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E-Book

E-Book, Deutsch, 348 Seiten

Fliaster Innovationen in Netzwerken

Wie Humankapital und Sozialkapital zu kreativen Ideen führen
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86618-168-7
Verlag: Rainer Hampp Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Wie Humankapital und Sozialkapital zu kreativen Ideen führen

E-Book, Deutsch, 348 Seiten

ISBN: 978-3-86618-168-7
Verlag: Rainer Hampp Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Innovative Ideen entstehen häufig durch eine neue Kombination von Technologien und Lösungsansätzen aus Wissensbereichen, die bislang als völlig fremd füreinander galten. Das vorliegende Buch befasst sich mit dieser Neukombination bzw. Fusion von Wissen, vor allem aber auch mit Menschen, die sie erfolgreich bewerkstelligen. Zwei entscheidende Erfolgsfaktoren der interdisziplinären Wissensfusionen werden dabei eingehend analysiert.

Es ist einerseits das Humankapital der Wissensarbeiter, die das Neue generieren. Neben der Motivation und Kreativität steht die soziale Dialog- bzw. Netzwerkkompetenz im Fokus der Betrachtung. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass innovative Ideen selten von einzelnen Genies stammen, sondern meistens das Ergebnis von Kooperationen zwischen den Wissensarbeitern sind. Über diese Kooperationsvorteile in informellen sozialen Netzwerken definiert sich der zweite Erfolgsfaktor der Wissensfusionen: Es ist das Sozialkapital der Wissensarbeiter, vor allem ihre Beziehungen, Netzwerkstrukturen und Wissensressourcen. Diese Werttreiber des Sozialkapitals, deren Bedeutung für Innovationen noch deutlich unterschätzt wird, werden im Buch umfassend beleuchtet.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Vorwort;8
2;Inhaltsverzeichnis;10
3;Abbildungsverzeichnis;16
4;Tabellenverzeichnis;20
5;Einführung Kombinative Innovationen und das Kapital der Wissensarbeiter;22
6;Leitfaden zum Teil I Ergebnisse und Lücken der Kombinationsforschung;34
7;Teil I Innovation als Kombination: Wissensfusionen, Kernkompetenzen und Wettbewerbsvorteile;36
7.1;Kapitel 1 State-of-the-Art und "blinde Flecken" der Kombinationsforschung;38
7.1.1;1.1 Innovation als Kombination: das Schumpetersche Fundament;38
7.1.2;1.2 Kombinationen und Technologiefusionen;43
7.1.3;1.3 Kombinationen, Unternehmensfähigkeiten und Wettbewerbsvorteile;62
7.1.4;1.4 Kombinationen und Wissensmanagement;68
7.1.5;1.5 Kombinationen und organisationale Rollen: Gatekeeper und Boundary Spanner;71
7.1.6;1.6 Kombinationen und Organisationen als Wissensbroker;77
7.1.7;1.7 "Blinde Flecken" des State-of-the-Art als Ansatzobjekte für das Komplementaritätsmodell;80
7.1.8;Leitfaden zum Teil II Innovationsrelevante Kapitalformen der Wissensarbeiter als Grundlage für das Komplementaritätsmodell;86
8;Teil II Ansätze des Human- und des Sozialkapitals: Bildung des Komplementaritätsmodells zur Erklärung von kombinativen Innovationen;88
8.1;Kapitel 2 Erklärungsansatz des kreativen Humankapitals: BETTER SKILLED PEOPLE INNOVATE BETTER;90
8.1.1;2.1 Individuelles Humankapital: Kernmerkmale und Bezug zur Kreativität;90
8.1.2;2.2 Kreativität als Forschungsobjekt;95
8.1.3;2.3 Konfluenztheorien der Kreativität;104
8.1.4;2.4 Kreatives Humankapital im Komplementaritätsmodell: Das Gesamtbild;119
8.2;Kapitel 3 Erklärungsansatz des Sozialkapitals: BETTER CONNECTED PEOPLE INNOVATE BETTER;124
8.2.1;3.1 Soziale Beziehungen und Wissensarbeit: Ausgewählte Beispiele und Forschungsfragen;124
8.2.2;3.2 Definition und Kernmerkmale des Sozialkapitals;128
8.2.3;3.3 Betrachtungsebenen und Betrachtungsperspektiven des Sozialkapitals: Akteure und Beziehungen;141
8.2.4;3.4 "Embedded Invisible Man" als Menschenbild der Sozialkapitalforschung;143
8.2.5;3.5 Kerntheorien des Sozialkapitals: "Social Embeddedness", "Dyadic Tie" und "Network Structure";147
8.2.6;3.6 Sozialkapital im Komplementaritätsmodell: Das Gesamtbild;153
9;Teil III Enabler und Wechselwirkungen des Human- und des Sozialkapitals als Erfolgsfaktoren von kombinativen Innovationen: Analyse des Komplementaritätsmodells;156
9.1;Kapitel 4 Enabler des kreativen Humankapitals;158
9.1.1;4.1 Kognitiver Enabler von kombinativen Innovationen;158
9.1.2;4.2 Motivationaler Enabler von kombinativen Innovationen;177
9.1.3;4.3 Konnektiver Enabler von kombinativen Innovationen;184
9.1.4;4.4 Fazit: Zusammenwirken der Humankapital-Enabler;202
9.2;Kapitel 5 Enabler des Sozialkapitals;206
9.2.1;5.1 Struktureller Enabler: Kombinationsrelevante strukturelle Merkmale des sozialen Netzwerks und der Position des Innovators;206
9.2.2;5.2 Relationaler Enabler: Stärke von sozialen Beziehungen;254
9.2.3;5.3 Ressourcenorientierter Enabler;294
9.2.4;5.4 Fazit: Wirkungsweise des Sozialkapitals und seiner Enabler;303
10;Schlusswort;308
11;Literaturverzeichnis;314


