Fischer | Autor im Glück | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 232 Seiten

Fischer Autor im Glück


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7412-2099-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 232 Seiten

ISBN: 978-3-7412-2099-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Markus Blum schreibt gute Liebesromane und Kolumnen für eine Tageszeitung. Mit den daraus erzielten Honoraren hält er sich einigermaßen über Wasser. Er wohnt zur Miete bei Henriette Eisermann, mit der sich über die Jahre hinweg eine Art Mutter-Sohn-Beziehung entwickelt. Ihre größte Sorge besteht mittlerweile darin, dass ihr Untermieter immer noch keine passende Frau gefunden hat. Als sich sein neuester Roman zu einem wahren Kassenschlager entwickelt, greift Henriette Eisermann, unterstützt von ihrer besten Schulfreundin Helene Kaldenbach, ganz tief in die Trickkiste. Geschickt fädeln die beiden alten Damen ein Treffen mit Helenes Tochter Elisabeth ein, ohne im Geringsten zu ahnen, was für eine Geschichte sie damit ins Rollen bringen.

Der Autor Axel Fischer wurde im April 1957 in Köln geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1977 absolvierte er eine kaufmännische Lehre und arbeitet heute als Vertriebsleiter in einem technischen Großhandel. Seit nunmehr fünf Jahren schreibt er Bücher im Genre Belletristik, die spannend, häufig auch knisternd erotisch und authentisch sind. In jeder Story finden die Leserinnen und Leser neue Charaktere und Handlungsorte, mit denen sie sich leicht identifizieren können.
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Kapitel 4


Nur mit kurzer Sportshorts, T-Shirt und Turnschuhen bekleidet meldete ich mich bei Frau Eisermann zum Gartendienst. Weil ich als ordentlicher Mensch bekannt war, musste ich das Stromkabel des noch recht neuen Rasenmähers nur von der Rolle abwickeln und in die Steckdose stecken. Schon konnte ich mit dem Feinschnitt des Rasens beginnen. Zwanzig mal würde ich nun hin und zurück laufen müssen, bis unsere Wiese einem Golfplatz zwar nicht in der Größe jedoch in der Höhe und Schönheit des Rasens Konkurrenz machen konnte. Ich reinigte noch den Mäher, wickelte das Kabel wieder sorgsam auf die Trommel auf und leerte den Fangkorb aus. Als alle Utensilien wieder ordentlich im Gartenhäuschen verstaut waren, nahm ich einen köstlichen Duft wahr, den Frau Eisermann gezielt durch das Küchenfenster zu mir herüberwehen ließ. Da mein Magen einen eher aufgeräumten Eindruck hinterließ und durch ein dezentes Knurren kundtat, dass es an der Zeit war, ein mittägliches Bedürfnis zu stillen, nahm ich die von meiner Vermieterin ausgesprochene Einladung zum Apfelpfannekuchenessen mit Freude an. Um bei Frau Eisermann nicht als unverschämt zu gelten, winkte ich wie gewöhnlich ab, als sie mir ein weiteres Exemplar ihrer frisch gebackenen Obstköstlichkeit servieren wollte, ließ mich aber gleich überreden, um nicht unhöflich zu sein, auch noch den zweiten Pfannkuchen mit Wonne zu verdrücken. Da zumeist etwas Teig in der Rührschüssel übrig blieb und auch die ein oder andere Apfelspalte nicht verkommen sollte, zauberte Frau Eisenmann noch einen kleinen Apfelkuchen aus den Resten, den ich natürlich nur unter Protest und weil man ja Lebensmittel nicht so einfach wegwerfen durfte, als Absacker verputzte. Beim folgenden Tässchen Kaffee erzählte ich ihr dann noch, dass Engelchen sich in der Werkstatt befand und dort wohl sein Herz repariert werden musste. Frau Eisermann zeigte für meine Sorge, Engelchen betreffend, viel Verständnis, weil wir doch jede Woche damit gemeinsam unseren Einkauf vom Großmarkt nach Hause transportierten. Die folgende Schweigeminute bestärkte unsere Sorge um Engelchen noch um ein Vielfaches.

