Farago | Die Braut des Herzogs | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Farago Die Braut des Herzogs


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95530-103-3
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

ISBN: 978-3-95530-103-3
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Julian Romsey, Herzog von Wellbrooks, hat es gründlich satt, Opfer der Nachstellungen heiratswütiger Mütter und hoffnungsvoller Debütantinnen zu sein. Darum beschließt er kurzerhand, dem Rat seiner Großmutter zu folgen und endlich zu heiraten. Mit der Brautsuche gibt er sich keine große Mühe und stimmt der von seiner Großmutter vorgeschlagenen Braut unbesehen zu - auch wenn es sich anhört, als sei sie eine Landpomeranze, wie sie im Buche steht. Allerdings schwebt ihm ohnehin nur eine Vernunftehe vor, da der attraktive Aristokrat nicht plant, mehr als milde Zuneigung für seine Zukünftige zu empfinden. Miss Olivia Redbridge fällt aus allen Wolken, als sie von dem Antrag des Herzogs erfährt, denn sie ist seit ihrer nicht gerade erfolgreich verlaufenen ersten Saison vor sechs Jahren nicht mehr in London gewesen. Statt sich um modische Kleider und Gesellschaftsklatsch zu kümmern, hat sie ihrem verwitweten Vater das Haus geführt und bei der Erziehung ihrer jüngeren Geschwister geholfen. Doch nun hat sich Lord Redbridge wieder verheiratet, und obwohl sie ihre Stiefmutter sehr mag, möchte Olivia jetzt gerne selbst heiraten und ihren eigenen Haushalt leiten. Darum schlägt sie Wellbrooks Antrag auch nicht gleich aus, sondern macht sich auf den Weg nach London, wo nicht nur ihr, sondern auch dem Herzog eine große Überraschung bevorsteht ...

Sophia Farago liebt England und nennt die englische Geschichte des beginnenden 19. Jahrhunderts ihre Zeit. Nachdem sie als junges Mädchen die Regency-Romane von Jane Austen und Georgette Heyer verschlungen hatte, begann sie die Hintergründe genau zu recherchieren und Berge von Büchern zusammenzutragen: alles über das Königshaus, Mode, Gepflogenheiten, Städte, Fächer, Kutschen, Grabsteine... Mehr als fünfzig Reisen führten sie durch London und die gesamte Insel. 2001 hat sie stilecht über dem Amboss in Gretna Green geheiratet. Als vor nunmehr 25 Jahren imaginäre Heldinnen und Helden in ihrem Kopf zu sprechen begannen, schrieb sie ihren ersten Roman 'Die Braut des Herzogs'. Inzwischen sind dreizehn weiter dazugekommen. Sie erklomm damit höchst erfolgreich die Bestsellerlisten und zählt zu den erfolgreichsten Regency-Autorinnen im deutschsprachigen Raum.
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I.


Das Haus von Lord Linham, am Ende der Brook Street im vornehmen Londoner Stadtteil Mayfair gelegen, erstrahlte in festlichem Glanz. Eine Kutsche nach der anderen fuhr vor; ihnen entstiegen Damen in eleganten Roben, tief dekolletiert, die Taille enggeschnürt, begleitet von Herren in noblem Frack und Zylinder.

Im Inneren des Hauses herrschte lebhaftes Treiben. Obwohl es erst Ende April und somit noch früh in der Saison war, versprach der Ball, der zu Ehren des Debüts von Miss Julie Linham gegeben wurde, ein voller Erfolg zu werden. Wochenlang war emsig für dieses Ereignis gearbeitet worden. Lady Linham hatte zahlreiche zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt, und auch die eigene Dienerschaft war in unermüdlichem Einsatz gestanden.

Der Aufwand hatte sich gelohnt: die Kristalllüster an den Decken des Ballsaales funkelten im Schein zahlloser Kerzen. Die Spiegel in schweren Goldrahmen, die eigens für diesen Anlaß an den Längsseiten des Saales angebracht worden waren, warfen das Licht tausendfach zurück. Üppige Blumenbouquets, in den Lieblingsfarben von Mylady – weiß und rosé – gehalten, tauchten den Raum in ein Blütenmeer und bildeten mit den neuerworbenen Vorhängen aus schwerer altrosa Seide eine harmonische Einheit. In den angrenzenden Räumen waren Sitzgelegenheiten aufgestellt worden, und Spieltische in der Bibliothek (die der Herr des Hauses nur mit äußerstem Widerwillen zur Verfügung gestellt hatte) garantierten, daß sich auch Tanzunwillige gut unterhalten konnten.

