Dessaul | Ihr letzter Tanz | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 300 Seiten

Reihe: Mike Müller-Reihe

Dessaul Ihr letzter Tanz

Ein Bochum-Krimi
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98679-059-2
Verlag: MAXIMUM Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Bochum-Krimi

E-Book, Deutsch, Band 5, 300 Seiten

Reihe: Mike Müller-Reihe

ISBN: 978-3-98679-059-2
Verlag: MAXIMUM Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wie lautet die Mehrzahl von Dilemma?

Mike Müller erhält einen schwierigen Auftrag. Er soll seinen langjährigen Freund Jakob Dieckmann, einen angesehenen Investigativ-Journalisten, ausspionieren und herausfinden, ob dieser seine Frau Kerstin betrügt. 

Jakob gerät gerade in ein Netz aus Verführung, denn einem verlockenden Instagram-Flirt ist der 53-Jährigen zweifache Familienvater und Ehemann nicht abgeneigt. Doch die erste Begegnung endet in einem Schock. Die schöne Blondine liegt tot in ihrem rosa Bett voller Plüsch – erdrosselt. 

Für Mike beginnt ein wahrer Albtraum, als er beobachtet, wie Jakob die Wohnung des Opfers verlässt, ein pinkes Handy fest umklammert. 

Während die Polizei ermittelt und Mike selbst unter Verdacht gerät, beginnt eine verzweifelte Suche nach der Wahrheit. Hat Jakob die Frau ermordet, um seine dunklen Geheimnisse zu schützen? Oder war sie eine Bedrohung, die ihn erpressen wollte? Mit der Hilfe seiner Freundin Alice und seinem ehemaligen Kollegen Helmut Jordan setzt Mike alles daran, die Wahrheit aufzudecken und Jakobs Unschuld zu beweisen. Doch je tiefer er gräbt, desto mehr düstere Geheimnisse kommen ans Licht – und Mike macht eine schreckliche Entdeckung … 

Journalismus, zerbrochene Freundschaften, Mord, ein altes Geheimnis und ein pinkes Handy – in Mike Müllers fünftem Fall läuft der Privatdetektiv zur Höchstform auf!

Dessaul Ihr letzter Tanz jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1
„Dancing Queen“


Herbst 2013


Kaum mehr als ein Routinejob für einen wie Jakob Dieckmann. Eher weniger. Meist schrieb der freie Journalist, der sich gern als Edelfeder bezeichnete, über Skandale im Bochumer Rathaus, über Filz und Korruption oder über Fehlgriffe der hiesigen Polizei. Hintergründig, investigativ, wie ihm häufig bescheinigt wurde. Heute allerdings schickte ihn die Ruhrzeitung zu einer Baustelle im Niemandsland zwischen den südwestlichen Bochumer Stadtteilen Weitmar, Eppendorf und Oberdahlhausen. Die Leser gierten angeblich nach Geschichten über Menschen wie du und ich. Solche würden hier demnächst wohnen.

Inmitten von Feldern und in maximaler Abgeschiedenheit entstanden zwei brandneue Einfamilienhäuser. Das nächstgelegene bewohnte Gebäude war ein kleiner Reiterhof, etwa hundert Meter entfernt. Den Besitzern des Hofes hatte das jetzige Bauland gehört – bis es die Häuslebauer, zwei Pärchen Ende zwanzig, kauften. Sie wollten sich dort einen lang gehegten Traum erfüllen: gemeinsames Wohnen im Grünen und doch nahe genug an der Stadt mit all ihren Arbeits-, Freizeit- und Konsummöglichkeiten. Die gute, alte Eier legende Wollmilchsau – endlich gefunden!

Von diesen romantischen Vorstellungen hatte Jakob bereits durch Vorgespräche am Telefon erfahren. Und dass sich die vier sanften Aussteiger seit der Schule kannten. Sie hatten vor zehn Jahren gemeinsam ihr Abitur an der Bochumer Schillerschule erworben. Pärchen waren sie schon damals gewesen. Rebekka war mit Timo gegangen und Kostas mit Saskia.

