Fischer | Sekundanten des Teufels | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 324 Seiten

Fischer Sekundanten des Teufels


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7412-6459-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 324 Seiten

ISBN: 978-3-7412-6459-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Leiterin der Kölner Mordkommission Karin Weber wollte den beruflichen Wiedereinstieg nach sieben Monaten andauernder Reha eigentlich ruhig angehen lassen, doch ihr Wunsch blieb unerfüllt. Ein Serienmörder, der es ausschließlich auf Kirchenfrauen und -männer abgesehen hatte, treibt im Kölner Bistum auf grauenvolle Weise sein Unwesen. Karins erste Ermittlungen lassen auf einen psychopathischen Ritualmörder schließen. Erst als sich die katholische Kirche weigert, Unterlagen herauszugeben, ihre Vorgesetzten im LKA wie auch im BKA den Mantel des Schweigens über den Fällen ausbreiten und sich zu guter Letzt der Vatikan einmischt, ahnt Karin Weber, dass es sich keinesfalls um Routinemordfälle handeln kann. Sie und ihre neue Stellvertreterin Asli Bülent ermitteln heimlich weiter, ohne jedoch zu bemerken, dass auch ihre Namen auf der Liste des Mörders stehen.

Der Autor Axel Fischer wurde im April 1957 in Köln geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1977 absolvierte er eine kaufmännische Lehre und arbeitet heute als Vertriebsleiter in einem technischen Großhandel. Seit nunmehr fünf Jahren schreibt er Bücher im Genre Belletristik, die spannend, häufig auch knisternd erotisch und authentisch sind. In jeder Story finden die Leserinnen und Leser neue Charaktere und Handlungsorte, mit denen sie sich leicht identifizieren können.
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1


Düster und stickig präsentierte sich der Raum in Gänze, der ihr bis zur Aufklärung ihres letzten Mordfalles als Büro diente und auch in Zukunft für die Lösung neuer Fälle wieder bereit stehen sollte. Sicher hatte niemand in den letzten sieben Monaten ihrer Abwesenheit hier einmal geputzt, Staub gewischt oder gar gelüftet. In der Kaffeemaschine steckte noch eine Filtertüte mit Kaffeesatz, den bereits eine tiefgrüne Schimmelschicht überzog. Karin Weber legte erstmal ihre lederne Aktenmappe auf den Rollschrank neben ihrem Schreibtisch. Langsam und vorsichtig, als könnte der Serienmörder plötzlich wieder auferstehen und sich auf sie stürzen, ließ sie sich in ihren einstmals so geliebten Bürostuhl gleiten. Sie war noch weit davon entfernt wieder die toughe Hauptkommissarin zu sein, die gnadenlos ihr zweifelhaftes Klientel jagte und das sogar dann noch, wenn es bereits wehtat. Doch Karin hatte sich wieder zurück ins aktive Leben gekämpft. Die Betreuung durch eine sehr engagierte Psychologin wirkte immer noch wohltuend nach. Nein, sie hatte geschworen sich nicht unterkriegen zu lassen, um wieder ihren Dienst als Leiterin der Kölner Mordkommission aufzunehmen. Jetzt saß sie auf dem Platz, von dem aus sie bereits so manchem gedungenen Mörder mit harter Hand das Handwerk gelegt hatte. So ganz geheuer war ihr ihr Arbeitsplatz noch nicht und doch trotzdem irgendwie vertraut.

