Buch, Deutsch, Band 16, 352 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 546 g
Wissensproduktion und kulturelle Praktiken in Habsburg-Zentraleuropa
Buch, Deutsch, Band 16, 352 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 148 mm x 225 mm, Gewicht: 546 g
Reihe: Global- und Kolonialgeschichte
ISBN: 978-3-8376-6632-8
Verlag: transcript
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Habsburgerreich wird heute zu den Empires der Neuzeit gezählt, obwohl es selbst keine Eroberungskriege führte und keine koloniale Expansion in die außereuropäische Welt betrieb. Dennoch wird Habsburg-Zentraleuropa zusehends für die Globalgeschichte relevant, weil in diesem kulturell vielfältigen und gesellschaftlich heterogenen Gemeinwesen integrative Herrschaftspraktiken erprobt wurden, wie sie heute weltweit von Bedeutung sind. Unser Buch ist den integrativen Praktiken, den dafür nötigen Wissensressourcen und ihrer Tradierung im kulturellen Gedächtnis auf der Spur.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch ist ein Produkt der neuen Habsburg-Forschung. Es zeigt, dass die Rede vom Vielvölkerstaat als einem ›Völkerkerker‹ und Auslaufmodell der Geschichte weder der Herrschaftspraxis noch der gesellschaftlichen Erfahrung entsprach, sondern nationalistische Propaganda zur Rechtfertigung nationaler Eigenstaatlichkeit war – wie im übrigen auch die Rede von Zivilisierungsmissionen, die weniger den imperialen Eliten als vielmehr den nationalen Aktivist*innen ein Anliegen waren. Das Buch erweitert den Blick. Es rückt im Gegensatz dazu die Praktiken der Erzeugung imperialer Kohärenz in den Vordergrund.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu? Mit seinem Fokus auf Wissensproduktion, administrative Praktiken und kulturelles Gedächtnis als Strategien und Handlungsformen zur Bewältigung von Differenz und Vielfalt positioniert sich unser Buch mitten in der neuen Empire-Forschung. Der Blick richtet sich aber weniger auf die Schattenseiten imperialer Herrschaft – diskursive Strategien der Ausgrenzung und koloniale Unterdrückung – als vielmehr darauf, was Habsburg-Zentraleuropa integrierte.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Empireforscher*innen des Jahres 2050 und deren Horizont von und Verständnis für Empires.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Mentalitäts- und Sozialgeschichte
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Kolonialgeschichte, Geschichte des Imperialismus
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Weltgeschichte & Geschichte einzelner Länder und Gebietsräume Europäische Geschichte




