E-Book, Deutsch, Band 1659, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Garbera Süße Rache & sündige Küsse
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86295-337-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1659, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-337-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Weil sie bei ihrer ersten Begegnung noch keine Superfigur hatte und keinen so gewagt geschnittenen Rock trug, erkennt Steven Devonshire sie jetzt nicht?! Chefredakteurin Ainsley ist empört. Aber sie will dem smarten Londoner Kaufhausboss zeigen, wie es ist, erst heiß verführt und dann eiskalt fallen gelassen zu werden. Beim Interview wirft sie ihm immer wieder vielsagende Blicke zu - und bekommt selbst weiche Knie, als Steven sie zum Abschied küsst. Wieder hat er eine verzehrende Leidenschaft in ihr geweckt. Doch darf Ainsley seinen sanften Worten dieses Mal trauen?
USA-Today-Bestsellerautorin Katherine Garbera hat schon mehr als neunzig Romane geschrieben. Von Büchern bekommt sie einfach nicht genug: ihre zweitliebste Tätigkeit nach dem Schreiben ist das Lesen. Katherine lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem verwöhnten Dackel in England.
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1. KAPITEL
„Ich habe eine Idee“, sagte Steven zu Dinah, seiner Stellvertreterin bei Raleighvale Porzellan am Telefon.
„Das letzte Mal, als du das gesagt hast, musste ich anschließend der römischen Polizei ein paar unangenehme Fragen beantworten.“
Er lachte. „Dieses Mal bekommst du es nicht mit der Polizei zu tun.“
„Das besänftigt meine Ängste nicht wirklich. Was hast du dir diesmal in den Kopf gesetzt?“
„Was weißt du über Kaufhäuser?“
„Warum?“
„Was hältst du davon, meine Stellvertreterin zu werden?“
„Ich dachte, das wäre ich bereits“, sagte sie.
„Für die Everest-Kaufhäuser. Ich rufe dich aus meinem neuen Büro an.“
„Die Firma deines Vaters? Du hast gesagt, das würdest du niemals tun. Warum jetzt doch?“
Steven redete nicht über sein Privatleben. Niemals.
„Das geht nur mich etwas an. Ich denke es genügt, wenn ich dir versichere, dass ein großer Bonus für dich drin ist, wenn du mir hilfst, diesen Zweig des Everest- Konzerns zu dem erfolgreichsten zu machen.“
„In Ordnung. Wann brauchst du mich?“, fragte Dinah.
„In vierundzwanzig Stunden oder so. Ich muss mich noch akklimatisieren und ein Büro für dich finden. Bring deine Assistentin mit, sobald wir hier erst mal alles geregelt haben, suchen wir jemanden, der dich bei Raleighvale vertritt.“
„Vierundzwanzig Stunden ist nicht viel Zeit“, meinte sie.
„Stimmt, aber du schaffst das. Ich melde mich wieder.“
„Steven?“
„Ja?“
„Bist du dir sicher? Ich kenne dich …“
„Ich bin mir immer sicher“, erwiderte er und legte auf. Niemand kannte ihn wirklich und ganz sicherlich nicht Dinah.
Steven hatte die Porzellanfirma von seinem Großvater übernommen. Gegründet im Jahr 1780, um mit der Firma Wedgwood zu konkurrieren, hatte Raleighvale sich darauf spezialisiert, echt englisches Porzellan herzustellen. Sie waren jetzt die Produzenten für das Königshaus, eine Tatsache, die Dinah Miller neuen Kunden gegenüber gern hervorhob. Außerdem hatte sie erst kürzlich einen neuen Auftrag an Land gezogen: Sie waren jetzt der offizielle Porzellanausstatter für den neuen Präsidenten Frankreichs. Steven war überzeugt, dass Dinah genauso erfolgreich in ihrer neuen Position sein würde.
