Franzen | Die Teton-Sioux | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 238 Seiten

Franzen Die Teton-Sioux

Ein Volk kämpft!
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7575-9739-9
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Volk kämpft!

E-Book, Deutsch, 238 Seiten

ISBN: 978-3-7575-9739-9
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Teton-Sioux galten als das größte Reitervolk auf den zentralen Plains Nordamerikas und kämpften unter Red Cloud, Sitting Bull und Crazy Horse gegen die weißen Amerikaner, um ihr Land am Powder und ihre heiligen Black Hills zu verteidigen. In diesem Buch wird der letzte Freiheitskampf der Sioux beschrieben, so wie er sich von der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hin abgespielt hatte.

Michael Franzen, geboren 1965 in Böken, Schleswig-Holstein. Hauptschulabschluss. Gelernter Einzelhandelskaufmann und Werkzeugmechaniker. Seit der Jugendzeit Beschäftigung mit der amerikanischen Pioniergeschichte und seit 2017 freischaffender Autor. Zahlreiche Publikationen zum Thema Wilder Westen.
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Die Dakota


Nachdem wir Lewis und Clark auf ihrer langen abenteuerlichen Reise quer durch den nordamerikanischen Kontinent begleitet haben, wenden wir uns nun jenem Volk zu, dessen kriegerischer Häuptling Black Buffalo diese Expedition bereits zum frühen Zeitpunkt hätte zum Scheitern bringen können den Teton-Sioux.

Zur Familie der siouanischsprechenden Indianervölker gehören viele Stämme, darunter die der Kansa, Missouri (Missoura), Hidatsa (Minitari), Assiniboine, Stoney (Stein- oder Fels-Volk und eng verwandt mit den Assiniboine), Oto, Mandan, Crow (Absaroka), Iowa, Osage, Omaha, Ponca und die Dakota. Zu diesen am Missouri sowie den nördlichen Plains beheimateten Stämmen gesellten sich ferner die Winnebago (Ho-Chunk), die im heutigen Wisconsin beheimatet waren, sowie die Tutelo in Virginia, die Lumbee (North Carolina), Catawba (South Carolina), Quapaw (Arkansas), Yuchi (Tennessee und Georgia) sowie die Biloxi (Mississippi und Louisiana). Die Dakota („Freunde“ oder „Verbündete“) unterteilen sich dabei in die drei Hauptgruppen der östlichen Dakota. Sie lebten im heutigen Minnesota und nördlichem Iowa und wurden unter dem Namen Santee-Sioux bekannt, abgeleitet von dem Wort: Isányáthi = „Hersteller von Messern.“ Die Santee selber setzten sich aus den vier großen Gruppen der Sisseton („Bewohner der Fischgründe“), Mdewakanton („Die Bewohner vom Geistersee“), Wahpekute („Blätter-Schützen“) und Wahpeton („Dorf in den Blättern“) zusammen und ihr Sprachdialekt war das Dakota. Die zentralen Dakota, mit dem Sprachdialekt Nakota, setzten sich aus den beiden Gruppen der Yanktonai und Yankton zusammen, die westlich des Missouri Rivers im Gebiet des heutigen Nord- und Süddakota (Yanktonai) sowie Süddakota, Iowa und Minnesota (Yankton) beheimatet waren. Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts trennten sich die heutigen Assiniboine von den Yanktonai und wurden daher von den Sioux als Hohe = „Rebellen“ betitelt. Sie wurden enge Verbündete der Stoney, Plains Cree und Plains Ojibwa. Allerdings ist es heute eher zweifelhaft, ob die Yankton und Yanktonai tatsächlich zu den Nakota zu zählen sind. 1978 beschäftigten sich Douglas R. Parks, David S. Rood und Raymond J. DeMallie mit einer diesbezüglichen Forschung in den Reservaten der Sioux und Assiniboine, um den genauen Dialekt der Sioux-Sprache zu bestimmen. Sie stellten dabei fest, dass sowohl die Santee als auch die Yankton und Yanktonai sich unter dem Begriff „Dakota” auf sich selbst bezogen (und beziehen), während die Assiniboine als auch ihre in Kanada lebenden Verwandten, die Stoney, ausschließlich den Nakota- bzw. Nokoda-Dialekt sprechen. Die westlichen Dakota oder Teton-Sioux bzw. Titonuan, Titonwankin = „Präriebewohner“ waren gleichzeitig auch die bevölkerungsreichste Gruppe der Dakota, wobei man ihre Zahl um 1870 herum auf rund 10.000 Köpfe schätzte. Die Teton setzten sich aus sieben verschiedenen Gruppen zusammen und waren in den Gebieten der heutigen U.S.-Bundesstaaten Nord- und Süddakota, Montana, Wyoming und Nebraska beheimatet. Ihr Sprachdialekt war das Lakota.

