Fischer | Tarnung aufgeflogen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Fischer Tarnung aufgeflogen


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7494-1102-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-7494-1102-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nachdem Katie Burton den Chef des KGB Boris Larnow ins Jenseits befördert hatte, nahm der Britische Geheimdienst seine Top-Agentin aus der Schusslinie. Mit neuer Identität fand sie nach einigen ruhelosen Jahren in Süditalien einen kleinen Ort, in dem sie unerkannt bis zum Ende ihrer Tage leben wollte. Neben der Schönheit der Landschaft trug der raubeinige Sizilianer Salvatore Capristi sein Übriges dazu bei. Doch der KGB hatte niemals aufgehört, nach ihr zu suchen. Als eines Tages ein Destroyer in dem verschlafenen Dorf auftaucht, schaltet Katie ihn aus. Gnadenlos schickte der KGB daraufhin seine beste Kampfmaschine ins Rennen. Eine gnadenlose Jagd nimmt ihren Anfang. Wird es dem vom Britischen MI6 zu Katies Unterstützung geschickten Agenten Peter McCord gelingen, die ehemalige Kollegin vor den Fängen ihrer Häscher zu bewahren?

Der Autor Axel Fischer wurde im April 1957 in Köln geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1977 absolvierte er eine kaufmännische Lehre und arbeitet heute als Vertriebsleiter in einem technischen Großhandel. Seit nunmehr zehn Jahren schreibt er Bücher im Genre Belletristik, die spannend, häufig auch knisternd erotisch und authentisch sind. In jeder Story finden die Leserinnen und Leser neue Handlungsorte und Charaktere, mit denen sie sich leicht identifizieren können.
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1


Carla erwachte vom fröhlich lauten Zwitschern der Vögel, das eher wie ein Auslachen klang. Sicher saßen sie wieder in großen Scharen in den alten Obstbäumen und labten sich an den reifen, üppigen Fruchtbeständen, ohne dass Carla sie je daran hätte hindern können. Eigentlich wollte sie dies auch gar nicht. Sollten sie es sich doch einfach gut gehen lassen, die kleinen Piepmätze. Gerade in diesen Breitengraden Italiens stellten ihnen die Menschen verstärkt nach, um aus ihren kleinen Leibern oder gar nur den Zungen kulinarische Köstlichkeiten zuzubereiten. Carla schüttelte sich bei dem Gedanken.

Langsam reckte und streckte sie sich, um gemächlich das kuschelige Bett zu verlassen. Sie ging zum Fenster und schob die beiden hölzernen Klappläden weit auseinander. Sogleich umschmeichelte sie der Duft frischer Kräuter nebst Jasmin und Lavendel. Die Vögel sangen weiter, ohne sich durch ihre Anwesenheit stören zu lassen. Ein wenig schaute und hörte sie ihnen noch zu, bevor sie im Bad verschwand. Wie jeden Morgen hoffte sie, dass die alte Gastherme ihr wieder zu einem warmen Duschvergnügen verhelfen würde. Ein gutes Jahr wohnte sie jetzt hier im Elternhaus ihrer Vermieterin, die, alleinerziehend mit ihren beiden kleinen Kindern, im erst vor wenigen Jahren erstellten Anbau wohnte.

Deren Mann Francesco, Pilot der italienischen Luftwaffe, war während eines Routinefluges abgestürzt und ums Leben gekommen. Für Carla war es damals ein echter Glücksfall, dass sie während eines Tankstopps mit anschließender Kaffeepause in dem kleinen Bistro hier im Ort Marias Zettel an der Pinnwand las.

Maria suchte eine Mieterin für das alte Häuschen ihrer Eltern, das schon eine ganze Zeit lang verwaist war. Rasch hatte sich zwischen den beiden Frauen eine richtige Freundschaft entwickelt, wobei Carla auch ein wenig zum Mutterersatz für Maria und gleichzeitig Omaersatz für Roberto und Michaela wurde. Wenn Maria sich selten genug einmal entschlossen hatte, mit einem jungen Mann auszugehen, war sie stets da gewesen, um auf die Kinder aufzupassen. Wie gern hätte sie selbst auch geheiratet und Kinder gehabt. Doch dies hätte ihr Job niemals zugelassen. Und dem passenden Mann war sie bisher auch noch nicht begegnet.

