Dark | John Sinclair - Folge 1092 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1092, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 1092

Der Vampirengel (1. Teil)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3825-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Vampirengel (1. Teil)

E-Book, Deutsch, Band 1092, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3825-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Vampirengel (1. Teil).

Vampirin - Psychonautin - und Engel.

Drei Personen in einer, das war Angela, die nackte Frau auf dem Grab, zu dem Harry Stahl und Dagmar Hansen gelockt wurden.

Zur gleichen Zeit erlebte London einen ansteigenden Vampirkult. Die Folge eines erfolgreichen Kinofilms.

Im Mittelpunkt des gesamten Geschehens stand nur eine Person. Es war der Vampirengel.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Der Vampirengel (1. Teil)


Dagmar Hansen schaute ihren Freund und Kollegen an. »Hast du den Pfahl?«

»Ja.«

»Den Hammer auch?«

Harry Stahl seufzte. »Ebenfalls.«

Die rothaarige Dagmar nickte. »Dann ist es gut.« Nicht für mich, dachte Stahl. Er hatte ein mulmiges Gefühl. Es gefiel ihm nun mal nicht, auf dem Friedhof umherzuschleichen und zu versuchen, eine Statue zu pfählen wie einen Vampir. Aber Dagmar hatte da ihre eigenen Ideen, und wenn sie sich einmal etwas vorgenommen hatte, ließ sie sich nicht davon abbringen.

Der Friedhof lag vor ihnen. Hinter der Mauer malten sich die hohen Bäume ab, deren kahles Geäst in den dunklen Nachthimmel hineingriff. Sie standen so, dass sie auch von der Straße aus gesehen werden konnten, doch keiner der Fahrer hielt an, um nach ihnen Ausschau zu halten. Auch keine Polizeistreife.

Es hatte in den vergangenen Tagen geschneit, doch die weiße Pracht war nicht liegen geblieben. Nach dem Matsch war sie weggetaut, und nun schimmerten die Straßen und Wege feucht.

Dagmar nickte Harry zu. »Na, wenn du mitkommen willst, dann bitte jetzt. Du kannst auch im Wagen bleiben und so lange warten, bis ich zurückkomme.«

Er seufzte wieder. »Auch wenn es mir nicht passt, ich werde dich trotzdem begleiten.«

»Was stört dich denn so?«

Harry überlegte einen Moment und schaute in die Schattenwelt vor dem Wagen hinein. »Das kann ich dir nicht genau sagen. Es ist einfach mein Gefühl, das nicht zustimmen will, Dagmar.«

»Du hast damit auch nichts zu tun!«

»Aber du?«

»Ja, noch einmal. Ich gehe einfach davon aus, dass es zwischen dem Grabengel und mir eine Verbindung gibt.«

»Aber du bist kein Vampir.«

»Nein, das nicht.«

»Wieso sollte dann die Verbindung bestehen? Und überhaupt, einen Grabengel als Vampir. Das habe ich noch nie gehört.«

»Es gibt eben immer ein erstes Mal«, sagte Dagmar und öffnete die Beifahrertür.

Harry Stahl blieb nichts weiter übrig, als ihr zu folgen. Er seufzte zum dritten Mal, als er die Tür öffnete und ebenfalls ausstieg. Was sich Dagmar einmal in den Kopf gesetzt hatte, führte sie auch durch. Außerdem war sie eine besondere Frau, denn sie stammte von den Psychonauten ab, einer sehr seltenen Rasse, die damals noch das dritte Auge besessen hatte, durch das sie über bestimmte paranormale Kräfte verfügte, die allerdings bei den heutigen Nachkommen der Psychonauten verkümmert waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Zu diesen Ausnahmen gehörte Dagmar Hansen, die mit recht zügigen Schritten auf die Friedhofsmauer zuging. Sie war stabil gebaut, dazu recht hoch und musste überklettert werden.