Das Thema Abitur hatte Jakob eine Weile abgelenkt. Sein Abschluss lag knapp fünfundzwanzig Jahre zurück, der legendäre Jahrgang 1989 am Gymnasium im Schloss. Im kommenden Jahr würden sie dieses Jubiläum gebührend feiern. Die Planungen liefen auf Hochtouren, Jakob gehörte zum Festkomitee. Deshalb pendelte er seit einigen Wochen zwischen Bochum und seiner alten Heimat Wolfenbüttel hin und her. Wegen der Planungstreffen.

Und wegen Susanne. Susanne war seine Saskia oder Rebekka. Nur dass er und Susanne damals nicht fest zusammen gewesen und auch heute kein Paar waren. Jakob war mit Kerstin verheiratet und Susanne mit Lorenz. Aber Susanne gehörte zum Planungsteam; dadurch sahen sie einander regelmäßig. Allein das erinnerte sie an verpasste Gelegenheiten, löste Gedankenspiele aus und vor allem vergessen geglaubte Gefühle.

Kompliziert.

Jetzt kurvte Jakob mit seinem alten Honda durch schmale, staubige Straßen, die eher Feldwegen glichen. Äcker, Wiesen und Auen bestimmten das Bild. Idylle pur. Für Jakob definitiv zu weit draußen. Mit seiner fünfköpfigen Familie lebte er im urbanen Ehrenfeld, einem der angesagtesten Viertel Bochums. Stramm grüne Wählerschaft, viele Akademiker, Vegetarier, späte Eltern, meist von Einzelkindern, inklusive Helikopter-Komplex und extremem Sendungsbewusstsein auf Elternabenden in Kita und Schule, das volle Programm. Alle Vorurteile bestätigt.

Saskia und die anderen warteten an der Baustelle. Saskia war die inoffizielle Sprecherin der Gruppe. Sie hatte den Kontakt zur Ruhrzeitung hergestellt und zweimal mit Jakob telefoniert. Jakob kannte bislang nur ihre Stimme, die keinerlei Besonderheiten aufwies. Nun begrüßte sie ihn im Namen der Gruppe. Eine waschechte Blondine, schätzte er zumindest, die Haare glatt, halblang, ein ausnehmend hübsches Gesicht, der Schauspielerin Reese Witherspoon nicht unähnlich. Hellblaue Jeans, darüber eine dunkelblaue Steppjacke. Ende Oktober. Angemessene Kleidung. Zehn Grad ungefähr, bewölkt, ein leichter Wind von Nordost.

Jakob trug ebenfalls Jeans, in einem dunkleren Blauton, und eine Funktionsjacke von Jack Wolfskin, grün, eher oliv, wie in seiner Jugend der Parka, den sie alle übergezogen hatten zwischen September und Mai. Uniform? Nein. Konform. Abgesehen von ein paar späten Poppern und Punks hatte sich niemand über die Kleidung definiert. Zumindest das war früher einfacher gewesen. Na gut, Levis und Mustang und Wrangler einerseits – oder C&A andererseits, diese Unterschiede gab es. Und Adidas. Wenigstens Puma.

Die etwa fünfzehn Jahre jüngere Saskia gefiel ihm. Obwohl sie anders war, ganz anders als die brünette Susanne und die ebenfalls blonde Kerstin.

Stopp!

Bloß nicht von den Hormonen leiten lassen, zwang sich Jakob. Hier geht es um den Job. Eine simple kleine Geschichte, die für Laien als Reportage durchgehen konnte. Das klang nach mehr als „Artikel“ oder „Bericht“. Für gute Reportagen gab es Preise. Für die Geschichte über eine Baustelle von vier Privatpersonen eher nicht. Egal. Und die Hormone hatten hier erst recht nichts zu suchen.

Außerdem trat Saskia gemeinsam mit ihrem Ehemann Kostas auf, der sich vornehm im Hintergrund hielt. Genau wie Rebekka und Timo. Letzterer beobachtete Saskia sehr genau. Rebekka schien eher mit sich selbst beschäftigt zu sein. Sie zupfte ständig an den Ärmeln ihres dunkelgrauen, eng geschnittenen Mantels. Figurbetont. Nett anzusehen.

