwiderte Ellis versonnen. »Wer sollte denn so einen Apparat bauen können?«

»Wenn es die Vereinigten Staaten nicht waren, dann vielleicht die Briten oder die Deutschen.«

»Wer weiß? Es führt keine Flagge.«

Plötzlich glitt das sonderbare Wasserfahrzeug vor ihren Augen unter die Wogen, tauchte ab und war verschwunden. Die Kearsarge fuhr genau über die Stelle, an der es versunken war, doch es war nirgendwo zu sehen, so sehr die Besatzung auch in die Tiefe starrte.

»Es ist weg, Käpt’n!«, rief einer der Seeleute Hunt zu.

»Haltet gut Ausschau!«, schrie Hunt zurück. »Ein paar Männer in die Takelage. Von dort oben sieht man mehr.«

»Was machen wir, wenn es wieder auftaucht?«, fragte Ellis.

»Wenn es nicht beidreht und sich zu erkennen gibt, verpassen wir ihm eine Breitseite.«

Stunde um Stunde kreuzte die Kearsarge in immer weiteren Kreisen um das Suchgebiet, bis bei Sonnenuntergang auch die letzte Hoffnung schwand, dass man das sonderbare Monstrum finden würde. Captain Hunt wollte die Jagd bereits abblasen, als sich ein Ausguck oben in der Takelage meldete.

»Monstrum rund tausend Meter backbord voraus. Hält auf uns zu.«

Die Offiziere und Mannschaften stürzten zur Backbordreling und spähten über das Wasser. Noch war es so hell, dass klare Sicht herrschte. Allem Anschein nach kam das sonderbare Ding mit hoher Geschwindigkeit genau auf die Kearsarge zu.

Während der Suche hatten die Bedienungsmannschaften geduldig neben ihren feuerbereiten Vorderladern ausgeharrt. Nun fuhren die Kanoniere an Backbord flugs die Geschütze aus und richteten sie auf den nahenden Gegner. »Zielt auf den Buckel hinter dem Bug, aber bedenkt dabei ihre Fahrt«, wies Merryman sie an.

Die Kanonen wurden ausgerichtet, die Mündungen tiefer gestellt, bis das Monster im Visier auftauchte. »Feuer!«, rief Hunt.

Sechs der insgesamt acht Kanonen der Kearsarge brüllten auf, spien Funken und dichten Qualm aus ihren Mündungen. Hunt verfolgte durch sein Fernglas, wie die Geschosse der schweren, elfzölligen Drehbassen zu...


Cussler, Clive
Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.



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