Ein wenig fauchend und zischend nahm die alte Therme ihre Arbeit auf, nachdem Carla sich ihr Shirt über den Kopf gezogen hatte und aus dem Teddyhöschen geschlüpft war. Bevor die Wassertemperatur ein angenehmes Duschen ermöglichte, schaute Carla in den an den Rändern bereits etwas blind gewordenen Spiegel. Sie spielte ein wenig mit ihren eher kleinen Brüsten, die trotz ihrer 42 Jahre frech ihre Spitzen in den Himmel reckten. Ihr Bauch war flach geblieben und auch ihr Po wies keine Orangenhaut auf. „Siehst immer noch ganz gut aus, Carla“, sprach sie mit dem Spiegel, der dies jedoch weder bestätigte noch bestritt.

Carla schob den geblümten Duschvorhang zur Seite, den sie bereits mehrfach ob seiner Stockflecken im unteren Bereich ersetzen wollte und stieg in die Wanne. Das warme Wasser tat ihr gut wie es perlend auf ihre Haare und ihren Körper spritzte. Um ihre Therme nicht allzu sehr ins Schwitzen zu bringen, beeilte sich Carla mit dem Shampoonieren ihrer Haare und dem Einseifen. Wie neu geboren verließ sie die Badewanne. Sie nahm sich das duftende Badetuch und trocknete sich ab. Ihre Haare fönte sie nie. Der kurze, dunkelbraune Bob trocknete problemlos von alleine.

Im Augenwinkel bemerkte sie, dass sie ihre Haare und die Augenbrauen in Kürze wieder färben musste. Der blonde Ansatz wurde schon wieder sichtbar. Sie machte dies keinesfalls aus Eitelkeit. Ohne diese Maßnahmen bestand die Gefahr, dass ihr Inkognito aufflog und dies konnte ihr vorzeitiges Ableben nach sich ziehen.

Carla schlüpfte in einen kleinen Slip und hakte auf dem Rücken ihren BH zu. Ein einfaches T-Shirt sowie eine Shorts und ihre Laufschuhe komplettierten ihr Outfit. Sie steckte noch ihre Geldbörse und den Schlüssel ein und verließ das Haus. Marias Wagen stand nicht mehr im Hof vor dem Haus. Sie war bereits unterwegs, um Roberto in der Schule und Michaela im Kindergarten abzusetzen, um pünktlich ihren Job als Arzthelferin antreten zu können. Carla lief los. Von hier oben bis zu Salvatores Bistro und Kiosk waren es etwa sechs Kilometer, die sie laufend unter die Sohlen ihrer Nikes nahm. Etwa zwanzig Minuten würde es dauern, bis sie die knarrende, alte Holztür, die ganz sicher schon weit bessere Zeiten erlebt hatte, erreichte, um den Messingbeschlag herunterzudrücken.

Als sie die Lokalität betrat, empfing sie der Duft frischer Backwaren. Carla sog ihn tief in sich ein. „Morgen, Carla, oh du meine Rose, die mit ihrem Duft und ihrer Schönheit mein bescheidenes Domizil in einen königlichen Palast verwandelst.“ „Morgen, Salvatore, hör auf, so Süßholz zu raspeln. Du bekommst mich doch nicht in dein Bett.“

Salvatore, der in etwa in ihrem Alter war und durch seinen Dreitagebart und seine schlanke Statur ganz sicher nicht unattraktiv wirkte, zog gekünstelt seine Mundwinkel herunter. Warum Salvatore als gebürtiger Sizilianer hier in diesem gottverlassenen Kaff in der Toskana lebte, konnte sie bisher nicht ergründen. Aber auch er hatte sie nie gefragt, warum eine so schöne Frau mit englischem Akzent sich gerade hierher zurückgezogen hatte.

