Engelbrecht | Drei Hurras den Kinder des Endes | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

Engelbrecht Drei Hurras den Kinder des Endes

Eine postapokalyptische erotische Anthro-Satire
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-76323-4
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine postapokalyptische erotische Anthro-Satire

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

ISBN: 978-3-347-76323-4
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was tut man, wenn ein Virus den größten Teil der Menschheit getötet und einen selbst in ein Wesen verwandelt hat, halb Katze, halb Mensch, halb Mann und halb Frau? Man bewahrt eine positive Grundeinstellung und überlebt, in dem man Supermärkte und Kaufhäuser plündert. Leichter gesagt als getan. Erst als Kari, die Katze auf Fury, das grenzenlos erotische, muskelbepackte Pferdewesen trifft, findet sie einen neuen Lebensinhalt: Vor dieser Frau auf Knien liegen! Es soll freilich noch eine Weile dauern, bis sie ihr Glück zu zweit und ihre heißen Nächte ungestört genießen können. Riesige stählerne Maden machen sich daran, die ausgestorbenen Städte der Menschheit aufzufressen (ganz besonders die Supermärkte) und durchgeknallte, in Military-Look gehüllte Survivalists machen in SUVs Jagd auf alles, was sich bewegt. Da ist es nicht so einfach mit der positiven Grundeinstellung. Und selbst mit der Hilfe anderer Überlebender wie Minkie, dem Mauswesen und Orleans, dem Axishirsch mit Nahkampfausbildung bleibt das Überleben der Apokalypse ein harter Job. Und dann gibt es noch das violette Rhizom, das Netzwerk der Außerirdischen... 'Drei Hurras den Kindern des Endes' ist ein postapokalyptische erotische Satire - nicht nur für Anthro-Fans.

Kulturwissenschafter und freier Autor, verheiratet. Interessiert an den Themen Sexualität & Gender, Spiritualität & Religion, Sprachen, Kunst, Musik, sowie Fantasy und SF aller Arten und aller Sorten. Webseite: https://www.deviantart.com/martinengelbrecht (einfach auf die Weltkugel unter dem Autorenfoto klicken)
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HAUSGEBURTEN DER HÖLLE!
VERPIST EUCH UND NEHMt EURE ORCHIDEN MIT!

Ich konnte nicht anders, ich kicherte los.

„Was ist so lustig?“, fragte Orleans.

„Hausgeburten der Hölle“, erwiderte ich. „Ich stelle mir gerade vor, wie irgendeine satanische Hebamme uns aus einer feurigen Schwefelquelle zieht.“

Alles lachte hysterisch.

Als das Lachen abebbte, wurde das Weinen hörbar. Mörike stand da, den Mund weit offen, Tränen rannen ihm über das Gesicht. Mir selbst ging es nicht viel besser.

Bärz trat zu Mörike und legte ihm die Hand auf die Schulter.

„Schau“, sagte er und streckte ihm einen riesigen Sack hin, der enorm schwer wirkte. Bärz hielt ihn in der Hand wie eine Papiertüte mit Gebäck.

Ich reckte meinen Hals, um mitzubekommen, was sich in dem Sack befand.

Gelbe Bücher. Hunderte.

Mörikes Weinen verwandelte sich in heftiges Schluchzen. Es warf sich an Bärz’ Bauch, klammerte sich fest und heulte wie ein Schlosshund.

Bärz sah mich an. Ich gestikulierte mit den Händen, um ihm zu sagen, er solle Mörike endlich umarmen. Bärz kniete sich hin, legte seine enormen Hände um unser leidendes Musenross und zog es mit erstaunlicher Sanftheit an sich.

Fury tippte mich auf die Schulter. Mein Blick folgte ihrem ausgestreckten Zeigefinger.

Zwei Schritte von uns entfernt stand Minkie, die Hände gegen den Mund gepresst und zwei enorme Tränen in seinen Augen. Wir gingen hin, umarmten es und trauerten gemeinsam, bis Orleans uns verlegen anstupste.

„Wir müssen hier weg, bevor das Feuer uns einschließt“, sagte sie traurig.

