Fury | Eine tödliche Einheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 400 Seiten

Reihe: Die Kolt-Raynor-Serie

Fury Eine tödliche Einheit

Thriller
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-86552-902-2
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller

E-Book, Deutsch, Band 5, 400 Seiten

Reihe: Die Kolt-Raynor-Serie

ISBN: 978-3-86552-902-2
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Scharfschütze auf der Jagd nach Kolt Raynor. Kolt »Racer« Raynor und sein Delta-Force-Team sollen den amerikanischen Präsidenten während einer NATO-Mission in Griechenland beschützen. Als der Präsident gerade eingetroffen ist, passiert das Unvorstellbare: Die Kugel eines Attentäters reißt den griechischen Premierminister aus dem Leben. Raynor erkennt den Mörder an seiner grausigen Handschrift: eine Kugel durch das linke Auge seines Ziels. So tötet nur Rasim Miric. Die Jagd nach dem Attentäter endet, als Miric sich anscheinend selbst in die Luft sprengt. Aber Raynor glaubt nicht an den Tod des Scharfschützen. Er ist überzeugt, dass Mirics Amoklauf gerade erst beginnt … Brad Thor: »Lest Dalton Fury. Weils keiner besser kann.« Kirkus Reviews: »Fury ist ein ehemaliger Delta-Force-Soldat. Er verleiht der Action eine realistische Schnellfeuer-Atmosphäre.«
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Prolog

Athen

Es war eine beeindruckende, sogar spektakuläre Aussicht, aber der Mann, der am Berghang auf dem Bauch lag, interessierte sich nur für einen sehr kleinen Ausschnitt davon: den Sechs-Grad-Winkel, der vom Objektiv seines PSO-1M2-Zielfernrohrs auf seinem SVD-63-Dragunov-Scharfschützengewehr vergrößert wurde.

Sein besonderes Interesse galt einem Bereich, der fast exakt einen Kilometer südlich sowie 100 Höhenmeter unterhalb seiner Position lag. Auf diese Entfernung erfasste das Zielfernrohr einen ungefähr 80 Meter breiten Abschnitt. Auf der rechten Seite des Fadenkreuzes war eine durchgängige, grüne Masse zu sehen: die Bäume und Pflanzen des weitläufigen Nationalgartens. Links waren nur wenige Bäume sichtbar; im Vordergrund ragten hohe Gebäude auf. Die vier senkrecht angeordneten Winkel in der Mitte des Visiers lagen über dem grauschwarzen Asphaltstreifen zwischen diesen beiden kontrastierenden Umgebungen. Dieser Streifen war das Einzige auf der Welt, das für den Mann zählte.

Auf der Parkseite war der Bürgersteig voller Menschen, die durch Holzbarrikaden und Absperrbänder vom Betreten des anderen Bereichs abgehalten wurden. Aber es fuhren keine Autos auf der Straße. Sie war am Vorabend gesperrt worden und man hatte die dort parkenden Fahrzeuge entfernt.

Der Scharfschütze ließ den Blick über das Strichbild zur stadiametrischen Entfernungsmessung im linken, unteren Bereich des Objektivs wandern, eine aufwärts gebogene, unterbrochene Linie, die in 100-Meter-Abständen mit Distanzmarkierungen versehen war – von 1000 Metern am linken Ende der Kurve, dem tiefsten Punkt, bis zu 2000 Metern am rechten, höchsten Punkt.

Mit seiner rechten Schulter – keine seiner Hände war auch nur in der Nähe des Abzugsbügels – verschob er das Gewehr auf dem Zweibein, nahm eine beinahe unmerkliche Korrektur vor. Dann legte er das Muster zur Entfernungsmessung über einen Polizisten, der links von der Barrikade stand, sodass die Füße des Mannes die untere Linie berührten und die Oberseite seiner Schirmmütze an der Kurve lag, eine Winzigkeit rechts von der unbeschrifteten Markierung für 900 Meter. Diese ungefähre Messung stimmte nicht mit der weit präziseren überein, die er mit dem GPS vorgenommen hatte, und er tendierte dazu, dem GPS zu glauben.

