Foster Ein echter Mann für Misty
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95576-549-1
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-95576-549-1
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Misty steckt in der Klemme! Deshalb erzählt sie Sheriff Morgan spontan von ihrer wilden Vergangenheit. Und Morgan? Der reagiert überraschend verständnisvoll. Die süße Misty - findet er - braucht einen Mann, der sich richtig um sie kümmert! Aber wer soll diesen Job übernehmen? Er ganz bestimmt nicht!
Bisher hat die US-amerikanische Bestseller-Autorin Lori Foster über siebzig Liebesromane geschrieben. Unter dem Namen L.L.Foster schreibt sie Fantasy-Romane. Mit dem Schreiben begann Lori Foster erst im Alter von 30 Jahren, vorher dachte sie nie daran, eine Geschichte zu schreiben. Als sie mit einer Lungenentzündung das Bett hüten musste, brachte ihre Schwester ihr zahlreiche Romances. Diese Lektüre gefiel ihr so gut, dass sie kurz darauf anfing, selbst ein Buch zu schreiben. Nach einem zweiten Manuskript besuchte sie einen Kursus für Schriftsteller. Dabei stellte sie fest, dass die anderen Kursteilnehmer kein Buch beendeten. Die Erkenntnis, dass sie tatsächlich Talent zum Schreiben hatte, gefiel ihr durchaus. Deshalb schrieb sie weiter, ihr zehntes Manuskript konnte sie schließlich an den Verleger Harlequin verkaufen. Seitdem hat sie zahlreiche Romances geschrieben, für ihre Liebesromane erhielt sie viele Auszeichnungen und stand auf den wichtigsten Bestsellerlisten der USA. Obwohl sie viel Freude am Schreiben hat, steht ihre Familie an erster Stelle in ihrem Leben.
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1. KAPITEL
Ihr bloßer Anblick ließ Morgan in Schweiß ausbrechen.
Und in dem verdammten Smoking, den er zur Hochzeit seines Bruders angezogen hatte, war das mehr als unangenehm. Nicht einmal die Klimaanlage half. Er versuchte Misty nicht mehr anzusehen, doch es schien ihm nicht zu gelingen. Ihre sinnliche Art, sich zur Musik zu bewegen, ihre tiefschwarzen, seidigen Haare, die hin und her schwangen, ihr heiseres Lachen, all das machte ihn langsam verrückt. Morgan lockerte die Fliege um seinen Hals und öffnete die obersten beiden Knöpfe seines weißen Hemdes.
“Wenn du sie noch länger anstarrst, geht sie in Flammen auf.”
Morgan zuckte zusammen und drehte sich zu Sawyer um. “Solltest du nicht bei deiner Braut sein?”
“Jordan tanzt gerade mit ihr.”
Nach ihrer ersten Begegnung auf der Veranda hatte Morgan sein Bestes getan, um Misty aus dem Weg zu gehen. Schließlich hätte er beinah versucht, seine zukünftige Schwägerin zu verführen. Und was noch schlimmer war, sie hatte ihn auch noch dazu ermutigt! Welche Frau tat so etwas?
Jedes Mal, wenn er daran dachte, machte es ihn von Neuem wütend. Um seine Selbstbeherrschung schien es in letzter Zeit nicht besonders gut bestellt, vor allem nicht, wenn er mit ansehen musste, wie Gabe und Jordan diese Frau anhimmelten. Sie waren von Mistys sinnlichem Blick und ihrem unbekümmerten Lächeln ebenso fasziniert, wie Morgan es gewesen war. Nur schienen sie im Gegensatz zu ihm ernsthaft an ihr interessiert zu sein, und das störte ihn wirklich.
Morgan konnte sie nicht besonders leiden. Sie war so frech und ungezwungen, dass es fast unmöglich war, sich nicht in sexueller Hinsicht zu ihr hingezogen zu fühlen. Wo ihre Schwester taktvoll und sanft war, war Misty unverblümt und ausgelassen. Kein Wunder, dass er nicht gleich darauf gekommen war, wen er denn da vor sich hatte. Morgan hatte erwartet, dass Honeys Schwester ihr ähnlich war und nicht das genaue Gegenteil von ihr.
