Fox | 39 Stunden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 80 Seiten

Fox 39 Stunden


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-95609-099-8
Verlag: el!es-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 80 Seiten

ISBN: 978-3-95609-099-8
Verlag: el!es-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Konzernchefin Sina König führt arrogant, hochnäsig und rücksichtlos die Firma. Ein graues Mäuschen wie die neue Sekretärin Lilly Neumeier hat es da nicht leicht. Doch dann geschieht das Unvorstellbare: An einem Wochenende bleiben beide zusammen im Fahrstuhl stecken. Notruf und Handy funktionieren nicht, und so müssen sie bis Montag ausharren - was nicht ohne Folgen bleibt ...

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2.


Bei ihrem Eintreffen auf dem Firmengelände am Freitagmorgen konnte Lilly sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sonst in Anzug und Krawatte beziehungsweise in Rock und Blazer, waren viele der Männer und Frauen in ihren Jogginganzügen nicht wiederzuerkennen.

»Guten Morgen, Lilly«, begrüßte Tilo sie. »Sie sehen sehr sportlich aus.«

Lilly erwiderte den Gruß und fügte hinzu: »Sieht das in einem Jogginganzug nicht jeder?«

»Übrigens ist Ihre PowerPoint-Präsentation sehr gut geworden. Den Termin für die Vorstellung mussten wir allerdings auf Dienstag verschieben. Der Kunde ist seit gestern Morgen auf Geschäftsreise im Ausland.«

Inzwischen waren die restlichen Mitarbeiter der Firma eingetroffen sowie auch die Chefin selbst. Sie war in ihrem sportlichen engen Outfit ein absoluter Hingucker, und Lilly konnte den Blick nicht von ihr lassen. Eine solch traumhafte Figur lag für sie Lichtjahre entfernt. Aber nicht nur das. Sina König hatte etwas, das Lilly faszinierte, trotz der arroganten Art, die sie an den Tag legte.

Sina begrüßte ihre Untergebenen und stimmte sie auf das kommende Event ein. »Es gibt in diesem Jahr die gewohnten Einzeldisziplinen wie Einhundertmetersprint, Weitsprung und Kugelstoßen, wobei für das einzelne Team das jeweilige Mittel errechnet wird. Hinzu kommt diesmal eine Disziplin Typisch Mann und Typisch Frau. Last, but not least ein Orientierungslauf. Ich erwarte von jedem Bestleistungen!«

Die Belegschaft bestieg die beiden bereits wartenden Busse, die sie zum Sportpark brachten. Dort übergab Sina das Wort an den leitenden Trainer, der eine detaillierte Einweisung vornahm.

Als die Teams an ihre Plätze gingen, schüttelte Lilly mit dem Kopf. »Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Disziplin Typisch Mann, Typisch Frau.«

»Das ist Sina.« Tilo lachte. »Solche verkorksten Einfälle kommen jedes Jahr von ihr.«

Sie waren an der Sprintstrecke angekommen und machten sich mit einigen gymnastischen Übungen warm. Lilly sah skeptisch auf die Laufbahn. »Sprint war noch nie meine Sache. Ein Schnitzel läuft schneller als ich.«

»Ich nehme Sie eben Huckepack«, sagte Tilo.

»Davon würde ich abraten. Davon ziehen Sie sich womöglich einen Bandscheibenvorfall zu, und wir sind aus dem Rennen. Dann müssen wir die nächsten zwölf Monate gemeinsam ins Fitnessstudio.«

»Eine gesunde Alternative.« Tilo lachte.

Lilly wurde das Gefühl nicht los, dass er mit ihr flirtete. Das hatte ihr gerade noch gefehlt! Vielleicht konnte dieser Gedanke ihre Beine dazu animieren, schneller zu rennen, um dem zu entgehen.

Der Startschuss fiel. Tilo sprintete in einem Tempo los, das Lilly ihm gar nicht zugetraut hätte. Sie selbst lief mit knapp dreizehn Sekunden über die Ziellinie und war total außer Atem.

Sina kam eben mit ihrer Sekretärin an der Sprintstrecke an und bekam das Ergebnis mit.

