Diechler | Rebella - Herz über Bord | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 10, 250 Seiten

Reihe: Rebella

Diechler Rebella - Herz über Bord

Band 10
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-649-61607-8
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Band 10

E-Book, Deutsch, Band 10, 250 Seiten

Reihe: Rebella

ISBN: 978-3-649-61607-8
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Like Ice in the Sunshine! Katja schmilzt nahezu dahin, als sie den gut aussehenden Tanzlehrer Brian zum ersten Mal trifft. Und zu ihrem großen Glück leitet er auch noch den Tanzworkshop, an dem Katja während ihrer dreiwöchigen Karibik-Kreuzfahrt teilnimmt. Kann ein Urlaub noch genialer werden? Katja genießt die Zeit an Bord in vollen Zügen und verdient sich als Aushilfe im Restaurant sogar noch etwas dazu. Doch nach einem romantischen Strandausflug, inklusive erstem Kuss, geht Brian plötzlich auf Abstand. Katja ist völlig verstört: Steht Brian vielleicht doch mehr auf seine extrem selbstbewusste Tanzpartnerin Natou? Und was ist eigentlich mit ihrer Mutter und dem Kapitän des Kreuzfahrtschiffs los? Das Gefühlschaos ist perfekt!

Gabriele Diechler, 1961 in Köln geboren und aufgewachsen, lebt heute im Salzkammergut. Viele Jahre lang hat sie Komödien fürs Fernsehen entwickelt. Nun sitzt sie an ihrem Mini-Schreibtisch, um vorwiegend an Kinder- und Jugendbüchern, Romanen und Krimis zu schreiben. Dabei isst sie gerne Schokolade und wünscht sich, dass alle, die ihre Bücher lesen, danach ein kleines bisschen glücklicher sind. Sogar beim Schwimmen, was sie leidenschaftlich gern tut, fallen ihr Ideen für weitere Bücher ein.
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Wir fuhren auf der Florida State Road 886 und steuerten den Port of Miami an. Ich saß neben Mum auf der Rückbank des Taxis und war vor Aufregung ganz hibbelig.

»Gleich geht’s an Bord eines Luxusschiffs. Ich kann’s noch immer nicht glauben«, murmelte ich beglückt vor mich hin.

»Super, dass mein Beruf sich mal für dich auszahlt«, erwiderte Mum. Ihre Stimme strotzte nur so vor Tatendrang.

In ihrem ›Vorleben‹, so nannte Mum es, war sie Chefhostess auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen gewesen und hatte die sieben Weltmeere bereist. ›Vorleben‹, das war die Zeit ab 22 gewesen bis zu dem Moment, als ich mich angekündigt hatte. Von da an hatte meine Mutter nur noch Ersatzdienst geschoben, und auch das erst, nachdem ich eingeschult worden war.

Nun sollte ich erstmals mit auf große Fahrt gehen und ein paar nette Karibikinseln kennenlernen. Grand Turks auf den Turks-Inseln, La Romana in der Dominikanischen Republik und Curaçao und Aruba, ehemals Niederländische Antillen. Und natürlich würde ich auf hoher See sein.

»Glaubst du, ich erkenne die MSC Harmony sofort? Angeblich baut man ja eine Beziehung zu seinem Kreuzfahrtschiff auf, sobald man es zum ersten Mal im Prospekt gesehen hat.« Ich hatte mir vorgenommen, mir auf keinen Fall anmerken zu lassen, dass ich meine erste Kreuzfahrt antrat. Musste ja nicht jeder wissen, dass ich bisher nur bis nach Sylt und Italien, genauer gesagt bis nach Cáorle, gekommen war – und einmal mit der Schule nach London. Mein Vater litt unter Flugangst und Mum hatte bereits die ganze Welt gesehen. Deshalb waren wir als Familie nicht viel herumgekommen.

Ich wollte alles ganz cool und gelassen angehen. Allerdings war ich mir nicht so sicher, ob mir das auch gelingen würde. Meine beste Freundin Inka, die ich zu Hause beinahe täglich sah, behauptete nämlich, ich würde emotional heiß laufen, wenn mich etwas beeindruckte. Und eine Kreuzfahrt in die Karibik gehörte definitiv zu den Dingen, die einen beeindrucken konnten.