Überraschenderweise, wenigstens für Jakob, wirkte Rebekka wie die Zwillingsschwester von Saskia. Gleich blond. Gleich groß. Gleich attraktiv. Reese Witherspoon Nummer zwei, nur etwas eleganter gekleidet. Und das Zupfen am Ärmel. Das irritierte Jakob. Er fokussierte sich auf Saskia, bis er bemerkte, dass auch sie solch einen Tick hatte. Sie stemmte bei jedem zweiten Satz die Hände in die Hüften und nickte sich selbst zu.

Wenn Jakob sich in diesen Momenten umblickte, entdeckte er, dass Timo jedes Mal zustimmend nickte. Offensichtlich akzeptierte er Saskia als Wortführerin. Die Zeiten, ja, sie änderten sich. Das hier war das einundzwanzigste Jahrhundert, Alpha-Männchen waren eine Option, aber längst nicht mehr gesetzt. Alpha-Weibchen gehörten längst zur Normalität.

Der Gerechtigkeit halber sammelte Jakob von allen vieren Zitate.

„Aussteiger? Nö, so sehen wir uns nicht.“

„Schon seit zig Jahren davon geträumt.“

„Wir vier, das passt hinten und vorn.“

„So viel Natur, trotzdem mittendrin. In zwei Minuten sind wir am Munscheider Damm.“

„Und es ist nicht weit zur Hattinger Straße und zum ÖPNV.“

„Nächsten Sommer feiern wir ein großes Einweihungsfest mit unseren anderen Freunden. Na ja, Bekannten. So achtzig Leute.“

„Zu unseren Familien haben wir alle keinen so engen Kontakt.“

„Keinen echten Draht.“

„Wir haben halt uns. Dazu ein paar entferntere Freunde.“

„Mit den Leuten vom Reiterhof kommen wir prima zurecht.“

„Nein, Freunde sind das nicht. Sind die Verkäufer des Grundstücks. Das hat eher was Geschäftliches.“

„Die Erschließung war aufwendig. Strom, Wasser, Gas, Kanalisation, Telefon. Das gab es hier alles nicht.“

„Aber ohne geht es halt nicht.“

„Plumpsklo, hahaha!“

„Hundertsechzig Quadratmeter Wohnfläche jeweils. Plus Keller, Garage, dazu jeweils vierhundert Quadratmeter unbebaute Fläche.“

„Klar, für Gärten.“

„Rasen. Viel Rasen. Wiese.“

„Ohne Grenze dazwischen. Allenfalls eine Hecke als Sichtschutz.“

„Die muss ja nicht durchgehend sein.“

„Und nicht unbedingt vier Meter hoch.“

„Niemals.“

„Blumen. Bestimmt ein Kräuterbeet.“

„Unbedingt ein Hund. Portugiesischer Wasserhund, das wäre klasse.“

„Wir eher nicht. Später mal eine Katze, allenfalls.“

„Die muss sich aber mit unserem Hund vertragen.“

„Das wird schon.“

„Kinder? Grundsätzlich schon, ja.“

„Doch, haben wir vor.“

„Ich möchte aber nicht so lange mit dem Job aussetzen.“

„Ich auch nicht. Man ist so schnell raus.“

„Ich als Mann? Puh, in unserer kleinen Firma ist es nicht vorgesehen, dass jemand in meiner Position ein Jahr oder so wegbleibt.“

„Deine Position? Verkäufer?“

„Key-Account-Manager.“

„Mit ‚Junior‘ davor.“

„Noch, Rebekka.“

„In der Agentur könnten sie schlecht auf mich verzichten.“

„Ich weiß.“

„Ich arbeite bei der Stadt. Da ginge es. Ich kann es mir gut vorstellen. Dann könnte Saskia wieder eher einsteigen.“

„Falls überhaupt. In ein paar Monaten werde ich Teamleiterin. Da passt es erst einmal so gar nicht.“

„Ja klar, falls überhaupt.“

„Erst mal der Hund.“

„Im Garten wäre jedenfalls Platz für einen Sandkasten. Und für eine Schaukel.“

„Theoretisch.“

So ging es ein paar Minuten lang hin und her und kreuz und quer. Jakob war sich bewusst, dass er nur einen kleinen Teil des Gesagten für den Artikel verwenden würde. Die ungeklärte Familienplanung sowieso nicht, eher das mit der Erschließung und mit dem verwirklichten Traum.

