Ellsworth | Starfire - Rebellion | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten

Reihe: Starfire-Reihe

Ellsworth Starfire - Rebellion

Roman
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-641-23236-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten

Reihe: Starfire-Reihe

ISBN: 978-3-641-23236-8
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Raumschiff-Navigatorin Jaqi und ihre Gefährten Araskar und Z sind auf der Flucht – vor dem Widerstand, vor dem Imperium, vor den Cyborgs und nun auch noch vor den Mataskas, einer eigenartigen insektenhaften Alien-Spezies. Dass der Widerstand ein gewaltiges Kopfgeld auf sie ausgesetzt hat, macht ihre Situation auch nicht gerade einfacher. Als Araskar mit den Mataskas einen Handel eingeht, scheint sich das Blatt sich endlich zu ihren Gunsten zu wenden, doch um ihren Teil der Vereinbarung einzulösen, müssen Jaqi und ihre Gefährten bis an den Rand des sicheren Territoriums vordringen – in die Dark Zone ...

Spencer Ellsworth schreibt, seit er als Kind schreiben gelernt hat. Seine Kurzgeschichten wurden in Science-Fiction- und Fantasy-Magazinen und Online-Portalen veröffentlicht. »Imperium« ist der Auftakt seiner »Starfire«-Trilogie. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Bellingham, Washington.
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ZWISCHENSPIEL

Sie strich sich den Rock glatt. Ihr war heiß. Zu heiß für diese Jahreszeit, denn der Winter brach über Irithessa herein. Kalter Nebel waberte durch die Hauptstadt und legte sich wie ein Leichentuch über das, was hier passiert war.

Jedoch hatte man in der Hauptstadt immer das Gefühl, hermetisch vom Universum abgeschirmt zu sein. Der innere Ring war weitgehend unbeschädigt, die Gebäude standen fast alle noch. Jeden Morgen strömten Leute in diese Gebäude und verließen sie am Abend wieder – obwohl die Sterne über ihnen Schauplatz blutiger Kriege waren.

Sie richtete den Blick wieder auf den Mann, der ihr gegenüberstand.

Der neue Herrscher der Galaxis war in Wirklichkeit noch imposanter als in den unzähligen holografischen Abbildungen. John Starfire hatte ein einzigartiges Gesicht, eine Seltenheit bei Hybriden. Er hatte buschige, grau melierte Augenbrauen und einen genauso grau melierten Bart. Zwar umrahmten Lachfältchen und Krähenfüße die Augen, aber sie vermochten das insgesamt harte Profil auch nicht weicher zu zeichnen.

Gesichter von Politikern wurden individuell designt, und er hatte offensichtlich das Glück gehabt, dass man ihn auch mit einem solchen Gesicht ausgestattet hatte. Trotzdem behauptete er steif und fest, ein Zufallsprodukt aus dem Zuchtbottich zu sein.

»Tut mir leid«, sagte er und sah an ihr vorbei aus dem Fenster. »Es fällt mir schwer, still zu sitzen.«

»Davon habe ich schon gehört. Es ist schon in Ordnung. Sie können auch stehen bleiben.«

Mit dem Gesicht hatte er Glück gehabt – jedoch hatte Glück keine Rolle dabei gespielt, dass er zum Liebling der Medien avanciert war: Das war durch eine phänomenale Siegesserie und einen Überraschungsangriff durch den Knoten von Irithessa geschehen. Es war ihm gelungen, die Knoten zur Dunklen Zone zu blockieren, die Imperiale Navy dort einzuschließen und somit zur stärksten Militärmacht in der Galaxis zu werden.

»Sagen Sie mir noch mal Ihren Namen.«

»Paxin. Paxin sher-Kohin. Nicht annähernd so prägnant und prominent wie John Starfire.«

Seine Hand zuckte, und er umklammerte den Schwertknauf so fest, dass die Knöchel sich weiß verfärbten. Dann lockerte er den Griff, nur um den Knauf gleich wieder zu umklammern. »Erzählen Sie mir doch etwas von dieser unabhängigen Agentur, zu der Sie gehören, Paxin.«

»Nun«, hob sie zu der sorgfältig geprobten Ansprache an, mit der sie sich hier Zutritt verschafft hatte, »jetzt, da alle imperialen Nachrichtenagenturen nach der, äh, Änderung nichts mehr berichten, haben wir einen neuen Zusammenschluss unabhängiger Medienagenturen gebildet. Wir sind auf der Suche nach dem Geist des … des neuen Imperiums?«

»Nicht das neue Imperium«, sagte John Starfire.