Von ihrem Platz aus konnte sie direkt auf das Whiteboard gegenüber ihrem Schreibtisch schauen. Friedlich und ungenutzt stand die weiße Metallplatte auf dem Ständer, wartend und bereit für neue Aufgaben. Lediglich die kleinen, roten Magnetpunkte, die sonst gnadenlos alles genau festhielten, was man ihnen zur Ansicht anheftete, hatte irgendein Komiker aus dem Haus zu einem lachenden Gesicht zusammengesetzt. Was für ein Gegensatz! Als sie das letzte Mal einen Blick auf das Board geworfen hatte, starrten ihr nur leblose Augenpaare aus den Totenschädeln mehrerer junger Frauenleichen entgegen, denen ein psychopathischer Serienmörder bei lebendigem Leib die Gesichtshäute entfernt hatte. Und dies war ausgerechnet der Mann gewesen, den sie geliebt hatte, der sie auf Händen trug und mit dem sie richtig glücklich war, bis sie von jetzt auf gleich damit konfrontiert wurde, dass dieser Mann der gesuchte Serienmörder war und gerade ihrer Kollegin die Gesichtshaut entfernen wollte. Karin Weber spürte plötzlich wieder das Rucken in ihrer rechten Hand, das ihre Neunmillimeter Pistole durch den Rückschlag verursachte, als sie mehrfach abdrückte, um Dr. Udo Stein zu töten. „Nein, du weinst jetzt nicht. Du bist drüber weg. Er wird dein Leben nicht weiter beeinflussen und zerstören“, sprach sie laut vor sich hin, bis das Zittern ihres Körpers langsam abebbte. Um sich abzulenken und wieder in ihren alten Trott zu gelangen, nahm sie das neue Paket Kaffeepulver aus der Papiertüte sowie die neuen Filter und den Tetrapack mit der H-Milch. Es folgte eine ausgiebige Reinigung ihrer Kaffeemaschine und schon bald zischte und blubberte frischer Filterkaffee in die Thermoskanne der Maschine. Der Duft des frischen Kaffees tat ihr gut. Als der letzte Rest durch den Filter in die Kanne getropft war, füllte sie sich ihren Becher und goss Milch dazu.