So was zog bei den Lesern, behauptete zumindest der Chefredakteur, der einerseits auf Leserbefragungen setzte, andererseits, gut informierten Kreisen zufolge, auf dem Sprung in eine größere Stadt war, wahrscheinlich nach Essen. Danach eventuell in leitender Funktion zur Zentralredaktion? Jung genug für zwei, drei, vier Karriereschritte war der Kerl jedenfalls, fünf Jahre jünger als Jakob, der Führungsverantwortung mied und am liebsten bloß geschrieben hätte.

Die Sache mit den Jobs der vier Aussteiger brauchte er etwas eindeutiger. Er hakte nach. Rebekka war Grafikdesignerin in einer Essener Werbeagentur, Kostas arbeitete bei der Stadt Bochum im Personalbereich, Timo als Vertriebler in einem auf Medizintechnik spezialisierten...


Dessaul, Arne
Arne Dessaul, 1964 in Wolfenbüttel geboren, machte im dortigen Gymnasium im Schloss sein Abitur. Es folgten Bundeswehr und eine kaufmännische Ausbildung. 1989 zog Arne Dessaul nach Bochum, um an der Ruhr-Universität Publizistik und Kommunikationswissenschaft zu studieren. Bereits während des Studiums fing er an, als Journalist zu arbeiten. Seit 1992 schreibt er regelmäßig für Magazine und Tageszeitungen. Seit seinem Studienabschluss 1994 arbeitete Arne Dessaul im Dezernat Hochschulkommunikation der Ruhr-Uni; dort ist er verantwortlich für die Onlineredaktion.
Arne Dessaul ist schon immer ein großer Fan von Krimis. Seine eigenen Romane entstehen meist zuhause mit dem Laptop auf dem Schoß – entweder abends oder an regnerischen Sonntagnachmittagen. Seine bisherigen Krimis mit Kommissar Helmut Jordan: "Trittbrettmörder", "Bauernjäger", "50", "Tödlicher Halt" und "Verschluckt". In der Mike-Müller-Reihe sind inzwischen "Ihr letztes Stück", "Sein letzter Witz", „Ihr letzter Flirt“, "Ihr letztes Spiel" und aktuell „Ihr letzter Tanz“ erschienen – Bochum-Krimis um den hartnäckigen Privatdetektiv und seine Ermittlungen. Ebenfalls bei MAXIMUM erschienen ist der Roman „Ewige Schuld“ um ein Dorf im Zonenrandgebiet während der 70er Jahre.

Arne Dessaul, 1964 in Wolfenbüttel geboren, machte im dortigen Gymnasium im Schloss sein Abitur. Es folgten Bundeswehr und eine kaufmännische Ausbildung. 1989 zog Arne Dessaul nach Bochum, um an der Ruhr-Universität Publizistik und Kommunikationswissenschaft zu studieren. Bereits während des Studiums fing er an, als Journalist zu arbeiten. Seit 1992 schreibt er regelmäßig für Magazine und Tageszeitungen. Seit seinem Studienabschluss 1994 arbeitete Arne Dessaul im Dezernat Hochschulkommunikation der Ruhr-Uni; dort ist er verantwortlich für die Onlineredaktion.

Arne Dessaul ist schon immer ein großer Fan von Krimis. Seine eigenen Romane entstehen meist zuhause mit dem Laptop auf dem Schoß – entweder abends oder an regnerischen Sonntagnachmittagen. Seine bisherigen Krimis mit Kommissar Helmut Jordan: "Trittbrettmörder", "Bauernjäger", "50", "Tödlicher Halt" und "Verschluckt". In der Mike-Müller-Reihe sind inzwischen "Ihr letztes Stück", "Sein letzter Witz", „Ihr letzter Flirt“, "Ihr letztes Spiel" und aktuell „Ihr letzter Tanz“ erschienen – Bochum-Krimis um den hartnäckigen Privatdetektiv und seine Ermittlungen. Ebenfalls bei MAXIMUM erschienen ist der Roman „Ewige Schuld“ um ein Dorf im Zonenrandgebiet während der 70er Jahre.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.