»Noch immer der Widerstand?«

»Wir sind uns da noch nicht ganz sicher«, antwortete er mit einem Anflug des Lächelns, mit dem er die Galaxis für sich eingenommen hatte.

»Ich verstehe. Sind Sie für Vorschläge offen?«

»Welche Vorschläge hätten Sie denn?«

»Das hängt von der Art von Regierung ab, die Sie bilden wollen. Ein parlamentarisches System? Falls ja, wie stark ist die zentralistische Ausprägung? Wird es ein föderaler Zusammenschluss, oder …«

»In dieser frühen Phase konzentrieren wir uns zunächst auf die Konsolidierung«, unterbrach er sie. »Viele Systeme fallen nämlich wieder in eine Form des von den Blaublütern eingeführten repräsentativen Wahlsystems zurück, und wir wollen ihnen klarmachen, dass solche Systeme auf den Müllhaufen der Geschichte gehören.«

Im Klartext heißt das: Wir werden eine militärische Besatzung aufrechterhalten, solange wir uns das leisten können. Dazu hatte sie noch eine Frage, die sie ihm allerdings nicht zu stellen wagte: Werden Sie neue Hybriden züchten, um Besatzungstruppen zu rekrutieren? Starfire hatte versprochen, die Zuchtanlagen stillzulegen. Hybriden sollten von nun an wieder allein durch die gute alte geschlechtliche Fortpflanzung entstehen.

Sie begnügte sich mit einer alternativen Frage: »An welche Staatsform genau denken Sie also?«

Er antwortete mit einer Gegenfrage: »Woher kommen Sie eigentlich?« Und schon wieder dieses Lächeln.

»Die Leute sind neugierig. Der Widerstand geht von System zu System, löst die Wahlkonvents der Blaublüter auf und richtet ein militärisches Besatzungsregime ein. Die imperialen Reisebeschränkungen sind immer noch in Kraft, obwohl das Imperium technisch nicht mehr existiert. Die Leute sind auf den Schwarzmarkt angewiesen, wenn sie Güter von anderen Welten erwerben wollen. All das … gibt Anlass zur Sorge.«

Gibt Anlass zur Sorge. Eine dieser Floskeln, die im Jargon der Journalisten eine euphemistische Chiffre für Rette sich, wer kann war.

Er ließ sie erst einmal reden und hörte nur zu. Er würde ihren Redefluss zu gegebener Zeit schon unterbrechen. »Und dann ist da noch der Frieden mit der Dunklen Zone. Möchten Sie mir ein paar Einzelheiten zu diesem Abkommen mitteilen? Ich meine, wie haben Sie überhaupt eine Vereinbarung mit … ihnen treffen können? Wie ist die Kommunikation zustande gekommen?«

»Es herrscht Frieden, und nur darauf kommt es an.«

Das Blut war ihm nun ganz aus der Hand gewichen, so fest umklammerte er das Schwert. »Woher kommen Sie?«

»Ah … ich bin eine Kerboghan.«

»Kerbogha. Interessante Welt.«

»Ja, ein paar Milliarden Menschen, und kein einziger Blaublüter unter uns …« Sie wurde sich bewusst, dass sie soeben ihre Identität preisgegeben hatte – vielleicht hatte er sie bisher für eine Hybridin gehalten.

Sie war nicht dumm. Sie wusste, was den Menschen zurzeit widerfuhr. »Die Blaublüter haben meine Leute schon vor Jahren als Bastardkinder verunglimpft. In ihren Augen sind wir nicht einmal richtige Menschen.«

»Und was glauben Sie?«, fragte er. »Glauben Sie, Ihre Leute seien menschlich?«

»Eigentlich wollte ich Sie interviewen«, sagte sie. »Sonst verschwende ich hier nur meine Zeit.«

»Was sind Sie?«

Seine Augen leuchteten im trüben Licht wie ein blauer Doppelstern. Sie warf einen Blick auf den Bildschirm an ihrem Handgelenk – die Notizen wanderten über das Display. »Viele Leute fragen sich, ob Sie eine bestimmte Glaubensrichtung bevorzugen. Immerhin erhalten Sie viel Unterstützung von biblischen Kongregationen.«