So endete unser Buchprojekt.

Fury und ich verbrachten die Abende gerne auf unserer Matratze, nach wie vor das einzige Einrichtungsstück des Zimmers. Meine Geliebte pflegte sich auf den Rücken zu legen und mich wie eine Decke überzuziehen. Ich lag dann da, mein Kopf auf ihrer Brust, genoss ihren Geruch und kraulte sie hier und da. Wir redeten über alles Mögliche, während sie mit den Fingern durch mein Fell fuhr. Früher oder später fing einer von uns mit dem Küssen an und unser Gespräch ging nahtlos in Sex über. Wenn wir gekommen waren, redeten wir wieder. Und so weiter und so fort. Irgendwann schliefen wir ein. (Fury, das nur am Rande, ist der beste große Löffel der Welt).

Lust hatten wir immer, und der Gesprächsstoff ging uns auch nicht aus. An dem Tag, an den ich mich gerade erinnere, war etwas passiert, das uns reichlich davon lieferte.

Fury hatte sich diesmal auf den Bauch gelegt, weil sie wollte, dass ich ihr den Rücken kratzte. Das konnte sie stundenlang haben. Anfangs hatte ich Angst, ihr wehzutun, aber inzwischen machte es mir großen Spaß.

Ich saß auf ihrem Rücken, zog meine Krallen durch ihr Fell und genoss es, sie vor Behagen grunzen und ächzen zu hören.

„Und?“, fragte sie irgendwann zwischen den „Oohs“ und den „Aahs“ und den „Ein-bisschen-weiter- links-ja-daaas“.

„Und was hältst du von unseren Neuen?“

„Was hältst du von ihnen?“

„Ich hab’ zuerst gefragt.“

Eigentlich wollten unsere Freunde und wir schon lange aufgebrochen sein. Doch immer fand sich ein Anlass, unsere Reise in den Südosten noch ein paar Tage zu verschieben. Offiziell lag es meist daran, dass unsere geflügelten Späher immer noch neue Leute zu uns führten – ein guter Grund, keine Frage. Doch ich glaube, viele von uns fühlten sich auch recht wohl in dem luxuriösen kleinen Dorf (ich tat es jedenfalls) und hatten es nicht sonderlich eilig, ihren Komfort aufzugeben.

Leider schienen auch die Alten Menschen Geschmack an der Gegend gefunden zu haben. Immer mehr sickerten aus allen Richtungen ein. Ob wegen uns, oder weil sie die strategischen Vorteile genauso schätzten wie wir – keine Ahnung. Wir wussten aber, dass wir früher oder später verschwinden mussten. Heute war der letzte Termin, für den uns Lilienthal noch eine größere Gruppe angekündigt hatte. Ungewöhnlich war, dass er sich diesmal weigerte, vorab Genaueres über die Leute zu verraten. Sie hätten alle vier Füße, sagte er, enthielt sich aber jedes weiteren Details.

„Ihr glaubt mir kein Wort“, sagte er. „Ihr erklärt mich für verrückt.“

Eine steile These angesichts unserer Truppe. Dementsprechend war die Neugierde groß, als die angekündigten Neuen endlich eintrudeln sollten. Jeder hatte plötzlich irgendetwas in den Vorgärten zu tun – schön langsam natürlich, damit man nicht am Ende fertig war, bevor die mysteriösen Gäste auftauchten.

Dann kamen sie.

„War heute morgen was im Wasser?“, fragte Bruce, der neben mir saß und so tat, als würde er an einem Zelt nähen.

Mein Mund stand offen. Ich machte zwei Versuche, ihn zu schließen, dann gab ich auf.

„Sind die aus einem Spielzeugladen ausgebrochen?“, fragte Fury mit großen Augen.

Vor unseren Augen zog eine Horde von vierfüßigen Pferdewesen ein. Kinder, der Größe nach zu schließen. Allerdings beschrieb das Etikett ‚Pferd’ die Kleinen so adäquat wie das Wort ‚Oldtimer’ das Tschitti Tschitti Bäng Bäng.