Zur Gruppe der Teton-Sioux gehörten die Hunkpapa („Die am Eingang des Kreises lagern“), die Sihasapa („Schwarze Füße“ bzw. „Schwarze Mokassins“), die nicht mit der Algonkin-Sprachgruppe der Blackfeet zu verwechseln sind. Die Hunkpapa und Blackfoot-Sioux werden auch als nördliche Lakota betitelt. Zu ihnen gesellten sich die Miniconjou („Jene, die am Strom pflanzen“), wobei sich eine Gruppe um 1840 herum von ihnen abspaltete und unter dem Namen Sans Arcs („Die ohne Bogen jagen“) unabhängig wurde. Zu diesen beiden kamen noch die Two Kettle („Zwei Kessel“, „Zwei Abkochungen“) hinzu, die zusammen die zentralen Lakota bildeten. Zu den genannten fünf Gruppen gesellten sich noch die Brulé („Verbrannte Schenkel“, „Verbrannte Hüften“), sowie die Oglala („Die das Eigentum verteilen“, „Die sich zerstreuen“), wobei letztere auch als die stärkste Abteilung der Teton galten und zusammen mit den Brulé den südlichen Zweig des Volkes bildeten. Der Begriff Sioux (sprich: „Ssu“) ist eigentlich ein Wort aus der Sprache der Ojibwa, nämlich Nadouessioux, wobei die Silbe Nadoue = „Schlange“ und die Endsilbe Sioux = „Klein“ bedeutet. Somit bezeichneten die Ojibwa die Sioux auch als „Kleine Schlangen“ bzw. als „Kleine Nattern.“ Die Franzosen kürzten das Wort Nadouessioux schließlich dergestalt, dass nur noch die Endsilbe Sioux übrig blieb. Das Wort Sioux wird dabei oftmals mit Dakota gleichgesetzt, doch dieses ist nicht richtig, denn die drei genannten Gruppen der Dakota bildeten lediglich einen Teil der Gesamtheit aller Sioux-Stämme. Möchte man sich diesbezüglich eine Eselsbrücke bauen, dann muss man sich nur merken, dass ein Dakota immer ein Sioux, ein Sioux aber nicht unbedingt ein Dakota sein muss.

Häufig werden die sieben Untergruppen der Teton-Sioux auch als die Oceti Sakowin = „Die Sieben Ratsfeuer“ bezeichnet, doch dieses ist ebenfalls nicht richtig, denn „Die Sieben Ratsfeuer“ umfassten die ursprünglichen Stämme der Dakota:

Die ersten Forscher hatten herausgefunden, dass die Sioux – ähnlich den Cherokee (…) – sich selbst als „Die Sieben Ratsfeuer“ bezeichneten, ein Name, der sich auf die sieben Untergruppen des Volkes bezog (…) Die Mdewakanton, Wahpekute, Sisseton und Wahpeton lebten relativ nahe beieinander bei einem See, der als Spirit oder Knife bekannt war, weshalb man sie alle „Knife“ nannte. Die Franzosen machten daraus Santee. Sie sprechen den Dakota-Dialekt, der kein „l“ benutzt, und nennen sich selbst Dakota. Die Yankton und Yanktonai siedelten zwischen den Santee und den Teton (…) Der westliche Stamm der Teton, deren Name Tinta „Steppenbewohner“ bedeutet, war so zahlreich, dass er sich selbst wiederum in sieben Unterstämme gliederte.“

Mails, „ICH SINGE MEIN LIED FÜR DONNER, WIND UND WOLKEN“ S. 27 u. 28

Bis zum Aufstand der Santee, 1862 in Minnesota, waren die Mdewakanton die größte Gruppe der Oceti Sakowin, doch nach der Niederlage gegen die Weißen, mussten sie ihre Stellung innerhalb der Allianz an die größte Gruppe der Teton, den Oglala, abtreten.

Die große Familie der Sioux lebte vor dem 16. Jahrhundert als sesshafte Bodenbauern in den heutigen Carolinastaaten an der Ostküste der USA, bevor sie nach 1500 ihre angestammte Heimat verließen, wahrscheinlich, um Konflikten mit den zahlenmäßig stärkeren Irokesen aus dem Weg zu gehen. Ein großer Teil der Sioux überquerte die Alleghennies, zog das Tal des New River hinunter und wanderte den Ohio bis zu dessen Mündung in den Mississippi entlang, wo sie sich um 1600 herum ansiedelten. Auf ihrer weiteren Wanderung nach dem Norden erreichten die Sioux um das Jahr 1640 herum das östliche heutige Minnesota, wo sie sich rund um den Mille Lacs, westlich der Großen Seen ansiedelten und zunächst in Frieden zu ihren indianischen Nachbarn lebten. Dieses änderte sich, als man sich mit den Ojibwa (Chippewa) um die Wild- und Fischgründe als auch die Wildreisfelder stritt. Bis in das Jahr 1679 hinein kämpften die beiden Parteien um die Vorherrschaft am Südufer des Lake Superior, bevor es zwischenzeitlich zu einem kurzfristigen Frieden kam. Diese Zeit nutzten die Dakota, um sich zwei weiteren Widersachern, nämlich den Cree und Assiniboine zuzuwenden, derweil sich die Ojibwa in dieser Zeit neutral verhielten. Zwischen ihnen und den Dakota entwickelte sich sogar ein reger Handel, wobei letztere den Ojibwa ein Jagdrecht auf ihrem Land einräumten. Der Friede hielt bis in das Jahr 1736 hinein an und bis dahin hatten die Dakota das Gebiet westlich des Lake Superior in ihren Besitz genommen. In jenem Jahr drangen die Franzosen bis in das Missouri-Gebiet vor und begannen, regen Handel mit den Ojibwa zu treiben. Dieses führte am Ende dazu, dass die Dakota ihnen das Jagdrecht wieder entzogen, was zu erneuten Feindseligkeiten zwischen den beiden Völkern führte. Diesmal jedoch gingen die Ojibwa ein Bündnis mit den Cree und Assiniboine ein und derart gestärkt, gelang es ihnen schließlich auch, die Dakota aus dem Gebiet rund um den Lac Court Oreilles und dem Lac du Flambeau nach Süden zum Minnesota River hin zu verdrängen. Erst um das Jahr 1780 herum schloss man einen neuerlichen...



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