Eddings | Belgariad - Der Blinde | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 432 Seiten

Reihe: Belgariad-Saga

Eddings Belgariad - Der Blinde

Roman
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-641-23152-1
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 3, 432 Seiten

Reihe: Belgariad-Saga

ISBN: 978-3-641-23152-1
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Fantasy-Klassiker endlich wieder verfügbar – in überarbeiteter Neuausgabe.

Je mehr der junge Garion über die Mission, die seine Gefährten und er übernommen haben, erfährt, desto mehr empfindet er sich als Belastung. Seine Freunde sind große Krieger, geschickte Diebe, mächtige Zauberer – und er ist scheinbar nur ein einfacher Junge vom Land. Mit Garion erschuf der New-York-Times-Platz-1-Bestsellerautor David Eddings in den 80er-Jahren eine neue Art des Fantasy-Helden: der vermeintlich einfache Junge, dessen Schicksal es ist, die Welt zu retten. Damit ebnete er Autoren wie Christopher Paolini, Trudi Canavan und Jonathan Stroud den Weg zum Erfolg und ermöglichte so der Fantasy die Öffnung für eine breite Leserschaft.

David Eddings wurde 1931 in Spokane im US-Bundesstaat Washington geboren. Während seines Dienstes für die US-Streitkräfte erwarb er einen Bachelor of Arts und einige Jahre darauf einen Master of Arts an der University of Washington. Bevor er 1982 seinen ersten großen Roman, »Belgariad – Die Gefährten«, veröffentlichte, arbeitete er für den Flugzeughersteller Boeing. Den Höhepunkt seiner Autorenkarriere erreichte er, als der Abschlussband seiner Malloreon-Saga Platz 1 der »New York Times«-Bestsellerliste erreichte. Im Jahr 2009 starb er in Caron City, Nevada.
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PROLOG


UL

– nach dem und anderen Fragmenten

Im Anbeginn aller Zeiten schufen die sieben Götter die Welt aus der Dunkelheit, und sie erschufen Tiere und Vögel, Schlangen und Fische und zuletzt den Menschen.

Nun lebte in den Himmeln ein Geist, der UL genannt wurde. Er nahm keinen Anteil an dieser Schöpfung, und da er seine Macht und seine Weisheit zurückhielt, war so manches, das geschaffen wurde, unvollkommen oder verunstaltet. Viele Geschöpfe waren abstoßend und seltsam. Die jüngeren Götter wollten diese Schöpfungen wieder rückgängig machen, auf dass die Welt voll Schönheit sei.

Aber UL streckte seine Hand aus und sprach: »Was ihr erschaffen habt, sollt ihr nicht ungeschehen machen. Ihr habt den Frieden und das Gefüge des Himmels zerrissen, um diese Welt zu erschaffen als Spielzeug zu eurer Unterhaltung. Aber wisset, was immer ihr erschafft, und sei es auch noch so ungeheuerlich, soll leben als Mahnung für eure Torheit. An dem Tag, an dem ihr eine eurer Schöpfungen ungeschehen macht, wird ungeschehen sein.«

Die jüngeren Götter waren erzürnt. Zu jedem ungeheuerlichen oder hässlichen Wesen, das sie geschaffen hatten, sagten sie: »Geh zu UL und lass dein Gott sein.« Dann wählte unter den Völkern der Menschen jeder Gott das eine, das ihm gefiel. Und als es dann noch Völker gab, die keinen Gott hatten, trieben die Götter sie fort und sprachen: »Geht zu UL, denn soll euer Gott sein.« Und UL sprach kein Wort.

Lange und bittere Jahre wanderten die Gottlosen umher, und ihre Klagen verhallten ungehört in den Ödlanden und der Wildnis des Westens.

Dann erschien unter ihnen ein redlicher und rechtschaffener Mann namens Gorim. Er sammelte die Menge um sich und sprach: »Wir welken und fallen wie Blätter von den Bäumen durch die Unbilden unserer Wanderung. Unsere Kinder und unsere Alten sterben. Es ist besser, wenn nur einer stirbt. Deshalb sollt ihr hierbleiben auf dieser Ebene. Ich werde den Gott namens UL suchen, auf dass wir ihn anbeten können und einen Platz in dieser Welt haben.«