Mit ihrer offenen, ungehemmten Art konnte Misty jeden Mann um den Verstand bringen. Damit gehörte sie aber auch zu jener Sorte Frauen, an denen Morgan nicht interessiert war. Er wollte eine Frau wie Honey, mit der er eine Familie gründen konnte. Nicht, dass er einer gelegentlichen kurzen Affäre abgeneigt war, bevor er die Frau fürs Leben gefunden hatte. Aber nicht mit Honeys Schwester. Auf keinen Fall. Das gäbe nur Ärger.
In dem Versuch, eher desinteressiert als verärgert zu klingen, sagte er: “Ich bin erstaunt, dass Jordan sich von Misty losreißen konnte. Er und Gabe schwirren doch schon den ganzen Abend um sie herum.” Morgan schüttelte den Kopf. “Sie laufen ihr schon die ganze Woche wie liebeskranke Welpen hinterher.”
“Und das stört dich, oder?”
Morgan schnaubte verächtlich. “Ach was. Sie ist nur ganz anders als Honey, und ich will nicht, dass sie in eine peinliche Situation geraten.”
Das brachte Sawyer zum Lachen. “Jordan und Gabe? Ich sage es dir ja nur ungern, aber die beiden sind erwachsen und haben schon seit einiger Zeit ihre Erfahrungen mit Frauen gemacht. Gabe hat sogar noch früher als du damit angefangen.”
“Er hat gelogen.”
Sawyer lachte erneut. “Nein, ich habe ihn ja selbst dabei erwischt, im Stall. Daher weiß ich, wie alt er beim ersten Mal war.”
Für einen Moment abgelenkt, wandte sich Morgan grinsend an seinen Bruder. “Im Ernst?”
“Leider ja. Ich fürchte, das hat ihn erst zu diesem Leben voller Ausschweifungen gebracht.”
Morgan lachte leise. Ihr jüngster Bruder war ein regelrechter Casanova, zur Freude der weiblichen Bevölkerung von Buckhorn. “Irgendwelche Einzelheiten?”
Sawyer zuckte die Schultern und sagte: “Das Mädchen war vier Jahre älter. Seitdem wirkt er auf Frauen unwiderstehlich.”
“Honey hat ihm widerstanden.”
Sawyer grinste selbstzufrieden. “Ja, und das hat mich gefreut. Das dämpft sein Ego.”
“Allerdings hat er es auch nicht wirklich versucht, weil er sah, dass du bereits einen Anspruch geltend machtest.” Bevor Sawyer widersprechen konnte, schaute Morgan zu Misty. “Ist es nicht erstaunlich, wie unterschiedlich zwei Schwestern sein können? Honey ist so gutherzig und unschuldig.”
Sawyer verschluckte sich bei dieser Bemerkung an seinem Champagner, doch als Morgan ihn misstrauisch ansah, hob er nur die Brauen und ermutigte ihn fortzufahren.
“Misty ist …”
“Was?”, bohrte Sawyer nach. “Sexy?”
“Verdammt, ja, sie ist sexy. Aber das ist Honey auch.”
Sawyers Miene verfinsterte sich. “Ich bin nicht sicher, ob mir das gefällt …”
“Ach komm schon, Sawyer. Ich bin nicht blind. Ich freue mich, dass sie so sexy ist – und zwar für dich.”
Sawyer leerte sein Champagnerglas. “Worauf willst du eigentlich hinaus?”
Morgan biss die Zähne zusammen. “Sieh dir Misty doch mal an.”
“Ich sehe mir lieber an, wie du sie beobachtest. Das ist viel amüsanter.”
“Honey ist so lieb und sanft. Misty dagegen ist wild und heißblütig. Was ist eigentlich los mit ihr? Meint sie, sie müsste jeden Mann hier verführen?”
“Sie verführt niemanden, sie tanzt nur.”
Morgan verzog das Gesicht. “So, wie sie tanzt, läuft das auf dasselbe hinaus.”
“Für dich zumindest”, erwiderte Sawyer amüsiert.
In diesem Moment löste Gabe Jordan beim Tanzen ab. Misty lachte und tanzte mit ihm ebenso bereitwillig wie mit Jordan. Morgan verfolgte das Ganze mit grimmiger Miene. “Es ist einfach nicht richtig. Sie spielt mit den beiden.”
Sawyer kippte absichtlich Öl ins Feuer. “Immerhin scheint es ein Spiel zu sein, das ihnen Spaß macht.” Er klopfte Morgan auf die Schulter. “Entspann dich. Sie tanzt doch nur. Oh, da kommt Honey, also bringe ich es lieber hinter mich. Sie findet, dass du Misty absichtlich aus dem Weg gehst. Ich sollte dich darum bitten, mit ihr zu tanzen.”