An der Mauer wartete sie auf ihren Freund. Dagmar trug eine kurze gefütterte Jacke und dunkle Jeans. Der Schatten der Mauer hüllte sie ein wie ein Tuch, in das bald auch Harry Stahl hineintrat. Er sah das knappe Lächeln auf ihrem Gesicht, wollte fragen, ob sie es sich nicht noch überlegen wollte, ließ es aber bleiben, denn Dagmar deutete schon zur Krone hoch, und die Bewegung sagte alles.

»Wer klettert zuerst hinauf?«

»Du, und ich helfe dir.«

»Okay!«

Harry legte seine Hände zusammen, damit Dagmar ihren Fuß in diese »Leiter« stellen konnte. Mit dem linken Fuß trat sie hinein, schwang sich daran hoch, reckte die Arme und legte die Hände bereits an die Mauerkante.

»Kann ich dich hochdrücken?«

»Ja.«

Harry stemmte sie hoch. Dagmar bewegte sich geschickt und saß wenig später auf der Krone. Sie schaute sich kurz um, war zufrieden und nickte Stahl zu.

Harry sprang hoch. Er umklammerte die Kante, danach ging alles sehr schnell. Mit einem Klimmzug zog er sich höher. Dagmar unterstützte ihn dabei, und wenig später hatte auch er seinen Platz auf der Mauer eingenommen.

Sie sprangen nicht hinab, sondern hangelten sich an der anderen Seite zu Boden. Dort lagen noch einige schmutzige Schneereste. Sie knirschten wie altes Glas, als Harry einen Fuß hineindrückte und sich umsah.

»Es ist alles ruhig«, sagte Dagmar. »Wir sind allein. Um diese Zeit und bei diesem Wetter treiben sich nicht einmal Grufties oder Schwarze auf dem Friedhof herum.«

»Mal sehen.«

»Du kannst dich auf mich verlassen.« Weil die Haare sie störten, strich Dagmar sie zurück und schnürte sie mit einem Band im Nacken zusammen. Ihr von Natur aus recht blasses Gesicht wirkte bei diesem Licht noch bleicher, aber es war auch angespannt, denn was die beiden vorhatten, war kein Spaziergang. Dieser Engel musste einfach eine Bedeutung haben, denn Dagmar hatte ihn nicht zufällig entdeckt. Sie war praktisch zu ihm hingeführt worden. Immer wieder hatte sie Botschaften erhalten. Nicht per Brief, Fax oder Telefon, sondern in der Nacht in ihren Träumen. Darin war sie aufgefordert worden, sich um den Engel zu kümmern. Genau das musste einen Grund haben.

Es war sehr finster um sie herum, und Harry fragte Dagmar noch einmal, ob sie genau wusste, wo sich dieses ungewöhnliche Monument befand.

»An der Ostseite und recht versteckt.«

»Dann müssen wir zuerst nach links.«

»Korrekt – komm!«

Sie schlugen den Weg ein, der im Anfang unbequem war, weil sie zähes Gestrüpp zur Seite biegen mussten, um schließlich einen der normalen Wege zu erreichen.

Der Weg über den sie gingen, war recht breit. Sie hatten keine Schwierigkeiten, dort voranzukommen. Schnee lag nur an den Rändern. Die Mitte war frei, und ihre dicken Sohlen drückten auf Steine oder traten in kleine Pfützen hinein.

Sie waren von einer schweigenden Welt umgeben. Keine Stimmen, keine Geräusche, die sie misstrauisch gemacht hätte, selbst der Wind hielt sich zurück und schüttelte keine Bäume durch.

Trotzdem war Harry mehr auf der Hut als Dagmar. Sie konzentrierte sich mehr auf die Gehrichtung, während er sich des Öfteren umschaute, weil er sich irgendwie beobachtet fühlte.

In den Büschen und geschützt durch Baumstämme schienen tausend Augen zu lauern. Der Himmel war wie eine dunkle Wand, auf die sich träge Wolken gelegt hatten.

Vögel flogen keine durch das Gelände, und die Gräber mit ihren verschiedenen Steinen und Figuren war die stummen Zeugen, die ihren Weg begleiteten.