Zwanzig Jahre lang suchte Gorim nach UL, doch vergebens. Die Jahre vergingen, sein Haar wurde grau, und er wurde seiner Suche müde. In seiner Verzweiflung stieg er auf einen hohen Berg und rief mit mächtiger Stimme zum Himmel empor: »Nicht mehr länger! Ich werde nicht länger suchen. Die Götter sind nur Hohn und Täuschung, und die Welt ist eine trostlose Leere. Es gibt keinen UL, und ich bin der Trübsal und des Fluches meines Lebens überdrüssig.«

Der Geist UL hörte ihn und antwortete: »Warum zürnst du mir, Gorim? Deine Erschaffung und deine Verstoßung waren nicht mein Werk.«

Gorim fürchtete sich und fiel auf die Knie. Und wieder sprach UL: »Erhebe dich, Gorim, denn ich bin nicht dein Gott.«

Doch Gorim erhob sich nicht. »Oh mein Gott«, rief er, »verbirg dich nicht länger vor deinem Volk, das so tiefen Kummer hat, denn es ist verstoßen und hat keinen Gott, der es beschützt.«

»Erhebe dich, Gorim«, wiederholte UL, »und verlasse diesen Ort. Such dir woanders einen Gott und lass mich in Frieden.«

Noch immer erhob sich Gorim nicht. »Oh mein Gott«, sagte er, »ich werde bleiben. Dein Volk hungert und dürstet. Es braucht deinen Segen und einen Ort, an dem es leben kann.«

»Dein Gerede ermüdet mich«, sagte UL und verschwand. Gorim blieb auf dem Berg, und die Tiere des Feldes und die Vögel der Luft brachten ihm Nahrung. Länger als ein Jahr blieb er. Dann kamen die ungeheuerlichen und hässlichen Wesen, die die Götter erschaffen hatten, und setzten sich ihm zu Füßen und beobachteten ihn.

Der Geist UL war beunruhigt. Schließlich erschien er Gorim erneut. »Harrst du noch immer aus?«

Gorim fiel auf die Knie und sprach: »Oh mein Gott, dein Volk ruft dich an in seiner Not.«

Der Geist UL floh. Aber Gorim harrte ein weiteres Jahr aus. Drachen brachten ihm Fleisch, und Einhörner gaben ihm Wasser. Und UL kam zu ihm und fragte: »Harrst du noch immer aus?«

Wieder fiel Gorim auf die Knie. »Oh mein Gott«, rief er, »dein Volk geht zugrunde ohne deine Fürsorge.« Und UL floh vor diesem rechtschaffenen Mann.

Ein weiteres Jahr verging, in dem namenlose, nie gesehene Wesen ihm Speise und Trank brachten. Und der Geist UL kam zu dem hohen Berg und befahl: »Erhebe dich, Gorim.«

Auf Knien flehte Gorim: »Oh mein Gott, hab Gnade.«

»Erhebe dich, Gorim«, wiederholte UL. Er streckte die Hand aus und hob Gorim auf. »Ich bin UL – dein Gott. Ich befehle dir aufzustehen vor mir.«

»Dann willst du mein Gott sein?«, fragte Gorim. »Und der Gott meines Volkes?«

»Ich bin dein Gott und der deines Volkes.«

Gorim blickte von der Höhe hinab und sah all die hässlichen Kreaturen, die während seiner Mühsal für ihn gesorgt hatten.

»Was ist mit diesen, oh mein Gott? Willst du auch Gott sein für den Basilisken und den Minotaurus, den Drachen und die Chimäre, das Einhorn und das Wesen ohne Namen, für die geflügelte Schlange und das nie gesehene Wesen? Denn diese sind gleichermaßen verstoßen. Und doch ist Schönheit in jedem von ihnen verborgen. Wende dich nicht von ihnen ab, oh mein Gott, denn der Wert jedes Einzelnen von ihnen ist groß. Sie wurden von den jüngeren Göttern zu dir geschickt. Wer wird ihr Gott sein, wenn du sie ablehnst?«

»Es geschah gegen meinen Willen«, sagte UL. »Diese Wesen wurden zu mir geschickt, um mir Schande zu bereiten, weil ich die jüngeren Götter getadelt habe. Ich will keinesfalls Gott sein für Ungeheuer.«

Die Wesen zu Gorims Füßen wehklagten. Gorim setzte sich und sprach: »Dann will ich ausharren, oh mein Gott.«

»Harre aus, wenn es dir beliebt«, sagte UL und verschwand.