Mum deutete auf meine Beine, die aufgeregt hin und her wippten. »Sag mal, bist du so nervös, weil du Angst hast, gleich das falsche Schiff zu besteigen?« Sie lachte vergnügt auf.

Oh, verdammt! Es ging schon los. Mein Körper, besser gesagt meine Beine, gehorchten mir nicht mehr. »Quatsch«, entgegnete ich etwas patziger, als ich gewollt hatte. »Ich hab einfach ’ne Menge Energie.«

»Na dann ist es ja gut«, murmelte Mum und steckte ihre Nase schon wieder in den Reiseführer.

Ich war einerseits froh, dass sie sich nicht länger mit meiner Nervosität beschäftigte – die leider gar nicht cool wirkte –, andererseits aber auch beunruhigt, weil sie den Reiseführer offenbar auswendig lernen wollte.

»Die Hafenanlage befindet sich auf einer künstlichen Insel im Atlantik – Dodge Island – und ist durch eine vierspurige Brücke mit der Stadt verbunden«, las sie vor.

Erwartete sie etwa einen sinnigen Kommentar von mir? Ich hatte endgültig genug von der Vorleserei, die sich seit dem frühen Morgen hinzog, und klappte Mums Buch kurz entschlossen zu.

»Aufhören!«, verlangte ich. »Wir sind in Florida. Und ich bin nicht im Unterricht.« Ich seufzte laut. »Alles, was ich wissen will, ist, wie sich Puderzuckerstrände unter den Füßen anfühlen und wo ich am besten schnorcheln kann.«

Mum sah mich verdattert an. Offenbar begriff sie erst jetzt, dass sie mir mit dieser ständigen Informationsflut ziemlich auf die Nerven ging.

»Weißt du, für mich spielt es keine Rolle, wo genau sich die Hafenanlage befindet, wie viel Tiefgang ein Schiff hat oder was es mit dem Hubraum oder der Generatorleistung auf sich hat. Viel wichtiger ist doch, was an Bord Tolles passieren wird und wie die Stimmung in der Karibik so ist.«

Ich musste eine verzückte Miene aufgesetzt haben, denn plötzlich lächelte Mum. »Schon verstanden, Katja«, sagte sie in nachgiebigem Ton. »Als ich in deinem Alter war, hat mich auch nur eins interessiert …« Sie machte eine bedeutungsvolle Pause, die mich rot werden ließ, weil ich ahnte, was nun kam. »Wie sich Verliebtsein anfühlt.«

Ich schwieg eisern, denn mein Beziehungsstatus ging Mum nun wirklich nichts an. Den diskutierte ich ausschließlich mit Inka. Big love kannte ich bisher nur aus meinen heiß geliebten Büchern und den amerikanischen Komödien, die Inka und ich uns so gern reinzogen. Im echten Leben war mir leider noch nichts Weltbewegendes zum Thema Liebe passiert.

Ich griff nach der Neon, die neben mir lag, und begann, mir damit Luft zuzufächeln. Von einer Klimaanlage konnte man in diesem Taxi nur träumen. Doch wenn die Karibik auf einen wartete, konnte ein bisschen Hitze im Auto nicht stören. Ich schaute wieder nach draußen und ließ augenblicklich die Zeitschrift fallen. Meine Hand schoss nach vorn. »Da ist es«, rief ich beeindruckt, und Mum blickte in die Richtung, die ich vorgab.

»Die Biscayne Bay«, klärte ich sie auf, obwohl das natürlich nicht nötig war. Sie hatte sich bereits bestens informiert.

»Heimat des größten Kreuzfahrthafens der Welt«, konnte sie sich daher nicht verkneifen anzumerken. »Hier arbeiten weit über 150.000 Menschen.« Sie fing meinen mahnenden Blick auf und zuckte entschuldigend mit den Schultern. »Ich bin dem Port Director mal über den Weg gelaufen und da erfährt man so einiges. Verflixt, wie hieß der gleich noch mal. Ah ja: Johnson. Bill Johnson. Wie Don Johnson, der den Cop in der Kultserie Miami Vice gespielt hat. Weit vor deiner Zeit, Katja.«

Hatte ich schon erwähnt, dass Mum selten um eine Antwort verlegen ist?

Seit wir das Flugzeug in Hamburg bestiegen hatten, sprudelte es nur so aus ihr heraus. Sie war der reinste Informationsjunkie. Ich dagegen war eher der Typ, der sich Wissen durch Erleben erschloss. Und durch Beobachten.