„Willst du nicht mal Urlaub machen, Markus? Alle Menschen brauchen einmal Urlaub“, warf Frau Eisermann als Frage in den Raum, während sie die zweite Tasse Kaffee einschenkte. Ehrlich gesagt hatte ich über dieses Thema dieses Jahr noch überhaupt nicht nachgedacht. Nun führte ich ja auch ein völlig anderes Berufsleben als die meisten Menschen. Ich konnte mir meine Arbeitszeiten und auch den Ort meines Schaffens dank moderner Notebook-Technik selbst aussuchen und war in der Gestaltung meiner Arbeit völlig frei. Es galt halt nur, die mir vorgegebenen Termine einzuhalten, und darauf achtete ich sehr präzise, gerade was meine Kolumnen für zwei Zeitungen betraf und natürlich die Abgabetermine von Manuskripten an den Verlag. Da ich bei schönem Wetter im Garten von Frau Eisenmann in einer extra dafür eingerichteten Ecke ungestört schreiben durfte und mir sonst mein kleines, gemütliches Bürozimmer in meiner Wohnung mit Blick in den Garten zum Arbeiten zur Verfügung stand, stellte sich mir die Frage nach Urlaub nicht wirklich. „Warum eigentlich nicht“, entgegnete ich. „Ich habe darüber noch gar nicht nachgedacht.“ „Flieg doch einfach mal ans Meer, irgendwohin in den Süden, wo die Luft nach Fisch und Salzwasser duftet.“ Eine Luftveränderung würde mir ganz sicher gut tun. Und Fisch wie auch Meeresfrüchte aß ich für mein Leben gern. Außerdem stimulierte ein solcher Trip ganz bestimmt meine Kreativität. „Geh doch mal zu Elisabeth Kaldenbach ins Reisebüro. Sie ist ebenfalls Single und hält für dich sicher eine passende Reise bereit.“ Nun wusste ich natürlich gleich, woher der Wind wehte. Henriette Eisermann war also nicht nur um meine Urlaubserholung besorgt, sondern startete sogleich einen weiteren Versuch mich zu verkuppeln. So konnte ich sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sicher nicht dumm gedacht. Was würde ich nur ohne meine Vermieterin machen? Nur wer war Frau Kaldenbach? Ich versprach Frau Eisermann, mich urlaubstechnisch an Frau Kaldenbach zu wenden und ließ mir die Anschrift des Reisebüros geben.

Nach diesem leckeren Mittagsmahl spülten wir gemeinsam ab und unterhielten uns dabei noch ein wenig über alle möglichen politischen Themen. Weil Henriette Eisermann gern und ausgiebig Zeitung las und ebenfalls keine Nachrichtensendung im Vorabendprogramm ausließ, geriet sogar die gemeinsame Hausarbeit zu einem Highlight. Den frühen Nachmittag verbrachte ich dann wieder in meiner Schreiberecke im Garten vor dem Display meines Notebooks und schrieb völlig spontan eine lustige Kindertiergeschichte, die ich später überarbeiten und in das Portfolio meines Kinderbuches aufnehmen wollte. Als es allmählich kühler wurde, beschloss ich für heute mein Schaffen einzustellen und noch ein wenig im Internet nach schönen Urlaubszielen zu suchen. Doch schien dies keine gute Idee zu sein, denn egal ob ich nun Italien, Spanien oder Südfrankreich auswählte: Überall strahlten mir nur die Sonne und lachende Gesichter auf dem Bildschirm entgegen. Ich würde wohl in den sauren Apfel beißen und mich tatsächlich der professionellen Hilfe von Frau Kaldenbach bedienen müssen. Obwohl es in meiner Heimatstadt eine ganze Menge Reisebüros und damit auch Frau Kaldenbachs gab, wollte ich doch lieber der Empfehlung meiner Vermieterin folgen. Ich kramte den Zettel mit der Anschrift der Agentur hervor und klebte ihn an den Bildschirm. Meine Erfahrungen hatten mich gelehrt, dass es häufig von Vorteil war, Ratschläge von Freunden und Bekannten anzunehmen. Um Henriette Eisermann keine Schande zu bereiten, wechselte ich mein T-Shirt gegen ein sauberes Hemd und schlüpfte in meine hellblaue Jeans. Meine Vermieterin hatte mir die Anschrift des Reisebüros nochmals an das schwarze Brett im Treppenhaus geheftet, das wir gemeinsam betrieben und gleich neben der Haustüre angebracht hatten, damit keinesfalls der Informationsfluss im Hause abriss, falls man sich nicht jeden Tag begegnete. Ich verließ das Haus und fand den Parkplatz von Engelchen vor der Garage verwaist vor. Ja klar, Engelchen stand doch bei Nina in der Reparaturhalle und erwartete seine Herzoperation. Dies hatte nun zur Folge, dass wenn ich mein Vorhaben noch umsetzen wollte, ich entweder drei Stationen mit der Straßenbahn fahren musste oder mir einen ausgiebigen Spaziergang von etwa einer guten halben Stunde gönnte. Ich beschloss zu laufen.

