E-Book, Deutsch, Band 1693, 64 Seiten
Reihe: John Sinclair
Dark John Sinclair 1693
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-8387-0536-1
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Letzte Zuflucht Hölle
E-Book, Deutsch, Band 1693, 64 Seiten
Reihe: John Sinclair
ISBN: 978-3-8387-0536-1
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Es war eine Abkürzung, die zwei Menschen zum Verhängnis werden sollte. Die junge Frau wollte nur schneller ihr Haus erreichen, weil sie den Regen fürchtete, der bald niederprasseln würde. Der Weg durch die Gasse würde ihr mehrere Minuten Zeitgewinn bringen. Es war ein Fehler. Doch den bemerkte die Frau erst kurz vor dem Ende der Gasse ...
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" (S. 3-4)
Es war eine Abkürzung, die zwei Menschen zum Verhängnis werden sollte. Die junge Frau wollte nur schneller ihr Haus erreichen, weil sie den Regen fürchtete, der bald niederprasseln würde. Der Weg durch die Gasse würde ihr mehrere Minuten Zeitgewinn bringen. Es war ein Fehler. Doch den bemerkte die Frau erst kurz vor dem Ende der Gasse …
Urplötzlich war die Sperre da. Sie hatte den dunklen Transporter weder gehört noch gesehen. Jetzt aber sah sie ihn, und sie sah auch die beiden Gestalten, die neben dem Wagen standen. Für sie waren es Schatten. Phantome ohne Gesichter. Und sie waren ungeheuer schnell. Keinen Laut hörte sie, als sich die beiden in Bewegung setzten und auf sie zu huschten. Die Frau wollte schreien. Es ging nicht. Sie stand unter einem zu großen Schock.
Die Hände hielten den Bügel des Kinderwagens krampfhaft umklammert, und endlich schaffte sie es, den Mund zu öffnen. Da erwischte sie der Schlag! Sie hatte die Faust nicht kommen sehen. Sie hatte den Eindruck, ihr Kopf würde zerrissen werden. Augenblicklich verlor sie den Überblick. Sterne blitzten vor ihren Augen. Sie merkte noch, dass sie fiel. Den Aufprall gegen das kantige Pflaster der Gasse bekam sie nicht richtig mit. Sie stand kurz davor das Bewusstsein zu verlieren. Dass sie nicht in diesen Zustand abtrudelte, lag daran, dass ihr Baby schrie. Es war wie eine Sirene, die sie noch wach hielt.
Aber es brachte ihr nichts. Sie lag auf dem Boden, konnte sich nicht bewegen. Sie hörte Geräusche, die sie nicht einordnen konnte, aber sie besaß einen starken Willen, und den hatte auch der harte Kopftreffer nicht ausschalten können. Das Radieren von Reifen auf dem Untergrund drang an ihre Ohren. Dabei heulte ein Motor auf, dann war es wieder ruhig. Die Frau lag noch immer auf dem Rücken. Sie riss die Augen auf. Dann wurde sie angefasst. »Ist Ihnen nicht gut?«
»Bleiben Sie ganz ruhig.« »Ein Arzt ist bereits unterwegs.« Die Kommentare glitten an ihr ab. Sie hatte andere Sorgen. Sie wollte sprechen, was sie nicht schaffte. Irgendetwas schien ihren Hals zu umklammern. Und dann stand sie doch. Hände hielten sie rechts und links fest. Vor sich sah sie den Kinderwagen. Obwohl es ihr schlecht ging, schaffte sie den Blick in den Wagen. Etwas durchbohrte ihren Leib wie ein Messerstich. Nein, das konnte doch nicht wahr sein! Und trotzdem stimmte es, und es war grauenvoll für sie. Der Kinderwagen war leer!"