Alles war wie zuvor. Gorim harrte aus, und die Kreaturen versorgten ihn. Und angesichts der Heiligkeit Gorims bereute der Große Gott seine Worte und erschien ihm erneut: »Erhebe dich, Gorim, und diene deinem Gott.« UL streckte die Hand aus und hob Gorim auf. »Bring zu mir die Wesen, die zu deinen Füßen sitzen, und ich werde sie begutachten. Wenn jedes Schönheit und Wert besitzt, wie du sagst, dann bin ich bereit, auch ihr Gott zu sein.«

Daraufhin brachte Gorim die Wesen zu UL. Sie ließen sich vor dem Gott nieder und baten um seinen Segen. UL wunderte sich, dass er die Schönheit in jedem Wesen früher nicht erkannt hatte. Er hob die Hände und segnete sie mit den Worten: »Ich bin UL und erkenne in jedem von euch Schönheit und Wert. Ich will euer Gott sein, und ihr sollt gedeihen, und Friede soll herrschen unter euch.«

Gorim war frohen Herzens und nannte den Ort, an dem dies alles geschehen war, , das heißt »Heiliger Ort«. Dann ging er und kehrte zurück zu der Ebene, um sein Volk zu seinem Gott zu führen. Aber sie erkannten ihn nicht, denn die Hände ULs hatten ihn berührt, und alle Farbe war von ihm gewichen, und sein Haar und seine Haut waren weiß wie Schnee geworden. Die Menschen fürchteten sich und warfen mit Steinen nach ihm.

Gorim rief UL an: »Oh mein Gott, deine Berührung hat mich verändert, und mein Volk kennt mich nicht mehr.«

UL hob die Hand, und alle Menschen wurden so farblos wie Gorim. Der Geist UL aber sprach mit mächtiger Stimme zu ihnen: »Höret die Worte eures Gottes. Dies ist der, den ihr Gorim nennt, und er hat mich bewogen, euch als mein Volk anzunehmen, über euch zu wachen, für euch zu sorgen und euer Gott zu sein. Von nun an sollt ihr UL-Go heißen in Erinnerung an mich und als Zeichen seiner Heiligkeit. Ihr sollt tun, was er befiehlt, und gehen, wohin er euch führt. Jeden, der ihm nicht gehorcht oder ihm nicht folgt, werde ich verdammen, auf dass er verblüht und vergeht und nicht mehr ist.«

Gorim befahl seinem Volk, seine Habe zu packen, das Vieh zusammenzutreiben und ihm in die Berge zu folgen. Aber die Älteren aus seinem Volk glaubten ihm nicht, und auch nicht, dass es die Stimme ULs gewesen war. Stattdessen sprachen sie zu Gorim: »Wenn du der Diener des Gottes UL bist, dann vollbringe ein Wunder zum Beweis dafür.«

Gorim antwortete: »Seht eure Haut und euer Haar. Ist das nicht Wunder genug für euch?«

Sie waren beunruhigt und gingen davon. Aber dann kamen sie wieder zu ihm und sagten: »Dieses Zeichen an uns ist eine Seuche, die du von einem unreinen Ort mitgebracht hast, und kein Beweis für die Gunst ULs.«

Gorim hob die Hände, und die Wesen, die ihn versorgt hatten, kamen zu ihm wie die Lämmer zu ihrem Hirten.

Die Älteren fürchteten sich und gingen eine Zeitlang fort. Aber bald kamen sie zurück und sagten: »Die Kreaturen sind ungeheuerlich und hässlich. Du bist ein Dämon, der die Menschen ins Verderben lockt, kein Diener des Großen Gottes UL. Wir haben noch immer keinen Beweis für die Gunst ULs gesehen.«

Nun hatte Gorim genug von ihnen. Er rief mit tönender Stimme: »Ich sage dem Volk, dass es die Stimme ULs gehört hat. Ich habe viel für euch gelitten. Jetzt kehre ich nach Prolgu zurück, an den heiligen Ort. Wer mir folgen will, soll es tun; wer nicht, der soll bleiben.« Dann wandte er sich um und schritt auf die Berge...


Eddings, David
David Eddings wurde 1931 in Spokane im US-Bundesstaat Washington geboren. Während seines Dienstes für die US-Streitkräfte erwarb er einen Bachelor of Arts und einige Jahre darauf einen Master of Arts an der University of Washington. Bevor er 1982 seinen ersten großen Roman, »Belgariad – Die Gefährten«, veröffentlichte, arbeitete er für den Flugzeughersteller Boeing. Den Höhepunkt seiner Autorenkarriere erreichte er, als der Abschlussband seiner Malloreon-Saga Platz 1 der »New York Times«-Bestsellerliste erreichte. Im Jahr 2009 starb er in Caron City, Nevada.



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