Ich rückte noch eine Spur näher ans Fenster, um die schwimmenden Hotels mit meinen Augen aufzusaugen. Meterhohe Schiffe, die sich am Pier aufreihten und an Imposanz kaum zu überbieten waren.

»So spektakulär hab ich mir den Hafen nicht vorgestellt«, stellte ich beeindruckt fest.

»Pass auf, dass du aus dem Schauen herauskommst, wenn wir aus dem Taxi steigen. Ich hab keine Lust, dich gleich zu verlieren.«

»Typisch Mum«, entfuhr es mir. »Immer was am Regeln.«

Ich starrte weiter nach draußen auf die strahlend blaue Bucht und ließ meine Gedanken schweifen. Seit wir Hamburg bei Schmuddelwetter verlassen hatten, war eine Menge passiert.

Zuerst der zehnstündige Direktflug nach Amerika, der meine hitzige Nervosität nur noch angestachelt hatte. Und dann die Ankunft am Miami International Airport, wo es von interessanten Menschen und Situationen nur so wimmelte.

»Als Erstes fahren wir mit dem Metromover. Das ist eine geräusch- und abgasfreie Hochbahn, mit der man sich gut einen ersten Überblick verschaffen kann«, hatte Mum vorgeschlagen, kaum dass wir in unser Hotel eingecheckt und es mit luftigen Sommerkleidern am Körper wieder verlassen hatten.

»Super. Vor allem, weil die Fahrt kostenlos ist.« Ich hatte auf meinen Mini-Reiseführer gedeutet, in dem ich das Wichtigste nachschlug. Von dem hatte Mum noch nichts mitbekommen, weil sie sich ständig ihren 300-Seiten-Wälzer vors Gesicht hielt.

Die unzähligen Wolkenkratzer in Downtown Miami waren großartig. Ich hatte mich kaum an ihnen sattsehen können.

»Wenn man die sieht, begreift man, dass Miami inzwischen auch ein geschätzter Finanz- und Handelsplatz ist«, hatte Mum mir erklärt.

Ich hatte mich mit schwärmerischem Gesichtsausdruck umgeschaut. »Für mich ist die Stadt eher eine Art Wonderland! Hier funkelt und glitzert alles um die Wette und obendrauf gibt’s noch fantastische Strände.« Ich fand, das brachte es auf den Punkt.

Wir hatten uns das Art-déco-Viertel von Miami Beach vorgenommen: pastellfarbene Häuser, die aussahen, als ob sie mit Farben aus dem Malkasten getuscht worden wären, und ein zwanzig Kilometer langer Strand, der sich von der Südspitze von South Beach bis nach Sunny Isles erstreckte. Danach waren wir in den Venetian Pool gestiegen. Ein öffentliches Schwimmbad aus den Zwanzigerjahren mit Wasserfällen und Lagune.

Abends hatten wir Coconut Grove besucht – das schönste und älteste Stadtviertel mit engen Straßen und üppigem Grün.

»Glaubst du, wir schaffen noch Little Havanna?«

Mum hatte schmerzhaft das Gesicht verzogen und sich an den Rist gegriffen. »Sieht schlecht aus. Ich spüre meine Füße kaum noch.«

»Komm, lass uns die Schuhe ausziehen. Das hilft.« Ich war aus meinen Chucks geschlüpft und Mum aus ihren Sneakers – so eroberten wir auch noch die Hauptstadt der Exilkubaner und aßen in der Calle Ocho in einem schnuckeligen kubanischen Restaurant zu Abend.

Am nächsten Morgen hatte ich noch vorgeschlagen, uns die Everglades samt...


Gabriele Diechler, 1961 in Köln geboren und aufgewachsen, lebt heute im Salzkammergut. Viele Jahre lang hat sie Komödien fürs Fernsehen entwickelt. Nun sitzt sie an ihrem Mini-Schreibtisch, um vorwiegend an Kinder- und Jugendbüchern, Romanen und Krimis zu schreiben. Dabei isst sie gerne Schokolade und wünscht sich, dass alle, die ihre Bücher lesen, danach ein kleines bisschen glücklicher sind. Sogar beim Schwimmen, was sie leidenschaftlich gern tut, fallen ihr Ideen für weitere Bücher ein.



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