„Wie immer, Carla?“

„Ja, aber immer doch, Salvatore.“

Sofort ließ der Chef des Hauses zischend einen doppelten Espresso in die kleine Tasse sprudeln, während Carla sich mit Blickrichtung auf den kleinen Parkplatz an die Theke stellte. Seit über einem Jahr bot sich ihr jeden Morgen stets der gleiche Anblick: Enzos Dreirad-Piaggio parkte, bepackt mit einer Menge Kisten voller Obst und Gemüse, gleich gegenüber Salvatores Bistro und wartete darauf, dass der Geschäftsinhaber mit seiner Frau die Ware ablud. Heute jedoch forderte eine silbergraue Alfa Guiletta, die direkt neben der Piaggio parkte, ihre Aufmerksamkeit.

„Wem gehört denn der Alfa?“

„Weiß ich nicht, Carla. Der Wagen stand bereits heute in der Früh auf diesem Platz. Ist ein Mietwagen, der am Flughafen von Florenz gebucht wurde.“

Sie trat ohne weiter auf Salvatores Angaben einzugehen an das kleine Schaufenster und blickte hinaus. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, ließ sie ihren Blick über den Marktplatz schweifen. „Erwartest du jemanden, Carla?“

„Nicht, dass ich wüsste.“

„Dann trink in Ruhe deinen Espresso. Der wird sonst noch kalt und sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“ Salvatore grinste Carla verschmitzt an. „Ist ja schon gut.“

Sie zog ihr Smartphone aus der Tasche und fotografierte das Kennzeichen des Mietwagens.

„Der Wagen wurde gestern Abend bei Sixt-Budget am Flughafen gebucht, Carla. Nur für den Fall, dass dich dies interessiert.“

„Es ist in der Tat immer gut, genau informiert zu sein. Das erspart unnötige Überraschungen.“

„Wo du recht hast, hast du recht, Carla.“

„Ich würde heute gern bei dir frühstücken, Salvatore.“

„Nichts ist mir lieber als das. Setz dich da vorn hin. Darf ich mich zu dir gesellen?“

„Aber selbstverständlich. Dann lass mal sehen, was dein Kühlschrank so hergibt.“

Der ziemlich große Sizilianer verschwand in seiner Küche. Wenig später erschien der Hausherr mit frisch aufgeschnittenem Schinken, einem selbst gemachten Klumpen Butter mit Meersalz verfeinert sowie einer Platte aufgeschnittener Tomaten mit Kräutern und Olivenöl beträufelt.

„Moment noch, ich bringe noch die Mailänder Salami und das Rührei.“

Carla staunte nicht schlecht. „Das hätte ich dir nicht zugetraut, Salvatore. Alle Achtung. Ein Frühstück ganz nach meinem Geschmack.“

Salvatore balancierte, während Carla ihn über Gebühr lobte, zwei Gläser mit frisch gepresstem Orangensaft heran und setzte sich zu ihr.

„Werde meine Frau, Carla, und ich verwöhne dich jeden Tag. Lass mich einmal für dich kochen und du wünschst dir anschließend zehn Bambinis von mir.“

„Ach, du alter Schwerenöter! Dem Alter, um Bambinis zu bekommen, bin ich doch längst entwachsen.“

„Dann lassen wir die Kinder weg und vergnügen uns einfach so.“

„Jetzt frühstücken wir erstmal in Ruhe.“

Der hauchdünn geschnittene Schinken mit der gesalzenen Butter auf den Brötchen schmeckte göttlich. Dazu steckte sich Carla immer wieder eine Gabel mit dem leckeren Kräuterrührei in den Mund. „Das Frühstück ist einfach vorzüglich, Salvatore.“

Der dunkelhäutige Süditaliener zeigte lächelnd eine Menge strahlendweißer Zähne, während er zufrieden lachte. „Ich sage doch: Heirate mich und ich trage dich auf Händen, Carla.“

„Das wird dir dann aber sicher nicht mehr lange gelingen, wenn du mich immer so ausgiebig fütterst und ich fett werde wie ein Suppenhuhn.“ Jetzt mussten sie...



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