»Ich bin ein Jorischer Originist«, erwiderte John Starfire. »Sind Sie mit dieser Theorie vertraut?«

Sie kannte diese Idee. Sie besagte, dass es die Jorier gewesen seien, die diese Galaxis mit Leben erfüllt hatten. Diese Theorie hatte vielleicht sogar einen wahren Kern. Es gab viele Sauerstoff atmende, zweibeinige Spezies, um die sich Legenden rankten, wie sie sich bei der Gründung des Ersten Imperiums vermischt hätten, um sich besser in die mächtige Allianz aus Menschen und Joriern zu integrieren.

Das Problem war, dass John Starfire nicht nur an diesen wahren Kern glaubte. Er war ein Anhänger der fundamentalistischen Version, wonach die Jorier die Erschaffer allen Lebens waren.

»Was veranlasst Sie zu dieser Überzeugung?«

»Wenn Sie gesehen hätten, was ich gesehen habe … Wenn Sie gesehen hätten, dass wir in schier ausweglosen Situationen schließlich doch noch gewonnen haben, würden auch Sie die Überlegenheit der jorischen DNA anerkennen«, erklärte er. »Meine Truppen sind die wahren Jorier. Es genügt ein Blick in ihre Augen, um das zu erkennen.«

Es wurde Zeit, das Thema zu wechseln. »Wie ist das traute Beisammensein mit Ihrer Frau, jetzt, wo der Krieg vorbei ist?«

»Sie bekommt mich nicht oft zu Gesicht«, antwortete er. »Ich habe eine Tochter, die ungefähr in Ihrem Alter ist.«

»Ich wusste gar nicht, dass Sie Kinder haben.« Das hatten die Medien verschwiegen.

»Vier Töchter. Drei von ihnen leben noch.« Er lächelte nun nicht mehr.

»Das tut mir leid.«

»Meine Tochter Rashiya war die Einzige, die nach mir geraten ist. Die anderen sind brave Bürgerinnen. Rashiya hatte sich dem Widerstand angeschlossen. Sie hat gekämpft. Und sie ist gestorben. Erst vor ein paar Tagen.« Er drehte sich zum Fenster um und richtete den Blick auf den Dunst über der Hauptstadt.

»Das tut mir wirklich leid.«

»Und ich weiß auch, wer sie getötet hat. Genau das macht mir so zu schaffen.« Er drehte sich wieder zu ihr um. »Ich weiß alles. Wie bei einem Stück, das auf einer Bühne aufgeführt wird. Ich kann alles sehen.«

»Möchten Sie darüber sprechen …?«

»Ein Hybrid hat sie getötet. Ein Hybrid, der genug wusste, um zu glauben, und der doch nicht glaubte. Wie kann jemand, der so viel Grund zum Glauben hatte, so viel sehen und sich dann doch gegen den Glauben entscheiden?« Er schüttelte den Kopf. »Er hat Wunder geschaut. Er hat gesehen, wie wir die fast schon sichere Niederlage in einen totalen Sieg verwandelt haben. Und was nimmt dieser … dieser … Araskar davon mit?«

»Das ist sein Name? Ar …«

»Schreiben Sie das nicht auf!«

»Keine Sorge, äh, ich habe es nicht notiert.« Ihr Eingabestift zitterte. Sie hielt sich viel auf ihre Fähigkeit zugute, dem Blick von Humanoiden standhalten und selbst den schlimmsten Exemplaren Antworten entlocken zu können. Aber es fiel ihr immer schwerer, sich auf das Gespräch zu konzentrieren – ihr Blick wurde wie magisch angezogen von dieser narbigen Hand, die sich unablässig um den Schwertknauf öffnete und schloss. »Ich glaube, wir können das Interview an dieser Stelle beenden. Ich weiß nun alles, was ich wissen wollte.«

»Es war mutig von Ihnen, überhaupt hierherzukommen«, sagte John Starfire. »Ich bewundere das.« Er deutete auf die...


Ellsworth, Spencer
Spencer Ellsworth schreibt, seit er als Kind schreiben gelernt hat. Seine Kurzgeschichten wurden in Science-Fiction- und Fantasy-Magazinen und Online-Portalen veröffentlicht. »Imperium« ist der Auftakt seiner »Starfire«-Trilogie. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Bellingham, Washington.



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