Der Entfernungsmesser war auf eine durchschnittliche Körpergröße von 1,70 Metern kalibriert, etwas größer als der Schütze selbst – 1,66 Meter –, aber kleiner als der Durchschnitt in der westlichen Welt. Man hatte ihm gesagt, dass seine Größe, beziehungsweise seine Kleinheit, auf Unterernährung in der Kindheit zurückzuführen sei. Aber dieses Thema spielte keine Rolle für ihn. Viele Männer waren eitel, wenn es um ihre Größe ging. Sie trugen Plateauschuhe oder dicke Absätze, um den empfundenen Mangel auszugleichen. Der Scharfschütze wusste jedoch nur allzu gut, dass man auffiel, wenn man in einer Menschenmenge andere überragte, und das konnte den Tod bedeuten, vor allem in seinem Beruf. Der Polizist war wahrscheinlich größer, eher 1,80 Meter, was die Abweichung erklärte. Natürlich gab es Methoden, solche Messungen zu überprüfen. Menschen konnten unterschiedlich groß sein, aber bei Waffen war dies seltener der Fall. Hätte der Polizist ein Gewehr getragen, hätte der Schütze die Länge seines Unterarms mit derjenigen der Waffe vergleichen und so mit hinreichender Genauigkeit die Größe des Mannes bestimmen können. Doch aus dieser Entfernung, die die effektive Reichweite des Dragunov weit übertraf, war es so gut wie unmöglich, dies festzustellen. Er wusste nur, dass der Mann ein Polizeibeamter war, weil dieser ein hellblaues Uniformhemd und eine dunkle Mütze trug. Und natürlich weil er auf der anderen Seite der Barrikade stand. In jedem Fall genügte die Entfernungsmarkierung jenseits der 800 Meter nur für eine ungefähre Einschätzung. Im Moment beschäftigte er sich nur damit, um die Langeweile zu vertreiben.

Er hatte bereits mehrere Stunden reglos an diesem Hang gelegen, nur fünf Meter abseits eines der Pfade, die sich über ihm schlängelten. Während dieser Zeit waren Dutzende von Wanderern und Touristen an ihm vorbeigekommen, aber unter der Tarnplane hatte ihn niemand bemerkt, ebenso wenig das Gewehr oder die Sandsäcke, die es so gut wie unbeweglich machten. Um ihn selbst unbeweglich zu machen, gab es keine anderen Mittel als Geduld und Disziplin, aber davon besaß er genug.

Er schloss das Auge und die Welt verschwand, aber vor seinem inneren Auge sah er die Einzelheiten noch vor sich. Der waldige Hang, der ihn umgab. Die Stadt, die sich unter ihm erstreckte. Die Straße. Die Menge.

983 Meter. Das war die tatsächliche Distanz zur Spitze des obersten Winkels im Visier, die das bis auf einen Meter genaue GPS anzeigte. Diesen Punkt würde das 7,62-mal-54-Millimeter-Geschoss treffen, wenn er den Abzug betätigte, vorausgesetzt seine Höhenverstellung war korrekt und der Wind blieb konstant. Aber wenn die Zeit gekommen war abzudrücken, würde die Kugel natürlich nicht exakt diese Stelle treffen. Das Ziel würde an einem anderen Ort sein, ein paar Meter entfernt von diesem Referenzpunkt, vielleicht auch ein paar Meter weiter weg oder näher, und diese kleinen Unterschiede führten zu erhöhter Unsicherheit. Er würde rasend schnell Anpassungen an der Lage des Gewehrs und den Einstellungen des Zielfernrohrs durchführen müssen.

Ohne das Auge zu öffnen, bewegte er langsam die rechte Hand zum billigen Transistorradio in seiner Brusttasche und drehte am Rädchen, um es einzuschalten. Es war auf die Frequenz eines einheimischen Nachrichten- und Talksenders eingestellt, der auf Griechisch sendete, einer Sprache, die er beherrschte, wenn auch nicht fließend. Bis jetzt hatte er das Radio ausgeschaltet gelassen, teilweise weil es eine unnötige Ablenkung bedeutet hätte, aber vor allem, weil trotz der flachen Ohrenstöpsel, die das Signal direkt in seinen Gehörgang schickten, immer ein Risiko blieb, dass ein Passant mit guten Ohren das Radio hörte und der Sache auf den Grund gehen wollte. Aber jetzt musste er wissen, was sich in der Welt jenseits des schmalen Streifens abspielte, den er durch das Fernrohr beobachtete.

Fast eine Minute lang hörte er zu und bemühte sich, aus den vertrauten Worten in unvertrautem Kontext ein Mosaik zusammenzusetzen, bis schließlich etwas in seinem Kopf klick machte und ein klares Bild zu entstehen begann.

Er öffnete sein Auge, richtete es wieder auf diesen speziellen Punkt in mehr als 900 Metern Entfernung, hörte jedoch weiter zu, bis der Wetterbericht kam.