Sein iPhone zeigte ihm eine neue Nachricht an. Sie war von Geoff, der fragte, ob er sich mit ihm und Henry zu einem Drink im Athenaeum Club treffen wollte. Er sagte zu und griff nach dem Telefon, als es klingelte.
„Devonshire.“
„Hier ist Hammond aus dem Leicester Square Geschäft. Tut mir leid, dass ich Sie behelligen muss, Sir, aber wir haben hier einen Notfall.“
„Warum kümmert sich der Geschäftsführer nicht darum?“, wollte Steven wissen. Er erinnerte sich nicht, den Namen Hammond auf der Liste der Abteilungsleiter für dieses Kaufhaus gesehen zu haben.
„Ich bin Verkäufer im Erdgeschoss, Sir. Die Geschäftsführerin ist zur Mittagspause und geht nicht an ihr Handy. Aber wir können nicht warten, bis sie zurück ist.“
„Was ist los?“, fragte Steven.
„Jemand hat mitten auf der Verkaufsfläche sein Equipment aufgebaut und schießt Fotos von Jon BonGiovanni, dem Sänger, und die Leute blockieren die Aufzüge. Sie rühren sich nicht von der Stelle.“
„Ich komme sofort.“
Er legte auf und schnappte sich sein Jackett, um sich umgehend darum zu kümmern. Das fehlte ihm gerade noch, an seinem ersten Tag einen Einbruch der Verkaufszahlen zu erleben.
Als er am Leicester Square ankam, betrat er das Kaufhaus und verschaffte sich einen Überblick.
Das Problem war offensichtlich. Ein Model und ein Fotograf samt Assistent wuselten mitten auf der Verkaufsfläche herum – genau, wie Hammond berichtet hatte, und die Leute scharten sich darum. Erst als er näher kam, sah er Jon BonGiovanni, den älteren Rockstar, der seine Glanzzeit in den Siebzigern mit der Gruppe Majestica gehabt hatte.
„Was ist hier los?“, fragte Steven, als er sich der Gruppe näherte.
„Wir versuchen, ein Fotoshooting durchzuführen. Ein Shooting, das von der Filialleiterin abgesegnet worden ist. Aber heute scheint niemand mehr zu wissen, dass das vereinbart war“, erklärte der Fotograf.
„Ich bin der Geschäftsführer. Steven Devonshire.“
„Davis Montgomery.“
Steven hatte von Davis gehört. Der Mann war eine Legende und hatte sich mit Fotos von Bob Dylan, John Lennon, Mick Jagger und Janis Joplin einen Namen gemacht.
Steven schüttelte dem Mann die Hand. „Freut mich, Sie kennenzulernen. Aber Sie können hier nicht in der Hauptverkaufszeit Ihr Fotoshooting durchführen.“
„Ainsley hat die Erlaubnis dafür bekommen.“
„Wer ist Ainsley?“
„Ich.“
Die Frau, die hinter ihm erschien, war … atemberaubend. Sie hatte volles, fast schwarzes Haar, das zu einem Pferdeschwanz hochgebunden war. Ihr dunkles Haar und die Alabasterhaut waren das Erste, was Stevens Aufmerksamkeit erregte, doch als er seinen Blick langsam über ihren Körper schweifen ließ, war er genauso hingerissen von ihrer Figur. Sie trug eine schmal geschnittene, langärmlige Bluse, die die Taille betonte, und einen engen schwarzen Rock, der die kurvige Hüfte umschmeichelte. Ein breiter roter Gürtel akzentuierte noch zusätzlich ihre Figur. Sie war seine zum Leben erwachte Traumfrau. Und als er dann noch einen Blick auf ihre langen Beine warf, hätte Steven fast laut gestöhnt. Sie war die Verkörperung eines jener Pin-up-Girls, die schon als Teenager seine Fantasie beflügelt hatten.