“Ich werde nicht mal in ihre Nähe gehen”, entgegnete er, denn er befürchtete, dass er andernfalls die Kontrolle über sich verlieren könnte. Er konnte sich nicht erinnern, jemals eine Frau so sehr begehrt zu haben.
Misty wohnte bei ihnen im Haus, und so sah er sie zum Frühstück, wenn sie verschlafen lächelnd in die Küche kam, und abends, wenn sie allen eine gute Nacht wünschte. Er sah sie sogar nachmittags, obwohl er alles tat, um das zu vermeiden. Denn dann lackierte sie sich entweder gerade die Zehennägel auf der Veranda oder machte sich in der Küche zu schaffen und wirkte beinah häuslich. Dabei hätte Morgan darauf gewettet, dass nicht ein Funke Häuslichkeit in dieser Frau steckte.
Es spielte auch keine Rolle, was sie tat, denn es gefiel ihm ein bisschen zu sehr. Doch das Ganze war rein körperlich, und eine heiße Affäre mit der Schwester seiner Schwägerin kam nun einmal für ihn nicht infrage. Durch die Heirat zwischen Sawyer und Honey war Misty für ihn tabu.
“Verdammt”, zischte Morgan, während er beobachtete, wie Jordan sie auf der Tanzfläche herumwirbelte.
“Allerdings, denn jetzt bist du dran.”
Morgan drehte sich überrascht um und sah, was Sawyer meinte. Honey stand vor ihm und sah wunderschön aus in ihrem weißen Hochzeitskleid. Ihre langen blonden Haare trug sie offen, und sie strahlte.
Morgan begrüßte sie lächelnd. “Habe ich die Braut eigentlich schon geküsst?”
“Ungefähr ein dutzend Mal.” Sie grinste, wodurch Grübchen in ihren Wangen erschienen. “Ich möchte, dass du mit Misty tanzt.”
Morgan erstarrte. “Also ich …”
“Ich habe fast den Eindruck, dass du ihr aus dem Weg gehst. Erst heute Morgen beim Frühstück hat sie mir erzählt, dass du sie nicht leiden kannst.”
Sie hatten über ihn geredet? Morgan wollte fragen, was genau sie geredet hatten, aber dann hätte er einen viel zu interessierten Eindruck gemacht. “Das stimmt nicht”, sagte er daher nur.
“Natürlich stimmt das nicht! Sie glaubt es aber, weil du so viel Zeit bei der Arbeit verbringst, seit sie hier ist, und kaum zwei Worte mit ihr gewechselt hast.”
Morgan zupfte an seinem Ohrläppchen und fühlte sich langsam unbehaglich. Am liebsten hätte er Sawyer, der grinsend hinter seiner Braut stand, einen Kinnhaken verpasst. “Ich hatte wirklich viel zu tun diese Woche, und da ich der Sheriff bin, kann ich nicht einfach …”
“Jetzt hast du aber nichts zu tun. Das Lied ist gerade zu Ende. Das ist die perfekte Gelegenheit für euch beide, euch ein wenig zu unterhalten und besser kennenzulernen.”
“Ja, der Zeitpunkt ist perfekt”, stimmte Sawyer zu. “Und mit deinem umwerfenden Charme wirst du sicher das Eis brechen.” Grinsend sah er zu seiner Braut. “Das wirst du doch für Honey tun, Morgan, oder?”
Honey spielte mit und setzte ihr gewinnendstes Lächeln auf.
Morgan suchte verzweifelt nach einer Ausrede, doch ihm fiel nichts mehr ein. “Ach, verdammt.” Resigniert fügte er sich in sein Schicksal und marschierte davon. Misty sah auf, als würde sie plötzlich spüren, dass er auf dem Weg zu ihr war. Das passierte oft, sobald er einen Raum betrat. Sie wurde dann still und in sich gekehrt – aber nur ihm gegenüber.
Morgan blieb direkt hinter ihr stehen. Sie drehte sich nicht zu ihm um, wusste jedoch genau, dass er hinter ihr stand. Kaum merklich straffte sie die Schultern, und ihre wohltönende Stimme wurde plötzlich schrill, als sie die Junggesellen um sie herum fragte, wer als Nächster mit ihr tanzen würde.
Morgan warf jedem Einzelnen einen Blick zu und grinste – ein unmissverständliches Signal. Einige der...