Die Temperaturen lagen knapp über der Frostgrenze. Der Atem dampfte vor den Lippen. Manchmal fielen Tropfen von den nassen Zweigen der Bäume herab und landeten auf ihrer Kleidung.

Es war eine düstere Ecke des Friedhofs, durch die sie schritten. Kein Licht, auch kein künstliches, begleitete ihren Weg. Manch hohe Grabsteine wurden von der Dunkelheit verändert und kamen ihnen vor wie Tiere, die auf dem Sprung standen, um plötzlich angreifen zu können.

Dagmar, die einen Schritt vorging, drehte den Kopf. »Ich weiß gar nicht, was du willst, Harry, es geht doch alles glatt.«

»Noch«, sagte er.

Sie schüttelte den Kopf, blieb stehen und sagte: »Ich weiß nicht, was mit dir los ist. So kenne ich dich nicht. Du bist sonst nicht so ängstlich.«

»Stimmt.«

»Und was hast du heute?«

»Kann ich dir schlecht sagen.«

»Unsinn, raus damit!«

»Ich habe einfach ein komisches Gefühl. Es ist so, als würden wir vor einem schweren Stein stehen, um ihn aufzuheben. Aber wir schaffen es nicht, denn wir verheben uns, und das genau bedrückt mich. Da braut sich Unheil zusammen.«

Obwohl Dagmar danach zumute war, lachte sie nicht und sagte nur: »Denk daran, was wir schon alles hinter uns haben, Harry. Da kann uns doch so etwas nicht aus der Bahn werfen.«

Er nickte. »Ich weiß. Vielleicht bilde ich mir auch nur etwas ein.«

»Bestimmt.«

Sie gingen nicht mehr so schnell weiter wie zu Beginn. Mittlerweile waren sie im Ostteil des Friedhofs angelangt. Hier irgendwo würden sie den ungewöhnlichen Grabstein finden, und dazu brauchten sie Licht.

Dagmar war stehen geblieben und holte aus der rechten Jackentasche eine Stableuchte hervor. Gräber gab es genug in ihrer Nähe. Auch Buschwerk, dass ihnen einen großen Teil der Sicht nahm. So musste sich der Strahl erst durch die Lücken tasten, um an die Ziele zu gelangen. Der Lichtkegel huschte über die Steine hinweg, die mal grau schimmerten, dann wieder einen leicht grünlichen Glanz abgaben und manchmal so aussahen wie Fragmente, die einer unterirdischen Totenwelt entstiegen waren, um die Lebenden zu beglücken.

Sie sahen Figuren, die engelhaft schön waren, sodass sie kitschig wirkten. Auf der anderen Seite gab es moderne Grabsteine, einfach, geometrische Formen, mal rein quadratisch, mal rechteckig. Mit eingravierten Namen, sodass sich jeder Besucher daran erinnern musste, dass jeder Stein ein menschliches Schicksal aufzeigte.

Die Wege hier waren schmal geworden und glichen beinahe einem Labyrinth. Mit der Spürnase eines Suchhundes ging Dagmar vor. Sie folgte dem bleichen Schein der Lampe, deren Lichtkegel wie ein kleiner Mond über den Boden hüpfte.

Nasse Erde, altes Laub. Zweige, die fächerförmig zu beiden Seiten hin wuchsen und an den Hosenbeinen der beiden kratzten. Und immer wieder konnten sie das Astwerk der Bäume über sich sehen. Alter Bewuchs, der den neuen Pflanzen keine Chancen ließ, hochzukommen.

Dagmar blieb stehen. Sie senkte die Hand mit der Lampe. »Hier muss es irgendwo sein, Harry. Wir sind jedenfalls nicht mehr weit davon entfernt.«

»Du bist der Boss.«

»Ha, hört sich gut an.«

»Was spürst du denn? Ist es wie in deinen Träumen, als man dich hierher rief?«

»Nein – anders. Dichter, aber nicht intensiv. Eigentlich gar nicht, Harry. Ich habe einfach das Gefühl, etwas zu wissen, wenn du...



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