„Und wer sind Sie, Miss Ainsley?“
Die Frage schien sie ein wenig zu verunsichern, und er fragte sich, ob er hätte wissen sollen, wer sie war. Sie hatte einen leicht amerikanischen Akzent und kam ganz offensichtlich aus der Mode- oder Musikbranche. Doch er war sich sicher, er würde sich an sie erinnern, wenn er sie schon mal getroffen hätte.
„Ainsley Patterson, Chefredakteurin des Fashion Quarterly.“
„Ihr Name kommt mir bekannt vor, aber ich glaube, wir hatten noch nicht das Vergnügen.“
„Wunderbar“, meinte Davis. „Jetzt kennt ihr euch, und ich würde gern weiterarbeiten.“
„Mr. Devonshire kommt uns sicherlich entgegen. Schließlich haben wir die Genehmigung vom Anwalt seines Vaters bekommen.“
Steven war es leid, von seinem Vater zu hören. Malcolm und er waren nichts weiter als Fremde. Obwohl man das Gleiche auch fast von seiner Mutter und ihm sagen konnte. Er war nie ein Kind gewesen, das an seinen Eltern gehangen hatte.
„Das ist alles schön und gut, Miss Patterson, aber weder Malcolm noch sein Anwalt sind gerade hier. Lassen Sie uns in mein Büro gehen und besprechen, was Sie brauchen, und dann finden wir bestimmt einen für alle geeigneten Zeitpunkt.“
Steven hatte erwartet, dass Ainsley nachgeben würde, doch das tat sie nicht. Er hatte noch nie eine Frau getroffen, die gleichzeitig so sexy und so geschäftsmäßig war. Allein das Gespräch mit ihr machte ihn an, doch irgendwie wusste er, dass das nicht der Weg war, den er einschlagen sollte.
Ainsley wollte nicht auch noch Zeit mit einem Mann verschwenden, der sich nicht an sie erinnerte. Aber sie war nicht erfolgreich geworden, indem sie Menschen mied, die sie verärgerten. Davis warf ihr schon einen Blick zu, der andeutete, dass er kurz davor war, einen seiner berüchtigten Wutausbrüche zu bekommen.
„Kommt schon, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit, hier rumzuhängen“, nörgelte Jon.
„Jon, tut mir leid. Warum machen Sie nicht zehn Minuten Pause, während Mr. Devonshire und ich die Sache klären?“
„Werden wir das?“, fragte Steven.
Er sah aus, als wäre er direkt dem Cover eines Modemagazins entsprungen: kurzes Haar, das gewollt nachlässig frisiert war, blaue Augen – so blau wie die von Paul Newman – und so leuchtend und durchdringend, dass Ainsley schon beim ersten Mal, als sie sich getroffen hatten, von ihm fasziniert gewesen war.
Damals war sie allerdings noch zwanzig Kilo schwerer, fünf Jahre jünger und alles andere als selbstbewusst gewesen.
„Ja, werden wir. Ich bin sicher, es gibt da etwas, was wir Ihnen als angemessene Kompensation bieten können – obwohl es für Sie schon ein großes Plus ist, wenn Ihr Kaufhaus in unserer Zeitschrift erwähnt wird.“
„Von Ihrer Perspektive aus betrachtet vielleicht“, meinte Steven.
„Was kann ich tun, damit wir hier weitermachen können?“, wollte sie wissen.
„Ich denke da an einen Artikel über die Devonshire-Erben“, erwiderte Steven. „Malcolm hat jedem von uns die Leitung eines Geschäftsbereiches übertragen. Ich mache die Kaufhäuser, Geoff die Fluglinie und Henry die Musikbranche.“
„Das wäre interessant, aber wir sind eine Frauenzeitschrift.“ Im Geiste rief sie sich all das zusammen, was sie über Steven und seine Halbbrüder wusste. Man müsste sie dazu bringen, über ihre Kindheit zu sprechen, aber selbst das passte nicht in eine Modezeitschrift. Dann kam ihr eine Idee. „Wie wäre es, wenn wir Interviews mit Ihren Müttern machen?...




