Friedrich | Andaria | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Friedrich Andaria

Die Geschichte vom Nebelberg
3. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7481-9513-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Geschichte vom Nebelberg

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

ISBN: 978-3-7481-9513-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Andaria ist eine Fantasygeschichte mit Spannung und vielen Wendungen. Als das Land in große Not gerät und droht ins Chaos zu stürzen, da macht sich eine mutige Gruppe auf den Weg um das Böse zu bekämpfen und alles wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Tim Friedrich, Jahrgang 1982, wohnt im Raum Mainz
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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 1


Einst war Andaria ein schönes Land.

Eine Welt mit schönen grünen Wiesen, glasklarem Wasser und

wundervollen Bergen.

Die Völker Andarias herrschten friedlich über ihre Ländereien,

sie betrieben einen ausgeglichenen Handel untereinander und

standen ständig in engem Kontakt.

Niemals setzte einer den anderen unter Druck oder versuchte

sich beim Handeln einen Vorteil herauszuholen. Alles blieb stets

fair.

Die Menschen wurden angeführt von ihrem König Ludwig,

einem König mittleren Alters mit blonden Haaren und einem

gedrehten blonden Bart. Er trug stets die tollsten

Seidengewänder. Doch er hatte seine Frau vor einigen Jahren

ohne einen Stammhalter verloren. Seither hatte keine Frau mehr

sein Herz berühren können, aber dennoch war er loyal, liebevoll

und fürsorglich gegenüber seinem Volk. Die Menschen lebten in

der Mitte des Landes in einer riesigen Festung, in der ein Schloss

der höchsten Kunst stand.

Ihre mechanischen sowie technischen Fähigkeiten waren in ganz

Andaria unumstritten.

Sie bauten die schönsten Burgen und Schlösser, die man je

gesehen hatte.

Im Osten des Landes, da lebten die Feen.

Wesen mit zarter schöner Haut und Flügen, meist mit langen

blonden Haaren. Die Schönheit der Feen wurde nur noch durch

ihr Wissen über die Natur übertroffen.

Durch ihre Samen und ihre Bepflanzungskunde musste kein

einziges Lebewesen in ganz Andaria Hunger leiden.

Im Sommer gab es immer frisches Obst, im Frühling und im

Herbst gab es Nüsse und andere Früchte und selbst für den

Winter hatten die Feen eine seltsame Frucht namens

Winterfrucht gezüchtet. So war für Essen immer im ganzen

Land gesorgt.

Ihre Königin Astrala, eine etwas größere Fee mit langen

schwarzen Haaren in einem Kleid mit Diamanten bestickt, die

übrigens die schönste aller Feen war, herrschte friedlich und

wohlwollend den anderen gegenüber, aber vor allen Dingen lag

ihr ihr eigenes Volk sehr am Herzen.

Im Norden lebten die großen Wölfe,

die Herrscher über das Tierreich. Sehr starke, aber auch stolze

und intelligente Wesen. Eine Art, die fast doppelt so groß war wie

normale Wölfe.

Sie konnten auf zwei Beinen oder auf vier Beinen laufen und sich

bewegen, ihr glänzendes grau-weißes Fell schimmerte wie kleine

Kristalle im Sonnenlicht.

Da die Wölfe so clever waren, sammelten sie das ganze Wissen

aller Völker, sie archivierten es und gaben jedem Zugang, damit

jedes Volk in der Lage war, sich ständig mit Hilfe der anderen zu

erweitern und zu verbessern.

Ihr Anführer Endokan unterschied sich kaum von den anderen,

er war ein wenig größer und hatte am Hals einen braunen

Fellstreifen, diesen hatten alle seine Vorfahren, die schon immer

die Anführer der Wölfe gewesen waren, und immer dann, wenn

der braune Streifen im Alter verblasste, wurde die Leitung an

den nächsten Nachfahren weitergegeben. Zudem hatte Endokan

ein großes Herz und einen Weitblick, beides Eigenschaften, für

die ihn die anderen Völker sehr mochten. Wenn jemand einen

Rat brauchte, dann konnte er Endokan fragen.

Die Wölfe hatten zudem die Aufgabe aufzupassen, dass kein Volk

das andere hinterging oder beim Handeln betrog. Was aber nie

der Fall war.

Im Wasser lebten die Meerjungfrauen, ebenfalls schöne Wesen

mit hellblauer Haut. Sie konnten sich sowohl im Wasser als auch

einige Stunden an Land aufhalten. Ihre Stimmen glichen einer

Melodie, und wenn eine Meerjungfrau mit dir sprach, dann war

es so, als würde die schönste Melodie auf der Welt erklingen.

Sie wussten alles über das Wasser und seine

Nutzungsmöglichkeiten, mehr, als man sich vorstellen konnte.

Natürlich kannten sie jedes Unterwasserwesen und konnten

sogar mit ihnen sprechen.

Zudem verfügten sie über ein umfassendes Wissen der Medizin

und Heilkunde. Wenn jemand mal krank wurde und nicht

wusste, was zu tun ist, dann musste er nur zu den

Meerjungfrauen und wurde in Windeseile geheilt.