Lady Heather Linham, eine korpulente Dame Mitte fünfzig, stand, in eine voluminöse Kreation aus dunkelrosa Krepp gehüllt, zusammen mit ihren beiden ältesten Kindern am Fuße der Treppe, die in den Ballsaal hinabführte, um die ankommenden Gäste zu begrüßen. Die Debütantin war eine junge Dame von siebzehn Jahren. Blonde Haare, die mit Hilfe eines heißen Eisens zu festen Locken gedreht worden waren, umrahmten ihr blasses Gesicht. Rote Flecken auf den Wangen verrieten die Aufregung, die Miss Julie Linham angesichts ihres ersten großen Auftretens in der Gesellschaft erfaßt hatte. Davon abgesehen sah sie jedoch reizend aus. Da sie zudem eine stattliche Mitgift zu erwarten hatte, zweifelte niemand daran, daß es an Bewerbern um ihr Herz und möglicherweise für den Ehestand nicht mangeln würde.

Ein paar Schritte hinter der in zartes Rosa gekleideten Miss Linham stand ihr Bruder, Lord Charles Linham, der Hausherr. Er war neun Jahre älter als seine Schwester und hatte bereits vier Jahre zuvor das Erbe seines Vaters angetreten. Vielleicht war es der Umstand, daß er in so frühen Jahren – er war kaum großjährig geworden – die Verantwortung für seine Mutter, die drei jüngeren Geschwister und ausgedehnte Besitzungen hatte übernehmen müssen, der ihn früh hatte erwachsen werden lassen. Lord Linham wirkte älter als seine sechsundzwanzig Jahre. Er war ein gesetzter Mann, der wie seine Mutter etwas zur Korpulenz neigte. Seine sportlichen Ambitionen waren gering. Denn wenn er auch ein leidlich guter Schütze war, selbstverständlich sein eigenes Gespann lenkte und sogar ab und zu in Jackson’s Boxclub gesehen wurde, so geschah dies weniger, um besondere Fertigkeiten in einer dieser Sportarten zu erwerben oder aus Neigung, sondern allein um den gesellschaftlichen Konventionen Genüge zu tun. Er war nie nach der neuesten Mode gekleidet und verachtete die Eitelkeit der tonangebenden Dandys aus tiefster Überzeugung.

Seine einzige Leidenschaft gehörte der Medizin. Er widmete seine Freizeit dem Studium heilkundiger Schriften, war über alle Leiden seiner Mitmenschen bestens informiert, konnte Krankheiten und Todesursachen vieler wichtiger Persönlichkeiten aus der Geschichte nennen und scheute sich auch nicht, seiner Umgebung Ratschläge in allen medizinischen Belangen aufzudrängen. Er galt mithin allgemein als ehrbarer junger Mann – aber auch als das, was junge Stutzer wie Mr. George Romsey einen »verdammt aufgeblasenen, langweiligen Kerl« nannten.

In diesem Augenblick konnte Lord Linham nicht seinem Hobby frönen. Die Musikkapelle intonierte soeben den Eröffnungstanz und ihm oblag es, als erster seine Schwester aufs Parkett zu führen.

Es blieb Lady Linham überlassen, später ankommende Gäste alleine zu begrüßen. Der Tanzsaal war bereits überfüllt. Mylady blickte mit sichtlicher Genugtuung in die Runde. Nichts verdeutlichte den Erfolg eines Ballabends mehr, als wenn die Gäste am nächsten Tag klagten, es sei geradezu unangenehm voll gewesen. Als der Gästestrom abriß, verließ auch sie den Platz am Fuße der Treppe und schwebte auf eine Gruppe von Damen zu, in der sie ihre intimste Freundin Lady Mable Darlington entdeckt hatte.

»Es ist wirklich ein außergewöhnlich gelungener Abend, meine Liebe«, sagte diese sofort, als sie ihre Freundin näher kommen sah. »Ich dachte gerade, wie bedauerlich es ist, daß meine Nichte diesen Ball noch nicht miterleben kann.« Sie wandte sich an die umstehenden Damen: »Ich habe meine Nichte Olivia, die Tochter meiner viel zu früh verstorbenen Schwester, eingeladen, diese Saison bei mir zu verbringen.«

»Ist das nicht das unscheinbare Landkind, das Sie bereits einmal vor Jahren vergeblich unter die Haube bringen wollten, meine Teuerste?« erkundigte sich Mrs. Kirkgate, die wegen ihrer bissigen Bemerkungen ebenso bekannt wie gefürchtet war.

Lady Darlington errötete leicht: »Olivia ist keineswegs unscheinbar«, beeilte sie sich mit Nachdruck zu versichern. »Sie ist eine äußerst attraktive junge Dame.«

Da sie selbst ihre Nichte seit sechs Jahren nicht mehr gesehen hatte, konnte sie nur hoffen, daß die Behauptung auch den Tatsachen entsprach.