»Na, mein Lieber, damit wirst du in diesem Jahr wohl kaum unter den Top Five landen«, sagte sie zu Tilo, während Lilly etwas abseits immer noch versuchte, ihre Atmung wieder zu normalisieren. Sina lächelte süffisant zu ihr hinüber. »Mit ihr wirst du nicht einmal einen Blumentopf gewinnen.«

»Das macht nichts«, antwortete Tilo. »Du weißt doch – Dabeisein ist alles.«

Lilly hatte die Unterhaltung mitgehört, ließ sich aber nichts anmerken, als Sina weg war. Sie gingen zum Kugelstoßen, wo sie gute Werte erzielten. Beim Weitsprung lagen sie im Mittelfeld.

Die Disziplin Typisch Mann beinhaltete Gewichtheben. Jeder musste mindestens die Hälfte seines Körpergewichtes stemmen, für jedes weitere Kilo gab es Zusatzpunkte. Tilo brachte es auf zehn Kilo mehr.

Typisch Frau wartete mit Hula auf. Gemessen wurde die Zeit, bis der Reifen zu Boden fiel. Lilly nahm mit hochgezogenen Augenbrauen den Reifen auf. Verrückter ging es wohl kaum.

Tilo hob beide Hände zum Zeichen, dass er ihr die Daumen drückte. Lilly begann, und die Zeit lief. Und lief und lief und lief.

Bei der Art wie hüftschwingend Lilly den Reifen um ihre Taille hielt, wurden Tilos Augen immer größer. Minute um Minute verging.

Nach zehn Minuten brach der Trainer ab. »Das reicht. Sie haben das Maximum an Punkten herausgeholt«, sagte er anerkennend und trug das Ergebnis in Lillys Wertungskarte ein.

»Wow, wie haben Sie das nur gemacht?«, staunte Tilo.

Wie sollte sie ihm das erklären? Lilly zuckte mit den Schultern. »Keine Ahnung. Vielleicht weil es Typisch Frau war?«

»Der Punkt geht an Sie.« Tilo klopfte ihr freundschaftlich auf die Schulter.

Die letzte Disziplin, der Orientierungslauf, erforderte geistige und körperliche Aktivitäten. Sie bekamen den Plan von einem Irrgarten gezeigt, den sie sich zehn Sekunden lang ansehen durften. Danach mussten sie in den Irrgarten hinein. In dessen Mitte wartete die nächste Aufgabe auf sie.

»Das ist ja wie Geocaching ohne GPS-Daten«, meinte Tilo. »Ich glaube, da muss ich passen.«

»Ich hätte vielleicht einen Plan. Würden Sie mir folgen?«

»Wenn wir irgendwie vorankommen, folge ich Ihnen überall hin.«

Lilly lächelte und leitete ihn zielsicher durch das Labyrinth. In wenigen Sekunden hatten sie den Pavillon in der Mitte erreicht.

Erstaunt sah Tilo sie an. »Das geht jetzt nicht mit rechten Dingen zu.«

»Wieso? Der Typ hat uns doch die Karte gezeigt«, antwortete Lilly wie selbstverständlich.

»Ja, aber da war ja kein Weg eingezeichnet, wie wir hierher kommen. Es sei denn, Sie haben so etwas wie ein fotografisches Gedächtnis.«

»Das ist mir noch nicht aufgefallen. Früher habe ich gern Irrgartenrätsel in Zeitschriften gelöst. Vielleicht kommt es daher.«

Sie betraten den Pavillon und fanden dort eine Schatzkarte vor. Über einen unterirdischen Gang führte der Ausgang aus dem Labyrinth. Draußen angekommen, sollten sie dem Verlauf des Bildes folgen.