Elisabeth Kaldenbach saß etwas rechts vom Eingang des großen Reisebüros an einem eigenen Schreibtisch und tippte eifrig irgendwelche Dinge in ihre Tastatur ein. Dass es sich um die Tochter der Schulfreundin meiner Vermieterin handelte, erkannte ich am Namensschild, das vor ihr auf dem Tisch noch einen Platz zwischen allen möglichen Reiseunterlagen und Prospekten gefunden hatte. Als sie mich erblickte, schien sie mich sofort erkannt zu haben. „Markus Blum, habe ich Recht?“ „Genau der bin ich. Hallo, Frau Kaldenbach.“ „Elisabeth, sag doch einfach Elisabeth.“ „Ja, warum eigentlich nicht“, entfuhr es mir und doch fühlte ich mich ein wenig überrumpelt, obwohl es mir sonst überhaupt keine Probleme bereitete, mich gleich mit fremden Menschen zu duzen. Aber in diesem Fall wurde ich den Verdacht einfach nicht los, dass es sich bei der ganzen Aktion um eine abgekartete Sache handelte. Aber eines fiel mir sofort auf: Elisabeth Kaldenbach war wirklich eine sehr nette junge Frau, die mich mit einem herzlichen Strahlen empfing. „Setz dich doch“, lud sie mich ein. Sofort kam ich ihrer Aufforderung nach. „Auch für den Fall, dass das jetzt sicher ziemlich platt klingt: Ich habe alle deine Bücher gelesen und freue mich riesig, dich sogar einmal persönlich kennen zu lernen. Wann wird dein nächstes Buch erscheinen? Die Buschtrommeln verkündeten bereits, dass dies schon sehr bald der Fall sein wird. Ist es so?“ „Das freut mich, dass dir meine Bücher gefallen. Du hast recht, es kann sich nur noch um wenige Tage handeln, bis mein Sklaventreiber das Buch auf den Markt wirft.“ Elisabeth lachte herzlich über den von mir für meinen Verleger verwendeten Terminus. „Ist es wirklich so schwierig in deinem Gewerbe Fuß zu fassen?“ „Noch viel schwieriger als du dir denken kannst. Erst findest du überhaupt niemanden, der dein Buch verlegen möchte, und wenn du es dann tatsächlich endlich geschafft hast, einen ehrlichen Verleger zu finden, lässt er dich nicht mehr aus seinen Fängen. Und im Nu bist du sein Leibeigener.“ „Das hört sich ja furchtbar an.“ „Also ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Am schwierigsten ist es erstmal, überhaupt einen Verleger zu finden. Alles andere regelt sich dann fast wie von selber.“ Dass sich Elisabeth so für meinen Beruf interessierte gefiel mir. Sollte ich sie einfach mal so ganz unverbindlich zum Essen einladen? Eventuell nur mal so, damit ich nicht ganz aus der Übung gerate, wenn es ums plaudern oder flirten geht. Der Gedanke, irgendwann als Einzelgänger oder gar schwer Vermittelbarer in Sachen Liebe zu gelten, beschlich mich urplötzlich. Regelrecht Panik stieg in mir auf. „Markus? Bist du etwa gerade in eine deiner literarischen Welten abgetaucht?“ Oh verdammt, nein, wie peinlich. Sie hatte bemerkt, dass ich mit meinen Gedanken abgeschweift bin. „Nein, keine Sorge, ich bin ganz bei der Sache. Ich musste nur gerade daran denken, wie es mir ergangen war bis ich endlich Breunig, meinen Verleger überzeugen konnte, dass meine Manuskripte nur nach seinem Verlag schrien, um von ihm verlegt zu werden und das ich ihm ein Vermögen erschreiben würde. Wir könnten ja mal zusammen essen gehen, natürlich nur wenn du magst.“ Jetzt war es heraus. Ich hatte allen Mut zusammen genommen und...



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