»Ihre Tochter ist ein einnehmendes, kleines Ding«, wechselte Lady Sefton das Thema, an ihre Gastgeberin gerichtet, »ich bin sicher, sie wird eine glänzende Partie machen.«

»Bei dieser Mitgift dürfte das kaum zu verhindern sein«, setzte Mrs. Kirkgate hinzu.

Es blieb Lady Linham erspart, nach einer passenden Antwort zu suchen, denn in diesem Augenblick kündigte der Butler das Eintreffen eines weiteren Besuchers an. Da es bereits nach elf Uhr war, hatte er seinen Posten am Eingang des Saales verlassen, um die Lakaien beim Einschenken der Getränke zu beaufsichtigen. Als er den späten Gast erkannte, eilte er umgehend zur Türe des Ballsaales zurück. »Seine Gnaden, der Herzog von Wellbrooks!« verkündete er mit eindrucksvoller Stimme.

Erwartungsvolle Ruhe senkte sich über den Saal, als seien sämtliche Gespräche mit einem Male verstummt. Alle blickten gespannt die Treppe empor. Lady Linham wandte sich um, ein Triumphgefühl leuchtete in ihren Augen. Er war doch noch gekommen! Fast hätte sie die Hoffnung schon aufgegeben. Erst die Tatsache, daß Seine Gnaden unter ihren Gästen weilte, machte den Abend zu einem beneidenswerten Erfolg. Wellbrooks gehörte zu den besten Kreisen, er war in vieler Hinsicht tonangebend, einer der begehrtesten Junggesellen Londons. Natürlich, er war Lady Linhams Neffe. Und doch hatte sie nicht damit rechnen dürfen, daß seine verwandtschaftlichen Gefühle so weit gehen könnten, den Ball seiner Cousine zu besuchen. Er mied für gewöhnlich alle Veranstaltungen, die zu Ehren von Debütantinnen stattfanden. Nicht einmal Miss Morgans Ball, der letzte Woche gegeben wurde, hatte er mit seiner Anwesenheit beehrt. Und dabei galt Miss Morgan als die hübscheste Debütantin dieser Saison. Aber zu Julies Ball war er gekommen!

Nun stand der Herzog auf der obersten Stufe der Treppe und ließ seinen Blick langsam über die anwesenden Gäste schweifen. Nichts als unverhohlene Langeweile spiegelte sich auf seinem Gesicht. Das Aufsehen, das sein Erscheinen erregte, konnte ihm unmöglich entgangen sein. Und doch war er es viel zu gewöhnt, um sich etwas anmerken zu lassen. Seit seinem ersten Erscheinen in der Öffentlichkeit hatte man ihn umschmeichelt und hofiert. Stets hatte man ihm das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu sein. Ein seltenes Schmuckstück, das jeder gerne für seine Familie gewinnen wollte.

Den knapp Zwanzigjährigen hatte das Verhalten der Gesellschaft erschreckt und abgestoßen. Es dauerte nicht lange, da bat er seinen Vater, ihm ein Offizierspatent zu kaufen. England lag bereits seit längerem mit Frankreich im Krieg. Napoleon, der sich 1804 zum Kaiser der Franzosen gekrönt hatte, hatte in beispiellosen Eroberungskriegen einen großen Teil Europas unter seine Herrschaft gebracht und seine zahlreichen Brüder und Schwestern als Könige eingesetzt. Unter dem Oberkommando des Herzogs von Wellington kämpften englische Truppen in Spanien gegen den Feind. Der junge Wellbrooks wollte sich lieber den Strapazen des Krieges aussetzen, um für seine Heimat Siege zu erringen und seine Tapferkeit unter Beweis zu stellen, als in London zu bleiben und sich den Gefechten auf dem Heiratsmarkt auszuliefern. Vor zwei Jahren war sein Vater gestorben, und er war nach London zurückgekehrt, um sein Erbe anzutreten. Die Jagd der heiratsfähigen Mädchen auf ihn hatte nun noch viel vehementer eingesetzt. Wenn er auch mit Einladungen und Gunstbezeugungen überhäuft wurde, so schien ihm das im Gegensatz zu früher nichts mehr auszumachen. Keine der zahllosen Bemühungen der Gesellschaft, ihn zu erfreuen oder zu beeindrucken, konnte seine Unnahbarkeit durchdringen oder seine Langeweile erschüttern.

Lady Linham blickte erwartungsvoll zu ihrem Neffen empor, der gemächlich die Treppe zum Ballsaal hinabschritt. So hatte sie Gelegenheit, seine elegante Erscheinung zu bewundern. Die dunkelblaue Jacke aus feinem Tuch saß wie angegossen. Das Halstuch war auf unnachahmlich individuelle Weise gefaltet. Sein einziger Schmuck war eine goldene Uhrkette, die bereits sein...



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