Völlig verdutzt starrte Tilo auf die Zeichnung. »Was heißt denn, ›dem Verlauf des Bildes folgen‹? Hier ist kein Wegweiser und nix eingezeichnet. Es zeigt nur die Landschaft, die wir hier vor uns haben – und das ist Wald.«

»Und irgendwo in diesem Wald gibt es eine Lichtung, wo wir den nächsten Hinweis finden.«

»Aber wir können doch nicht aufs Geradewohl durch das Dickicht kraxeln!«

Lilly sah sich um und entdeckte eine Strickleiter an einem Baum. »Da!« Sie schaute auf die Zeichnung und fand dort tatsächlich die Leiter.

»Sie sind der Navigator in Menschengestalt. Gehen wir.« Tilo bekam so langsam Spaß an dieser Schatzsuche.

Sie kletterten die Strickleiter hinauf und fanden sich auf einer Plattform wieder, von der aus eine schmale Hängebrücke zum nächsten Baum führte. »Das ist ja wie im Kletterwald«, murmelte Lilly vor sich hin.

Tilo ging voran, Lilly folgte ihm.

In der Mitte der Hängebrücke warf sie zufällig einen Blick zur Seite und hatte von da oben volle Sicht auf den Irrgarten, in dem eben Sina und ihre Sekretärin herumirrten. Wie zwei aufgescheuchte Hühner wuselten sie dort durch und verliefen sich in Sackgassen.

»Alles in Ordnung?«, rief Tilo vom anderen Ende der Hängebrücke.

»Ja, ich komme schon.« Lilly überquerte die Brücke zügig.

Verschiedene Hindernisse in den Bäumen kamen noch auf sie zu. Zuletzt trafen sie auf ein Seil, mit dem sie sich über einen breiten Bach schwingen mussten. Ließ man zu zeitig los, fiel man ins Wasser. Doch beide kamen trocken auf der anderen Seite an, und die Lichtung war in Sicht.

»Ich staune, wie Sie sich da oben in den Bäumen entlanggehangelt haben. Das hätte ich Ihnen, ehrlich gesagt, nicht zugetraut.«

Lilly sah Tilo an. »Danke«, sagte sie verlegen.

Das nächste Hindernis wartete. Blindes Vertrauen. Auf der Lichtung waren in einem Viereck Schnüre kreuz und quer in verschiedenen Höhen gespannt. Einer vom Team bekam die Augen verbunden, der andere musste ihn über diese Schnüre lotsen. Ein Streckenposten achtete darauf, dass alles korrekt ablief.

»So wie Sie uns durch den Irrgarten geleitet haben, vertraue ich Ihnen, dass Sie mich sicher durch dieses Netzwerk lotsen. Ich würde den Part der blinden Kuh übernehmen, wenn Sie damit einverstanden sind«, schlug Tilo vor.

»Ich habe nichts dagegen«, antwortete Lilly. Aber freiwillig hätte ich es nicht gemacht. Lilly bekam feuchte Hände. Wenn Sie nicht die richtige Ansage machte und ihr Vorgesetzter stolperte . . . Oh Gott!

Langsam, wie hoch und weit er sein Bein heben musste, um die jeweilige Schnur zu übersteigen, gab Lilly Tilo die Richtung vor. Manchmal haarscharf am Stolpern vorbei, leitete sie ihn jedoch sicher hindurch.

Mit Schweißperlen auf der Stirn zog er sich anschließend die Binde vom Kopf. »Ich hoffe nur, dass diese Hindernisbahn bald zu Ende ist. Das ist ganz schön anstrengend. Aber ich muss sagen, wir sind ein gutes Team.«

»Noch sind wir nicht am Ziel«, entgegnete Lilly.

Der Streckenposten übergab ihnen die nächste Karte. Sie mussten zum Bach zurück und mit einem Kanu dem Verlauf des Wassers folgen. An dessen Ende war der Zieleinlauf.

Sie paddelten los. Tilo gab den Takt vor. Nach etwa zwanzig Minuten erreichten sie mit schweren Armen das Ziel. Der Streckenposten trug die Ankunftszeit ein. Erschöpft fielen beide ins Gras. Sie hatten den Hindernismarathon geschafft. Zwei Teams waren schon vor ihnen angekommen. Auch sie ruhten sich im Gras aus.

Eine junge Frau vom Versorgungsteam brachte den beiden Mineralwasser und sammelte die...



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