Plötzlich wurde Karins Bürotüre aufgestoßen. Edith Steinbach, ihre Kollegin, betrat das Büro. Nur eine heftige Körperreaktion verhinderte, dass Karin Weber ihr Becher mit der grinsenden Mickymaus aus der Hand fiel. „Hi, Karin. Toll, dass du wieder bei uns bist.“ Edith Steinbach hatte ihre langen blonden Haare zu einem Zopf zusammengebunden, der bei jeder ihrer Kopfbewegungen hin und her schwang. Ihre mittlerweile neununddreißig Jahre sah man ihr überhaupt nicht an. Der Job, ihr Mann und die beiden Kinder schienen ihr gut zu tun und sie jung zu halten. „Morgen, Edith. Ja, ich freue mich auch, endlich wieder hier zu sein. Was macht unser Laden?“ „Oh, hier ist während deiner Abwesenheit eine Menge geschehen.“ „Setz dich doch erstmal. Magst du auch einen Kaffee?“ „Ja, gern.“ Karin sorgte für einen zweiten Becher Kaffee und stellte ihn vor ihre Kollegin. „Dann schieß mal los. Bin ich überhaupt noch Leiterin der Mordkommission oder habt ihr euch schon einen anderen Chef angelacht?“ Karin lächelte und auch Edith schmunzelte. „Keine Sorge, der Präsident hält nach wie vor große Stücke auf dich und hat dir den Job frei gehalten. Olaf als dein Vertreter hat die Position kommissarisch übernommen und sehr gut gemacht. Wir waren gewohnt erfolgreich bei der Aufklärung von diversen Mordfällen. Allerdings hat das Ganze noch einen Haken: Olaf Salcher wird uns zum 1. Januar verlassen und Leiter der Mordkommission Münster werden.“ „Das ist ja wohl nicht wahr!?“ „Leider doch. Er hatte wohl ein wenig darauf spekuliert, dass du eine andere Aufgabe im Haus übernehmen wirst, und er hier die Leitung der Mordkommission übernehmen könnte. Er hat die nötigen Dienstjahre auf dem Buckel und alle erforderlichen Laufbahnlehrgänge mit Auszeichnung absolviert. Weil der Präses aber an dir festhält, hat sich Olaf für Münster entschieden. Ist ihm wohl auch sehr recht, weil er dort geboren wurde.“ „Das sind ja keine schönen Neuigkeiten. Gibt es schon Infos, wer sein Nachfolger werden soll?“ „Leider nein. Ich habe natürlich gehofft, dass ich den Job antreten kann. Aber mir fehlen noch zwei Laufbahnlehrgänge, um deine Stellvertretung übernehmen zu dürfen. Für eines dieser Seminare habe ich jetzt einen Platz erhalten. In vier Wochen geht es los. Aber jetzt lass doch mal den Dienstbetrieb außen vor. Wie geht es dir, Karin? Hast ja eine Menge durchgemacht.“ „Das ist wohl wahr. Aber Dank der sehr guten Therapeutin bin ich wieder auf dem Damm und voll belastbar.“ „Das ist ja super. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es keinen Rückfall gibt. Sag mal: Es wird im Hause geflüstert, dass du jetzt mit Asli Bülent zusammen bist?“ „So! Wird das im Haus erzählt? Es ist aber in der Tat so. Nachdem die Ärzte Asli ihre Gesichtsverletzungen erfolgreich behandelt hatten, wurden wir beinahe zeitgleich aus der Uniklinik entlassen. Irgendwie waren wir Leidensgenossinnen. Beide geschädigt durch diesen Wahnsinnigen Dr. Udo Stein.“ Karin stockte, eine Träne verließ lautlos ihr linkes Auge und tropfte auf ihre Bluse. „Ist gut, Karin. Du musst mir nicht alles erzählen.“ „Doch, doch, ich steh da drüber, Edith. Asli und ich haben dann gemeinsam die Reha durchgezogen. Jetzt sind wir beide wieder diensttauglich geschrieben und nun bin ich hier. An was für einem Fall arbeitet ihr gerade?“ „Zurzeit beschäftigen uns zwei Mordfälle. Olaf ermittelt in einer Beziehungstat. Eine Zweiundzwanzigjährige hat ihren Freund mit einem Hammer erschlagen, weil sie ihn in der eigenen Wohnung mit ihrer Freundin im Bett angetroffen hat. Und ich arbeite mit Theodorakis, unserem Neuzugang, an einem Tötungsdelikt nach einem Raubüberfall. Wir haben zwei Täter, die wir geschnappt haben und die derzeit in U-Haft sitzen. Beide schweigen jedoch beharrlich, damit keiner den anderen belastet. Ist ziemlich viel Filigranarbeit, um den wahren Täter ausfindig zu machen. Aber das ist dir ja nichts Neues.“ „Theodorakis? Wir haben einen neuen Kollegen? Hat man etwa unsere Abteilung aufgestockt?“ „Ja, so ist es. Der Präsident hat den jungen Deutsch-Griechen gleich von der Polizeischule hierher geholt. Theodorakis ist verdammt gut, hat super Zeugnisse, ist menschlich sehr nett und arbeitet äußerst fleißig und gewissenhaft. Ich stelle ihn dir nachher mal vor. So, nun bist du halbwegs informiert. Ich denke, an Arbeit wird es dir sicher nicht mangeln, wenn wir dir die Ermittlungsakten hereingeben.“ „Das glaube ich allerdings auch. Der normale Wahnsinn hat mich also wieder.“ „Du hast es erfasst, Karin. Ich freue mich sehr, dass du wieder an Bord bist.“ „Danke dir, Edith. So fällt mir der Wiedereinstieg gleich viel leichter.“

Triefend nass erwachte er in seinem Bett. In der letzten Schlafphase dieser Nacht war er wieder da gewesen, dieser Traum, der ihn niemals mehr loszulassen schien. Seit seinem achten Lebensjahr quälten ihn die Erinnerungen. Auch das, was die Ärzte ihm einst prophezeiten, dass die Zeit die meisten Wunden heile, selbst seelische, war bisher nicht annähernd eingetroffen. Im Gegenteil, es war über die Jahre permanent schlimmer geworden. Anfangs während seiner Jugendzeit überfielen ihn die Träume noch recht selten und auch die Intensität war nicht vergleichbar mit der heutigen. Es war eher so, als ob der Nachbarshund hinter ihm her war. Doch sobald er erwachte, verschwand das zähnefletschende Maul des Rottweilers im Nebel der Nacht. Mit dem Älterwerden setzten die Alpträume für eine kurze Zeit aus. Jetzt waren es eher die hübschen Mädels, die ihn besonders interessierten und ihm schöne Träume bereiteten, die meistens mit einer feuchten Schlafanzughose endeten. Doch schon bald kehrten die Alpträume zurück. Immer und immer wieder sah er in das Gesicht...



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