Jedes der Kerlchen hatte mindestens zwei zusätzliche Körperteile – Accessoires aus allen Bereichen der Tierwelt. Eines hatte sechs Beine, eines war mit Igelstacheln überzogen, ein weiteres der Kleinen glich einem Baby-Kentaur im Tigerkostüm. Sie leuchteten in allen Farben des Regenbogens.

Angeführt wurden sie von einer riesigen schwarzen Pferdefrau, die aussah, als hätte sie jemand mit Hochglanzlack überzogen. Ein halbes Dutzend weitere normale Pferdewesen begleiteten sie. (Was auch immer ‚normal’ in unserer Welt noch bedeuten sollte …)

In der Regel werden bei uns Neue von denen begrüßt, die sie als erste sehen. In diesem Fall jedoch standen wir da und hielten Maulaffen feil, bis Orleans’ Lebensgefährte Frankfurt aus dem Haus kam. Er glich einer Mischung aus einem Riesenfaultier und einem Yeti und war damals so etwas wie unser Anführer.

Er betrachtete die bunte Truppe mit stoischer Miene.

„Willkommen“, sagte er. „Es ist schön, dass ihr endlich da seid. Wir können nicht mehr lange bleiben. Wir haben nur noch auf euch gewartet.“

Die Pferdewesen wechselten Blicke.

„Unsere Kleinen hier sind völlig erledigt“, sagte die schwarze Pferdefrau. „Es tut uns leid, wenn wir euch aufhalten, aber sie brauchen dringend ein paar Tage Ruhe. Seid uns euer Freund Lilienthal gefunden hat, sind wir Tag und Nacht gelaufen.“

Unser unermüdlicher Späher nutzte das Stichwort, um effektvoll neben den Neuankömmlingen zu landen.

„Erzählt Ihnen, was mit Euch passiert ist“, riet er.

Dazu kam es jedoch nicht, weil sich eines der Kleinen einfach auf den Asphalt setzte und umkippte.

Fury rannte zu ihm und etliche andere taten es ihr nach, darunter unser Arzt, ein beeindruckendes Wesen, das einem Elch glich und den Namen Morgenhimmel gewählt hatte. Er und Fury hoben das kleine Wesen hoch und schafften es auf den wild wuchernden Rasen. Dort legten sie es vorsichtig hin.

„Was essen sie?“, fragte Morgenhimmel die schwarze Pferdefrau.

„Was ihr habt. Außer Wurst und Fleisch“, seufzte sie. „Und wir anderen könnten auch einen Bissen vertragen.“

Der Bann war gebrochen. Alles rannte durcheinander. Die anderen kleinen Kerle schafften es gerade noch zu ihrem Freund, dann fielen sie ebenfalls um. Wenig später kamen unsere Leute mit Eimern voller Mineralwasser gerannt, mit Gemüse, Zwieback, Obst und was unsere Vorräte sonst noch so hergaben. Mörike kam mit einem großen Glas eingemachter Gurken.

Es wurde Nachmittag, bis das große schwarze Pferdewesen zu Frankfurt kam und sagte, es würde uns nun gerne ihre Geschichte erzählen.

Unser Anführer rief Orleans, Morgenhimmel, Bruce und noch einige andere (zu meiner Überraschung auch Fury und mich). Wir ließen uns hinter einem der Häuser im Schatten nieder.

„Mein Name ist Vicky“, begann die schwarze Pferdefrau, nachdem sie elegant ihre vier Füße unter sich gefaltet und noch einen großen Schluck Mineralwasser aus einer vergoldeten Suppenterrine genommen hatte. „Als die Sache begann … nun, ihr kennt das ja … da fand ich mich in dieser Gestalt wieder.“

Sie lächelte.

„Ich weiß nicht, wie es euch ergangen ist. Ihr Zweifüßer steht ja immer noch mit einem Bein in der Menschenwelt.“

Fury und ich wechselten einen Blick.

„Ich dagegen war einfach glücklich“, fuhr Vicky fort. „Ich hatte keinen Moment ein Problem mit dem Übergang. Umso mehr, als...



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