Klarer Himmel. Die Temperatur betrug 30 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit 40 Prozent, die Regenwahrscheinlichkeit lag bei null und der gelegentliche Wind blies mit acht Stundenkilometern aus nördlicher Richtung.

Der Scharfschütze spähte wieder durch das Fernrohr, bemerkte die leichte Bewegung der Äste auf der rechten Seite des Parks und beschloss, die Einstellungen nicht zu verändern. Wenn die Bäume sich immer noch bewegten, wenn der Moment der Wahrheit gekommen war, würde er um eine Winzigkeit weiter nach rechts zielen, um den Wind zu kompensieren – eine Technik, die man, wie er erfahren hatte, als Kentucky-Windvorhalt bezeichnete.

Diesen Ausdruck hatte der Offizier vom amerikanischen Militär benutzt, der ihn im gleichen Atemzug als »Naturtalent« bezeichnet hatte. Der Scharfschütze hatte schon damals fließend Englisch gesprochen, aber dieses Wort hatte ihn verwirrt, und er hatte den Amerikaner gebeten, es näher zu erläutern. »Das bedeutet, du hast eine Gabe dafür«, hatte der Offizier ihm erklärt. »Eine natürliche Gabe für das Distanzschießen.«

Diesen Satz würde er nie vergessen, ebenso wenig den Mann, der ihn ausgesprochen hatte.

Es war die Wahrheit. Er hatte zwar nur wenig Unterricht in den Grundlagen des Schießens erhalten, besaß jedoch ein intuitives Verständnis für das Zusammenspiel räumlicher und ballistischer Faktoren, die bestimmten, ob eine Kugel ihr Ziel traf. Mit der Zeit und mit wachsender Erfahrung hatte er seine Fähigkeiten verfeinert, bis er ein Geschoss mit beinahe hundertprozentiger Verlässlichkeit genau dorthin schicken konnte, wo er wollte, jedes Mal wenn er den Abzug drückte.

Heute würde es nicht anders sein.

Als der Wetterbericht zu Ende war, drehte er am Rädchen und schaltete das Radio aus. An den Mienen und Gesten der Schaulustigen erkannte er, dass die Ankunft kurz bevorstand. Und tatsächlich fuhr im nächsten Moment eine Reihe von Polizeiwagen und Motorrädern durch sein Sichtfeld, die vier fast identische, schwarze Cadillac Escalades mit schwarz getönten Fensterscheiben eskortierten.

Die imposanten Luxus-Sportfahrzeuge kamen zum Stehen. Im Zielfernrohr waren drei von ihnen sichtbar. Der mittlere Wagen lag genau am Zielpunkt.

Der Schütze wartete.

Die Seitentüren der schwarzen SUVs öffneten sich exakt gleichzeitig, schwangen über die Schotterdecke auf, und mit perfekt synchronisierten Bewegungen stiegen Männer in schwarzen Anzügen heraus.

Der Blick des Scharfschützen wanderte zum Rand des Visiers. Er prüfte, ob die Baumspitzen sich noch bewegten. Alles war reglos. Der Wind hatte aufgehört.

Die Männer in den Anzügen standen jetzt ein paar Schritte von den Autos entfernt. Sie drehten die Köpfe hin und her, scannten die Umgebung, hielten nach Gefahren Ausschau. Er wusste, dass diese Männer nur das öffentliche Gesicht der Schutzmannschaft waren. Sicherlich waren noch viele andere Agenten im Gebiet, manche inmitten der Menge, andere in den umliegenden Gebäuden. Sie verfolgten das Eintreffen der Wagen durch Zielfernrohre, so wie er, nur...


Fury, Dalton
Dalton Fury war ein ehemaliger Kommandant der Delta Force, der in über 90 geheimen Missionen eingesetzt wurde. Nach dem Terroranschlägen des 11. September 2001 erhielt er den Auftrag, mit seinem Team den meistgesuchten Mann der Welt zu finden und zu töten – die Einzelheiten schildert er in seinem ungewöhnlichen Tatsachen-Bestseller Kill Bin Laden.
Seine Erfahrungen in der Delta Force nutzte Dalton, um die explosiven Thriller mit Kolt ›Racer‹ Raynor so realitätsnah wie möglich zu schreiben.
Der Autor erlag Ende 2016 einer Krebserkrankung.

Die Kolt-Raynor-Serie:
BLACK SITE - Das Geheimlager
TIER ONE WILD - Orden für die Toten
FULL ASSAULT MODE – Auf zum Angriff
ONE KILLER FORCE - Absolut tödlich
EXECUTE AUTHORITY - Eine tödliche Einheit



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