Kapitel 4 Enabler des kreativen Humankapitals (S. 137-138)

4.1 Kognitiver Enabler von kombinativen Innovationen

Vor dem Hintergrund der Diskussion im Kap. 2 werden unter dem kognitiven Enabler zwei Komponenten zusammengefasst: das Fachwissen des Netzwerkentrepreneurs (4.1.1) und seine Fähigkeiten, mit diesem Wissen umzugehen (4.1.2).

4.1.1 Fachexpertise

Die Rolle eines soliden Fachwissens als Erfolgsvoraussetzung für die Kreativität wird in allen drei Konfluenztheorien hervorgehoben (vgl. insb. Abb. 2.5): "(T)o go beyond the status quo, ... one has to know where the status quo is", so stellvertretend für andere Sternberg et al. (1997, S. 9). Diese These der Konfluenztheoretiker kann sich auch auf die Argumentation mehrerer anderer Psychologen bzw. Kreativitätsforscher stützen. Ebenso hat die betriebswirtschaftliche Innovationsforschung (Kap. 2.6) gezeigt, dass die Gatekeeper bzw. die Boundary Spanner als fachkompetent gelten und eben daher als Informations- und Interaktionspartner akzeptiert bzw. gefragt sind. Damit lassen sich ihre Fachkenntnisse als eine wesentliche Voraussetzung für ihre funktionale Rolle in kombinativen Innovationen betrachten.

Aus der Sicht des Humankapitals stellt ein solides Fachwissen einen Return on Investment dar. Eine vor allem für das jeweilige Individuum sehr wichtige Dimension dieses Investments ist Zeit (vgl. Kap. 2.1). Einige Kreativitätsforscher haben sich sogar bemüht, die Dauer einer intensiven Vorbeschäftigung mit dem jeweiligen Feld zu quantifizieren, die für kreative Leistungen unabdingbar ist. Simonton fasste die Ergebnisse von Studien und berühmte Einzelbeispiele auch aus der Kunst und Musik zusammen und kam dabei zur Schlussfolgerung, dass man im Allgemeinen mindestens zehn Jahre auf einem Gebiet tätig sein muss, um substantielle kreative Leistungen erbringen zu können. Insgesamt dürfte die Argumentation auch intuitiv einleuchten: Ohne fundiertes Fachwissen läuft man Gefahr, das Rad neu zu erfinden, über notwendige Kombinationselemente nicht zu verfügen und von dem "Feld" nicht ernstgenommen zu werden.

Dennoch gibt es auch andere Faktoren und Argumente, welche die Relevanz des Fachwissens zwar nicht in Abrede stellen, die Zusammenhänge jedoch etwas komplexer aussehen lassen. Während sich die obigen Ausführungen als Plädoyer für Spezialistentum als Kreativitätsfaktor interpretieren lassen, sind in der Innovationsforschung auch Gegenstimmen zu vernehmen. So behauptet bspw. Kanter (1991, S. 55), dass viele wichtige Innovationen gerade nicht von Spezialisten durchgeführt wurden, sondern von "... 'boundary-crossers' or 'generalists' who move across fields or among sectors, who bypass what everybody else is looking at to find possibilities for change".

Diese Bemerkung ist speziell aus der Sicht von kombinativen Innovationen interessant. Sind wir bisher davon ausgegangen, dass ein Wissensbroker eher viel als wenig Domänenwissen braucht, stellt sich nun die Frage, ob er sich in seiner Kerndomäne so viel Wissen wie nur möglich aneignen soll, oder ob es – allein schon aus der Endlichkeit der individuellen Zeitinvestitionsbudgets resultierende – Tradeoffs zwischen der Tiefe und der Breite des Wissens gibt, die kreativitätshinderlich wirken? Angesichts der kurzen Halbwertzeit des Fachwissens speziell in den meisten hochtechnologischen Bereichen stellt sich die Frage der Zeitinvestition immer wieder aufs Neue – und zwar sowohl für die jeweilige Person, die um ihre Beschäftigungsfähigkeit besorgt ist, als auch für das Unternehmen, das sich um seine Innovations- und Konkurrenzfähigkeit und die entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen Gedanken macht.



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