Sie lebten mit ihrer Königin Melodie, und während normale

Meerjungfrauen grasgrüne Flossen hatten, so hatte die Königin

eine goldene funkelnde Flosse. Ihre Heimat war eine Stadt tief im

Meer, in der Mitte dieser Stadt stand ein Palast aus Gold und

Diamanten, und man konnte ihn unter Wasser schon von weitem

sehen.

Um zu ihnen zu gelangen, musste man natürlich ein bestimmtes

Kraut, das Aquakraut, zu sich nehmen, da die anderen Völker

ohne dieses nicht unter Wasser atmen konnten.

Aber auch von diesem Kraut gab es genug in ganz Andaria, denn

die Feen hatten es mit Hilfe der Meerjungfrauen schon vor

Jahrhunderten gezüchtet.

Im Nordosten, da lebten die Waldbuckler, auch Waldzwerge

genannt. Sie hatten lange Bärte und eine spitze Nase, und nie war

einer der Waldbuckler größer als 1,60 Meter. Sie lebten in

kleinen Hütten mitten im großen Wald. Selbst ihr König lebte

nur in einer bescheidenen Hütte, zwar größer als die anderen,

aber dennoch auch bescheiden. Nuktutk war leger gekleidet wie

alle Waldbuckler. Was ihn von den anderen unterschied, das war

sein langer grauer Bart, in dem sich meist irgendwelches

Ungeziefer verfing. Er hatte zwar eine Krone, aber die trug er

selten. Höchstens dann einmal, wenn es zu Festlichkeiten kam.

Die handwerklichen Fähigkeiten der Waldbuckler suchten

ihresgleichen. Sie bauten die besten und stabilsten Werkzeuge,

die im ganzen Land benutzt wurden. Ihr Wissen über Holz, die

Beschaffenheit und Bearbeitung, was man mit Holz alles machen

kann, war unübertroffen. Sie konnten mit den Bäumen

kommunizieren und Nachrichten von einem Baum zum anderen

schicken.

So lebten die Völker einige Jahrhunderte zusammen in Frieden

und Wohlstand. Der Handel untereinander florierte und

entwickelte sich eher zu einem wohlwollenden Tausch als alles

andere. Sobald jemand etwas brauchte, waren die Völker meist

bereit, sogar mehr zu geben, ohne eine Gegenleistung zu

verlangen.

Die Völker und die Ländereien in Andaria blühten immer mehr

auf.

Doch es gab auch Gebiete in Andaria, die noch keiner entdeckt

hatte und die völlig unerforscht waren. So auch die großen Berge

im Nordwesten. Riesige prachtvolle Berge, die direkt

aneinandergereiht waren. Man konnte nicht sehen, wo einer der

Berge anfing und wo der andere aufhörte. Zudem versperrte ein

seltsamer grüner Nebel die Sicht auf die Berge, so dass man

kaum etwas sehen konnte. Man wusste nicht, ob es hinter den

Bergen noch mehr zu sehen gab oder ob es reine Berglandschaft

war.

Was war nur dort? Waren es nur Bergland und Einöde? War es

noch mehr Land? Oder waren die Berge sogar voll mit Gold und

Edelsteinen? Fragen über Fragen, die sich auch König Ludwig

schon oft gestellt hatte. Aber die Gemeinschaft der Völker hatte

sich schon vor Jahren entschieden, sich von dem Berg

fernzuhalten. Da weder jemand den Nebel abschätzen konnte

noch sonst wie wusste, was es mit dem Berg auf sich hat.

Alle Völker hatten abgestimmt, wenn König Ludwig auch

damals protestierte und versuchte, den Blick auf Reichtümer

und Ländereien zu lenken, so ließ sich kein anderes Volk bei der

Konferenz von ihm überzeugen.

Zwar murrte der König, aber mit einem verzerrten Gesicht und

einem schlechten Gefühl stimmte er mit der Gemeinschaft

überein.

Eines schönen Sommertages ging Ludwig an einem kleinen See

außerhalb der Burg spazieren. Es war sein Lieblingssee, hier

hatte er Ruhe und konnte sich von den Pflichten eines Königs so

richtig erholen. Nie kam jemand anderes zu dem See, was

Ludwig sehr gefiel.

Genauso gut gefiel ihm, dass das Wasser des Sees immer in

Bewegung war, denn ein kleiner Bachlauf, der aus der Richtung

der Nebelberge zu kommen schien, speiste ihn mit Wasser.

Ludwig konnte stundenlang auf das in der Sonne schimmernde

Wasser schauen und die schönen Fische, die zum Teil bunt wie

ein Regenbogen waren, beim Schwimmen beobachten.

Er wollte sich nach einigen Stunden der Erholung gerade auf den

Heimweg machen, da sah er ein kleines weißes Pergament, das

den Bachlauf des Sees herunterkam. „Was ist das?“, dachte

Ludwig bei sich. Und bevor er richtig darüber nachdenken

konnte, griff er reflexartig zu. Glück gehabt, denn beinahe wäre

das Papier im See gelandet und wahrscheinlich bei der Weite des

Sees nicht mehr zu finden gewesen.

Sorgsam nahm der König das Papier und faltete es auseinander,

und siehe da, es stand eine Nachricht...



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